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Mobbing, Gewalt, Mädchen, Schule

Aufmüpfige Mädchen sind später öfters von Gewalt betroffen. Bild: Shutterstock

Warum dominante Mädchen später mehr Gewalt erfahren

Ob ein Kind im Teenagealter sexuelle Belästigung oder andere Gewalt erfährt, hängt auch davon ab, wie es sich zur Primarschulzeit verhalten hat. Das zeigt eine Studie der Universität Zürich.



Worum geht es?

Ein Forschungsteam an der Universität Zürich hat 1138 Siebenjährige während zehn Jahren begleitet. Es wollte herausfinden, ob das soziale Verhalten im Kindesalter eine Auswirkung darauf hat, ob die Studienteilnehmer im Teenagealter zum Opfer von Gewalt, Mobbing oder sexuellen Übergriffen werden. Das berichtete am Freitag der «Tagesanzeiger».

Bild

bild: shuttershock

So ging das Forscherteam vor

Um die Gewalterfahrung und das soziale Verhalten sowie die Beziehungen zu messen, wurden verschiedene Methoden eingesetzt. Während der Primarschulzeit wollte das Forschungsteam des Jacobs Center for Productive Youth Development mit Einzelinterviews herausfinden, ob das Kind bereits gemobbt wird, wie es Probleme mit anderen Kindern löst und wie abenteuerlustig es ist. Zudem wurden die Eltern und die Lehrpersonen persönlich und schriftlich zur Dominanz des Kindes befragt. Auch die Herkunft der Elternteile spielte in der Forschung eine Rolle.

Als die Kinder dann 17 Jahre alt waren, befragte das Forscherteam sie nochmals und wollte von ihnen wissen, ob sie in den letzten zwölf Monaten Opfer von Gewalt wurden. So konnten sie herausfinden, ob das frühere Verhalten einen Einfluss auf die Chance einer Gewalterfahrung hat.

So viele Jugendliche sind Opfer von Gewalt

Bei der Befragung wurde zwischen verschiedenen Arten von Gewalt unterschieden. Besonders fällt die hohe Prozentzahl von sexueller Belästigung bei Mädchen auf. Demnach gaben 33 Prozent aller 17-jährigen Mädchen an, schon einmal sexuell belästigt worden zu sein.

Diese Kinder sind häufiger von Gewalt betroffen

Verhaltensmuster wie Ängstlichkeit, Rückzug oder Traurigkeit und sogenanntes «Sensation Seeking», also die Tendenz, auffällig viele physische und psychische Risiken für den Nervenkitzel auf sich nehmen, sind bei Mädchen sowie Knaben ein Faktor dafür, später ein Opfer von Gewalt zu werden.

Allerdings gibt es zwischen beiden Geschlechtern auch Unterschiede. Verhält sich ein Mädchen dominant oder aggressiv, kann es sein, dass es später Gewalt erfahren wird. Bei den Knaben ist es jedoch genau das gegenteilige Verhalten, das sie angreifbar macht: hilfsbereit, einfühlsam oder introvertiert.

So erklären Experten das Ergebnis

Der Zusammenhang zwischen Verhaltensmustern und Gewalterfahrung kommt nicht von ungefähr. «Das hat mit den gesellschaftlichen Geschlechter-Stereotypen zu tun. Von Mädchen und Knaben wird ein bestimmtes Verhalten erwartet und wenn sie das nicht erfüllen, wirkt das provozierend», erklärt Margit Averdijk, Mitautorin der Studie und Kriminologin am Jacobs Center for Productive Youth Development an der Universität Zürich.

Von Knaben im Teenagealter werde erwartet, dass sie mit einem dominanten Verhalten zeigen, dass sie die Gruppe beschützen können. «Die Gewalt ist scheinbar ein Mittel, mit dem sich Jugendliche zurechtweisen, wenn sich jemand nicht geschlechtertypisch verhält», sagt Matthias Luterbach, Geschlechterforscher an der Universität Basel. In ihren Augen sei das Verhalten nicht richtig, also müsse es «weggemacht» werden.

