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120 Asylsuchende werden voraussichtlich bis Ende Jahr in Seebach in solche Containerbauten ziehen: Die temporäre Wohnsiedlung in Leutschenbach. bild: keystone

Nach zweijährigem Rechtsstreit

Bundesgericht schmettert Beschwerde gegen geplantes Asylzentrum in Zürich Seebach ab

Das Bundesgericht hat eine Beschwerde von Anwohnern der Zürcher Frohbühlstrasse gegen den Bau einer Container-Siedlung für Asylbewerber abgewiesen. Der Bedarf nach Wohnungen sei ausgewiesen und die Lärmimmissionen durch Schallwände begrenzbar.



Die Gegner des Asylzentrums in Zürich-Seebach sind vor der letzten Instanz gescheitert: Sie hatten eine Beschwerde eingereicht, in der sie geltend machten, dass die Lärmimmissionen auf dem 15'900 Quadratmeter grossen Grundstück neben der Autobahn überschritten würden. Deshalb sei der Container-Bau mit 24 Wohnungen nicht bewilligbar.

Das Bundesgericht bestätigt die hohen Lärmwerte. Der Grenzwert von 50 Dezibel für die Nacht wird an der exponiertesten Fassade –berücksichtigt man die geplante Lärmschutzwand – um 4 Dezibel überschritten. Ein rund 10 Meter entfernt vorbei fahrendes Auto weist 60 bis 80 Dezibel auf.

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Das Asylzentrum in Zürich Seebach soll nach dem Vorbild der Containersiedlung in Leutschenbach erbaut werden. bild: keystone

Massnahmen vorgesehen

Die von den zu hohen Immissionen betroffenen wenigen Schlafräume müssen deshalb gemäss einer Auflage der Zürcher Baudirektion mit einer sogenannten kontrollierten Schalldämmbelüftung ausgestattet sein.

Das Betriebskonzept für die Siedlung sieht ausserdem vor, dass in diesen Räumen in erster Linie Asylsuchende wohnen werden, die «erfahrungsgemäss bald mit einem Asylentscheid rechnen können».

«Es ist davon auszugehen, dass keine Bewohner während langer Zeit Grenzwertüberschreitungen ausgesetzt sind», schreibt das Bundesgericht in seinem Entscheid.

Knapper Wohnungsmarkt

Trotz des Lärmproblems überwiegt gemäss Bundesgericht das öffentliche Interesse am Bau von Asylunterkünften. Die Stadt Zürich muss 1880 Asylsuchende aufnehmen. Das entspricht 0,5 Prozent der Stadt-Bevölkerung. Die Unterbringung stelle eine «beträchtliche logistische Herausforderung» dar.

Der ausgetrocknete Wohnungsmarkt und die Mietzinse bereiteten der Stadt bei der Beschaffung von Wohnraum grosse Schwierigkeiten. Die Erstellung von temporären Siedlungen «erscheint daher unumgänglich», schreibt das Bundesgericht. (sda)

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