Schweiz
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Die Pnos im Freizeitpark – wie Rechtsradikale die Migros austricksten

Der Pnos mietete dank einem Trick eine Hütte am Greifensee. In Dietikon hatte man die Rechtsextremen zuvor ausgeladen.

Pascal Ritter / Nordwestschweiz



Die Partei national orientierter Schweizer (Pnos) hat grösste Mühe, Lokale zu finden, um ihre Generalversammlung abzuhalten. Die Vermieter wollen entweder mit ihrer rechtsradikalen Ideologie nichts zu tun haben oder sie fürchten sich vor Störaktionen von Antifaschisten. Zuletzt wurde bekannt, dass eine Freikirche in Winterthur-Grüze die Pnos am 7. März wieder ausgeladen hatte.

Die Pnos ist eine Kleinstpartei, die seit dem Jahr 2000 besteht. Sie gibt an mehr als 700 Mitglieder zu haben. Pnos-Kameraden standen wiederholt wegen Rassendiskriminierung vor Gericht. Ihre Symbolik erinnert an die Frontenbewegung der 1930er Jahren, der Schweizer Ausprägung des Faschismus.

Hier hielt die Pnos ihre Versammlung ab: Innenansicht einer der Hüten des Milandia-Parkes in Greifensee ZH. (Montage)

Hier hielt die Pnos ihre Versammlung ab: Innenansicht einer der Hütten des Milandia-Parkes in Greifensee ZH. (Montage) Bild: zvg/keystone

Migros wurde überrumpelt

Diesen Sonntag ist es den Rechtsradikalen nun gelungen ihre Generalversammlung doch noch wie geplant im Kanton Zürich abzuhalten. Recherchen der Aargauer Zeitung ergaben, dass sich die Parteimitglieder um 13 Uhr im Bereich Grossriet in der Gemeinde Greifensee am gleichnamigen See trafen.

Von dort aus begaben sie sich zur Waldhütte im Milandia-Park, wo die Versammlung um 14 Uhr begann. Gemäss Pnos-Präsident Dominic Lüthard kamen rund 50 Personen. Zuerst habe man sich mit einem Buurezmorge gestärkt und sei dann zu statutarischen Teil übergegangen.

Der Sport- und Erlebnispark Milandia gehört der Migros Genossenschaft Zürich. Man sei von den Rechtsradikalen überrumpelt worden, sagt Migros-Zürich-Sprecher Christoph Frei auf Anfrage. «Hätten wir gewusst, dass es sich um eine Versammlung von Extremisten handelt, hätten wir ihnen unsere Räume nicht vermietet. Jeglicher Extremismus ist nicht mit den Werten der Migros vereinbar», sagt Frei.

Es sei aber nicht möglich, bei jeder Vermietung genau abzuklären, um wen es sich handelt. Der an der Versammlung zum neuen Mediensprecher der Pnos gekürte Raphael Rotzer bestätigt, dass sich die Pnos bei der Raummiete nicht zu erkennen gab und verteidigt das Vorgehen.

«In Zukunft werden wir die Polizei nicht mehr vorinformieren, wenn wir eine Veranstaltung planen»

Pnos-Sprecher Raphael Rotzer

Zu dieser Massnahme habe man gegriffen, weil man zuvor in drei anderen Gemeinden mit einer offiziellen Anfrage scheiterte. Welche drei Orte das waren, wollte die Pnos nicht bekannt geben.

In Dietikon abgeblitzt

Recherchen zeigen aber: Die Rechtsradikalen wollten auch nach Dietikon. «Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass wir nun für die ordentliche Generalversammlung 2018 der Pnos die definitive Zusage für ein Veranstaltungslokal im Raum Zürich erhalten haben», schrieb Parteichef Dominic Lüthard Anfang Mai in einem Brief an die Mitglieder. Gemeint war damit das Schützenhaus Reppischtal.

Gemäss dem Stadtpräsident von Dietikon, Otto Müller (FDP), habe die Kantonspolizei Zürich empfohlen die Veranstaltung nicht in Dietikon zu dulden. «Darauf hin baten wir den Pächter des Schützenhauses, den Vertrag mit der Pnos wieder aufzuheben.» Entscheidend seien Sicherheitsfragen gewesen. Der Pächter wollte sich auf Anfrage nicht zur Sache äussern, sie sei für ihn erledigt. Gemäss Pnos-Sprecher Rotzer kam die Absage am Freitag, den 18. Mai.

Die Kameraden der Pnos regen sich nun über den Rückzieher Dietikons furchtbar auf. Die Meinungsfreiheit gelte auch für sie, schliesslich seien sie eine legale Partei, sagt Neosprecher Rotzer. Die Pnos kämpft seit einigen Jahren darum, Teil des demokratischen Spektrums zu werden, konnte sich aber bisher nicht von ihrem Neonazi-Image lösen.

