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Studierende demonstrierten am Montag gegen die neue Disziplinarverordnung der Universität Zürich. bild: Kritische Politik an der Uni Zürich

Uni Zürich will Studierende mit bis zu 4000 Franken büssen – dagegen regt sich Widerstand

In ihrer neuen Disziplinarverordnung sieht die Universität Zürich vor, Vergehen seitens der Studentenschaft mit saftigen Bussen und gemeinnütziger Arbeit zu bestrafen. Dagegen wehren sich die Studierenden – und die Uni verteidigt sich.



Vergehen wie das Herstellen eines Plagiats, die Störung des schulischen Betriebs und allgemeine Verstösse gegen Vorschriften wurden an der Universität Zürich bisher mit Verweisen oder Suspendierungen bestraft. Neu kann die Hochschule auch Geldstrafen bis zu 4000 Franken und gemeinnützige Arbeit bis zu 40 Stunden verhängen. Studierende sind erbost und verlangen, dass die Universität die neue Regelung wieder über Bord kippt.

Doch der Reihe nach:

Was hat die Uni Zürich beschlossen?

Am 25. Mai dieses Jahres hat die Universität Zürich eine neue Disziplinarverordnung verabschiedet. In Kraft treten soll diese nach den Sommerferien am 1. September. Darin wird geregelt, wie Verstösse gegen die Regeln der Uni bestraft werden – die Verordnung stellt sozusagen ein eigenes Uni-Gesetz dar. Das ist vor allem darum notwendig, um der Universität Mittel zur Ahndung von wissenschaftlichem Fehlverhalten an die Hand zu geben. Studierende können, wie überall, nicht machen, was sie wollen.

Kern der Änderungen der neuen Disziplinarverordnung bilden folgende zwei Punkte:

Welche Vergehen könnten jetzt finanziell bestraft werden?

Im neuen Reglement werden Disziplinarverstösse, die finanziell bestraft werden können, so beschrieben:

Wieso regt sich dagegen Widerstand?

Es ist insbesondere dieser letzte Punkt, den die Studierenden kritisieren. Sie befürchten, dass nun rein theoretisch für jedes Vergehen gegen jede Vorschrift der Universität eine Geldstrafe erhoben werden kann.

Sascha Deboni vom Bündnis gegen Disziplin spricht gegenüber watson davon, dass nun die politische Freiheit der Studierenden mittels Geldstrafen bedroht werden könne. So nennt er als Beispiel die feministische Streikwoche vom letzten Jahr: Aktivistinnen und Aktivisten besetzten Räume der Universität und führten Informationsveranstaltungen durch. Deboni: «Mit dem neuen Reglement könnte jede Aktivistin und jeder Aktivist mit Geldbussen gestraft werden.»

«Die Uni muss aus unserer Perspektive ein Raum sein, der solche Bewegungen zulässt, ohne dass man Repression fürchten muss.»

Sascha Deboni vom «Bündnis gegen Disziplin»

Bis jetzt wurden solche politischen Aktivitäten nicht gross bestraft. Im schlimmsten Fall konnte die Universität Verweise verteilen – laut Deboni erfolgte dies aber höchst selten. Er findet: «Die Uni muss ein Raum sein, der solche Bewegungen zulässt, ohne dass man Repression fürchten muss.» Er betont, es gehe dem Bündnis nicht darum, schwerwiegende Verstösse wie Plagiate zu schützen. Sondern darum, völlig unverhältnismässige Strafen zu verhindern.

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«Bildung statt Zucht & Ordnung»: So lautet die Forderung der Studierenden. bild: zvg

Nebst dem Bündnis gegen Disziplin, in dem das feministische Hochschulkollektiv, der Klimastreik an den Hochschulen oder die kritischen Juristinnen und Juristen Zürich vertreten sind, wird die neue Verordnung auch vom Verband der Studierenden der Universität Zürich und der Juso kritisiert. Unterstützung erhalten die Studierenden zudem von der Zürcher SP Fraktion. Sie sind sich einig, das neue Reglement soll nicht eingeführt werden. Der Verband der Studierenden will nun sogar rechtliche Schritte einleiten, weil er der Ansicht ist, dass der Disziplinarstrafe eine hinreichende gesetzliche Grundlage fehlt.

