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SVP - Nationalraetin Natalie Rickli strahlt nach ihrer Wahl an der SVP - Delegiertenversammlung im Hotel Roessli in Illnau ZH) am Dienstag, 11. September 2018. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Natalie Rickli strahlt nach ihrer Wahl an der Delegiertenversammlung im Hotel Roessli in Illnau.  Bild: KEYSTONE

Sexistischer Angriff gescheitert – SVP schickt Natalie Rickli ins Regierungsratsrennen



Die Zürcher SVP setzt auf die bekannte Nationalrätin Natalie Rickli: Die Partei schickt die 41-Jährige gemeinsam mit dem bisherigen Finanzdirektor Ernst Stocker in den Regierungsratswahlkampf.

Die Delegierten der SVP nominierten Rickli am Dienstagabend an einer ausserordentlichen Versammlung in Illnau: Sie entschieden sich in einer offenen Wahl klar für die Winterthurerin, die 244 Stimmen erhielt. Der zweite mögliche Kandidat, der 53-jährige Berufsmilitär und Kantonsrat Christian Lucek aus Dänikon, blieb mit 53 Stimmen chancenlos.

Kantonsrat Christian Lucek spricht an der SVP - Delegiertenversammlung im Hotel Roessli in Illnau ZH) am Dienstag, 11. September 2018. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Christian Lucek hatte gegen Natalie Rickli keine Chance. Bild: KEYSTONE

Die Delegierten zeigten sich dabei überzeugt, dass es der SVP mit Rickli gelingen wird, den nach dem angekündigten Rücktritt von Baudirektor Markus Kägi freiwerdenden Sitz verteidigen zu können.

Rickli: «Zusammen für mehr SVP»

Rickli will sich nach ihrer Tätigkeit in kommunalem, kantonalem und nationalem Parlament nun in der Exekutive einsetzen: «Ich will an Lösungen mitschaffen», sagte die 41-Jährige zu den Delegierten. Sie bringe etwa ein Netzwerk in Bern mit, das gerade für grosse Zürcher Verkehrsprojekte wichtig sei. Sie stellte ihre Vorstellung unter das Motto «zusammen für mehr SVP».

SVP - Nationalraetin Natalie Rickli, links, und Kantonsrat Christian Lucek, rechts, an der SVP - Delegiertenversammlung im Hotel Roessli in Illnau ZH) am Dienstag, 11. September 2018. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Beste Freunde werden sie wahrscheinlich nicht mehr: Natalie Rickli und Christian Lucek am Dienstag in Illnau.  Bild: KEYSTONE

Die SVP müsse ihren besten Trumpf spielen, sagte ein Delegierter. Denn es gelte, auch Stimmen von Nicht-SVP-Mitgliedern zu holen, dazu brauche es einen gewissen Bekanntheitsgrad. Die Delegierten lobten Ricklis politische verlässliche Arbeit.

Lucek scheiterte nicht nur an seiner vergleichsweisen Unbekanntheit. Er stolperte auch über eine Mail, die er an Parteifreunde gesandt hatte – darin hatte er unter anderem die Frage aufgeworfen, ob gleich vier Frauen der Regierung gut täten. Lucek zeigte sich enttäuscht, dass das private Mail an die Medien gelangt sei und bezeichnete es im Rückblick als Fehler.

Als «verbrannt» bezeichnete Nationalrat Alfred Heer deshalb den Kandidaten Lucek: Er wisse nicht, wie man nach dieser Mail einen Wahlkampf gestalten sollte. Es gelte mit dem Kandidaten ins Rennen zu steigen, der gewählt werde und der gut sei. Für die Delegierten der SVP war die Wahl klar.

Rickli wird mit Ernst Stocker ein Zweier-Ticket bilden. Stocker versprach, sich weiter für einen starken und bürgerlichen Kanton Zürich und einen gesunden Finanzhaushalt einzusetzen. Er wurde von den Delegierten ohne Gegenstimme nominiert.

Alfred Heer, Praesident GPK-N, spricht waehrend einer Medienkonferenz am Donnerstag, 19. Mai 2016 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Alfred Heer: «Lucek ist verbrannt.»  Bild: KEYSTONE

Ein grosses Gerangel zeichnet sich ab

Der erste Wahlgang für die sieben Zürcher Regierungsratssitze findet am 24. März 2019 statt. Bei der SVP tritt Baudirektor Markus Kägi nicht mehr an, bei der FDP verzichtet Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger auf eine erneute Kandidatur.

