Schweiz
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Eines der ehemaligen Gammelhäuser im Zürcher Langstrassenquartier. In der kommenden Woche werden hier wieder Süchtige einziehen. Neu werden sie aber von der Stadt überwacht.

Eines der ehemaligen Gammelhäuser im Zürcher Langstrassenquartier. Bild: KEYSTONE

1,3 Millionen für 5 Jahre Elend – Mietwucherer zeigt vor Gericht wenig Reue

Über Jahre hat der Küsnachter Immobilieninvestor P.S. winzige Wohnungen im Zürcher Kreis 4 zu horrenden Preisen vermietet. Im Jahr 2015 beendete ein Grossaufgebot von über 100 Einsatzkräften das Treiben mit den als «Gammelhäuser» bekannt gewordenen Immobilien. Heute stand der Mietwucherer vor Gericht – und zeigte wenig Reue.



Schwarze Leder-Bootsschuhe, die grauen Haare nach hinten gegelt, die Lesebrille in den aufgeknüpften Ausschnitt seines Polohemds geklemmt: Auf den ersten Blick entspricht P.S.* ziemlich genau dem Klischee eines erfolgreichen Geschäftsmannes aus der Zürcher Goldküste. Im Wartesaal des Bezirksgerichts Zürich scherzt der Immobilienhai mit seinem Anwalt, er wirkt gelassen.

Der 53-Jährige hat gut lachen: Er kommt mit einem blauen Auge davon. Er und zwei weitere Angeklagte, der ehemalige Hauswart sowie eine frühere Verwalterin, gingen einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ein. Im abgekürzten Verfahren werden sie zu Freiheitsstrafen auf Bewährung verurteilt.

Was ist passiert?

Herbst 2015: Ein Grossaufgebot der Polizei mit über hundert Einsatzkräften sowie zwanzig Dolmetschern fährt bei drei Häusern im Zücher Langstrassenquartier vor. Die Liegenschaften sind völlig heruntergekommen, die Bewohner der Häuser sind grösstenteils Randständige und Drogenabhängige. Eines der Häuser, jenes an der Magnusstrasse, wird aber auch oft von auswärtigen Suchtkranke besucht: Sie nutzen die Treppenhäuser sowie die Etagentoiletten für ihren Konsum, als Nachtlager und als Abfalldeponie. Spritzen, Blut, Abfall und Exkremente säumen die Treppenhäuser.

ARCHIVBILD ZUM HEUTIGEN MEDIENRUNDGANG (SEHEN SIE DAZU DAS KEYSTONE-TAGESPRORGRAMM) DURCH DIE SANIERTEN HAEUSER AN DER NEUFRANKENGASSE, AM FREITAG, 12. JULI 2019 - Ein Wohnzimmer an der Zuercher Neufrankengasse am Mittwoch, 4. Januar 2017. Die als

Ein Wohnzimmer an der Zuercher Neufrankengasse am Mittwoch, 4. Januar 2017. Bild: KEYSTONE

Die kleinsten der Einzimmerwohnungen sind gerade mal 10 Quadratmeter gross, pro Etage steht ein Duschraum sowie eine Toilette zur Verfügung. Kühlschränke gibt es nur in Ausnahmefällen. In sämtlichen Liegenschaften gibt es keine einzige Waschmaschine.

Der Polizei und der Stadt Zürich waren die Zustände in den Häusern seit Längerem bekannt. Seit einigen Monaten wurde die Liegenschaft zudem überwacht. Am 23. Oktober folgte dann der Zugriff, drei Personen wurden festgenommen. Die Geschichte löste ein grosses Medienecho in der Schweiz aus, fortan waren die Liegenschaften als «Gammelhäuser» bekannt.

Wer ist der Vermieter?

Der Hauptverdächtige, P.S., wohnte zur Tatzeit an der Zürcher Goldküste. Er war als Immobilieninvestor tätig und kaufte die drei «Gammelhäuser» zwischen 2002 und 2010.

Dem angeklagten Mietwucherer waren die erbärmlichen Zustände seiner Häuser mehrheitlich egal. Er liess nur die dringendst nötigen Reparaturen vornehmen. Für seine Wohnungen liess er sich trotzdem fürstlich bezahlen: Über 1000 Franken verlangte er pro Einzimmerwohnung. Damit überstieg er den marktüblichen Mietzins um bis zu 170 Prozent. Die Mieten kassierte er oder eine der beiden Mitangeklagten in Bar, zum Teil auch unter Androhung, die Türschlösser auszuwechseln. In etlichen Fällen bezahlte das Sozialamt der Stadt Zürich die Miete.

