Schweiz
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Grösste Lohn-Erhebung: So viel verdienen Schweizer im Monat

Das Bundesamt für Statistik hat neue Zahlen zu Löhnen in der Schweiz veröffentlicht. 

Niklaus Vontobel und Mark Walther / CH Media



ZUM 15. JAHRESTAG DER SEIT DEM 1. JUNI 2002 BESTEHENDEN PERSONENFREIZUEGIGKEIT IN DER SCHWEIZ, STELLEN WIR IHNEN DIESES ARCHIVBILD ZUR VERFUEUNG - Bauarbeiter beim Bodenlegen auf der Bahnhofstrasse beim Paradeplatz in Zuerich am Freitag 11. April 2014. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Die Lohnstrukturerhebung wird vom Bundesamt für Statistik veröffentlicht, es ist die umfassendste Erhebung zu den Löhnen. Am Freitag wurden neue Zahlen herausgegeben, die die Löhne für einzelne Berufe zeigen, nach Lebensalter und nach Geschlecht – und dies wiederum aufgeteilt auf einzelne Wirtschaftsregionen. Es ist eine repräsentative Erhebung, die auf Angaben von gut 37'000 Unternehmen beruht und total 1.7 Millionen Arbeitsplätze erfasst, also etwa jeden dritten Beschäftigten.

Zur Verteilung der Löhne hat diese Woche der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) einen «Verteilungsbericht» veröffentlicht. Demnach seien in der Schweiz die tiefsten Löhne seit der Jahrhundertwende deutlich gestiegen, anders als in vielen anderen Ländern in Europa. Auch insgesamt hätten sich die Löhne erhöht, trotz Finanzkrise und Frankenüberbewertung.

Das sind aus SGB-Sicht die erfreulichen Nachrichten. Kritische beurteilt die Gewerkschaft hingegen, dass die hohen und höchsten Löhne überproportional gestiegen seien. Es gebe heute in der Schweiz rund 14'000 Personen mit einem Lohn von über einer halben Million Franken. Mitte der 1990er Jahre seien es noch 3000 Personen gewesen.

Bild

Die Aussichten auf Lohnsteigerungen im nächsten Jahr sind für die meisten Schweizer Arbeitnehmer nur verhalten, trotz der sehr guten Konjunktur. An guten Kennzahlen fehlt es derzeit nicht. Im zweiten Quartal legte die Wirtschaft ein Wachstum von real 3.4 Prozent zum Vorjahr hin, im ersten Quartal 2.9 Prozent. In der Schweiz herrscht Hochkonjunktur. Die Schweiz wächst damit erneut stärker als der Euroraum. Das Staatssekretariat für Wirtschaft hat die Prognose für 2018 von 2.4 auf 2.9 Prozent er höht.

Es bleibt weniger vom Lohn

Doch die Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) rechnet für 2019 bloss mit einem nominalen Lohnplus von gut einem Prozent. Der Berater Lohntendenzen.ch erwartet 0.9 Prozent und stützt sich dabei auf eine Umfrage unter Unternehmen. Davon bliebe bei einer erwarteten Teuerung von 0.6 Prozent nur wenig übrig. Zieht die Teuerung etwas stärker an als erwartet, ist der Lohnzuwachs weg. Nach der alljährlichen Steigerung der Krankenkassenprämien, die in der Teuerung nicht enthalten ist, bleibt vom Lohn noch weniger im Geldbeutel.

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Video: srf/SDA SRF

Die Lohnstrukturerhebung zeigt auch, dass bei den dienstälteren Mitarbeitern die mittleren Löhne in den letzten Jahren zurückblieben hinter den Zunahmen bei den jüngeren Mitarbeitern. Von 2010 bis 2016 legten die Löhne der älteren Mitarbeiter nur um 3.1 Prozent zu. Bei den dienstjüngeren gab es eine mehr als doppelt so hohe Steigerung, ein Plus von 7.1 Prozent.

Diese unterschiedliche Fortüne erklärt sich der Gewerkschaftsbund mit einer verfehlten Lohnpolitik. «Oft ist die Haltung der Arbeitgeber die, dass man bei den Jungen am Ball bleiben muss, die Alten hingegen sowieso bleiben», sagt SGB-Chefökonom Daniel Lampart. In Zeiten, in denen das Geld für Investitionen knapp sei, investiere man in junge Neueingestellte und halte die Dienstälteren eher kurz.