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47Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Grossmaul 07.07.2019 22:19
    Highlight Highlight Irgendwie klingt die Zusammenfassung dieser Studie sehr eigenartig. Entweder die Studie ist auf seltsamen Prämissen aufgebaut oder bei der Zusammenfassung hat sich ein Verständnisfehler eingeschlichen. Die Studie scheint mir ausserdem sehr mager, auch wenn sie als Longitutinalstudie aufgeführt ist.
  • PeteZahad 07.07.2019 11:50
    Highlight Highlight Für mich Mal wieder ein typisches Beispiel wie Sozialwissenschaften betrieben werden. Ein paar vorher/nachher Zahlen vergleichen, Schlüsse ziehen und diese als Fakt darstellen als hätte man noch nie von Korrelation und Kausalität gehört.
  • Nickoseli 07.07.2019 11:38
    Highlight Highlight Sie wurden "während 10 Jahren begleitet"... Anscheinend wurden einfach 2 Interviews gemacht, einmal mit 7 und einmal mit 17. Das ist die wohl unsinnigste und nichtssagendste "Studie" seit Langem.
  • Phoria 06.07.2019 23:23
    Highlight Highlight Jede Art von Mobbing und Gewalt ist schlimm. Dass 33% dieser 17 jährigen Frauen sexuell belästigt wurden ist aber echt übel. Gleichzeitig bin ich nicht überrascht. Weiss noch wie ich in dem Alter beim Ausgehen ungefragt begrabscht wurde, alte Männer mir eklige Sachen zugerufen haben und ähnliches. Man wirkt halt durch das junge Alter und die Unsicherheit wie leichte Beute. Für Mädchen in dem Alter ist das aber häufig sehr verstörend. Es wäre schön, wenn gewisse Männer sich insbesondere bei so jungen Frauen zurücknehmen könnten.
    • flamingmops666 07.07.2019 11:01
      Highlight Highlight Oder gewisse Männer könnten sich allgemein zurücknehmen und mehr Respekt und Anstand zeigen.
    • DemonCore 07.07.2019 20:41
      Highlight Highlight ...und gewisse Frauen, nehme ich an? Mütter, die sich an ihren Kindern (Mädchen und Knaben) vergehen ist ein praktisch nicht erforschtes Phänomen, obwohl es hunderte von Therapie-Patienten gibt, die solche Übergriffe schildern.

      Immer wieder faszinierend, wie Männer für alles Leid verantwortlich sein sollen. Übrigens, auch die Männer die übergriffig werden, wurden von ihren Müttern erzogen.
    • Phoria 07.07.2019 21:43
      Highlight Highlight Du drehst mir die Wörter im Mund um. Ich habe nicht von Pädophilie geschrieben. Wenn Frauen pubertierende Männer wie sexuelle Objekte behandeln ist das auch verwerflich, aber glaube schon weniger verbreitet als umgekehrt!? Du kannst gerne deine eigenen Erfahrungen schildern. Ich habe auch ausdrücklich "einige" Männer geschrieben, und nie geschrieben, dass (alle) Männer für alles Leid verantwortlich sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Knäckebrot 06.07.2019 16:57
    Highlight Highlight "Das hat mit den gesellschaftlichen Geschlechter-Stereotypen zu tun."

