Schweiz
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Der Zuercher Regierungsrat Mario Fehr orientiert an einer Medienkonferenz in Zuerich am Mittwoch, 23. September 2015, ueber aktuelle Entwicklungen im Asylbereich. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Mario Fehr: Der Zürcher SP-Regierungsrat steht nach der Veröffentlichung eines Artikels in einer Onlinezeitung in der Kritik. Bild: KEYSTONE

«Habe einen Schlag verspürt»: Mario Fehr spricht im Kantonsrat über die Bierdusche



Heute Morgen stand im Zürcher Kantonsrat die Bierdusch-Affäre um Mario Fehr zur Debatte. Dabei äusserte sich der SP-Regierungsrat erstmals dazu, seit das Onlinemagazin «Republik» vergangene Woche harsche Kritik an ihm übte. 

Die Alternative Liste (AL) reichte im Kantonsrat eine schriftliche Anfrage ein und wollte genau wissen, «wie sich das Ganze ereignet hat».

Er habe «einen Schlag verspürt», sagte Fehr heute Morgen über den Vorfall der mittlerweile ein Jahr zurückliegt. Er sei von «Kopf bis zur Hose» nass gewesen, jemand habe ihm nach dem Spiel des FC Winterthur einen Becher Bier über den Kopf geschüttet. Dies berichtet der Tages-Anzeiger

Auf Anraten der Kapo gehandelt

Fehr meinte heute Morgen, er habe lange gezögert, bis er Strafanzeige eingereicht habe. Es sei die Kantonspolizei gewesen, die ihn zu diesem Schritt geraten habe. Als Sicherheitsdirektor ist Fehr deren oberster Chef.

Der SP-Regierungsrat bezeichnete den Angriff als «mittelalterliches Stammesritual», welches ihm fremd sei, «auch wenn es von Journalisten offenbar goutiert wird.»

Den implizierten Vorwurf des Amtsmissbrauches wies Fehr von sich. Die Polizei hätte auch bei einer normalen Privatperson die gleichen Ermittlungshandlungen vorgenommen.

Fehr zog die Anzeige gegen den Angreifer, welcher der Sohn einer gewählten SP-Magistratin ist, zurück. Dies nachdem sich der Bierduscher bei ihm entschuldigt und 30 Franken für die Anzugsreinigung überreicht hatte. Fehr: «Ich wollte den beruflichen Werdegang eines jungen Mannes nicht durch ein Strafverfahren gefährden.»

SVP erzürnt

Dies erzürnte jedoch anwesenden SVP-Mitglieder im Kantonsrat. Man sei nicht der Auffassung, dass man Bierduschen einfach so hinnehmen müsse, so Fraktionschef Jürg Trachsel. Eine Strafanzeige sei deshalb schon «okay». Der Rückzug der Anzeige «gegen den verzogenen Sohn einer Couleurschwester und Gesinnungsgenossin» sei jedoch «Säuhäfeli-Säudeckeli-Verhalten in Reinkultur». (cma)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Lord_Mort 24.04.2018 09:44
    Highlight Highlight Der Rückzug der Anzeige «gegen den verzogenen Sohn einer Couleurschwester und Gesinnungsgenossin» sei jedoch «Säuhäfeli-Säudeckeli-Verhalten in Reinkultur». Da kennt sich die SVP ja aus. Wie war das nochmal mit Amadruz und Guy Parmelin? Im Gegensatz zu einer Bierdusche, ist mit 2 Promille Auto fahren aber ja nicht so schlimm.
  • philosophund 24.04.2018 00:05
    Highlight Highlight «einen Schlag verspürt»: ja, so ein Bierschaum kann gewaltige Kräfte freilegen...
    • Mia_san_mia 24.04.2018 05:58
      Highlight Highlight Ja das habe ich auch gedacht 😂
  • Kueschi 23.04.2018 23:48
    Highlight Highlight Schade verlinkt ihr den Republik Artikel nicht, finde ihn absolut lesenswert. Darf ich es? Falls ihr oder die Republik das nicht wollt, entschuldigt, sonst: https://www.republik.ch/2018/04/20/majestaetsbeleidigung
  • TimK 23.04.2018 22:42
    Highlight Highlight Die volle Ladung Bier ist schon sehr böswillig. Bei der Entschuldigung und Reinigung belassen recht cool.
  • Mrlukluk 23.04.2018 20:12
    Highlight Highlight Vergebung ist mehr wert als Bestrafung
  • FloW96 23.04.2018 18:39
    Highlight Highlight Ich sehe das Problem nicht ganz.... Ich persönlich hätte vermutlich nur geflucht und gar keine Strafanzeige gemacht, aber das kann jeder für sich entscheiden... Nach einer Entschuldigung jedoch diese zurückzuziehen empfinde ich jedoch als vernünftig. Das die SVP dann plötzlich ihre Prinzipien verrät ("möglichst wenig staatliche Handlungen", "Untereinander regeln, ohne Bürokratie") empfinde ich dann doch eher als bedwnklich
  • Blutgrätscher 23.04.2018 18:15
    Highlight Highlight «gegen den verzogenen Sohn einer Couleurschwester und Gesinnungsgenossin[...]»
    ...dass muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, wie beleidigend und unhöflich man die Erziehung anderer kritisieren kann.
  • FrancoL 23.04.2018 17:57
    Highlight Highlight Will man nun die Geschichte wirklich weiter platt walzen? Ich finde die Anzeige von Mario Fehr machbar, aber sehr grenzwertig, vor allem wenn er dann diese nicht weiter zieht.
    Dass die SVP dann «Säuhäfeli-Säudeckeli-Verhalten in Reinkultur» schreit war zu erwarten, da dies bei der SVP eben ganz sicher NICHT vorkommt.
    Jetzt ist's ausgekotzt und wir können Mario Fehr seine Arbeit, die er gut macht, ungehindert machen lassen.
    • Watson=Propagandahuren 23.04.2018 19:05
      Highlight Highlight Hätte ich das gewusst dass man es anzeigen kann wenn man bei einem Match ein bisschen Bier abbekommt...
      Ah wahrscheinlich wird so eine Anzeige bei einem normalen, richtig arbeitenden Bürger gar nicht erst aufgenommen.
    • FrancoL 23.04.2018 21:42
      Highlight Highlight @Bullshit, man kann bei entsprechender Handlung Anzeige erstatten. Ob Bier oder Beschimpfung, bei Drohungen etc. Also das Rechtssystem nicht unnötig schlechter machen als es ist.
    • Scrj1945 23.04.2018 21:42
      Highlight Highlight Da könnte ich pro saisin 20 anzeigen aufgeben
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