Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Das grosse Schnackseln

Es gibt für alles eine Pille – auch für danach. Und die ist während der WM sehr gefragt

Während Grossanlässen gehen die Menschen sorgloser mit der Verhütung um. Das merken vor allem die Apotheken. In Zürich ist die «Pille danach» hoch im Kurs.



Sicher, der Fussball steht im Mittelpunkt. Pässe wie an einer Schnur gezogen, Paraden und Penaltys, Fouls und Fehlentscheide, Bombenstimmung und Bier – viel Bier. Weltmeisterschaften, das sind die grossen Feste, deren Enden mit dem Abpfiff der Partie noch lange nicht besiegelt werden. Beschwingt und beduselt vom Sieg kommen sich Männlein und Weiblein schnell näher, vergessen dabei nur allzu schnell, dass entsprechende Verhütung so mancher bösen und sehr bösen Überraschung vorbeugen könnte. Dass die sexuelle Triebkraft während Grossanlässen besonders gesteigert ist und damit verbunden auch die Hirnfunktion der kopulierenden Paare vermindert, lässt sich anhand des gestiegenen Verkaufs der «Pille danach» ablesen.

«Während Grossanlässen verzeichnen wir tendenziell mehr ‹Pille danach›-Beratungen.»

Megy Keller, Geschäftsleitungsmitglied Bahnhof-Apotheke

Dementsprechend gingen in der Apotheke beim Zürcher Hauptbahnhof im Juni bislang mehr Präparate, die eine ungewollte Schwangerschaft verhindern, über den Ladentisch. Im Vergleich mit dem Vorjahr ist das ein Plus von neun Prozent. Es sei gut möglich, dass der Anstieg mit der Weltmeisterschaft in Zusammenhang stehe, sagt Megy Keller, Geschäftsleitungsmitglied der Bahnhof-Apotheke: «Während Grossanlässen verzeichnen wir tendenziell mehr ‹Pille danach›-Beratungen.» Konkrete Zahlen, wie viele solcher Präparate seit dem WM-Start verkauft wurden, weist die Apotheke keine aus.

«Pille danach»

Bei der «Pille danach» handelt es sich um eine Notfallverhütung, die eine unerwünschte Schwangerschaft nach ungeschütztem oder ungenügend geschütztem Geschlechtsverkehr verhindert. Die Tablette muss so schnell wie möglich nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Ärzte raten, dass die Notfallverhütung nur im Ausnahmefall angewendet werden dürfe, die hormonelle Überdosierung eigne sich nicht für eine regelmässige Einnahme und sei demzufolge kein Ersatz für eine ständige Verhütungsmethode. Bei der Verwendung der «Pille danach» handelt es sich nicht um einen Schwangerschaftsabbruch. In der Schweiz ist das Präparat seit 2002 rezeptfrei erhältlich. (sza)

«Vor allem bei Grossanlässen, wenn ausgelassen gefeiert wird, gehen junge Menschen ein grösseres Risiko ein.»

Dr. Roman Schmid, Inhaber Bellevue-Apotheke

Eine gestiegene Nachfrage gegenüber dem Vorjahr verzeichnet auch die Zürcher Bellevue-Apotheke – knapp zehn Prozent mehr «Pillen danach» wurden verkauft als im Juni 2013. «Vor allem bei Grossanlässen wie der Street Parade – aber auch jetzt während der WM, wenn ausgelassen gefeiert wird – gehen junge Menschen ein grösseres Risiko ein. Es wird schlechter verhütet», sagt Inhaber Dr. Roman Schmid. Meistens werde ein geplatztes Kondom als Grund angegeben. Überhaupt erstaunt es Schmid, wie sorglos junge Menschen mit dem Thema umgehen, und wie wenig junge Frauen über ihren eigenen Körper und Verhütung Bescheid wissen.

Babyboom nach WM in Deutschland und Südafrika

Dass die WM die Libido beflügelt, zeigen die Beispiele Deutschland und Spanien: Gut acht Monate nach dem Anpfiff der Fussball-Weltmeisterschaft am 9. Juni 2006 zeigte das deutsche Sommermärchen ungeahnte Spätfolgen. Die Geburtsvorbereitungskurse in einigen WM-Städten waren voll wie nie zuvor, viele Entbindungsstationen und Geburtshäuser ausgebucht. Die Geburtenrate stieg damals, je nach Bundesland, zwischen 10 und 15 Prozent an.

German soccer fans cheer as Germany scores the first goal during the World Cup soccer match Germany against Ecuador as they watch the game on a giant TV screen at the public viewing area in Berlin, Tuesday, June 20, 2006. The other teams in Group A are Costa Rica and Poland.  (AP Photo/Franka Bruns) ** zu unserem Paket 'DEU FUSSBALL WM RUECKBLICK' **

WM 2006: Das deutsche Sommermärchen sorgte für einen Babyboom. Bild: AP

Der Fortpflanzung nicht abträglich war auch der WM-Triumph der spanischen Fussball-Nationalmannschaft in Südafrika vor vier Jahren. Er löste auf der iberischen Halbinsel einen Babyboom aus. Sogar renommierte Ärzte führten den starken Anstieg der Geburtenrate damals – neun Monate nach dem Finale in Johannesburg – auf den Sieg der Spanier gegen die Niederlande zurück. Nach dem frühen Ausscheiden der Furia Roja an der laufenden WM müsste demnach mit einem Einbruch der Geburtenrate zu rechnen sein. Aber vielleicht werden die Spanier die Zeit, die sie nun nicht mehr vor der Mattscheibe verbringen, für das eine oder andere Schäferstündchen nutzen und so den Fussballfrust beim Liebesspiel tilgen.

Das könnte dich auch interessieren:

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

84
Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

95
Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

141
Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

31
Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

107
Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

46
Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

167
Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

35
Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

46
Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

219
Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

72
Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

341
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

84
Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

95
Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

141
Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

31
Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

107
Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

46
Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

167
Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

35
Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

46
Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

219
Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

72
Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

341
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 21.06.2014 11:48
    Highlight Highlight Dann sollten wir aus der Schweiz einen Ort der Grossanlässe machen, um der Geburtenrate auf die Sprünge zu helfen. Doch scheinbar werden jene potenziell schwanger, die das gar nicht wollten und die bedienen sich zur präventiven Korrektur mit einer Pille danach. Also doch nichts mit Nachwuchsförderung.

Ältester Schwulenaktivist der Schweiz: «Ja, es gibt einen Backlash – schuld ist die SVP»

Im vergangenen halben Jahr gab es vermehrt Meldungen über Angriffe auf Homosexuelle. Ernst Ostertag ist der bekannteste Exponent der Schweizer Schwulenbewegung. Er sagt: «Jetzt müssen wir wieder kämpfen.»

«Blick» vom 16. September 2019: «Dann traten die Angreifer näher, spuckten das Paar an und bewarfen es mit einem Feuerzeug. Als Luca B. aufstand und die Pöbler nach dem Grund für ihr aggressives Verhalten fragte, eskalierte die Situation. Sie antworteten: ‹Weil ihr schwul seid›. Kurz darauf flogen die Fäuste.»

«20 Minuten» vom 16. Juni 2019: «Ausgelassen feierten am Samstag Zehntausende in Zürich an der Gay Pride. Unter den Feiernden waren Micha F. und sein Mann. Auf dem Heimweg wurden die …

Artikel lesen
Link zum Artikel