    Dieser Satz gehört heutzutage wohl in jede soziologische Beobachtung, wie ein G7 Akkord in ein Weihnachtslied.
  • das Geflüster 06.07.2019 16:02
    Highlight Highlight Was ist mit dominierten Knaben?
    • You will not be able to use your remote control. 06.07.2019 17:12
      Highlight Highlight Die haben vermutlich die falschen Kleider angezogen oder zur falschen Zeit telefoniert?
    • TJ Müller 06.07.2019 17:42
      Highlight Highlight Lesen bildet:
      "Bei den Knaben ist es jedoch genau das gegenteilige Verhalten, das sie angreifbar macht: hilfsbereit, einfühlsam oder introvertiert."
  • I_am_Bruno 06.07.2019 15:56
    Highlight Highlight 33% der 17-jährigen Mädchen haben sexuelle Gewalt erlebt! Berichtet darüber - was sind die Ursachen, was kann man dagegen tun? Warum verschliessen alle Politiker die Augen? Wie kann man die Opfer schützen? Sprecht mit Nathalie Rickli oder Verantwortlichen von Fachstellen wie Castagna, Limita,... Man kann die Kinder schützen, doch niemand traut sich, hier etwas zu unternehmen, da man über "Sex" sprechen müsste.
    Stattdessen wählt Watson eine Überschrift, die impliziert, dass die Opfer verantwortlich seien. Und, dass wir unsere Töchter nicht zu starken Persönlichkeiten erziehen sollten!
    • Wolkenlos 06.07.2019 16:54
      Highlight Highlight Korrektur: Sexuelle Belästigung, nicht Gewalt.
    • Ale Ice 07.07.2019 06:18
      Highlight Highlight Wolkenlos:
      Sexuelle Belästigung ist eine Missachtung und Übertretung persönlicher Grenzen.
      Belästigung ist eine (Vor-) Form von Gewalt.
    • Ale Ice 07.07.2019 07:10
      Highlight Highlight I_am_Bruno
      Der Titel ist provokant. Finde ich auch. Der Artikel fasst aber gut zusammen, wie Rollennormen gewaltsam tradiert werden.
      Wenn starke, bestimmende Mädchen und einfühlsame, hilfbereite Jungs Opfer von Gewalt werden, wenn das Sanktionieren solchen Verhaltens anscheinend auf unsere steinzeitlichen Urahnen zurückgeht, ist das Fortbestehen rückständischer Rollenvorstellungen kein Wunder.
      Es ist an der Zeit, dass die Menschheit diesbezüglich erwachsen wird. Und dass Politik dies unterstützt. Aber Politiker sind auch Teil dieser regressiven Menschheit.
      Gut, gibt es solche Fachstellen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gender Bender 06.07.2019 15:49
    Highlight Highlight Sie versprechen im Titel eine wenn-dann Beziehung. Wie kommen sie darauf? Hab mir das Ganze angeschaut und komme zum Schluss, dass die beteiligten Forscher keine solche Aussage getätigt haben. Der Unterschied mag auf sie klein wirken aber die Wirkung ist gross!
    • Firefly 06.07.2019 17:35
      Highlight Highlight Das scheint heute gang und gäbe zu sein, auch bei den Techies mit ihrer KI, die nichts anders tun als statistische Korrelationionen als Kausalitäten zu interpretieren und zu werten.

      Eine gefährliche Entwicklung, da haben sie recht.
  • Hagelhans im Blitzloch 06.07.2019 15:46
    Highlight Highlight Die Förderung fundierten Verständnisses von Gewaltmechanismen erachte ich als erstrebenswert. Dazu bedarf es meiner Meinung nach aber weniger der Slogans, als vielmehr der Verweise zu Studien, welche Behauptungen wie zum Beispiel "Von Mädchen und Knaben wird ein bestimmtes Verhalten erwartet und wenn sie das nicht erfüllen, wirkt das provozierend." spezifizieren und begründen.
  • poga 06.07.2019 14:59
    Highlight Highlight Gibt es da einen Link zur Studie?
    • Ueli der Knecht 06.07.2019 16:45
      Highlight Highlight Guck da:
      https://www.jacobscenter.uzh.ch/de/research/zproso.html

      Scheint mir aber nicht so easy zum Checken, was und wie da wirklich untersucht wurde. Manche "Forschung" möchte partout nicht einfach überprüfbar sein. Dies scheint hier so ein Fall zu sein.
    • Herr Ole 06.07.2019 17:41
      Highlight Highlight Eine Zusammenfassung findest du hier:
      https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0022347618318304

