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Publibike Leihvelo Velo Züri

Denkbar, dass 2018 auf Zürcher Trottoirs neben den parkierten gelb-grauen oBikes auch die pinken Publibike-Leihvelos darauf warten, vom nächsten Benutzer gefahren zu werden. Bild: Stadt Zürich

oBikes fluten Zürich – jetzt setzt auch der städtische Veloverleih aufs freie Parkieren

Das Geschäftsmodell von oBike ist umstritten. Viele ärgern sich über die grau-gelben Leihvelos der Firma, die überall in der Stadt abgestellt werden. 2018 kommt mit «Züri Velo» ein weiterer Veloverleih hinzu – im Auftrag der Stadt. Der Betreiber prüft nun ebenfalls die Möglichkeit des freien Parkierens.



Gestern musste oBike erstmals zurückrudern: Auf Druck des zuständigen Stadtrats Filippo Leutenegger (FDP) gab die Veloverleihfirma auf Anfrage von watson bekannt, 400 der 900 grau-gelben Leihvelos aus der Stadt Zürich abzuziehen. 

Einer der grössten Kritikpunkte an der Firma aus Singapur: Im sogenannten «Free-Floating»-System stellen die Kunden die Fahrräder nach der Benutzung an einem beliebigen Ort ab – fixe Stationen gibt es nicht. 

Der Wirbel rund um die oBikes bringt auch andere Anbieter zum Umdenken, die auf den Markt drängen. So prüft laut watson-Recherchen auch «Züri Velo», auf das Free-Floating-System zu setzen – zumindest teilweise. Das Verleihsystem «Züri Velo» ging aus einer Ausschreibung der Stadt Zürich hervor, betrieben wird es von der Firma Publibike.

Das System von oBike & Co., stationsungebundene Velos zur Verfügung zu stellen, habe einen gewissen Reiz für die Benutzer, sagt Publibike-CEO Bruno Rohner zu watson. Das Unternehmen mache sich denn auch Gedanken, ob man in Zukunft in Zürich und anderswo auf ein hybrides System setzen will, sagt Rohner. Ein solches hybrides System würde fixe Velostationen mit dem ortsungebundenen Free-Floating-System verbinden. 

Publibike wird etappenweise ein Netz mit 2250 Fahrrädern an 150 Stationen auf dem ganzen Stadtgebiet ausbauen. Sie ist eine Tochterfirma der Postauto Schweiz AG und betreibt als Marktführerin bereits stationäre Velo-Verleihsysteme unter anderem in Bern, Lausanne, Fribourg, Nyon, Sion, Lugano und Yverdon.

Laut Rohner haben auch fixe Stationen Vorteile: Die Kunden, wie etwa die wichtige Zielgruppe der Pendler, schätzen es laut Rohner, dass sie dank fixen Stationen jeweils dann ein Velo haben, wenn sie eines brauchen – «diese Sicherheit fehlt bei Free-Floating-Systemen».

Bruno Rohner beobachtet das Auftreten der Konkurrenz aus Fernost aufmerksam.  Denn nach oBike aus Singapur will auch der chinesische Anbieter Onebike im Frühling 2018 in Zürich starten, wie die «Handelszeitung» berichtete. Onebike will gemäss der NZZ eine Flotte von 4000 Fahrrädern aufbauen.

Bisher sei der Markt für flächendeckende Leihvelos hierzulande sehr überschaubar gewesen, sagt Rohner: «Das hat sich mit dem Auftreten von oBike und anderen Anbietern quasi über Nacht geändert.»

Dennoch ist er überzeugt, dass das eigene Geschäftsmodell auf dem Markt überzeugen werde: «Wir setzen auf Nachhaltigkeit, hervorragende Qualität und die Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen.»  Ausserdem erfolge die Wertschöpfung  im Gegensatz zur Konkurrenz aus Fernost erfolge bei Publibike grösstenteils in der Schweiz  – etwa bei der IT, dem Kundenservice oder der Montage der Fahrräder.

Auch preislich sei man konkurrenzfähig – sowohl bei spontanen Nutzern, als auch bei Vielnutzern mit Abo. Wer etwa das günstigste Jahresabonnement für 50 Franken löse, der zahle für die ersten 30 Minuten jeder Fahrt mit dem herkömmlichen Velo nichts und die Erfahrungen zeigten, dass 90 Prozent der Fahrten kürzer als eine halbe Stunde seien. oBike-Nutzer müssen bei der Registrierung ein Depot von 129 Franken überweisen und zahlen danach 3 Franken pro Stunde.

