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Schweiz
Zürich

Wie oBike: Publibike prüft ein ortgsungebundenes Bike-Sharing-System in Zürich.

Publibike Leihvelo Velo Züri
Denkbar, dass 2018 auf Zürcher Trottoirs neben den parkierten gelb-grauen oBikes auch die pinken Publibike-Leihvelos darauf warten, vom nächsten Benutzer gefahren zu werden.Bild: Stadt Zürich

oBikes fluten Zürich – jetzt setzt auch der städtische Veloverleih aufs freie Parkieren

Das Geschäftsmodell von oBike ist umstritten. Viele ärgern sich über die grau-gelben Leihvelos der Firma, die überall in der Stadt abgestellt werden. 2018 kommt mit «Züri Velo» ein weiterer Veloverleih hinzu – im Auftrag der Stadt. Der Betreiber prüft nun ebenfalls die Möglichkeit des freien Parkierens.
23.08.2017, 15:5123.08.2017, 20:12

Gestern musste oBike erstmals zurückrudern: Auf Druck des zuständigen Stadtrats Filippo Leutenegger (FDP) gab die Veloverleihfirma auf Anfrage von watson bekannt, 400 der 900 grau-gelben Leihvelos aus der Stadt Zürich abzuziehen. 

Einer der grössten Kritikpunkte an der Firma aus Singapur: Im sogenannten «Free-Floating»-System stellen die Kunden die Fahrräder nach der Benutzung an einem beliebigen Ort ab – fixe Stationen gibt es nicht. 

Der Wirbel rund um die oBikes bringt auch andere Anbieter zum Umdenken, die auf den Markt drängen. So prüft laut watson-Recherchen auch «Züri Velo», auf das Free-Floating-System zu setzen – zumindest teilweise. Das Verleihsystem «Züri Velo» ging aus einer Ausschreibung der Stadt Zürich hervor, betrieben wird es von der Firma Publibike.

Das System von oBike & Co., stationsungebundene Velos zur Verfügung zu stellen, habe einen gewissen Reiz für die Benutzer, sagt Publibike-CEO Bruno Rohner zu watson. Das Unternehmen mache sich denn auch Gedanken, ob man in Zukunft in Zürich und anderswo auf ein hybrides System setzen will, sagt Rohner. Ein solches hybrides System würde fixe Velostationen mit dem ortsungebundenen Free-Floating-System verbinden. 

Publibike wird etappenweise ein Netz mit 2250 Fahrrädern an 150 Stationen auf dem ganzen Stadtgebiet ausbauen. Sie ist eine Tochterfirma der Postauto Schweiz AG und betreibt als Marktführerin bereits stationäre Velo-Verleihsysteme unter anderem in Bern, Lausanne, Fribourg, Nyon, Sion, Lugano und Yverdon.

Laut Rohner haben auch fixe Stationen Vorteile: Die Kunden, wie etwa die wichtige Zielgruppe der Pendler, schätzen es laut Rohner, dass sie dank fixen Stationen jeweils dann ein Velo haben, wenn sie eines brauchen – «diese Sicherheit fehlt bei Free-Floating-Systemen».

Bruno Rohner beobachtet das Auftreten der Konkurrenz aus Fernost aufmerksam.  Denn nach oBike aus Singapur will auch der chinesische Anbieter Onebike im Frühling 2018 in Zürich starten, wie die «Handelszeitung» berichtete. Onebike will gemäss der NZZ eine Flotte von 4000 Fahrrädern aufbauen.

Bisher sei der Markt für flächendeckende Leihvelos hierzulande sehr überschaubar gewesen, sagt Rohner: «Das hat sich mit dem Auftreten von oBike und anderen Anbietern quasi über Nacht geändert.»

