Schweiz
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Gegen geschaetzte 1500 Frauen, Lesben, Trans- inter- und nonbinaeren Menschen marschieren friedlich, bunt und kaempferisch an der nicht bewilligten Frauendemo, anlaesslich des Internationalen Fraunwelttages, am Freitag, 8. Maerz 2019, durch die Basler Innenstadt. (KEYSTONE/Patrick Straub)

Gegen geschätzte 1500 Personen marschierten an der nicht bewilligten Frauendemo am Freitag durch die Basler Innenstadt. bild: keystone

«Weibliche» Strassenschilder, Statuen mit Schürzen und vieles mehr: Das war der Frauentag



Ob Strassenschilder mit Frauennamen, Kundgebungen oder Forderung nach gleichem Lohn und gleichen Preisen für Frau und Mann: In der Schweiz ist der Weltfrauentag am Freitag auf unterschiedliche Weise begangen worden.

Die Gewerkschaft Unia machte in Zürich über Nacht «männliche» Strassenschilder zu «weiblichen». Die Josefstrasse zum Beispiel wurde am Freitag zur «Mariastrasse», die Erismannstrasse zur «Erisfraustrasse».

Zu wenig sichtbar

Von den 447 Zürcher Strassen mit Namen von Prominenten trügen nur 54 Namen von Frauen, teilte Unia mit. Das sei ein typisches Zeichen dafür, dass Frauen in der Öffentlichkeit weniger sichtbar seien als Männer. Um Frauen hervorzuheben, überklebten Aktivistinnen und Aktivisten über 100 Strassenschilder.

Auch in Sitten erhielten am Freitag mehrere Strassen Namen von Frauen, darunter jene von Bundesrätin Viola Amherd und der früheren Skirennfahrerin Chantal Bournissen. Die neuen Namen blieben aber nicht lange, weil die Polizei die unbewilligten Plakätchen wieder abriss, wie Medien berichteten.

Die Juso hängten in mehreren Städten Statuen von Männern Schürzen um. Sie wollten damit auf die Bedeutung von nicht bezahlter und auch nicht als Arbeit anerkannter Arbeit im Haushalt aufmerksam machen. Laut Bundesamt für Statistik kümmerten sich bei 70 Prozent der Paare die Frauen alleine um den Haushalt, schrieben die Juso.

Gegen Gewalt im Internet

In Bern marschierten rund hundert Aktivistinnen hinter einem violetten Transparent mit dem Slogan «Solidarität für Frauen - Solidarität unter Frauen» in Richtung Bundeshaus.

In Lausanne kamen nach Polizeiangaben am frühen Abend über 1500 Personen zu einer Kundgebung zusammen, davon ein gutes Drittel Männer. In Genf nahmen rund 200 Frauen an einer Kundgebung teil. Auf einem riesigen Transparent wurde zur Teilnahme am Frauenstreik vom 14. Juni aufgerufen.

Die feministische Friedensorganisation cfd lancierte eine Aktion in sozialen Medien gegen Gewalt an Frauen und Mädchen im Internet. Wer sich öffentlich politisch äussere und positioniere, werde bedroht und belästigt. Auch bekämen Frauen unerwünscht Fotos mit sexualisiertem Inhalt zugeschickt, schreibt cfd.

Weniger Mehrwertsteuer für Tampons

Unterschriften wurden ebenfalls gesammelt: «Bloody Unfair - Runter mit der Tampon-Steuer»: Unter diesem Titel fordert eine Petition den tieferen Mehrwertsteuersatz für Damen-Hygieneprodukte. Dahinter steht die Kampagnenorganisation Campax.

Die Bittschrift verlangt, Tampons und andere Hygieneprodukte für Frauen dem reduzierten Mehrwertsteuersatz von 2.5 Prozent für Güter des täglichen Bedarfs zu unterstellen und eine Petition von Nationalrat Jacques-André Maire (SP/NE) zu unterstützen.

Tampons und Binden werden heute zum Normalsatz von 7.7 Prozent besteuert. Beim Bundesrat stiess das Anliegen von Maire auf offene Ohren: Er beantragt dem Parlament, den Vorstoss anzunehmen.

Zum Unterschreiben aufgerufen hat auch Amnesty International: Eine Petition fordert die Freilassung von Amal Fathi, die in Ägypten zu zwei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Sie hatte in sozialen Medien von ihr erlittene sexuelle Belästigung öffentlich gemacht und den Staat wegen Vernachlässigung der Opfer kritisiert.

Forscherinnen untervertreten

Auch Zahlen wurden zitiert zum Frauentag: Das Bundesamt für Statistik untersuchte zum Weltfrauentag die Gleichstellung von Frau und Mann in der Forschung. In Europa sei diese noch nicht erreicht, auch wenn der Frauenanteil in der Wissenschaft regelmässig steige.

In der Schweiz seien Frauen auf allen Stufen der wissenschaftlichen Karriereleiter untervertreten. Im internationalen Vergleich liege die Schweiz noch oft unterhalb des europäischen Durchschnitts.

Der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband forderte eine bessere soziale Absicherung für Bäuerinnen. Zwei von drei auf Betrieben mitarbeitenden Bäuerinnen haben laut dem Verband keine Sozialversicherung. Bezögen sie für ihre Arbeit keinen Lohn, verfügten sie beispielsweise nicht über einen Mutterschaftsschutz.

Die Bundesverwaltung hat ihre Ziele bei der Geschlechterverteilung noch nicht erreicht. Vor allem im Verteidigungsdepartement (VBS) und im Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) arbeiten zu wenige Frauen. Das steht im Bericht über das Personalmanagement, den der Bundesrat am Freitag verabschiedet hat

Im Kader sind die Werte besser. In den mittleren und hohen Kaderlohnklassen wurde die Mindestquote von 33 Prozent respektive 20 Prozent erreicht.