Was sind die wichtigsten Kritikpunkte?

Insbesondere kritisiert wird die hohe Geldstrafe. Damit würde, in den Worten der SP, die Uni eine «Zweiklassenjustiz» begünstigen: Vermögende Studierende hätten mit den Geldstrafen kein Problem und würden bevorzugt, während die Existenz von weniger vermögenden Studierenden bedroht werden würde. Die bisherigen Mittel zur Sanktionierung von unwissenschaftlichen Arbeiten und sonstigen Verstössen seien ausreichend.

Weiterer Kritikpunkt ist, dass der Universitätsanwalt eigenmächtig und ohne Zustimmung der Disziplinarkommission Strafen von bis zu 40 gemeinnützigen Stunden und bis zu 1000 Franken aussprechen kann. Bisher wurden Strafen nur als Entscheid der ganzen Kommission ausgesprochen. Befürchtet werden willkürliche Entscheide.

Ein weiteres Problem sei, dass die Präzedenz nicht gross bekannt sei. Die Universität spreche von einem «notwendigen Sachzwang», lieferte dazu aber keine Zahlen. Warum ist diese Einführung der Geldstrafe notwendig? Reichen die bisherigen Strafen denn nicht aus? «Uns Studierenden fehlt eine Grundlage, einschätzen zu können, ob diese Revision notwendig ist oder nicht», so Deboni vom Bündnis gegen Disziplin.

Zuletzt bedauern die Studierenden, dass bei der Ausarbeitung der Verordnung die Position der Studierenden kaum berücksichtigt worden sei.

Was sagt die Uni dazu?

Laut der Universität Zürich soll die Geldstrafe nur als letztes aller Mittel verwendet werden. Rita Ziegler, Medienbeauftragte der Uni, spricht gegenüber watson davon, dass die Geldstrafe mehr als Alternative zu den gemeinnützigen Stunden gesehen werden soll. «Sie soll in der Regel erst zum Zuge kommen, wenn die anderen Sanktionen nicht greifen – etwa gemeinnützige Arbeitseinsätze. Die gemeinnützige Arbeit (bis zu 40 Stunden) ist eine wichtige Neuerung bei den Sanktionen und gilt bei Experten als die sozial sinnvollste. Es ist damit zu rechnen, dass sie – wie im vergleichbaren Jugendstrafrecht – häufig zum Einsatz kommen wird».

Des Weiteren spricht sie folgendes Problem an: «Ein fehlbarer Studierender, der mit dem Studium bereits fertig ist oder nicht mehr immatrikuliert ist, kann heute teilweise gar nicht sanktioniert werden. Eine Suspendierung ist in diesem Fall wirkungslos – nicht hingegen die gemeinnützige Arbeit oder eine Geldstrafe.»

«Es ist nicht davon auszugehen, dass die Existenz der weniger vermögenden Studierenden bedroht wird.»

Rita Ziegler, Medienbeauftragte der Universität Zürich

Den Vorwurf, dass die Geldstrafe eine Ungleichheit bei den vermögenden und weniger vermögenden Studierenden hervorrufe, weist Ziegler zurück. Im Reglement stehe, dass bei Geldleistungen die finanziellen Verhältnisse der angeschuldigten Person angemessen zu berücksichtigen seien. «Es ist also nicht davon auszugehen, dass die Existenz der weniger vermögenden Studierenden bedroht wird.»