Wie die SVP, die nun mit dem Duo Stocker/Rickli antritt, will auch die FDP ihren freiwerdenden zweiten Sitz halten. Mit wem, das ist noch offen – bei den Freisinnigen stehen drei Kantonsräte zur Auswahl. Die SP geht derweil mit ihren beiden bisherigen Regierungsräten ins Rennen, die CVP mit ihrer Regierungsrätin.

Im Wahlkampf werden auch EDU, EVP, BDP, GLP, Grüne und AL mit je einer Kandidatin oder einem Kandidaten mitmischen: Sie versuchen, neu einen Sitz im Regierungsrat zu erobern – oder zumindest viel Aufmerksamkeit für die gleichzeitig stattfindenden Kantonsratswahlen zu generieren. (sda)

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pigeldi 12.09.2018 07:12
    Highlight Highlight Über was die 2 wohl gequasselt haben am tisch? War sicher lustig!
  • Sonnenfeld28 12.09.2018 01:33
    Highlight Highlight Wie kann eine Person die schon mit einem nebenamtlichen Amt ein Burnout erleidet ein Regierungsamt ausüben? Schön aussehen reicht dafür nicht.
  • ThePower 12.09.2018 00:56
    Highlight Highlight Phuu, was für eine Erleichterung.Danke Watson, jetzt kann ich beruhigt schlafen gehen😌
  • Joe Smith 11.09.2018 23:21
    Highlight Highlight Der Trump-Effekt: Seit Trump gelten plötzlich John McCain und G.W. Bush als moderat und friedliebend. Nach Lucek gilt plötzlich Natalie Rickli als moderat und fortschrittlich. Besser hätte das keine PR-Agentur einfädeln können.
  • Lew Bronstein 11.09.2018 23:19
    Highlight Highlight Müssen sich Berufsmilitärs eigentlich nicht mehr sauber rasieren? Wird denn da kein Wattetest mehr gemacht?
  • Mutzli 11.09.2018 23:19
    Highlight Highlight “Für die Delegierten der SVP war die Wahl klar.“

    Na ja, finde es da doch ziemlich bedenklich/bezeichnend, dass Lucek trotz seinem katastrophalen Verhalten trotzdem 53 von gut 309 Stimmen erhielt...
  • Toni.Stark 11.09.2018 23:10
    Highlight Highlight Na also mit S.ismus hatte es nichts zu tun, sondern ganz logische Fragestellungen. Sonst ist eine Quote übrigens auch S.ismus par excellence, denn da würde man schlicht gewählt oder nicht aufgrund des Geschlechtes...
  • bytheway 11.09.2018 23:10
    Highlight Highlight Wie ist denn nun eigentlich Nalies Zivilstand?
    • olmabrotwurschtmitbürli 12.09.2018 00:01
      Highlight Highlight Das geht uns nichts an.
    • Homer Ilias Odyssee 12.09.2018 08:19
      Highlight Highlight sie gehört zur svp also geht das uns nicht an. sie heisst nicht shaKiri oder xhaka :) oder das neue Thema der schweiz LARA BEHRAMI GUT
  • el heinzo 11.09.2018 23:07
    Highlight Highlight „Verbrannt“. Das muss man erst mal wegstecken. Und das komplette Eigenverschulden macht es bestimmt kein bisschen angenehmer. Andererseits, immerhin hatte er seine 15 Minuten des Ruhms.
  • goldmandli 11.09.2018 22:56
    Highlight Highlight Naja ob Pest oder Cholera 💁‍♂️
  • 2r music 11.09.2018 22:46
    Highlight Highlight Inzenierung

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Jedes Jahr im Dezember absolviert der Zürcher Gemeinderat einen Debatten-Marathon, der in der Schweizer Lokalpolitik seinesgleichen sucht: Das Parlament der grössten Schweizer Stadt befasst sich mit dem Budget für das kommende Jahr. 2018 rechnet die Regierung bei einem Ertrag von 8.781 Milliarden Franken mit Ausgaben von 8.822 Milliarden.

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