Dennoch ist er überzeugt, dass das eigene Geschäftsmodell auf dem Markt überzeugen werde: «Wir setzen auf Nachhaltigkeit, hervorragende Qualität und die Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen.»  Ausserdem erfolge die Wertschöpfung  im Gegensatz zur Konkurrenz aus Fernost erfolge bei Publibike grösstenteils in der Schweiz  – etwa bei der IT, dem Kundenservice oder der Montage der Fahrräder.

Auch preislich sei man konkurrenzfähig – sowohl bei spontanen Nutzern, als auch bei Vielnutzern mit Abo. Wer etwa das günstigste Jahresabonnement für 50 Franken löse, der zahle für die ersten 30 Minuten jeder Fahrt mit dem herkömmlichen Velo nichts und die Erfahrungen zeigten, dass 90 Prozent der Fahrten kürzer als eine halbe Stunde seien. oBike-Nutzer müssen bei der Registrierung ein Depot von 129 Franken überweisen und zahlen danach 3 Franken pro Stunde.

Die leidvolle Entstehungsgeschichte von «Züri Velo»
Es war ein steiniger Weg, den das Zürcher Projekt eines städtischen Veloverleihs bis zur Lancierung von Züri Velo im Jahr 2018 zurückgelegt hat. Bereits 2007 war die Idee – inspiriert von ähnlichen Projekten in Paris und Barcelona – erstmals Thema im Parlament. Im Oktober 2014 schrieb die Stadt das Projekt öffentlich aus. Im März 2015 erhielt Publibike den Zuschlag. Danach kam es zu jahrelangen Verzögerungen, weil bei der Ausschreibung unterlegene Konkurrenten bis vors Bundesgericht gelangten. Erst im Juni 2017 gab es grünes Licht für «Züri Velo». An den Start geht man zu einem noch nicht genau bekannten Zeitpunkt im Jahr 2018. (cbe)

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Gibt es zu viele Mietvelos?

Video: srf
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23 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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dä dingsbums
23.08.2017 17:23registriert April 2015
Ich lebe in Zürich und bin fast immer mit dem Velo unterwegs. Für mich sehe ich im oBike überhaupt keinen Nutzen und ich frage mich wer diesen Service eigentlich nutzt.
Die Velos sind schwer, haben keine Gänge (zur ETH Hönggerberg oder zum Zoo fährt damit wohl keiner). Wenn man es zwei Stunden an einem Tag braucht, wäre eine ÖV Tageskarte nur ganz wenig teurer.

Gibt es hier jemanden der oBikes benutzt?
Wofür genau benutzt Ihr die oBikes?
Wieso kauft ihr nicht gleich ein eigenes Velo?

Würde mich echt interessieren.
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Ferienpraktiker
23.08.2017 16:40registriert Juni 2017
Ich bin auch eher der Typ chaotisch, aber so ganz ohne Ordnung geht's halt auch nicht. Laufe heute über Mittag wieder zurück ins Büro (Umgebung Stauffacher) und sehe (wie die Tage zuvor) Dutzende dieser Singapur Velos. Aber keines an den dafür vorgesehenen Plätzen sondern abgestellt vor Schaufenstern, Plakatsäulen, auf dem Trottoir, etc. Das Problem sind aus meiner Sicht nicht die Velos, sondern die Benützer.
Selber Schuld, wenn der Staat wieder eingreift.
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El Vals del Obrero
23.08.2017 16:28registriert Mai 2016
Jahrelang hat man verkrampft versucht, irgendwelche Velo-Verleih-Systeme aus dem Boden zu stampfen. Meistens eher erfolglos, da die Systeme zu kompliziert, un unflexibel, zu regional kleinräumig und zu wenig niederschwellig waren.

Nun schaffen es die Asiaten uns in diesem Bereich Entwicklungshilfe zu leisten. Und ernten nur Bashing und alle überlegen nur noch, wie man das verbieten könne.

Schade, dass die schweizer Mobility-Genossenschaft sich nicht in diesem Bereich engagiert.Die hätten das ganze nötige Know-How und die Technik schon.Ob mit Autos oder mit Velos wäre kein grosser Unterschied
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