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Stadtrat Richard Wolff spricht an der Medienkonferenz anlaesslich seiner 100 Tagen im Polizeivorstand der Stadt Zuerich am Dienstag, 17. September 2013, im Stadthaus in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Hat das Koch-Areal-Dossier abgegeben: Sicherheitsvorsteher Richard Wolff. Bild: KEYSTONE

Söhne verkehren im Zürcher Koch-Areal – Sicherheitsvorsteher Wolff gibt Dossier ab 



Und weg ist er: Polizeivorsteher Richard Wolff (AL) wird künftig nichts mehr mit dem Koch-Areal zu tun haben. Aus «familiären Gründen» ist er gemäss einer Medienmitteilung der Stadt Zürich am 20. Oktober 2016 in Sachen Koch-Areal in den Ausstand getreten. 

Zu den Hausbesetzern auf dem Koch-Areal sollen Wolffs Söhne gehören. Wolff wich dieser Frage bislang stets aus: Seine Söhne seien volljährig und lebten ihr eigenes Leben, sagte er etwa Anfang Oktober vor den Medien, als die neuen Regeln für das Koch-Areal präsentiert wurden.

Am Freitag nun die Wende: Seine Söhne verkehrten im Koch-Areal, sagte Wolff gegenüber dem «Regionaljournal Zürich-Schaffhausen» von Radio SRF. Er selbst empfinde sich deshalb zwar nicht als befangen, aber von aussen könne dies anders aussehen.

Eine mögliche Befangenheit von Wolff war auch im Gesamtstadtrat mehrfach ein Thema, wie Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) auf Anfrage sagte. Wolff habe dabei immer wieder versichert, unabhängig zu sein.

Im Rahmen der Diskussion um die neuen Regeln forderte der Gesamtstadtrat Richard Wolff erneut auf, seine Unbefangenheit noch einmal zu überprüfen, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Wolff kam dabei zu einem anderen Schluss und tritt wegen familiären Gründen in Ausstand. Gemäss Mauch hat Wolff die richtigen Konsequenzen gezogen und korrekt gehandelt. Es gehe dabei ausschliesslich um dieses Dossier, betonte die Stadtpräsidentin weiter.

Zeitnahe Orientierung

Der Stadtrat hat nun beschlossen, dass das Dossier provisorisch und ab sofort von Stadtrat Daniel Leupi geführt wird. Beim Entscheid wurde die Tatsache berücksichtigt, dass Leupi als Finanzvorsteher auch die Rolle des Grundeigentümers des Koch-Areals wahrnimmt.

Der Zuercher Finanzvorstand Daniel Leupi an einer Medienkonferenz in Zuerich am Dienstag, 8. Maerz 2016. Mit einem Plus von 10 Millionen Franken praesentiert sich die Rechnung 2015 der Stadt Zuerich positiv. Von den letzten neun Rechnungen waren acht defizitaer gewesen. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Daniel Leupi, Finanzvorsteher der Stadt Zürich, wird sich künftig der Koch-Areal-Thematik annehmen.  Bild: KEYSTONE

Der Stadtrat werde über den aktuellen Stand zu den Entwicklungen auf dem Koch-Areal zeitnah orientieren, heisst es in der Mitteilung weiter. Gemäss Mauch soll dies noch in diesem Jahr sein.

Noch hängig ist ein Aufsichtsverfahren gegen Wolff bei Statthalter Mathis Kläntschi (Grüne). Kläntschi will herausfinden, ob Besetzer regelmässig gegen das Gesetz verstossen haben, ohne dass etwas dagegen unternommen wurde. Wolff hat noch bis Ende Oktober Zeit die Fragen von Kläntschi zu beantworten, wie dieser auf Anfrage sagte.

Ein grosser Teil des Koch-Areals in Albisrieden ist seit mehreren Jahren besetzt. Immer wieder veranstalten die Bewohner auf dem Gelände Konzerte und Partys. Anwohner fühlten sich dadurch zunehmend gestört.

Seit Anfang Oktober gelten auf dem Koch-Areal neue Regeln bezüglich Veranstaltungen. Seither sind die Klagen aus der Nachbarschaft gemäss Angaben des Zürcher Sicherheitsdepartements verstummt.

Die Stadt Zürich hat das Areal im Jahr 2013 der UBS für 70,2 Millionen Franken abgekauft. Auf dem Gelände, das in den Quartieren Altstetten und Albisrieden liegt, sollen dereinst ein Gewerbehaus, gemeinnützige Wohnungen sowie ein öffentlicher Park entstehen.

(gin/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Maria B. 28.10.2016 15:13
    Highlight Highlight Schon unverständlich genug, wenn ein Polizeichef, der vom Korps eh nie sonderlich geschätzt und daher kaum als komplett vertrauenswürdig eingestuft wurde, seine beiden Söhne in der Besetzer- und Revoluzzerszene wiederfindet.

    Daher wohl auch seine konstanten Skrupel gegen die früheren illegalen Besetzungen, wie vor Allem auch gegen das berüchtigte Kochareal vorzugehen.

    Hätte man ihm nun das Dossier nicht endlich entzogen, würden die unterschwelligen Korruptionsvorwürfe bzw. solche der Begünstigung wohl kaum verstummen.

    Wurde auch höchste Zeit, dass er nun notgedrungen ins Ausstand trat ;-)!
    • Maria B. 28.10.2016 23:51
      Highlight Highlight Einfach köstlich, wenn man sieht, wie die offenbar auch hier vertretene junge Revoluzzergarde, vor Allem aber die linientreuen Ultralinken ihre liebe Mühe mit anerkannten Wahrheiten haben :-))!

      Mein Rat : einfach news von TeleZüri gucken, wo sowohl Stadtpräsidentin Corine Mauch, wie sogar der SP-Co-Chef Marco Denoth, unverblümt Kritik an Wolff üben, während er selbst "falsche Einschätzung" zugibt.

  • PenPen 28.10.2016 14:05
    Highlight Highlight Finde den Fehler:
    Auf Watson werden Wolff-Kritische Kommentare eher gutgeheissen, sogar ziemlich deutlich.
    Auf Blick.ch, mit eher Stammtischklopfenden Lesern, werden die Wolff-Kritischen Kommentare deutlich ge-disliked.

    #bot
  • Fairness_3 28.10.2016 11:54
    Highlight Highlight Viel zu spät Herr Wolff. Es war schon längstens bekannt, dass seine Söhne keine Unschuldslämmer sind und in der linksalternativen Szene auch schon in Auseinandersetzungen beteiligt waren.
    • redeye70 28.10.2016 18:58
      Highlight Highlight Warum so zögerlich? Sprechen wir doch mal deutlich und nennen es linksextreme Szene. Oder der rote Haufen? Bei Rechtsextremen geht es doch auch. Diese Befangenheit politisch Linksstehender fällt auf. Wenn man sich mit Leuten beider Spektren unterhält, unterscheiden sie sich nur ideologisch. In Radikalität und latenter Gewaltbereitschaft gibt es keine.
  • Mafi 28.10.2016 10:07
    Highlight Highlight Sehr korrekt. Finde ich gut 🙋

Offen gesagt

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Ab heute sind weitestgehende Lockerungen der Anti-Corona-Massnahmen in Kraft. Es beginnt der Tanz mit dem Virus. Für die Schweiz wird der bevorzugte Stil der Eiertanz sein.

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