Die leidvolle Entstehungsgeschichte von «Züri Velo»

Es war ein steiniger Weg, den das Zürcher Projekt eines städtischen Veloverleihs bis zur Lancierung von Züri Velo im Jahr 2018 zurückgelegt hat. Bereits 2007 war die Idee – inspiriert von ähnlichen Projekten in Paris und Barcelona – erstmals Thema im Parlament. Im Oktober 2014 schrieb die Stadt das Projekt öffentlich aus. Im März 2015 erhielt Publibike den Zuschlag. Danach kam es zu jahrelangen Verzögerungen, weil bei der Ausschreibung unterlegene Konkurrenten bis vors Bundesgericht gelangten. Erst im Juni 2017 gab es grünes Licht für «Züri Velo». An den Start geht man zu einem noch nicht genau bekannten Zeitpunkt im Jahr 2018. (cbe)

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    Alle Leser-Kommentare
  • mrmikech 23.08.2017 22:31
    Highlight Highlight Überall in Zürich stehen velos. Ja und? Besser als autos. Man nervt sich nur über die obikes weil die auffallen. Also, genervte: lass es. Es sind velos und velos sind gut. Ich hätte lieber das menschen sich über die tägliche blechlawine nervten. Jeder alleine in seine metalhülle abgas austossen.... Zürich autofrei!
    • derEchteElch 24.08.2017 13:39
      Highlight Highlight
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  • iNo 23.08.2017 21:13
    Highlight Highlight Die sollen für die Parkmöglichkeiten gefälligst bezahlen. Ich kann auch nicht einfach ein Autohaus eröffnen und dann wenn ich kein Kohle für Land ausgeben will, die Karren irgendwo in den Binätsch stellen wos grad Platz hat.
  • pfffffffff 23.08.2017 20:45
    Highlight Highlight Hab mir das mal spontan geleistet (App runterladen, Kaution hinterlegen), als die Velos plötzlich überall rumstanden. Das free floating System finde ich super, nur der Göppel ist für einen Züri-Velofahrer, der normalerweise mit dem Vintage-Renner unterwegs ist, einfach nicht zumutbar: Velorampe Hardbrücke ist damit schon ein Riesen-Hindernis, man wird fast schon von Kinderwagen überholt, es fühlt sich irgendwie behindert an, mit dem Ding zu trampeln, schade also um das eigentlich benutzerfreundliche Konzept, für Mich also mur ein Notnagel, wenn laufen keine Alternative darstellt
    • Helvetia 24.08.2017 11:19
      Highlight Highlight Sonst gäbe es ja noch Smide. Kostet allerdings 25 Rp. pro Minute, aber für eine Strecke rasch nach Höngg oder Wipkingen sind die Stromer genial und Free Floating sind die auch.
    • pfffffffff 24.08.2017 14:47
      Highlight Highlight danke für den Tipp, kenne ich, trete aber in der Regel lieber selber ;-)
  • dä dingsbums 23.08.2017 17:23
    Highlight Highlight Ich lebe in Zürich und bin fast immer mit dem Velo unterwegs. Für mich sehe ich im oBike überhaupt keinen Nutzen und ich frage mich wer diesen Service eigentlich nutzt.
    Die Velos sind schwer, haben keine Gänge (zur ETH Hönggerberg oder zum Zoo fährt damit wohl keiner). Wenn man es zwei Stunden an einem Tag braucht, wäre eine ÖV Tageskarte nur ganz wenig teurer.

    Gibt es hier jemanden der oBikes benutzt?
    Wofür genau benutzt Ihr die oBikes?
    Wieso kauft ihr nicht gleich ein eigenes Velo?

    Würde mich echt interessieren.
    • Some One 23.08.2017 17:42
      Highlight Highlight Ich habe es bisher ein Mal benutzt, als ich ins Milandia ging. Die Velos standen am Bahnhof Nänikon-Greifensee und konnte problemlos eines nehmen. Zu Fuss hätte man 15min und mit dem Velo ca. 7. Da fand ich es sehr praktisch. Der Weg geht auch nur gerade. Danach habe ich es in Schwerzenbach stehen lassen. In der Aglo findet man keine Alternativen. Das Fahren mit diesem Velo war in der Tat nicht sehr komfortabel, hat aber seinen Zweck erfüllt.
    • LeKnut 23.08.2017 17:46
      Highlight Highlight Ich habe ein eigenes Velo und fahre gerne damit rum. Manchmal bin ich aber ohne Velo unterwegs, z. B. wenn ich direkt von der Arbeit in die Stadt gehe. Da finde ich es praktisch, spontan ein Smide oder oBike zu mieten, um schneller ans Ziel zu kommen. Ich nutze viel mehr Smide als oBike, aber manchmal gibt es kein Smide. Es ist ziemlich streng mit dem oBike, aber für Strecken wie z. B. Langstrasse -> See klappt es prima.
    • Lexxus0025 23.08.2017 18:00
      Highlight Highlight Würde mich auch interessieren. Vor allem weil man für diese chinesischen schrottbikes ne kaution von 120chf hinblättern muss, um sich zu registrieren.
      Allein schon weil die chinesen mit ihrem schrott den öffentlichen Raum blockieren würde und werde ich es bestimmt nicht nutzen. Dann schon lieber smide.
    Weitere Antworten anzeigen
  • derEchteElch 23.08.2017 17:21
    Highlight Highlight In Basel haben wir zum Glück so etwas hier, hoffentlich die Stapo auch. Dann lernen es endlich diese respektlosen Velofahrer!
    Benutzer Bild
    • panaap 23.08.2017 19:39
      Highlight Highlight Du bist also auch dafür das Autos abgeschleppt werden?
    • derEchteElch 23.08.2017 22:01
      Highlight Highlight Autos, die falsch parkiert sind und dir Strasse behindern, können/werden schon heute abgeschleppt.

