Schweiz
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Die Publizistin Alice Schwarzer spricht am Samstagabend, 10. Nov. 2007, als Wettpatin waehrend der TV-Show

Die streitbare Feministin hat zahlreiche Kritiker. Bild: AP

Aktivistinnen buhen Alice Schwarzer in Zürich aus – Podiumsdiskussion entgleitet



Alice Schwarzer polarisiert. Deutlich wurde das einmal mehr am Sonntagabend im Zürcher Kaufleuten. Schwarzer und Saïda Keller-Messahli, die Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam, diskutierten mit Moderator Matthias Daum («Die Zeit») über den Islam, das Burkaverbot und die Rolle der Geschlechter. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt – und Schwarzer hatte mit ihren Argumenten die grosse Mehrheit des Publikums hinter sich geschart. Sie begann mit der Silvester-Nacht in Köln: «Dort wurde erstmals im Westen der sexuelle Terror gegen Frauen geprobt».

Das Burkaverbot sei unumgänglich, eine Zumutung, dass man das überhaupt noch diskutiere.

Applaus.

Die Burka sei das Leichentuch für die Frau. Ein Stoff-Fetzen, der erstens die Frau entwürdige und zweitens aus dem Mann eine Art Tier mache, das sich offenbar nicht zu beherrschen weiss, wenn es ein bisschen Haut zu sehen bekommt.  

Applaus.

Der radikalisierte, politisierte Islam sei lebensbedrohlich. Die Medien hätten das endlich ernst zu nehmen. 

Applaus. 

Aktivistinnen formieren sich gegen Schwarzer 

Dann kommen die Fragen. Das Mikrofon wandert durch die vorderen Reihen des Publikums. Eine Frau steht auf, in ihrer Stimme wohnt eine Menge Wut. Sie zitiert aus Schwarzers «Der Kleine Unterschied». Irgendetwas von 1975 also.

Man versteht sie schlecht, weil die Menge in ihre Frage hineinbuht.

Sie hat offensichtlich nichts mit dem Thema zu tun. Eine Mit-Aktivistin brüllt indessen etwas vom «Mythos Vaginal-Orgasmus». Dann greift sich die Nächste das Mikro – mit bebender Stimme donnert sie gegen Schwarzer. Sie stehe in der Tradition von Thomas von Aquin. Ein Dominikaner, Theologe und Philosoph, der wohlgemerkt ins 12. Jahrhundert gehört. Sie führe seine düsteren Gedanken fort. Die Frau als Krüppel, als unfertigen Mann. 

Buh.

Alice Schwarzer lacht: 

«So etwas hab ich noch nie erlebt! Ich dachte, ihr Schweizer seid so vernünftig!»

Alice Schwarzer

Die Frauen waren offenbar organisiert und Alice Schwarzer von Deutschland nach Zürich hinterhergereist, um sie mit ihren doch sehr merkwürdig radikalfeministischen Fragen zu bombardieren. Als sie merken, dass die 500 Menschen im Saal mehrheitlich wieder zum Thema Islam und Frauen zurückkehren wollen, halten die Aktivistinnen ihre Musikboxen in die Luft. Daraus scheppert irgendein altes deutsches Lied.

Dann werden sie vom Sicherheitspersonal herausgeführt. Eine rief noch:

«Ich zahle doch nicht 28 Franken, damit mir hier der Mund verboten wird!»

Eine der Aktivistinnen

Unklar war bis zuletzt, aus welcher Ecke die Gruppe von mehrheitlich Frauen kam. Entsprechend trieben die Spekulationen wilde Blüten: Von türkischen Grauen Wölfen oder evangelikalen Aktivistinnen war im Publikum die Rede. Dies, weil die Frauen eher konservativ gekleidet und frisiert waren.

Ein Sinnbild für Alice Schwarzer. Sie schliesst mit dem Satz:

«Ein Dutzend Sektenmitglieder genügt, um das Ganze zu zerstören.»

Alice Schwarzer

(rof/rwy)

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21
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21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sandro Lightwood 05.09.2016 11:44
    Highlight Highlight @Alice: Steuern bezahlt?
    • New Ling 07.09.2016 00:22
      Highlight Highlight Gäääähn ....
    • Sandro Lightwood 07.09.2016 06:35
      Highlight Highlight @New Ling: genau das habe ich ob der Aussagen von Alice auch gedacht... 😴😴😴
  • Blutgrätscher 05.09.2016 10:49
    Highlight Highlight «Ich zahle doch nicht 28. Franken, damit mir hier der Mund verboten wird!»

    Schon weltfremd, so einen Satz aus dem Publikum einer Podiumsdiskussion zu bringen.
  • elk 05.09.2016 10:47
    Highlight Highlight Es wäre noch spannend zu erfahren, was die andere Diskussionsteilnehmerin zu sagen hatten.
    Wenn man schon Vertreter eines fortschrittlichen Islams zu ihrer Meinung befragt, wäre es nett, ihnen auch eine Plattform für die Antworten zu bieten.
  • Lezzelentius 05.09.2016 08:58
    Highlight Highlight Wie das Wiederholen dummer Plattitüden immer wieder Applaus einbringt. Man applaudiert um Lob zuzusprechen - warum soll ich jemanden loben, wenn er mir nichts Neues sagt, sondern das, was ich hören will und schon zuvor so viele gesagt haben?