Beim Arbeitgeberverband wird diese Entwicklung naturgemäss anders beurteilt. So sagt Simon Wey, Arbeitsmarktspezialist beim Arbeitgeberverband: «Die stärkere Erhöhung der Löhne von Personen mit weniger Dienstjahren lässt sich unter anderem durch das bereits hohe Lohnniveau von Mitarbeitenden mit 20 Dienstjahren und mehr erklären.» Mit anderen Worten haben diese langjährigen Mitarbeiter zumeist bereits einen hohen Lohn, also liegen naturgemäss auch weniger Lohnerhöhungen drin. Zumal die Löhne auch ins Lohngefüge eines Unternehmens passen müssten.

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Video: watson/Knackeboul, Lya Saxer

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • CH-Bürger 29.10.2018 22:15
    Highlight Highlight Kann sein, dass dieses Jahr mit dem Verständnis zu verstehen, dass trotz guter Konjunktur zwecks Loherhöhung nicht viel für die arbeitenden herausschauen wird, ja das nenne ich jammern auf hohem Niveau. Frage mich wer den ganzen Gewinn einsacken wird eigentlich wissen wir es schon so schön ist es bei uns.🤢🤮
  • einmalquer 29.10.2018 14:15
    Highlight Highlight Die Produktivität steigt - da müssten auch die Löhne steigen.

    Werden sie natürlich nicht - in schlechten witschaftlichen Zeiten geht das nicht, weil die Zeiten schlecht sind.
    In guten wirtschaftlichen Zeiten geht das nicht - weil sie zu schlechten wirtschaftlichen Zeiten führen werden.

    Mit diesen beiden Argumenten werden richtige Lohnerhöhungen seit Jahrzehnten verhindert.
    • rodman 30.10.2018 13:13
      Highlight Highlight Ich glaube, ein Problem ist, dass in wirtschaftlich schlechten Zeiten die Löhne nicht sinken. Aus diesem Grund wäre ich mit Lohnerhöhungen als Arbeitgeber vorsichtig, weil sie unumkehrbar sind.
    • einmalquer 30.10.2018 14:35
      Highlight Highlight Mit dem "Krisenartikel" in GAVs kann die Arbeitszeit verlängert werden. Eine Kompensation ist nicht zwingend.

      Das bedeutet natürlich eine Lohnsenkung in wirtschaftlich schlechten Zeiten, gewerkschaftlich abgesegnet.

      Einen Artikel, der bei wirtschaftlich guten Zeiten zu Lohnerhöhungen führt, gibt es nicht, das würden die Firmen auch nie zulassen.

      Zuerst kommen die Dividenden. Irgendwann mal, vielleicht, die ArbeitnehmerInnen.

  • Yann Wermuth 29.10.2018 10:34
    Highlight Highlight Das Thema ist mega wichtig und relevant und der fehlende Lohnzuwachs eigentlich nicht rechtfertigbar. Aber ich muss zugeben, beim Wort „Fortüne“ hab ich abgehängt 😂
  • Posersalami 29.10.2018 10:20
    Highlight Highlight "Die Aussichten auf Lohnsteigerungen im nächsten Jahr sind für die meisten Schweizer Arbeitnehmer nur verhalten, trotz der sehr guten Konjunktur."

    Es braucht endlich eine verbindliche (!!!) Regel für die Arbeitgeber, nach jener der Lohn dem Geschäftsergebnis anzupassen ist und zwar JEDES Jahr. Es kann nicht sein, dass die Löhne trotz herausragender Konjunktur nicht steigen.

    Offensichtlich schafft die Wirtschaft das nicht, also muss der Staat wieder regulieren..
    • Lester McAllister 29.10.2018 11:55
      Highlight Highlight Und wenn der Umsatz schrumpft?
      Auch ein Automatismus oder ist deine Salamitheorie hier zu Ende?
    • Posersalami 29.10.2018 12:27
      Highlight Highlight @Lester McAllister: Wenn das Geschäft nicht gut läuft passiert das gleiche wie heute: Entlassungen und Lohnsenkungen. Ist doch nicht so schwer, oder?

    • Lester McAllister 29.10.2018 12:34
      Highlight Highlight Weisst du eigentlich wie viele Unternehmer Defizit machen um Mitarbeiter durch schlechte Zeiten zu nehmen.
      Und Lohnkürzungen in laufenden Verträgen sind in der Schweiz gar nicht möglich...
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