DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05508560 Swiss artist Harald Naegeli, best known as the 'Sprayer of Zurich' in the 1970s, poses in front of his picture 'The Eye 1984' during the press preview of his exhibition 'Harald Naegeli - Der Prozess' at the Stadtmuseum in Duesseldorf, Germany, 24 August 2016. The exhibition will run from 26 August 2016 to 01 January 2017.  EPA/HORST OSSINGER

Für Künstler Harald Naegeli ist es gang und gäbe, dass er für seine Bilder angeklagt wird. Bild: EPA/DPA

«Sprayer von Zürich» vor Gericht: Wegen 9200 Franken Schaden drohen 200'000 Franken Busse



Wegen mehrfacher Sachbeschädigung steht Harald Naegeli, der international bekannte «Sprayer von Zürich», Anfangs Oktober vor dem Bezirksgericht. Die beantragte Busse und Geldstrafe für Graffitis aus den Jahren 2012 und 2013 belaufen sich auf rund 200'000 Franken.

Für diesen Künstler ist es gang und gäbe, dass er für seine Bilder angeklagt wird. Harald Naegeli malt mit der Spraydose, seine Leinwand ist die Hauswand. Vor 40 Jahren hat er zum ersten Mal seine langgliedrigen Figuren an Stadtzürcher Wände gesprayt. Die Antwort darauf waren hunderte Anzeigen wegen Sachbeschädigung. 1979 wurde er beim Sprayen verhaftet.

Nach Deutschland geflohen

Während er in der Schweiz angeklagt wurde, floh er nach Deutschland und malte dort seine Graffitis. Aus dem «Sprayer von Zürich» wurde ein international bekannter Künstler. Als er sich 1984 beim Grenzübergang Lörrach freiwillig von der Schweizer Polizei in Gewahrsam nehmen liess, begleitete ihn der deutsche Künstler Joseph Beuys.

ARCHIVE --- DER SPRAYER UND KUENSTLER HARALD NAEGELI WIRD AM 4. DEZEMBER 75 JAHRE ALT. ZU NAEGELI STELLEN WIR IHNEN DIESES BILD ZUR VERFUEGUNG --- The Swiss artist Harald Naegeli and Joseph Beuys enter Swiss territory under great applause of many famous people from the cultural scene, pictured at the border crossing in Loerrach near Basel, Switzerland, on April 24, 1984. The artist Harald Naegeli, who became famous as the

Als er sich 1984 beim Grenzübergang Lörrach freiwillig von der Schweizer Polizei in Gewahrsam nehmen liess, begleitete ihn der deutsche Künstler Joseph Beuys. Bild: KEYSTONE

In den vergangenen Jahren tauchten immer wieder neue Graffitis Naegelis in Zürich auf. Vergangenen Mai war er im öffentlichen Gespräch, als er anbot, in den Grossmünstertürmen einen «Totentanz der Fische» zu sprayen.

9200 Franken Sachschaden

Nun muss sich der 77-Jährige vor dem Bezirksgericht verantworten für Arbeiten aus den Jahren 2012/2013. Die Staatsanwaltschaft legt ihm zur Last, er habe mit seinen Graffitis willentlich fremde Objekte verunstaltet.

Figur des als

Ein typischer Harald Naegeli. Bild: KEYSTONE

25 Wandbilder listet die Anklageschrift auf, etwa bei der Quaibrücke, beim Treppenaufgang zum Grossmünster, an der Ufermauer bei der Rathausbrücke, bei der Kornhausbrücke, am Gebäude der Kantonsverwaltung am Walcheplatz – der Sachschaden beläuft sich laut Staatsanwaltschaft auf rund 9200 Franken.

Für die Sachbeschädigungen verlangt der Staatsanwalt eine Busse von 10'000 Franken sowie eine Geldstrafe von 189'000 Franken. Es ist nicht das erste Mal, dass Naegeli hohen Geldstrafen gegenübersteht: 1981 hatte ihn das Bezirksgericht Zürich laut einem Bericht von «Spiegel Online» zu einer Geldstrafe von über 100'000 Franken verurteilt, weil er die Einwohner von Zürich über Jahre verunsichert habe. (whr/sda)

Zu Besuch bei der 86-jährigen Sprayerin aus Bern

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

SVP-Präsident Marco Chiesa droht der FDP

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kanton Zürich und das Demo-Verbot: Druck auf Mario Fehr und Co. steigt

In Zürich ist wieder ein Streit über Demo-Verbote aufgekommen. Linke werfen dem Kanton Verfassungsbruch vor. Sogar die SVP ärgert sich über Einschränkungen.

Man könnte meinen, es gehe nur um Linkslinke gegen den Rest. Beim Streit zwischen der Stadt Zürich mit seinem Kanton geht es aber mehr: um Grundrechte und die Frage, wer sie wie weit einschränken darf. Und vor allem warum.

Alles nahm seinen Lauf am vergangenen Wochenende.

Wir erinnern uns: In der Stadt Zürich riefen Frauen, intergeschlechtliche, trans, non-binäre und queere Menschen (kurz Flint) zu Kundgebungen auf. Anlass war der bevorstehende 8. März, der als feministischer Kampftag Jahr …

Artikel lesen
Link zum Artikel