Aufruf zum Frauenstreik im Juni

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) und die Gewerkschaft Syna nutzten die Gelegenheit für einen Aufruf zum Frauenstreik am 14. Juni. Obwohl die Gleichstellung in der Verfassung verankert sei, verdienten Frauen noch immer weniger als Männer. Lanciert wird der Streik mit einer nationalen Versammlung in Biel an diesem Sonntag.

Die FDP Frauen sehen zwar ebenfalls Nachholbedarf bei der Gleichstellung. Sie fordern unter anderem eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gleiche Löhne und keine Diskriminierung von Frauen im gebärfähigen Alter auf dem Arbeitsmarkt. Statt zu streiken, sollten die Frauen sich in der Politik sichtbar machen. (sda/kün)

Kein Platz für weibliche Vorbilder in Schweizer Schulbüchern

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Video: srf/SDA SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • Froggr 09.03.2019 12:06
    Highlight Highlight Ich studiere Wirtschaft in St. Gallen. Etwa 60-70 % Männer. Auch i Zürich siehts nicht viel anders aus. Und Quoten gibts dort keine. Also fragt eich nicht, warum es in Führungspositionen mehr Männer als Frauen gibt.
  • Dan Meier 09.03.2019 08:44
    Highlight Highlight haha. einfach nur Lächerlich.
  • Laienprediger 09.03.2019 08:09
    Highlight Highlight Strassenschilder überkleben und Statuen Schürzen umhängen. Jetzt haben sie es dem Patriarchat aber so richtig gezeigt.
  • Cédric Wermutstropfen 09.03.2019 03:19
    Highlight Highlight Diese Kleberaktion ist doch total dümmlich. Welcher Trottel hat sich das ausgedacht? Strassen, die nach Personen benannt sind, sind normalerweise nach herausragenden historischen Persönlichkeiten benannt und diese sind eben häufig Männer, da früher die Gesellschaft hier wirklich patriarchalisch war. Das schmälert aber die Leistungen dieser Herren nicht. Diese Aktion kommt einfach zu früh. Um es klar und deutlich zu sagen: Es werden zuerst noch ein paar mehr bedeutende Frauen gestorben sein müssen, damit es Sinn macht. Also wartet noch 50 Jahre mit euren dämlichen Klebern.
  • sidi77 08.03.2019 23:33
    Highlight Highlight Gleichstellung. Aber richtig.
    Benutzer Bild
  • KekDu 08.03.2019 23:12
    Highlight Highlight Unnötig meiner Meinung nach. Wieso etwas feiern, was einem von Natur aus zugewiesen wird?
    • Juliet Bravo 09.03.2019 00:03
      Highlight Highlight Was meinst du mit „was einem von Natur aus zugewiesen wird“?
    • grumpy_af 09.03.2019 01:00
      Highlight Highlight Das Geschlecht, Juliet... das Geschlecht. Kein Wunder sind Frauen überall untervertreten, wenn deren Angehörige nicht mal solch einfache Zusammenhänge erkennen. /s
    • Olmabrotwurst 09.03.2019 01:55
      Highlight Highlight Das Bedeutet das man xx xy nicht wählen kann bei uns und das stärkere Gen gewinnt, ausser in China vlt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Caturix 08.03.2019 22:13
    Highlight Highlight Zum Glück ist der Frauentag fertig und das Männerjahr geht weiter bis zum nächsten Frauentag.
    • Calvin Whatison 09.03.2019 00:55
      Highlight Highlight 😂😂😂
    • Dan Meier 09.03.2019 08:45
      Highlight Highlight genau. Zurück in die Küche.
  • Stormrider 08.03.2019 22:09
    Highlight Highlight Das Thema hat jetzt langsam gewisse Ermüdungserscheinungen. Ich glaube man hat jetzt alles gesagt. Bevor es langweilig wird sollte man jetzt konkret werden und entsprechend abstimmen.
  • AngelitosHE 08.03.2019 21:51
    Highlight Highlight Qualifikation>Geschlecht
  • Chrigi-B 08.03.2019 21:06
    Highlight Highlight "In der Schweiz seien Frauen auf allen Stufen der wissenschaftlichen Karriereleiter untervertreten. " Einfache Lösung: Studiert nicht soziale Arbeit oder geht an die PH. Studiert etwas was auch Forschung betreibt?
    • mogad 09.03.2019 09:11
      Highlight Highlight Werdet Ingenieurinnen und hört auf mit dem unsäglichen Mamikult!
    • Chrigi-B 09.03.2019 14:21
      Highlight Highlight Es ist durchaus kombinierbar liebe/lieber mogad.
  • Clife 08.03.2019 20:33
    Highlight Highlight Ich stehe für Gleichberechtigung gegenüber Männern wie Frauen. Deswegen ist ein sogenannter „Tag der Frau“ für mich ein Tag wie jeder andere auch. Übrigens, einen „Tag des Mannes“ gibt es zwar auch, aber ist auch ein Tag wie jeder andere auch. Da sollte der 7. Februar bzw. 16. März (eines von beidem) eines jeden Jahres vor allem in der Schweiz mehr Ansehen für Frauen erhalten als ein unbedeutender 8. März.
    • mogad 09.03.2019 09:13
      Highlight Highlight Ein Tag des Mannes kann es nicht geben, weil das Jahr nur 365 Tage hat und jeder Tag eh schon ein Tag des Mannes ist.

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