DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Hausarzt Josef Widler bereitet die Spritze mit dem Covid-19 Impfstoff Moderna in seiner Praxis in Zürich-Altstetten vor.
Hausarzt Josef Widler bereitet die Spritze mit dem Covid-19 Impfstoff Moderna in seiner Praxis in Zürich-Altstetten vor.Bild: keystone

Hausärzte kämpfen mit Impfanfragen: «Praxisassistentinnen werden aufs Übelste beschimpft»

14.03.2021, 17:0614.03.2021, 17:08

Weniger als fünf Prozent der Schweizer Bevölkerung ist bereits geimpft. Die Impfungen sind beliebt. Das merken auch die Hausärztinnen aus dem Kanton Zürich.

Bei der Impfstrategie des bevölkerungsreichsten Kantons der Schweiz übernehmen die Allgemeinmediziner eine wichtige Rolle. Doch auch sie haben mit dem knappen Vakzin zu kämpfen. 400 Hausarztpraxen haben in Zürich seit Mitte Januar je hundert Dosen erhalten. 600 warten noch immer auf eine Lieferung, wie der «Zürcher Unterländer» berichtet. Das weckt Unmut.

Die Verteilung der Impfdosen im Kanton sei «absolut intransparent», sagte Hausarzt Benno Marbet der Zürcher Regionalzeitung. «Warum werden gewisse Impfärzte fleissig beliefert, während andere ihre Hochrisikopatienten dauernd vertrösten müssen?»

Senioren laufen Sturm

Weil die Zürcher Gesundheitsdirektion der impfwilligen Bevölkerung sage, sie solle sich an ihre Hausärzte wenden, würden die Senioren bei ihm Sturm laufen, so Marbet weiter. Viele seien frustriert, dass sie noch immer auf einen Impftermin warten müssen. «Sie lassen ihren Frust an den Praxisangestellten aus und blockieren mit ihren Anrufen unseren Betrieb.»

In anderen Praxen tönt es ähnlich: In einer Arztpraxis in Horgen warten knapp 400 Patienten auf eine Impfung. Ein anderer Arzt berichtet von 1200 Personen auf der Warteliste.

Josef Widler, Hausarzt mit einer Praxis in Zürich-Altstetten, konnte bereits 100 seiner Patientinnen impfen. Doch auch er und seine Mitarbeitenden müssen täglich unzählige von Anfragen beantworten. «Jedes zweite Telefonat betrifft die Covid-Impfung. Die Praxisassistentinnen werden teils aufs Übelste beschimpft», so Widler gegenüber dem Unterländer.

Auf Ende März verspricht das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Besserung: Dann soll eine grössere Lieferung des Moderna-Impfstoffes an die Kantone verteilt werden können. In Zürich sollen dann rund 500 weitere Hausartzpraxen Vakzine erhalten. (ohe)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

«Bleiben Sie zuhause!»: Corona in der Schweiz in Zitaten

1 / 18
«Bleiben Sie zuhause!»: Corona in der Schweiz in Zitaten
quelle: keystone / peter klaunzer
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

So lebt man in Israel mit dem Impf-Pass

Video: watson

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

59 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Hadock50
14.03.2021 17:48registriert Juli 2020
...als ob die Praxisassistent etwas dafür könnten, dass es nicht vorwärts geht mir dem Impfen.
🤦‍♀️🤦‍♂️🙈 -Hauptsache der Wutbürger konnte Irgendwo sein Frust ablassen.....
69527
Melden
Zum Kommentar
avatar
Peter R.
14.03.2021 17:24registriert Februar 2019
Die Impfstrategie ist ein völliges Chaos. Zuwenig Impfstoff, schlechte Verteilung auf die Kantone und zudem völlig inexistente Kommunikation. Wie ist die Prioriesierungsstrategie in den Kantonen (wer ist Stufe 2, 3, 4, 5). Niemand ist in der Lage Auskunft zu geben - weder die nationale Impf-Hotline noch die Hotline der Kantone. Das Beamtentum treibt die Menschen zur Rage - besonders die Risikopersonen, die nicht einmal die Möglichkeit haben, sich für die Impfung zu registrieren.
Unsere Gesellschaft (Behörden, Regierung) ist absolut nicht vorbereitet für eine solche Herausforderung wie Corona.
40878
Melden
Zum Kommentar
avatar
Don Alejandro
14.03.2021 17:56registriert August 2015
Die Wahrung der Contenance hat schon immer einen guten Charakter ausgezeichnet.
1739
Melden
Zum Kommentar
59
Putins berüchtigte Biker-Propaganda-Gang tritt in Uri auf – mit dem Segen der Behörden
Botschafter von Russland und Belarus feiern mit der Biker-Gang «Nachtwölfe» am Urner Suworow-Denkmal. Der Anlass von vergangenem Samstag wird in Russland propagandistisch ausgeschlachtet.

Die russische Botschaft in Bern kann zufrieden sein. Innert kurzer Zeit sind ihr gleich zwei Erfolge in der weltweiten Propagandaschlacht gelungen.

Zur Story