Insgesamt belief sich der überhöhte Anteil der Mieteinnahmen im Tatzeitraum auf gut 750'000 Franken. Das sind durchschnittlich rund 12'500 Franken pro Monat.

ARCHIVBILD ZUM HEUTIGEN MEDIENRUNDGANG (SEHEN SIE DAZU DAS KEYSTONE-TAGESPRORGRAMM) DURCH DIE SANIERTEN HAEUSER AN DER NEUFRANKENGASSE, AM FREITAG, 12. JULI 2019 - Zigarettenstummel und Urinspuren an den Waenden im Treppenhaus an der Neufrankengasse 6 in Zuerich, aufgenommen am 20. Oktober 2015. Kantons- und Stadtpolizei Zuerich haben im Zuercher Kreis 4 eine Grossaktion gegen Mietzins-Wucher durchgefuehrt. Die Polizei befragte in drei Mehrfamilienhaeusern rund 120 Bewohnerinnen und Bewohner aus sozial schwaecheren Schichten. Der Hauseigentuemer sowie drei Mitarbeiter der Liegenschaftsverwaltung wurden verhaftet. (KEYSTONE/Dominic Steinmann)

Zigarettenstummel und Urinspuren an den Waenden im Treppenhaus an der Neufrankengasse 6 Bild: KEYSTONE

Was wird den Angeklagten vorgeworfen?

Den drei Angeklagten wird gewerbsmässiger Wucher, mehrfache Nötigung durch Gewalt und Androhung der Beschränkung der Handlungsfreiheit und Gehilfenschaft zu Betrug, Pfändungsbetrug und Steuerbetrug vorgeworfen.

Gemäss der Anklageschrift wiesen die Liegenschaften auch bauliche und gesundheitsgefährdende hygienische Mängel auf. So waren viele der Dusch- und Toilettenräume von grossflächigem Schimmel befallen und notorisch verstopft. Die Anklage kam deswegen zum Schluss, dass «die Mieter einer dauernden Gefährdung ihrer Gesundheit und Sicherheit ausgesetzt» waren.

Bei der Durchsuchung im Herbst 2015 wurden bei P. S. neben einem Goldbarren und 150'000 Euro in Bar auch knapp 1,3 Millionen Franken beschlagnahmt.

Wie fiel das Urteil aus?

Die Beschuldigten gingen bereits vor der Gerichtsverhandlung einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ein. Dies wirkte sich positiv auf das Strafmass aus, da sie sich in allen Punkten schuldig bekannten.

ARCHIVBILD ZUM HEUTIGEN MEDIENRUNDGANG (SEHEN SIE DAZU DAS KEYSTONE-TAGESPRORGRAMM) DURCH DIE SANIERTEN HAEUSER AN DER NEUFRANKENGASSE, AM FREITAG, 12. JULI 2019 - Die Polizei im Keller der Neufrankengasse 6 in Zuerich, aufgenommen am 20. Oktober 2015. Kantons- und Stadtpolizei Zuerich haben im Zuercher Kreis 4 eine Grossaktion gegen Mietzins-Wucher durchgefuehrt. Die Polizei befragte in drei Mehrfamilienhaeusern rund 120 Bewohnerinnen und Bewohner aus sozial schwaecheren Schichten. Der Hauseigentuemer sowie drei Mitarbeiter der Liegenschaftsverwaltung wurden verhaftet. (KEYSTONE/Dominic Steinmann)

Die Polizei im Keller der Neufrankengasse 6. Bild: KEYSTONE

Das Gericht akzeptierte den Deal und verurteilte den Hauptangeklagten zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Neben der Freiheitsstrafe auf Bewährung akzeptierte der Immobilienunternehmer auch verschiedene finanzielle Forderungen wie Rückzahlungen und Schadenersatzforderungen. Sollte von den rund 1,3 Millionen Franken, welche die Polizei bei dem Verurteilten beschlagnahmte, nach der Begleichung aller Forderungen noch etwas übrig bleiben, bekommt er es zurück.

Am Hungertuch nagen wird er allerdings so oder so nicht müssen: Er bezifferte sein Vermögen vor Gericht auf rund 30 bis 40 Millionen Franken. Der grösste Teil davon stecke über seine Immobilienfirma in Hotels, die er verpachtet habe. Das Urteil nahm P.S. reaktionslos zur Kenntnis.