Die Angst vor Bestrafungen politischer Aktivitäten sei nachvollziehbar. Jedoch sei dies gemäss Ziegler wirklich der letzte Grund, warum diese Geldstrafe eingeführt wurde. Sie sagt: «Politische Aktivitäten sind ein wichtiger Teil der Universität Zürich und wurden bislang, sofern sie den Unibetrieb nicht stören und nicht gegen geltendes Recht verstossen, weitgehend geduldet und nicht bestraft.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • hgehjvkoohgfdthj 17.07.2020 10:09
    Highlight Highlight Die Bologna Reform hat während der letzten 20 Jahre die Demokratisierung der Unis gestoppt, bzw. rückgängig gemacht. Offenbar wollten das auch die Studierenden so. Also, jetzt bitte nicht jammern.
  • Walter Hechtler 17.07.2020 00:25
    Highlight Highlight Ich Glaube die heutige Jugend braucht etwas mehr Zucht und Ordnung. Wir haben im moment genug Bildung auf der Welt. Cancel Kultur sei Dank.
  • Turnbeutelvergesser 16.07.2020 15:56
    Highlight Highlight Sieht nach einem Freifahrtschein für Interne und Reiche zum Betrügen aus. Gerade kürzlich wurde bekannt, wie ein Hchbezahlzer Herzchirurge Resultate schönte und der Whistleblower mehr ärger hat. Gleichzeitig steigt in letzter Zeit extrem die Anzahl Studenten, welche Kritik über die UZH äussern.
    • Hierundjetzt 16.07.2020 17:19
      Highlight Highlight Hat jetzt absolut keinen Zusammenhang. Aber ok. Bescheiss einfach nicht, dann zahlst Du nicht. Das Erkennen solcher Kausalitäten darf man von angehenden Akademikern hoffentlich noch knapp erwarten
    • Turnbeutelvergesser 17.07.2020 13:08
      Highlight Highlight Leider besteht hier deutlich mehr Zusammenhang. Dieser Chirurge stammt aus dem USZ, daher lief die Beschwerde auch über die UZH. Einige Artikelzeigen, wie wenig die Kontrollfunktionen griffen und genau für jene wäre es angenehm mit kleiner Busse den Fall abzuschliessen. Gemäss wer petztfliegt, der Betrüger zahlt kleinstbusse. Und ich will nicht bescheissen, sondern dass andere nicht einfach ein Freiticket kaufen können, insbesondere Angestellte.
  • CapD17 16.07.2020 15:42
    Highlight Highlight Ich finde den Punkt mit der politischen Freiheit irgendwie witzig. Gerade die Linke hat doch dafür gesorgt, dass an Universitäten politische Freiheit eben nicht mehr möglich ist.
  • Slender Man the Mohrenkopf 16.07.2020 15:29
    Highlight Highlight Nun, Studierende sind nicht in ihrer Privatwohnung sondern in einer Universität, sie haben dort weder Streiks noch Besetzungen oder ungenehmigte Infoveranstaltungen durchzuführen.
    Grundsätzlich ist das bereits genügend mit geltendem Recht abgedeckt, wenn die Unileitung nun einen eigenen Bussenkatalog erlässt und die Studierenden diesen bei Studiumbeginn akzeptieren, ist es zulässig.
    Studierende müssen begreifen, dass es nicht ihre Uni ist und sie sich an Regeln und Gesetze halten müssen.
  • pamayer 16.07.2020 15:05
    Highlight Highlight «Es ist nicht davon auszugehen, dass die Existenz der weniger vermögenden Studierenden bedroht wird.»

    Stimmt genau. Das, Geld wächst bekanntlich auf den Bäumen, oder bei weniger vermögenden Eltern von Studierenden im Gefrierfach.

    Nachzulesen in meiner Dissertation vom 23. 7. 2004 "Über das Wachstum von Geld"
  • insert_brain_here 16.07.2020 14:06
    Highlight Highlight Geldstrafen sind völlig daneben, für Studenten die sich ihr Studium selber finanzieren müssen können schon 200.- verheerend sein, während andere die Rechnung über 4000.- beiläufig den Eltern übergeben können.

    Was ich mich Frage wie es mit grundlegenden rechtlichen Prinzipien aussieht? Hat ein Student eine Rekursmöglichkeit? Anspruch auf rechtlichen Beistand, ggf. unentgeltlich? Auf welcher gesetzlichen Grundlage darf eine Universität jemanden mit Geldstrafen und Zwangsarbeit belegen?
    • Hierundjetzt 16.07.2020 14:34
      Highlight Highlight Wow. So viel Text mit sowenig Substanz

      Bescheiss einfach nicht.