Pnos misstraut nun Polizei

Pnos-Sprecher Rotzer ist auch von der Kantonspolizei enttäuscht. «In Zukunft werden wir sie nicht mehr vorinformieren, wenn wir eine Veranstaltung planen», sagt Rotzer. So ist es auch schon am Sonntag im Fall der Migros-Waldhütte in Greifensee passiert. Erst durch eine Anfrage dieser Zeitung erfuhr die Kantonspolizei Zürich von der Versammlung der Rechtsradikalen. Als sie vor Ort ankam, waren die Pnos-Kameraden schon wieder abgereist. (aargauerzeitung.ch)

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77Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • PlüschBerserker 29.05.2018 11:35
    Highlight Highlight Gibt ja genug Plätze um sich zu treffen, Im Wald bei Pferdemist, oder bei der ARA im Klärbecken. Braun müssen Sie aber selber mitbringen. Und Flügeli.
  • Daniel Caduff 29.05.2018 10:26
    Highlight Highlight Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass private Unternehmen oder Gemeinden ihnen Räume vermieten müssen. Sollte man dem Herrn "Pressesprecher" vielleicht mal erklären.
  • So en Ueli 28.05.2018 18:42
    Highlight Highlight Gruppierungen hindern ihr Versammlungsrecht auszuleben. Ist das nicht diskriminierend? Oder dürfen diese Rechte nur jene Personengruppen haben, die mit Ihrem Denken der Mehrheit der Schweizer Gesellschaft gleich sind?
    • Fabio74 29.05.2018 07:04
      Highlight Highlight Es hindert sie ja keiner. Aber die ewig gleichen Vorwürfe zu bringen ist langweilig. Vermieter sind immer noch frei zu entdcheiden an wen sie vermieten.
    • River 29.05.2018 09:16
      Highlight Highlight Vielleicht hängt es damit zusammen, dass es Nazis sind? Und dass wir aus der Geschichte gelernt haben?
    • Daniel Caduff 29.05.2018 10:30
      Highlight Highlight Nein, es gilt Vertragsfreiheit in der Schweiz. Niemand ist gezwungen, jemandem irgendetwas zu vermieten. Egal ob Wohnung, Büroraum, Ferienhaus oder Versammlungslokal. Der Vermieter kann sich seine Mieter frei aussuchen.

      Abgesehen davon, dass das Versammlungsrecht der PNOS in keinster Weise eingeschränkt wurde. Die hätten ihre GV auch einfach am öffentlich zugänglichen Ufer des Greiffensees abhalten können, oder an jedem anderen öffentlich zugänglichen Ort.
    Weitere Antworten anzeigen
  • aglio e olio 28.05.2018 12:42
    Highlight Highlight Naja, die nur 50 Hanseln könnten ja auch bei einem Parteimitglied im Garten absitzen. Aber dann merken die Nachbarn halt, wer nebenan wohnt.
  • walsi 28.05.2018 12:08
    Highlight Highlight Interessant wie viele Leute sich als Verfechter der freien Meinungsäusserung aufspielen. Wenn sie dann mal die Möglichkeit hätten für die feie Meinungsäusserung einzustehen und der PNOS einen Raum zu vermieten. Ist nicht mehr viel von den grossen Worten zu spüren. Frei Meinungsäusserung bedeutet Meinungen auszuhalten die der eigenen entgegenstehen. So lange das geäusserte nicht illegal ist.
    • Rocco Zumstein (1) 28.05.2018 15:11
      Highlight Highlight Ja, solange die sich Mühe geben und ihre menschenverachtende Ideologie in schöne Worte verpacken ist doch alles gut? Nein, die Neonazis haben sich in ganz Europa weiterentwickelt und wissen wie sie sich zu benehmen haben. Das ändert aber nichts an ihren Werten und Weltanschauungen. Keine Toleranz für die Intoleranten.
    • Fabio74 28.05.2018 15:53
      Highlight Highlight Noch einmal speziell für dich: KEINER Verbietet denen ihte Meinung zu äussern!!!! Aber: Jeder Vernieter darf und kann selber entscheiden an wen er vermieten will! Und nur davon wurde Gebrauch gemacht. Dies tangiert die Meinungsfreiheit in keiner Art und Weise.
      Wäre schon schön wenn dieser simple Grundsatz auch mal verstanden würde!
    • Mietzekatze 28.05.2018 16:18
      Highlight Highlight Freie Meinungsäusserung und Rassismuns sind nun mal nicht das selbe... Wieso versteht ihr das nicht?!?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Der Typ 28.05.2018 10:20
    Highlight Highlight Sollen sie doch in Dachau oder Auschwitz ihre Treffen machen. Vielleicht lernen Sie dann noch etwas dazu... Ich bin auch für Meinungsfreiheit, jedoch ist dies ein Treffen von Extremisten welche meiner Meinung nach sehr gefährlich sind.
    • piranha 28.05.2018 12:56
      Highlight Highlight ... Und trotzdem greift auch hier die Meinungsfreiheit. Was gäbe es wohl für einen Aufschrei wenn man den Linksextremen verbieten würde, ihre GV abzuhalten?
      Und komm mir jetzt nicht mit Gewaltbereitschaft...
    • Der Typ 28.05.2018 14:52
      Highlight Highlight @piranha: Weil ich nun dies Verurteile befürworte ich doch nicht das gegenstück? Hallo? Hier gilt die genau gleiche Sache. Dies hat für mich keine politische Richtung.
    • Fabio74 28.05.2018 15:54
      Highlight Highlight Und trotzdem piranha verbietet keiner jemandem hier die Meinung
    Weitere Antworten anzeigen
  • Watson - die Weltwoche der SP 28.05.2018 09:51
    Highlight Highlight "Gemäss dem Stadtpräsident von Dietikon, Otto Müller (FDP), habe die Kantonspolizei Zürich empfohlen die Veranstaltung nicht in Dietikon zu dulden. «Darauf hin baten wir den Pächter des Schützenhauses, den Vertrag mit der Pnos wieder aufzuheben.» "