Weniger gut dran sind die frühere Verwalterin und der ehemalige Hauswart der «Gammelhäuser». Die Verwalterin lebt unter anderem von einer Teil-IV-Rente, der Hauswart verlor gesundheitlich bedingt kürzlich seine Stelle. Die Verwalterin erhielt eine bedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten. Die bedingte Freiheitsstrafe für den Hauswart fiel mit 24 Monaten gleich hoch aus wie für den Hauptbeschuldigten.

Die Stadt Zürich hat die «Gammelhäuser» indes 2017 gekauft und umfassend saniert.

*Name der Redaktion bekannt / Mit Material der SDA

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52Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • nafets 02.07.2020 11:28
    Highlight Highlight so ziemlich fassungslos habe dieses Urteil soeben gelesen, ebenso die Unverfrorenheit des Angeklagten, das Urteil mit einem Lächeln entgegenzunehmen. Vorgängig einen Deal eingehen, sprich Geld zu bieten um dann ungeschoren, ja eine bedingte Strafe ist irgendwie ungeschoren davon zu kommen ist wirklich ein Affront. da wurden Menschen am Rande der Gesellschaft auf's übelste ausgenutzt und abgezockt, die Behörden haben lange Zeit tatenlos zugesehen und dafür gibt's einen Bedingten. weiss grad wirklich nicht, von wem ich mehr enttäuscht bin....
  • Nubia 02.07.2020 08:04
    Highlight Highlight wenn ich die Bilder sehe, Hallo dann muss ja uch gesagt werden jeder macht sein bett selber. Es gibt da ja auch viele Mieter werfen den Müll einfach in das Treppenhaus.
    Zudem wohn jeder freiwillig da es besteht kein muss.
  • Nubia 02.07.2020 08:01
    Highlight Highlight Geschäft ist Geschäft, Bei grossen Unternehmen wie Migros und Co ist es auch abzocke warum mischt sich da niemand ein was die Preise betrifft.
  • THEOne 02.07.2020 07:49
    Highlight Highlight das war zu erwarten, dass er damit davon kommt, das is nix neues.
    und das sozamt hat ihm jahrelang schön die zeche gezahlt, obwohl sie ganz genau wussten, was für drecksbuden das waren.
    ist im übrigen bei weitem nicht die einzige immobile, im langtrassenquartier gibts mehrere häuser in dem zustand und das sozamt zahlt bis heute immernoch schön die mieten
  • Stefan Morgenthaler-Müller 02.07.2020 07:08
    Highlight Highlight Wohnen sollte ein Grundrecht sein, denn jeder Mensch braucht ein Dach über dem Kopf. Wir haben Wohnen aber zu einem Geschäft gemacht, an dem sich Vermieter, Banken und Staat eine goldene Nase verdienen.

    Man verweist auf marktgerechte Mieten, hat die Immobilie aber vor 50 Jahren gekauft. Zahlt der Vermieter CHF 200 noch an Hypothek,muss der Mieter trotzdem CHF 3000 berappen.In Zürich ist so eine Miete gang und gäbe.

    Natürlich ist das alles kein Wucher, keine Abzocke, kein Ausnützen der öffentlichen Investitionen (z.B. wenn in der Nähe ein Bahnhof gebaut wird, steigt der Immobilienpreis), usw.
  • Therealmonti 02.07.2020 05:36
    Highlight Highlight Eine Schande von A-Z. Nicht zuletzt auch der Deal der Staatsanwaltschaft mit dem Immobilienhai. Die Verwalterin und der Hauswart sind wohl zumindest teilweise auch Opfer dieses Typen. Nähme mich wunder, wie P.S mit vollem Namen heisst.
  • Demetria 02.07.2020 01:04
    Highlight Highlight Seien wir doch ehrlich: Gammelhäuser gibt es zu Hauf und Wuchermieten auch. Da wurde doch nur eingeschritten, weil die Drogensüchtigen der Polizei ein Dorn im Auge waren. Wären da Familien drin gewesen hätts kein Schwein gestört. Hab in Bern in einem Haus ohne Heizung gelebt. Unter mir war eine Familie mit zwei Kindern drin. Hat nie jemanden gekümmert, In der reichen Schweiz gibt es ja keine Armut.
  • Walter Hechtler 02.07.2020 00:49
    Highlight Highlight Wer es nicht so macht wie dieser typ der hat halt finanziell verloren im Leben.
  • Dragonlord 01.07.2020 22:57
    Highlight Highlight Ich habe heute Morgen noch auf ein hartes und faires Urteil gehofft. Ich bin sehr enttäuscht.
    Ďem Täter ist diese Rückzahlung doch sowas von egal, hat er doch schon 32 Mio. für die 3 Häuser erhalten: https://www.srf.ch/news/regional/zuerich-schaffhausen/neues-wohnangebot-in-zuerich-vom-gammelhaus-zur-ueberwachten-sozialliegenschaft

    Traurig, wie unfair hier gehandelt und verurteilt wird. Das soll im Namen des Volkes sein?

