Schweiz
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Pilot and copilot fly the aircraft, pictured on May 1, 2013, in an aircraft of Swiss. Swiss, short for Swiss International Air Lines, flies from Zurich to Chicago and back. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Pilot und Kopilot fliegen das Flugzeug, aufgenommen am 1. Mai 2013 in einem Flugzeug der Swiss. Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss fliegt von Zuerich nach Chicago und zurueck. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Bild: KEYSTONE

Swiss hebt Zwei-Personen-Cockpit-Regel wieder auf



Die Fluggesellschaft Swiss hebt ab Mai die Zwei-Personen-Cockpit-Regel wieder auf. Eine Sicherheitsprüfung hat ergeben, dass sie eher zu neuen Gefahren als zu mehr Sicherheit führt. Dies teilte die Fluggesellschaft am Freitag mit.

Seit dem absichtlichen Germanwings-Absturz vor zwei Jahren mussten sich in den Cockpits der Flugzeuge der Lufthansa-Gruppe immer zwei Besatzungsmitglieder aufhalten. Damals machte sich ein Co-Pilot die Sicherheitsmassnahme zunutze, dass sich die Cockpit-Tür nur von innen öffnen lässt. Er sperrte den Piloten aus dem Cockpit aus und liess das Flugzeug abstürzen.

«Die Zwei-Personen-Cockpit-Regel wurde damals nach dem Unglück auf Basis einer Sicherheitsempfehlung der EASA als Sofortmassnahme eingeführt», sagte Karin Müller von der Swiss auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. In der Zwischenzeit wurde sie wie geplant überprüft.

Dabei stellte sich heraus, dass die Regel eine neue Gefahr birgt, da mit der Regelung die Cockpit-Türe länger und häufiger offen ist. Für Attentäter ist es damit leichter, ins Cockpit einzudringen.

Grössere Gefahr durch Attentäter

«Diese Risiken sind der Hauptgrund, wieso wir die Regel wieder abschaffen», sagte Karin Müller. Eine Gefahr von ausserhalb der Swiss – also durch einen Passagier oder einen Attentäter – sei um ein Vielfaches höher, als jene, die durch Mitarbeitende ausgehe, sagt sie. «Wir haben vollstes Vertrauen in unsere Piloten», ergänzt Müller.

Aus diesem Grund und in Absprache mit der Europäischen Agentur für Flugsicherheit hat sich die Swiss entschieden, die Regel wieder abzuschaffen. Die anderen Gesellschaften der Lufthansa-Gruppe tun es ihr gleich. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) unterstützt gemäss der Mitteilung den Entscheid der Swiss.

Psyche wird bei Anstellung getestet

«Ein Fall wie das Germanwings-Unglück ist sehr, sehr selten», sagte Müller. Die Piloten würden bereits bei der Einstellung auf ihre psychische Verfassung hin untersucht. Zudem gäbe es für Piloten psychologische Beratungs- und Unterstützungsprogramme, die sie bei Bedarf in Anspruch nehmen könnten.

Auf die erhöhte Gefahr betreffend der offenen Tür zum Cockpit wiesen seit Einführung der Zwei-Personen-Cockpit-Regel Aeropers, der Pilotenverband der Swiss, sowie die europäische Cockpit-Organisation hin. Sie forderten, die Regel abzuschaffen. Entsprechend begrüsst Aeropers den Entscheid.

Der Verband fordert jedoch, dass eine firmenunabhängige Gruppe gegründet wird, in welcher sich Piloten unter Gleichgesinnten mit gleichen Problemen austauschen können. «Wir sind derzeit daran, ein solches Angebot zu implementiere», sagte Müller. (nfr/sda)

Der Absturz von Germanwings 4U9525 in Frankreich

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