Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Gefährliche Zeckenbisse nehmen weiter zu – jetzt prüft der Bund neue Massnahmen

Die Empfehlungen für Zecken-Impfungen sollen ausgeweitet werden, möglicherweise sogar auf die ganze Schweiz.



Die Zahl der von Zecken übertragenen Frühsommer-Menigoenzephalitis (FSME), einer Virus-Hirnentzündung, hat in diesem Jahr mit 323 Fällen einen neuen Höchststand erreicht. In der Vergleichsperiode des letzten Jahres waren es 191 Fälle.

Und angesichts des nach wie vor sehr schönen und warmen Wetters gibt es immer noch neue Fälle.

Fünf Neuerkrankungen pro 100'000 Einwohner

Die Infektionen haben in den letzten Jahren drastisch zugenommen. Zählte das BAG im Jahr 2015 noch 1,42 FMSE-Neuerkrankungen pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner, sind es inzwischen bereits rund fünf Neuerkrankungen pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) prüft deshalb derzeit eine Ausweitung der Impfempfehlungen, wie Daniel Koch, Abteilungsleiter für übertragbare Krankheiten im BAG, auf Anfrage der Agentur Keystone-SDA sagte.

«Eine Ausweitung der Risikogebiete muss ins Auge gefasst werden.»

Daniel Koch, Bundesamt für Gesundheit

Die genauen Empfehlungen werden voraussichtlich erst im Winter vorliegen. Wegen der starken Zunahme der Fälle und der Schwere der Erkrankungen, die durch Zeckenbisse verursacht werden, dürfte das Impfgebiet auf die ganze Schweiz ausgedehnt werden. Dies hätte zur Folge, dass schweizweit die Krankenkassen die Kosten für die Impfung übernehmen müssten.

Image

Bisherige Risikogebiete mit FSME-Impfempfehlung. screenshot: bund

Bis anhin wurde eine Impfung nur den Menschen in den sogenannten Risikogebieten empfohlen sowie Menschen, die sich regelmässig in diesen Regionen aufhalten.

Infektion kann tödlich enden

Bei der FSME handelt es sich um eine «sehr gefährliche Krankheit, die das Nervensystem angreift», wie Koch sagt. So stirbt im Durchschnitt jedes Jahr ein Mensch daran und praktisch jeder Fall macht einen Spitalaufenthalt notwendig.

Die Infektion zeigt sich meist mit einer grippeartigen Erkrankung vier bis sechs Wochen nach einem Zeckenstich. Vorübergehend klingen die Symptome wieder ab, um dann umso heftiger aufzutreten.

Hohes Fieber mit über 40 Grad, Nackenstarre oder auch Lähmungserscheinungen sind erste Anzeichen einer FSME-Erkrankung. Im Spital können lediglich die Symptome bekämpft werden, das heisst, das Fieber kann gesenkt und der Patient beobachtet werden.

Lebenslange Komplikationen möglich

Auch wenn das Spital unter Umständen nach einigen Wochen oder auch Monaten verlassen werden kann, sind die «Nachwehen» noch längere Zeit zu spüren, oft sogar lebenslang. Hat sich der Körper einmal erholt und ist wieder bei Kräften, so leidet der Patient beispielsweise plötzlich unter schweren Migräneanfällen, hat Konzentrationsschwächen oder auch motorische Probleme.

«In vielen Fällen haben wir es mit bleibenden Schäden zu tun, glücklicherweise bei Kindern nicht so oft», sagt Koch. Und das einzige Mittel, das gegen eine FSME-Infektion helfen kann, ist die Impfung. Denn im Gegensatz zu der anderen von Zecken übertragenen schweren Krankheit, der bakteriellen Borreliose, kann die virale FSME-Infektion nicht mit Antibiotika bekämpft werden.