    Die Politik soll endlich mal handeln, das hier war und ist kein Einzelfall!
  • Myk38 01.07.2020 21:36
    Highlight Highlight "Die Mieten kassierte er in Bar. In etlichen Fällen bezahlte das Sozialamt der Stadt Zürich die Miete."

    Das Sozialamt wir kaum in Bar bezahlen.
    Es ist zwar verwerflich aber solange der Kanton (Sozialamt) da mitspielt, nicht sein Problem.
  • N. Y. P. 01.07.2020 21:14
    Highlight Highlight Er muss nicht ins Gefängnis.

    Und er gibt rund 1 Million von seinen 40 Millionen ab.

    Momoll, unsere Justiz hat hart durchgegriffen.

    Unsere Gesetze sind für die BONZEN.
  • Telomerase 01.07.2020 21:14
    Highlight Highlight Haha, und das Beste ist wohl, dass Rotgrün Zürich ihm die Gammelhütten abgekauft hat.
  • Töfflifahrer 01.07.2020 19:56
    Highlight Highlight Gleiches Recht für alle also. Ja ja wenn man hat, kann man sich freikaufen.
  • Gorgol 01.07.2020 19:52
    Highlight Highlight Das ist jetzt also einer dieser Sozialschmarotzer die gemäss SVP und Konsorten Zuwenig hart angepackt werden?

    Ach nein, das sind "clevere" Geschäftsmänner, die ihre Chancen nutzen. Da hab ich wohl was durcheinander gebracht...
  • Firefly 01.07.2020 19:27
    Highlight Highlight So wird Egoismus gefördert... genau so.
  • Bildung & Aufklärung 01.07.2020 19:17
    Highlight Highlight Mit dem Geld, was wir Steuerzahler/Staat an raffgierige, skrupellose, bösartige Immobilienbesitzende und Abzocker schon ausgeschüttet haben, damit die Menschen in Not nicht unter der Brücke, sondern einfach im gammligen, widerlichen Loch leben, hätte man LÄÄÄÄNGST schweizweit weit mehr als genügend Sozialbauten und-Wohnungen erstellt.

    Die Menschen könnten in Würde leben, kämen vieeeel eher wieder auf die Beine und klar (auch = weniger Kriminalität), reiche Kriminelle würden nicht unsere Steuergelder abzocken und wir würden hätten und würden auch noch sehr viel Geld sparen...

    BRAVO, LÄUFT !
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 01.07.2020 21:57
      Highlight Highlight Was glaubst du, wieso die Politik in der Schweiz so am Föderalismus festklammert?
  • Bildung & Aufklärung 01.07.2020 19:13
    Highlight Highlight Übrigens, das ist gängige Praxis in der ganzen Schweiz.

    Obdachlose, Menschen in bitterster Not etc. müssen in den abgef***esten und abgewi***esten Dreckslöchern leben und die eiskalten Immo-Besitzenden nutzen die Not eiskalt aus und verlagen, wann immer kantonal möglich, das Maximum von 1'100.- welche das Sozialamt maximal für die Miete übernimmt.

    Die, welche nicht aufs SOZ wollen/können, bezahlen das Loch selbst.

    Das ist seit JAHRZEHNTEN(!!!) bekannt, die 'rechte' und 'wirtschafts' Fraktion findets super, verteidigt genau diese menschenverachtende Wucherpraktik und sahnt selbst ab!
    • Telomerase 01.07.2020 21:16
      Highlight Highlight Ich weiss nicht welche 'rechte Wirtschaftsfraktion' in der Stadt Zürich im letzten Jahrzehnt jemals was zu melden hatte. Du bringst da was durcheinander.
    • Demetria 02.07.2020 01:13
      Highlight Highlight Am Infoabend der Sozialhilfe hat man uns gesagt, dass niemand das Recht habe die Wohung zu wechseln, oder eine bessere Wohnung zu verlangen, weil wir unsere Wohungen ja selbst gewählt hätten. Natürlich ein perverses Argument. Die working poors "wählen" solche Löcher um mit dem mageren Lohn nicht in die Sozialhilfe abzurutschen, nicht weil leben ohne heisses Wasser oder Heizung so schön ist.
  • Bildung & Aufklärung 01.07.2020 19:09
    Highlight Highlight "Rechtsstaat", thihihi...

