Schweiz
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Zürcher SVP will Nationalitäten von Tätern und Opfern in Polizeimeldungen wissen



Die Polizei im Kanton Zürich soll in ihren Meldungen die Nationalitäten von Tätern und Opfern nennen. Dies verlangt eine Initiative der SVP des Kantons Zürich, die am Mittwoch eingereicht worden ist – sieben Wochen vor Ablauf der Sammelfrist.

Seit dem vergangenen November verzichtet die Stadt Zürich auf die Nennung von Nationalitäten in Polizeimeldungen. Sicherheitsvorstand Richard Wolff (AL) setzte damit ein vom Stadtparlament überwiesenes Postulat um.

Mit der Nennung der Nationalität werde suggeriert, dass sich die Tat damit erklären lasse. Dies verdecke die eigentlichen Ursachen wie beispielsweise Armut, tiefes Bildungsniveau oder Drogensucht, argumentierte der Stadtrat. SVP, FDP und CVP unterstützten das Postulat nicht.

«Öffentliches Interesse»

Die kantonale SVP warf der Stadt vor, sie betreibe «Zensurpolititk» und lancierte Anfang des Jahres die Initiative «bei Polizeimeldungen sind die Nationalitäten anzugeben».

Verlangt wird eine Ergänzung im Polizeigesetz, die festhält, dass die Polizei die Öffentlichkeit «in transparenter Weise» über Straftaten informiert. In Medienmitteilungen und an Medienkonferenzen soll bei Tätern, Tatverdächtigen und Opfern, Alter, Geschlecht und Nationalität bekannt gegeben werden. Auf Anfrage soll auch über einen Migrationshintergrund informiert werden.

Umfrage

Soll in Artikeln die Nationalität eines mutmasslichen Täters genannt werden?

  • Abstimmen

7,650 Votes zu: Soll in Artikeln die Nationalität eines mutmasslichen Täters genannt werden?

  • 52%Ja.
  • 42%Nein.
  • 6%Ich kann mich nicht entscheiden.

Für die Nennung bestehe ein klares öffentliches Interesse, heisst es in einer Mitteilung der SVP. Bei einer Annahme der Volksinitiative müsste die Stadt Zürich «ihre Desinformationspraxis wieder korrigieren». (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zarzis 23.05.2018 17:39
    Highlight Highlight Dann möchte ich auch noch das bei Schweizern auch die Politische Ausrichtung auch angegeben werden. Wir müssen doch wissen wo die Gefährlichen sind und welche gruppe eventuell Überwacht werden muss!
  • mogad 23.05.2018 16:54
    Highlight Highlight Was nützt es.mir, wenn ich die Nationalität des Täters weiss, wenn der Täter, ob Schweizer oder Ausländer dann doch mit Samthandschuhen angefasst wird! Härtere Strafen für alle Täter! Wenn man weiss dass die Tat einen hohen Preis hat, lässt mans wohl eher bleiben!
    • Mutzli 23.05.2018 18:42
      Highlight Highlight Wenn Verbrecher damit rechnen würden gefasst zu werden, würden sies ja logischerweise bleiben lassen. Gefängnisstrafen und alles weitere sind und können nicht ihrem Wesen nach nicht Präventionsmodelle in diesem Sinne sein, da Abschreckung als alleinige Strategie nicht funktioniert. Ansonsten hätten z.B. die Kriminalitätsraten in allen Ländern welche die Todesstrafe abgeschafft haben, umittelbar danach hochgeschnellt sein. Rückfälle verhindern, Polizeipräsenz und bessere soz. Auffangsysteme sind so ziemlich das einzige was effektiv hilft.
  • einmalquer 23.05.2018 15:58
    Highlight Highlight Auch bei Opfern sollen Alter, Geschlecht und Nationalität bekannt gegeben werden...

    Vielleicht gehen dadurch die Anzeigen zurück, welches Opfer will sich schon auf SVP-Initiativen-Geheiss an den Pranger stellen lassen?

    So nach dem Motto: sexy Kleidung, selber an Vergewaltigung schuld...
  • Bene86 23.05.2018 14:46
    Highlight Highlight Ich bin mir beinahe sicher: Wenn es sich bei den Straftätern überwiegend um Schweizer handeln würde, wäre die Nennung der Nationalität für einige plötzlich wieder ganz interessant, gar gewünscht und für die anderen wiederum auf einmal weniger wichtig.