    Ich dachte in der Schweiz gilt Versammlungsfreiheit, oder gilt die nur für Linke? Siehe Zürich, am letzten Wochenende?
    • Fabio74 28.05.2018 10:30
      Highlight Highlight Es gilt auch die Freiheit einen Raum NICHT zu vermieten. Man sollte halt schon Ahnung haben bevor man Opfer spielt.
      Den Braunen würd ich Mauthausen, Dachau, Majdanek oder so empfehlen
    • Sauäschnörrli 28.05.2018 10:34
      Highlight Highlight Eine Empfehlung der KaPo, die die Verwaltung als bitte an den Verpächter trägt, untergräbt die Versammlungsfreiheut in wiefern? Der Verpächter wurde ja nicht gezwungen den Vertrag aufzulösen.
    • äti 28.05.2018 10:46
      Highlight Highlight .. du kennst die Sachlage wirklich nicht?
    Weitere Antworten anzeigen
  • mb2805 28.05.2018 09:29
    Highlight Highlight Auch wen mann sich überhaupt nicht mit der Ideologie dieser Partei abfinden kann, sollte doch beachtet werden, dass es sich immernoch um eine legale Partei handelt, was Ihnen meiner Meinung nach auch das Recht gibt, eine ordentliche GV abzuhalten. Meinungsfreiheit ist nunmal ein Recht in diesem Land.
    • Fabio74 28.05.2018 10:30
      Highlight Highlight Keiner verbietet denen ja ihre Meinung
    • Bullet-Tooth-Joni 28.05.2018 10:40
      Highlight Highlight Legal eben Jein. Diverse PNOS Exponenten haben sich wiederholt gegen den Rechtsstaat Schweiz ausgesprochen und Gesetze mutwillig gebrochen. Dabei stechen vor allem deutlich rechtsradikale, rassistische, faschistische und diskriminierende Parolen heraus.

      Jeder der jetzt mit "aber die Linkenblablabla" kommt hat etwas nicht verstanden: es gibt auch in Linksextremen Kreisen problematische Äusserungen, selbstverständlich.
      Diese hegen jedoch NICHT den Anspruch als legale Partei anerkannt zu werden und in der Politik rechtmässig mitmachen zu dürfen!!!!
    • äti 28.05.2018 10:48
      Highlight Highlight .. und der Vermieter eines Objekts hat natürlich keine Rechte?
    Weitere Antworten anzeigen
  • atomschlaf 28.05.2018 08:58
    Highlight Highlight Immerhin haben sie die Hütte ordentlich gemietet und nicht einfach für ein ganzes Wochenende besetzt.
    • Sauäschnörrli 28.05.2018 10:35
      Highlight Highlight Das ordentlich kannst du streichen, da der Vertrag unter dem vorspielen falscher Tatsachen entstand.
    • Alpaka 8 28.05.2018 11:43
      Highlight Highlight Was ist der Sinn ihres Kommentars? Auch alle anderen Schweizer Parteien mieten ihre Lokale ordentlich. Nur verschleiern diese wenigstens nicht den Zweck der Veranstaltung gegenüber dem Vermieter! Ich als Vermieter hätte schon längst eine Klausel drin, dass ich die Veranstaltung sofort polizeilich räumen lassen kann, wenn sie nicht dem angegebenen Zweck entspricht. (z.B. solche Nazi-Parteitage anstatt das angegebene Geburtstagsfest)
    • aglio e olio 28.05.2018 12:46
      Highlight Highlight Dann ist ja alles in Butter.
      Gewalt und Rassismus? Sei's drum.
      Woanders ist es bestimmt schlimmer.
      😑
    Weitere Antworten anzeigen

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Das Zürcher Gesundheitszentrum für queere Menschen Checkpoint Zürich wollte zum Welt-AIDS-Tag ein Video auf Facebook bewerben, in dem sich unter anderen zwei Männer küssen. Facebook sagte nein. Zweimal. Bis sich watson einschaltete.

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