    Besonders von "Denkern" und "Aktivisten" sollte man erwarten dürfen, dass neue Aspekte in eine Diskussion eingebracht werden.
    • Toerpe Zwerg 05.09.2016 14:07
      Highlight Highlight Und der nichtdurchschnittliche Mensch, also die Nichtmasse, applaudiert, wenn seine Meinung und Weltsicht in Frage gestellt werden?
  • ElendesPack 05.09.2016 08:21
    Highlight Highlight Geht einem langsam auf die Nerven, dass Schreihälse und Diskussionsunfähige ständig als "Aktivisten" bezeichnet werden, egal ob es linke oder rechte Heulbojen sind.
    Das sind keine Aktivisten, das sind einfach nur Idioten.
    • Maria B. 05.09.2016 12:51
      Highlight Highlight So ist es, und dies uneingeschränkt :'-( !
  • Kubod 05.09.2016 07:59
    Highlight Highlight Alice Schwarzer hat in letzter Zeit sehr offen beschriebenwas geschieht, wenn Frühmittelalter auf Moderne trifft.Islam in Europa.
    Andererseits hat sie mit deutscher Gründlichkeit das Mannsein mit dem Soldatsein im Zweiten Weltkrieg verquickt, den deutschen Männern das Mannsein ausgeprügelt und ihnen das Pinkeln im Sitzen aufgezwungen. Was also sollen die armen deutschen Männer tun, wenn ihnen die Machomentalität des Maggrehb entgegentritt und Frauen schändet, um zu zeigen, dass man der Stärkere ist und die Männer keinen Schutz bieten können?
    Darauf sind Sitzpinkler nicht vorbereitet
    • satyros 05.09.2016 10:18
      Highlight Highlight Männer, die Angst um ihre Männlichkeit haben, wenn sie im Sitzen pinkeln, sind in ihrer Geschlechteridentität wohl tatsächlich sehr verunsichert.

      Und das Bild des Mannes, der deutsche Frauen vor den Übergriffen irgendwelcher Untermenschen schützen muss, hat sehr viel Soldatisches aus dem Zweiten Weltkrieg und gehört auf den Müllhaufen der Geschichte.
    • Saraina 05.09.2016 13:57
      Highlight Highlight Muslimische Männer pinkeln im Sitzen, das ist die Sunna des Propheten. Ganz im Ernst!
    • Kubod 05.09.2016 18:43
      Highlight Highlight @Rhabarber
      Ich mag Frauen und Frauen mögen mich.
      Die deutsche Feminismusbewegung hat es geschafft, den Männern einzureden, dass alles Übel der Nazis männlichen Ursprungs gewesen sei und dass man gegen dieses Mannsein ankämpfen müsse. Dabei wird vergessen, wieviele Frauen Hitler nachgelaufen sind und ihre Männer moralisch mit in den Krieg geschickt haben.
      @Saraina
      Erstaunt mich nicht. Was in der Sunna steht, wird nachgeäfft. Sitzpinkeln geht ja noch. Wenn ich bedenke, dass da auch noch steht das man Ungläubigen den Kopf abtrennt und ein Mädchen von sechs Jahren zur Frau nehmen kann.
    Weitere Antworten anzeigen
  • herschweizer 05.09.2016 07:50
    Highlight Highlight Strike...
  • Wilhelm Dingo 05.09.2016 07:37
    Highlight Highlight «In Köln wurde erstmals im Westen der sexuelle Terror gegen Frauen geprobt». Schön auf den Punkt gebracht, leider schlafen die linken und netten immer noch tief. Aber das Erwachen wird böse sein. Es wird nicht der pöse Islam sein, es werden Horden von unzivilisierten jungen Männern mit ihrem mittelalterlichen Weltbild sein welche nicht nur die Frauen terroriseren werden. Diese Horden von jungen Männern gilt es aufzuhalten und zurückzuschieben.
    • Firefly 05.09.2016 12:03
      Highlight Highlight Vielleicht sind die alten Männer die momentan auf der ganzen Welt ihre Potenz und Macht demonstrieren und ihre Nationen in Kriege führen nur um ihr Gesicht und ihre Macht nicht zu verlieren, ein schlechtes Beispiel und Vorbild für die jungen Männer und das eigentlich größere Problem
    • Wilhelm Dingo 05.09.2016 12:56
      Highlight Highlight Firefly: Ja, gebe Dir Recht. Das heisst aber nicht das kleinere Problem zu ignorieren.
    • Karl Marx 05.09.2016 16:16
      Highlight Highlight Warst du schon mal am Oktoberfest? Wenn die deutschen selber grapschen ists halt nicht ganz so schlimm.
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