    So ticken halt die Menschen.
  • The oder ich 23.05.2018 14:30
    Highlight Highlight Und wieder greift die Zürcher SVP zu kurz: nicht nur die Nationalität, sondern der Heimatort und der Heimatkanton sollten transparent gemacht werden. Dann wissen wir endlich, wie viele kriminelle Zürcher, aufgeteilt nach Zürcher Gemeinden, wir bei uns in der Schweiz haben!
    User Image
  • Tomjumper 23.05.2018 14:20
    Highlight Highlight Der SVP ist Transparenz extrem wichtig, ausser es geht um Reiche, Bankkonten oder Parteispenden aber sonst ist es total wichtig.
  • Buttercup 23.05.2018 14:12
    Highlight Highlight Frage, wird effektiv die Staatszugehörigkeit genannt oder der "kulturelle Hintergrund"?
    Also bei jemandem, der in der Schweiz geboren und aufgewachsen ist und hier wohnt und seine Eltern sind von der Türkei eingewandert, gilt er als Schweizer oder wird er dann Türke genannt? Oder "Schweizer mit türkischen Wurzeln"?
  • Kubod 23.05.2018 14:00
    Highlight Highlight Was immer wieder auffällt, ist, dass die Sozialisation in der ehemaligen Heimat und im Elternhaus eine grosse Rolle spielen.
    Da wo Gewaltaffinität und Einstellung zum Rechtsstaat geprägt werden.

    Man liest selten oder nie von Deutschen Banden oder vietnamesischen Einbrechern.
    • Mutzli 23.05.2018 16:44
      Highlight Highlight Könnte natürlich am unterschiedlichen Medienkonsum liegen, aber zum Thema Deutsche Banden fallen mir spontan gleich mehrere ein: NSU, Bandidos, Mongols, Reichsbürger zig Geschmacksvariationen von gewaltätigen Rechtsextremen etc...
    • Kubod 23.05.2018 23:27
      Highlight Highlight Ich reagier mal. Die Kommentare auf meinen zeigen die fehlenden Argumente.
      Wenn wir Probleme haben mit Volksgruppen, die Mühe haben mit bei uns geltendem Recht, dann haben wir geltendes Recht zu wenig erklärt und wohl auch zu wenig klar durchgesetzt. Profiling ist Anwendung statistischer Wahrscheinlichkeit. Profiling macht Sinn. Jede Gruppe hat die Verantwortung darüber, wie sie wahrgenommen wird. Unsere Aufgabe ist es, den Tarif durchzugeben und zu erklären. Unsere Pflicht im gemeinsamen Zusammenleben.
    • Mutzli 24.05.2018 11:51
      Highlight Highlight @Kubod Sie sind der einzige, der den Begriff Profiling ins Spiel gebracht hat. Ich weiss auch nicht, wieso Sie drauf kommen, dass Bünzils und meine Kommentare "fehlende Argumente" aufzeigen würden. Sie haben behauptet, man würde nie was von Deutschen Banden lesen; ich habe Ihnen eine Auswahl präsentiert, von denen ich alle in jüngster Zeit etwas gelesen habe.

      Bünzli genau dasselbe und hat zudem die Standardmeinung in der Soziologie zum Hauptfaktor für Straffälligkeit geliefert.

      Damit muss man alles nicht einverstanden sein, aber Sie versuchen ja nicht mal darauf einzugehen.
  • piedone lo sbirro 23.05.2018 13:34
    Highlight Highlight da geht es wohl wieder mal darum kleinkriminelle an den pranger zu stellen, um davon abzulenken das steuerhinterzieher auch dank der SVP immunität geniessen.

    verliert man wie die SVP seit den wahlen 2015 praktisch alle abstimmungen und wahlen, besinnt man sich seiner alten stärke zurück: ausländer raus!