(dsc/sda)

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

16
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Thinkdeeper 17.09.2018 10:01
    Highlight Highlight Und was ist mit den Fällen die trotz Impfung auftreten? Wird da im Kanton Luzern etwas verschwiegen?
    Gibt es mittlerweile mutierte Erreger?
    6 3 Melden
  • .:|Caballito de Mantequilla|:. 16.09.2018 19:13
    Highlight Highlight Entfernt. Bitte formuliere deine Kritik sachlich. Danke, die Redaktion.
  • Stefan König 16.09.2018 17:19
    Highlight Highlight Sich zu impfen ist ja besonders in den Hochrisikogebieten empfehlenswert.
    Wenn mann denn auch öfters durchs Dickicht streicht.
    Was ich in dem Artikel vermisse, sind aber Tipps was mann tun könnte um einen Zeckenbiss schon im Voraus zu vermeiden.
    Wie zb Beispiel
    Hohe Schuhe.
    Helle geschlossene Bekleidung.
    Und wenn möglich nicht durch Buschig und
    29 10 Melden
    • tinmar 17.09.2018 09:32
      Highlight Highlight Google
      1 3 Melden
  • fabsli 16.09.2018 16:36
    Highlight Highlight Ein wirklich unnützes Tier.
    44 17 Melden
    • Caturix 16.09.2018 17:40
      Highlight Highlight Ob es schlimmer ist als der Mensch und weniger nützt mag ich zu bezweifeln.
      23 23 Melden
    • Ueli der Knecht 16.09.2018 18:29
      Highlight Highlight Zecken haben auch vielfältigen Nutzen. Sie sorgen zB. für eine stärkere Immunabwehr, und sie helfen zB. auch einheimischen Arten, sich gegen invasive Fremdlinge zu behaupten.
      https://www.mdr.de/wissen/zecken-106.html
      10 7 Melden
    • tinmar 17.09.2018 09:33
      Highlight Highlight Ich denke es würde auch ohne Zecken ganz gut laufen.
      3 2 Melden
  • Rhabarber 16.09.2018 16:20
    Highlight Highlight 1. wie sicher ist die Impfung?
    2. gibt's Nebenwirkungen?
    3. wie lange hält die Impfung?
    4. wie ist die Impfrate in den betroffenen Gebieten?

    Das wären noch Fragen gewesen, zu denen ich sehr gerne Antworten in diesem Artikel gelesen hätte.
    45 29 Melden
    • Alnothur 16.09.2018 17:25
      Highlight Highlight Wie lange sie hält, würde mich auch gerade interessieren... Ich hab die vor etwa 15 Jahren gemacht.
      12 4 Melden
    • Goon (Zeuge Del Curtos) 16.09.2018 18:08
      Highlight Highlight Wenn man die drei Impfungen innert glaubs 9 Monaten macht, hält sie 10 Jahre an.
      16 2 Melden
    • Ueli der Knecht 16.09.2018 18:20
      Highlight Highlight Hier gibt's Infos zur Impfung (Nebenwirkungen und Schutzdauer):
      https://www.infovac.ch/de/?option=com_gd&view=listing&fid=375&task=ofile
      16 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Alnothur 16.09.2018 15:56
    Highlight Highlight Eine Borreliose bleibt leider oft auch unerkannt, da sie teilweise Symptome zeigt, die man üblicherweise mit anderen Krankheiten assoziiert. So kann eine Borrelioseinfektion z.B. Depressionssymptome auslösen.
    22 1 Melden
  • Jakob4747 16.09.2018 14:49
    Highlight Highlight Zecken verbreiten leider immer wieder Krankheiten, jedes Jahr gibt es neue Zeckenwarnungen. Insekten etc. gehören auch dazu, dass unser Planet Erde bestehen kann oder bleibt.
    11 2 Melden
    • spanischi nössli 16.09.2018 17:59
      Highlight Highlight Ungefähr gleich nötig wieder Dinosaurier.
      7 14 Melden

Du denkst, ein Hirnschlag trifft nur alte Menschen? Du denkst falsch

Lara Widmer erlitt als 17-Jährige einen Hirnschlag. Mit monatelangen Therapien und einem starken Willen kämpfte sich die junge Frau zurück ins Leben.

Sie lag am Boden des Badezimmers, reagierte auf nichts mehr und weinte. Eigentlich wollte die damals 17-jährige Lara Widmer aus Kriegstetten vor rund zwei Jahren mit ihrer Freundin auf der Aare Boot fahren.

Als Lara nicht auftauchte, machte sich ihr Bruder Xeno auf die Suche. Nachdem er sie im Bad gefunden hatte, benachrichtigte er sofort die Eltern. Zwei Stunden später überführte man Lara ins Stroke Center des Inselspitals Bern. Diagnose: Hirnschlag.

Den Vorfall hatte niemand erwartet. Zum …

Artikel lesen
Link to Article