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Solar Impulse 2 trotzt starkem Gegenwind und landet sicher in China

Die Etappe Burma – China hat Solar Impulse 2 geschafft, trotz einiger Probleme landete das Solarflugzeug in Chongqing. Der schwierigste Teil der Erdumrundung steht den Schweizer Piloten nun bevor: Es geht nach Hawaii. 

31.03.15, 09:44 31.03.15, 10:25


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Trotz unerwartet starken Gegenwindes hat der Schweizer Sonnenflieger Solar Impulse 2 die nächste Etappe seiner Weltumrundung bewältigt. Nach mehr als 20 Stunden landete das Solarflugzeug am Montag verspätet weit nach Mitternacht Ortszeit sicher auf dem Flughafen der südwestchinesischen Metropole Chongqing.

CHONGQING, CHINA - MARCH 31: (CHINA OUT) People take photos of solar-powered aircraft Solar Impulse 2 at Chongqing Jiangbei International Airport early Tuesday on March 31, 2015 in Chongqing, China. Solar Impulse 2, the first aircraft completely sustained by solar power, took off from Myanmar's second biggest city of Mandalay early Monday and headed for China's Chongqing, the fifth flight of a landmark journey to circumnavigate the globe powered solely by the sun. After a 20-hour flight, the Solar Impulse 2 airplane touched down in south China's Chongqing Jiangbei International Airport. (Photo by ChinaFotoPress/ChinaFotoPress via Getty Images)

Schaulustige empfangen die Schweizer in China. Bild: Getty Images AsiaPac

Im Cockpit sass diesmal der Schweizer Abenteurer Bertrand Piccard. Der 57-Jährige Pilot und sein Kollege André Borschberg (62) wollen mit der ersten Erdumrundung eines Solarfliegers für den Einsatz und die Möglichkeiten von Sonnenenergie werben. Die Reise begann am 9. März im Golfemirat Abu Dhabi.

Ein Video der Landung in China. video: youtube/Vay Anasını

Zunächst verzögerte der starke Gegenwind den Anflug auf Chongqing. Später hiess es zudem, die Landung habe auch wegen des dichten Flugverkehrs auf dem stark frequentierten Flughafen verschoben werden müssen. Wegen schlechten Wetters musste die zunächst schon an diesem Dienstag erwogene nächste Etappe nach Nanjing in Ostchina wieder abgesagt werden. «Wir haben uns für den sicheren Weg entschieden, den Flug zu verschieben», sagte Flugdirektor Raymond Clerc.

Solarzelle defekt

Die Verzögerung verursache Probleme für die Organisation des weiteren Fluges, aber Sicherheit gehe vor, betonte der Flugdirektor. Wie viele Tage gewartet werden müsse, sei unklar. «Wir müssen einfach eine neue Lösung für Nanjing finden», sagte Clerc. «Ich bin immer zuversichtlich, sonst gehörte ich nicht zu diesem Team.»

Trotz einer defekten Solarzelle klappte der 1375 Kilometer weite Flug von Mandalay in Burma nach China reibungslos. Allerdings galt es, starken Wind, die hohen Ausläufer des Himalaya-Gebirges und eine grosse Flughöhe mit extremen Minus-Temperaturen zu meistern. Die beiden Abenteurer wechseln sich bei den Flügen im Cockpit ab.

epa04687054 Ground staff move the Solar Impulse 2, a solar powered plane, in a hangar after it touched down at the airport in Chongqing, southwest China, 31 March 2015.  Solar Impulse 2 is the only solar single-seater airplane able to fly day and night without a drop of fuel. An attempt at the first circumnavigation of the earth in a solar-powered airplane began in Abu Dhabi on 09 March 2015. Two pilots fly the Solar Impulse 2 in a trip that will take them around the world in a dozen legs until early August. Their aircraft weighs only as much as a large car, but the wings span as wide as a large passenger jet, and are covered with solar panels that power four propellers. The trip will take the Solar Impulse 2 to Oman, India, Myanmar and China. The plane will then cross the Pacific to Hawaii and on to the US mainland. Following a flight across the Atlanic and over the Mediterranean region, the pilots are planning to return to the capital of the United Arab Emirates.  EPA/STR CHINA OUT