    Da macht einer fast Millionen (ob alles vor Gericht genau deklariert und angegeben wurde ist extrem zu bezweifeln) in dem er:

    1. die Allerallerschwächsten und ihre bitterste Not gnadenlos und skrupellos ausnutzt und sie in reinsten Löchern dahingammeln lässt und

    2. in dem er uns/den Staat um die erwähnten Millionen Steuergeld betrügt und 'beraubt', in dem die bösartigen Wuchermieten, maximal möglich hoch angesetzt, das Sozialamt trägt.

    = bedingts Ströfli.

    Da könnte ich wieder meine ganzen geilen Gemüse-Fajitas von vorher im dicken Strahl rausreihern!
    • Telomerase 01.07.2020 21:26
      Highlight Highlight Das Sozialamt ist sicher so unterbesetzt und -finanziert, dass man keine Kontrollaufgabe erwarten könnte...
  • FrancoL 01.07.2020 18:53
    Highlight Highlight Stossend scheint mir dass der Hauswart und der Eigentümer die gleiche Strafe aufgebrummt bekommen haben. Stossend finde ich auch dass die Strafen auf Bewährung sind.

    Da ist wenig Abschreckpotential dahinter. Dass die Miete der Einzimmerwohnung in dem katastrophal Zustand nur als um 70% überhöht taxiert wurde, zeigt dass da der Gutachter wohl auch auf einem Auge blind ist.
    Anhand der damals veröffentlichten Fotos der Sanitären Anlagen und alleine schon das Treppenhaus betrachtend würde da eine grössere Überhöhung resultieren.
    • Bildung & Aufklärung 01.07.2020 19:21
      Highlight Highlight Der Hauswart war halt der kleine 'Typ/Schläger fürs Grobe, die kann man viel leichter angehen, als dutzende Millionen schwere Immoheinis.

      Wie fast immer. Je 'kleiner' und schutzloser, desto härter greifen die Gerichte durch.

      Das ist eben ein, soweit fast perfekter, Rechtsstaat. ALLE sind vor dem Gesetz GENAU GLEICH.

      Justizia hat die Augen ja verbunden...

      Und ja, das mit den 70% ist eine weitere Frechheit. Regt mich echt so auf, man sollte diese schamlosen Leute/Gutachter mal nur schon einen Monat in solchen widerlichen Löchern hausen lassen, dann wärs IM NU 95-99% überhöht taxiert.

    • who cares? 02.07.2020 07:04
      Highlight Highlight Steht doch um 170% überhöht? Aber ja, das Urteil ist ein Witz.
    • PeteZahad 02.07.2020 08:29
      Highlight Highlight @Bildung & Aufklärung
      Du weisst schon, dass man auch über 100% überhöhen kann 😉
  • insert_brain_here 01.07.2020 18:51
    Highlight Highlight Ergänzung: „Der grösste Teil davon stecke über seine Immobilienfirma in Hotels, die er verpachtet habe.“ Klar, ich wette die „Hotels“ befinden sich in ähnlichem Zustand und die Zimmer werden jeweils für 90 Tage an weibliche „Touristinnen“ vermietet...
    • FrancoL 01.07.2020 18:56
      Highlight Highlight Hast Du etwas gegen weibliche Touristinnen?
    • AdiB 01.07.2020 19:08
      Highlight Highlight @franco, er will eher damit sagen dass die hotels studios für prostituierte sind. 90 tage, solange dürfen sie am stück sich in der schweiz ohne aufenthaltsrecht sich aufhalten.
    • FrancoL 01.07.2020 19:19
      Highlight Highlight Ich habe dies sogar verstanden, verstehe nur nicht wieso man dies geisseln muss, ich Kanne an der Storchengasse Appartements die an Geschäftskunden für eine kurze Geschäfte vermietet werden, da sind die Preise horrend und da wird auch nicht mit dem Finger draufgezeigt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Garp 01.07.2020 18:47
    Highlight Highlight Das Urteil ist lächerlich! Ich bin nicht überrascht, aber enttäuscht!
  • insert_brain_here 01.07.2020 18:39
    Highlight Highlight Klar zeigt der keine Reue, die bedingte Gefängnisstrafe hat nicht die geringste Auswirkung auf sein Leben und unter dem Strich hat er immernoch satt verdient.
  • Le_Urmel 01.07.2020 18:36
    Highlight Highlight Die Grossen kommen fast ungeschoren davon, während die Kleinen ihre Existenz verlieren