      Allerdings kannst du die ganze Studie ohne einen Uni-Account vermutlich nicht lesen (bzw nur für 35 Franken).
    • poga 06.07.2019 17:52
      Highlight Highlight Zu aller erst: Danke für einen Einsatz. Aber.... Die Zahlen der Probanden des verlinkten Dokuments und die Zahlen der Probanden im Artikel stimmen hinten und vorne nicht. Ich weis aber noch nicht voran das liegt.....
    Weitere Antworten anzeigen
  • fools garden 06.07.2019 14:57
    Highlight Highlight Scheint mir interessant, ist irgend ein Folgebericht vorgesehn?
  • Mcapple 06.07.2019 14:08
    Highlight Highlight Dass „weiche“ Jungs aufgrund der Rollenbilder zum Ziel werden, ist für mich schlüssig.
    Dass „harte“ Mädchen in ihr Rollbild zurückgeboxt, kann ich mir auch vorstellen, aber ich glaube, hier fehlt ein wesentlicher Faktor.
    Wahrscheinlich wirkt sich hier insbesondere das Millieu, bzw. das Umfeld aus. „Harte“ Mädchen, welche sich mit „harten“ Jungs umgebrn.
    • Peaches 06.07.2019 15:48
      Highlight Highlight Oder mädchen, die sich nicht konform oder wunschgemäss verhalten werden versucht mit gewalt dazu zu bringen.
    • Garp 06.07.2019 17:24
      Highlight Highlight Klar liegt an den Mädchen. So nach dem Motto selber schuld. Es ist doch einfach gestört gegen andere Menschen und Frauen gewalttätig zu sein. So wird ein Schuh draus. Gewalttäter sind falsch, nicht die Mädchen.
    • Mcapple 08.07.2019 10:39
      Highlight Highlight @Garp: Habe ich irgendwo in meinem Kommentar Verständnis für Gewalt ausgedrückt?
      Ich finde weder Gewalt gegen „weiche“ Jungs, noch gegen „harte“ Mädels gerechtfertigt.
      Aber der Text deutet an, dass Mädels ins richtige Rollenbild zurück geprügelt werden. Rollenbilder sind kmmer Bestandteil eines Millieus, somit finde ich es falsch, dass darauf nicht hingewiesen wird.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ZEWA Wisch und Weg 06.07.2019 13:52
    Highlight Highlight ... ein zusätzlich spannender aspekt wäre auch der körperbau.... ich durfte als grosses, dickes mädchen nicht schwach sein... dies durften nur die zierlichen...
    da bleibt nichts anderes als taff zu spielen und zu hause alleine im kämmerlein weinen.
    • poga 06.07.2019 15:09
      Highlight Highlight Ich glaube das präsentierte Resultat der Studie ist allerhöchstens oberflächlich. Fast schon populistisch könnte man sagen. Ich bin auf weitere Ausführungen gespannt....
    • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 07.07.2019 17:13
      Highlight Highlight Nun ZEWA ich hoffe die Wunden sind geheilt in der Zwischenzeit 🤗
  • ingmarbergman 06.07.2019 13:51
    Highlight Highlight Als Vater einer Tochter macht mich eine solche Statistik so wütend!
    Was muss endlich passieren, dass Gewalt gegen Frauen aufhört?
    • Tanem 06.07.2019 15:08
      Highlight Highlight Genau gelesen? Hier gehts nicht nur um Frauen/Mädchen!
    • Arthur Sunil 06.07.2019 15:18
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • RowRow 06.07.2019 15:18
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
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Wir leben in einer Leistungsgesellschaft – denkste!

Du kannst alles erreichen, solange du die nötige Leistung erbringst. Die Chancen sind für alle gleich; das Einzige, was über Erfolg oder Misserfolg bestimmt, ist das Ausmass an Fleiss und Ausdauer, das du zu investieren bereit bist.

So in etwa lässt sich das Grundversprechen unserer kapitalistischen Leistungsgesellschaft zusammenfassen. Und wir dürfen in der Tat froh sein, in einer Gesellschaft zu leben, die nach diesem meritokratischen Ideal strebt, denn die Alternativen sind fundamental …

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