Das Flugzeug wird am 31. März in Chongqing in den Hangar geschoben. Bild: EPA/FEATURECHINA

Wegen des Schadens an einer Solarzelle fehlten dem Flugzeug zwei Prozent der sonst verfügbaren Energie. Der Defekt habe aus Zeitgründen in Mandalay nicht repariert werden können, teilte die Flugkontrolle mit. Eine einzelne Zelle könne nicht einfach ausgewechselt werden, so dass acht Zellen abgeschaltet werden mussten. So musste die Energie auf alle Batterien gleichmässig neu verteilt werden.

epa04687057 Swiss pilots Andre Boschberg (C-L) and Bertrand Piccard (C-R) pose for media on the Solar Impulse 2, a solar powered plane, in a hangar after it touched down at the airport in Chongqing, southwest China, 31 March 2015.  Solar Impulse 2 is the only solar single-seater airplane able to fly day and night without a drop of fuel. An attempt at the first circumnavigation of the earth in a solar-powered airplane began in Abu Dhabi on 09 March 2015. Two pilots fly the Solar Impulse 2 in a trip that will take them around the world in a dozen legs until early August. Their aircraft weighs only as much as a large car, but the wings span as wide as a large passenger jet, and are covered with solar panels that power four propellers. The trip will take the Solar Impulse 2 to Oman, India, Myanmar and China. The plane will then cross the Pacific to Hawaii and on to the US mainland. Following a flight across the Atlanic and over the Mediterranean region, the pilots are planning to return to the capital of the United Arab Emirates.  EPA/STR CHINA OUT

André Borschberg (links) und Bertrand Piccard lassen sich feiern. Bild: EPA/FEATURECHINA

In Burma hatte die Solar Impulse 2 schon einen zehntägigen Zwischenstopp einlegen müssen, um auf besseres Wetter in China zu warten. Vor dem Start am frühen Morgen verkündete Piccard endlich: «Das Wetter ist gut.» Jedoch gab es viel Wind und hohe Wolken. «Wir müssen ziemlich hoch über den Wolken und über den Bergen fliegen», sagte Piccard. Er dankte Chinas Behörden für die Flugerlaubnis.

Weiter nach Hawaii

Sofort nach dem Start in Burma baute das Begleitteam seinen aufblasbaren Hangar ab und flog nach Chongqing, wobei diese Maschine den Solarflieger überholte. Vom Flugzeugfenster aus habe er Solar Impulse 2 sehen können, berichtete Borschberg auf Twitter. Piccard postete vor der chinesischen Grenze ein Foto von seinem Mittagessen in 7300 Metern Höhe mit Inkareis, Taboulé und Dinkelweizen. Wegen der grossen Höhe musste er zeitweise eine Sauerstoffmaske aufsetzen.

Von Nanjing in Ostchina aus soll der Pazifik überquert und Hawaii angeflogen werden. Das gilt als der schwierigste Teil der Erdumrundung. Um über den Pazifik zu kommen, wird das Flugzeug fünf Tage und Nächte in der Luft bleiben müssen. Ähnlich schwierig dürfte später auch der Flug über den Atlantik von New York aus werden.

Angetrieben wird das Karbonfaser-Flugzeug von vier Elektromotoren. Mit 72 Metern hat es eine grössere Spannweite als ein Jumbojet, wiegt aber gerade soviel wie ein Mittelklassewagen. Ende Juli oder Anfang August soll die 35'000 Kilometer lange Reise am Persischen Golf enden.

Solar Impulse 2 auf Testflug

nik/dpa

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Brikne, 20.7.2017
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