    Business as usual


    • ein bekiffter Holländer 01.07.2020 20:25
      Highlight Highlight Ich würde nicht so denken. Das ist Selbstmitleid. Und diese ist eigentlich immer falsch ich nd sogar schädlich.
  • Bosshard Matthias 01.07.2020 18:31
    Highlight Highlight und das Sozi Amt zahlt einfach prüft nichts was passiert hier ... nichts!
    • Bildung & Aufklärung 01.07.2020 19:33
      Highlight Highlight Es interessiert sie schlicht nicht. (Sozialarbeitende mit Herz, welche wirklich helfen wollen, ausgenommen).

      Die wollen/sorgen sich, dass die Leute nicht obachlos ist, wenns dann die übelste Pissbude ist, zucken sie mit den Schultern und sagen: "Ja, immerhin hast ein Dach, das ist doch jetzt auch gut und schön und alles ist paletti, kann leider nichts mehr für dich tun"

      Habe es schon öfters erlebt, als ich hilflose Menschen begleitet/betreut habe. Ey die Löcher sind teilweise echt abartig...
      Und mitten unter uns/der City, unten ist vielleicht das gehobene Restaurant...
    • Asho 01.07.2020 21:06
      Highlight Highlight Das stimmt offensichtlich nicht: Im vorliegenden Fall haben die Sozialen Dienste der Stadt Zürich Anzeige erstattet.

      Menschen die Sozialhilfe beziehen werden nicht entmündigt, sie dürfen weiterhin selbstständig und ohne Kontrolle durch das Amt Verträge abschliessen. Es finden korrekterweise auch keine Hausbesuche statt, da dies tief in die persönliche Freiheit eingreiffen würde. Es ist daher nicht einfach, solche Missstände zu erkennen.

      Solange der Wohnungsmarkt in den Städten so stark ausgetrocknet bleibt, wird es weiterhin Vermieter geben, welche die Not der Schwächsten ausnutzen werden.
  • Tschowanni 01.07.2020 18:26
    Highlight Highlight Es ist schon fragwürdig wenn solche Vergehen mit einem solch lächerlichen Urtei geahndet werden. Schlussendlich hat es sich für den Beschuldigten immer noch ausbezahlt und andere könnten Angesichts der milden Strafe ebenso auf die Idee kommen. Wenn's um Bertug, Geld und ausnehmen anderer geht ist unsere Rechtssprechung einfach nur lächerlich.
  • RandomNicknameGenerator 01.07.2020 18:17
    Highlight Highlight Das ist jetzt aber ein Witz, oder?
    Ich hab immer gedacht, wir leben in einem Rechtsstaat? Aber scheinbar reicht ein dicker Geldbeutel...
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 01.07.2020 21:53
      Highlight Highlight Hast du gedacht? Nicht im Ernst, oder?

      Was glaubst du, wovon die Schweiz primär lebt? Von den Dienstleistungen, die Herr und Frau Schweizer erbringen? Oder doch von unzähligen ,undurchsichtigen "Kapitalgeschäften"? Der P.S. ist einer der kleinen Fische. Weit entfernt von einem Hai. Ein Bauernopfer. Die wahren Haie lässt man durch die Netze gehen. Ja, so ist das hier in der oberflächlich sauberen Schweiz.
  • Ehrenmann 01.07.2020 18:10
    Highlight Highlight Möchte ja nicht wissen, wie viel die Stadt Zürich noch für diese Gammelhäuser an der Langstrasse bezahlt hat.
    Wohl mehr als die 1.3 Millionen die wohl futsch sind...
    • Dennis Andrew Frasch 01.07.2020 18:26
      Highlight Highlight 32 Millionen.
    • FrancoL 01.07.2020 19:15
      Highlight Highlight Es verliert niemand Geld den die Rendite wir immer noch bei 1,5% sein, also kein Verlustgeschäft, wenn man die Häuser gut bewirtschaftet und nicht morgen abstossen muss, was wohl kaum der Fall sein wird. Da gibt es weit weniger lukrative Geschäfte, die der Kanton eingeht.
    • sowhat 01.07.2020 19:36
      Highlight Highlight Pepe. Hier ich schenk dir ein Komma,.,
      Wo möchtest dus haben? Vor oder nach "NICHT"
      Es macht den Sinnunterschied.
      😉
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