  • Ökonometriker 23.05.2018 13:28
    Highlight Highlight Mehr Informationen sind grundsätzlich immer besser, so lange sie nicht auf die Identität der Personen schliessen lassen. Damit lassen sich bessere Gesetze machen. Das Gegenmittel heisst Transparenz - informiert auch über Einkommens- und Vermögensklasse sowie Drogengebrauch, Bildungs- und Altersklasse. Zensur führt nur zu Gerüchten.
  • m4in CS 23.05.2018 13:21
    Highlight Highlight Die SVP Zürich schiesst sich immer weiter ins Abseits. Wegen so einer Lappalie werden Gelder bemüht und ein Abstimmungskampf. Was soll das bringen? Was bringt es dem Bürger zu wissen, welche Nationalität die vermeintlichen Täter bzw. Opfer haben? Es geht schlussendlich alleine darum, die Ausländer an den Pranger zu stellen. Denn in den Behördenstatistiken wird ja weiterhin die Herkunft der Täter/Opfer erfasst. Das ist reine Profilierungspolitik.
  • MaGierlich 23.05.2018 13:12
    Highlight Highlight "Auf Anfrage soll auch über einen Migrationshintergrund informiert werden"

    Wie lange "haftet" eigentlich der Migrationshintergrund an einem Menschen?
    Schade, dass man auch als Schweizer nicht als Schweizer angesehen wird, auch ohne Straftat.
    • Shlomo 23.05.2018 14:12
      Highlight Highlight Ich sehe schon die Schlagzeile: Wirtschaftskrimineller C.B. aus H. mit deutschem Migrationshintergrund gefasst.
  • Nathanael II 23.05.2018 13:09
    Highlight Highlight Ja das wäre wichtig für die SVP, denn die Stimmen-bringende Hetze gegen Ausländer ist etwas eingeschlafen, da braucht's neuen Schwung!
  • Herr Ole 23.05.2018 12:57
    Highlight Highlight Wird die Körpergrösse in solchen Mitteilungen erwähnt? Oder die Augenfarbe? Wenn nicht, sehe ich nun wirklich keinen Grund, wieso die Nationalität genannt werden soll.

    Fahndungsmeldungen sind da natürlich etwas anderes (wobei man ja dort die Nationalität meistens noch nicht weiss).
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 23.05.2018 12:56
    Highlight Highlight Bin ich klar dafür. Nicht weil ich mich wie die SVP vor wilden Horden ausländischer Strafverbrecher fürchte, nein ganz einfach aus taktischen Überlegungen. Ausländer begehen aus verschiedenen Gründe überdurchschnittlich viele Straftaten, dies ist ein Misstand, den man aggressiv benennen und angehen muss, aber nicht auf die Art und Weise wie es die SVP tut. Wenn man die Nationaliät versteckt liefert man der SVP nur Munition gegen "das System, dass verlogen den Bürger belügt". Geholfen ist niemandem, man überlässt nur ein Problem der Bewirtschaftung durch die SVP.
    • Ichiban 23.05.2018 13:06
      Highlight Highlight Ist der Missstand dass ausländische Staatsangehörige überdurchschnittlich viele Straftaten begehen Mitglieder von wirtschaftlich schwachen Schichten? Es kommt immer darauf an welche Schlussfolgerungen man aus den Infos zieht.
    • aglio e olio 23.05.2018 13:09
      Highlight Highlight Dann sollte man aber auch die sozioökonomischen Faktoren benennen. Ob das die SVP auch möchte?
    • m4in CS 23.05.2018 13:22
      Highlight Highlight In den Statistiken werden ja weiterhin die Nationalitäten erfasst, welche auch öffentlich einsehbar sind. Was soll es bringen wieder Ausländer an den Pranger zu stellen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • manhunt 23.05.2018 12:46
    Highlight Highlight dann soll in zukunft bei deliktmeldungen aber auch die parteizugehörigkeit des delinquenten genannt werden müssen.
  • aglio e olio 23.05.2018 12:42
    • Waedliman 23.05.2018 13:37
      Highlight Highlight Völlig richtige Erkenntnisse bei swissinfo, die auch die Kriminalitätsrate der in der Schweiz lebenden Ausländer widerspiegelt. So sind die Deutschen ähnlich häufig straffällig wie die Schweizer, Albaner jedoch wesentlich häufiger. Der Grund: Die in der Schweiz lebenden Deutschen haben ein durchschnittlich ähnliches Bildungsniveau wie die Schweizer, die Albaner jedoch eher nicht. Und hier sind es genau die im Artikel genannten Männer unter 30, die eher straffällig werden.

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