      Wird das bei Fahrrädern auch? Nicht in der gängigen Praxis. Das muss sich ändern... ^^
    • Helvetia 24.08.2017 11:23
      Highlight Highlight In Zürich werden Velos, die eine gewisse Zeit nicht mehr bewegt worden sind, auch entfernt. Aber jeder Heini, der «rasch» auf dem Velostreifen parkiert, kommt meistens ohne Busse davon, obwohl er mich in den Verkehr zwingt und womöglich noch die Tür öffnet, ohne zurückzuschauen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Alterssturheit 23.08.2017 16:40
    Highlight Highlight Ich bin auch eher der Typ chaotisch, aber so ganz ohne Ordnung geht's halt auch nicht. Laufe heute über Mittag wieder zurück ins Büro (Umgebung Stauffacher) und sehe (wie die Tage zuvor) Dutzende dieser Singapur Velos. Aber keines an den dafür vorgesehenen Plätzen sondern abgestellt vor Schaufenstern, Plakatsäulen, auf dem Trottoir, etc. Das Problem sind aus meiner Sicht nicht die Velos, sondern die Benützer.
    Selber Schuld, wenn der Staat wieder eingreift.
  • El Vals del Obrero 23.08.2017 16:28
    Highlight Highlight Jahrelang hat man verkrampft versucht, irgendwelche Velo-Verleih-Systeme aus dem Boden zu stampfen. Meistens eher erfolglos, da die Systeme zu kompliziert, un unflexibel, zu regional kleinräumig und zu wenig niederschwellig waren.

    Nun schaffen es die Asiaten uns in diesem Bereich Entwicklungshilfe zu leisten. Und ernten nur Bashing und alle überlegen nur noch, wie man das verbieten könne.

    Schade, dass die schweizer Mobility-Genossenschaft sich nicht in diesem Bereich engagiert.Die hätten das ganze nötige Know-How und die Technik schon.Ob mit Autos oder mit Velos wäre kein grosser Unterschied
    • Against all odds 23.08.2017 16:56
      Highlight Highlight Mit Billig-Fahrrädern (unter 100.--) mal eben so die Städte zumüllen ist auch keine Lösung.
    • Jein 23.08.2017 17:15
      Highlight Highlight Die Stadt Zürich betreibt ja mit Züri rollt seit einigen Jahren einen gratis Veloverleih, ist also nicht so als ob es nicht schon existiert.

      Einfach mal 900 billige Fahrräder auf Trottoirs zu stellen ist schon problematisch, da Obike ohne irgendeinen Beitrag in die Infrastruktur zu leisten von dieser kommerziellen Gebrauch macht. Damit stösst Obike nicht nur in der Veloprovinz Zürich auf Kritik, sondern auch im asiatischen Heimatmarkt oder Velo-Städten wie Amsterdam.
    • El Vals del Obrero 23.08.2017 20:16
      Highlight Highlight Ich muss zugegen, ich kenne die Situation in Zürich nicht genau, habe mich mehr auf die Schweiz allgemein bezogen (ein anderes Problemthema, dadurch dass die Medien immer stärker nach Zürich konzentriert werden).

      Wenn aber eigentlich bereits Velos gratis vermietet werden und trotzdem eine Firma das Gefühl hat, sie könne mit einer kommerzionellen Velovermietung Geld verdienen, muss bei diesem Gratis-Verleih ja einiges im Argen liegen ...
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Offen gesagt

«Lieber Herr Berset, Sie müssen das jetzt regeln ...»

Vergangenes Wochenende passierte, was sowieso passiert wäre, Lockerungsschritte hin oder her: Die Jugend tanzte und wird zum Sündenbock gemacht. Damit hat die Entsolidarisierung in der Bevölkerung begonnen. Das ist gefährlicher als jeder einzelne Infektionsherd.

Lieber Herr Berset

Es wäre wieder ein General-Dufour-Moment für Sie. Sie erinnern sich? Der Tagsatzungs-General im Sonderbundskrieg mit dem wichtigen Strategie-Grundsatz: «On verra ensuite».

Sie wussten, dass mit den weitreichenden Lockerungen der Corona-Massnahmen neue Infektionsherde entstehen würden. Und Sie mussten auch davon ausgehen, dass diese vorwiegend in Clubs und Gottesdiensten ausbrechen würden. So wie überall sonst auf der Welt auch.

Genau das ist geschehen, nachdem Clubs wieder …

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