      Dir ist die UZH zu schwer? Wenn interessierts, vielleicht ist Uni eben nicht das richtige. Dann geh an Low Budget Uni nach Deutschland geh Budget Wissen generieren in Freiburg oder Luzern mach was anspruchsvolles an einer FH oder FA, HF, HFP. Oder mach eine Lehre.

      Meine Güte, dass darf doch nicht wahr sein 🤦🏼‍♂️
    • Callao 16.07.2020 14:46
      Highlight Highlight Kein Vergehen = keine Konsequenzen!
      So einfach ist das!
    • pamayer 16.07.2020 15:08
      Highlight Highlight Falsch. Verstösse gegen die Hausordnung ist ein grosser Gummibegriff.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Henzo 16.07.2020 13:39
    Highlight Highlight Als ich noch Student war, hat der VCS (Vereinigung Chemiestudierender) die Professoren gefragt, ob Sie kurz was vortragen dürfen. War kein Problem. Weder für die Profs noch für die Studierenden.
    Aber wenn ich mir schon die Mühe mache um knapp 1.5 h pro Weg zu Pendeln und um 7:45 Uhr die erste Vorlesung anfängt, dann will ich auch was lernen. Unbewilligte Kundgebungen die die Vorlesung stören (welche mir beim Bestehen der Prüfungen halfen), will ich dann nicht haben. Ausserhalb der Vorlesungsräume ist mir sowas dann egal aber wenn der Unterricht gestört wird, bin ich mit Strafen einverstanden.
  • Hardy18 16.07.2020 13:22
    Highlight Highlight Da mein Kind auch in aller Ruhe studieren soll, sollte es auch dies dürfen. Unsere Familie ist nicht privilegiert und wir erhoffen uns, dass es dem Kinde mal besser geht.

    Wenn ich mir jetzt überlege das mein Kind eine Wichtige Prüfung vor sich hat und plötzlich kommen da ein paar Schnösel rein und fangen an, irgend'n Piss zu verbreiten und bringen dann die Studierenden durcheinander.
    Wir können uns keinen zweiten Lehrer leisten damit mein Kind nicht durch die Prüfung rasselt. Es muss möglich sein das man in Ruhe studieren und lernen darf, damit auch der schwächste Schüler eine Chance hat!
  • Callao 16.07.2020 12:58
    Highlight Highlight Für das Funktionieren einer Gesellschaft und eines Staates ist eben gerade die Disziplin entscheidend (z. B. Rechtssicherheit). Und zwar in jeglicher Hinsicht. Egal ob privat, in der Schule, unterwegs oder im Beruf.
    Erstaunt mich allerdings nicht, dass diese Erkenntnis bei den Damen und Herren Studierenden nicht auf fruchtbaren Boden fällt.
  • Hierundjetzt 16.07.2020 12:55
    Highlight Highlight Danke für den Lacher: Geldstrafen sind unfair, weil arme mehr belastet würden. In welcher Blase muss man leben um auf sowas peinliches zu kommen.

    Lerne. Und. Bescheiss. Nicht.

    Das man dies Ü20 noch sagen muss.
    *Jede* Schule der Schweiz (Fachhochschule, Uni, gesamter Tertiär B) so: ok, ist klar, logisch

    UZH: jääääh nein das ist sooo unfair, arme sollen günstig bescheissen können imfal.

    hä?
    • insert_brain_here 16.07.2020 14:10
      Highlight Highlight Geldstrafen sind auch für andere Vergehen als "Bescheissen" vorgesehen.
      Und in welcher Blase muss man leben um nicht zu erkennen, dass eine Geldbusse von 500.- für einige Menschen existenzbedrohend sein kann während andere selbst über 4000.- nur lachen können?
    • chrissy_dieb 16.07.2020 15:09
      Highlight Highlight Ich verstehe Ihr Punkt partiell; sicherlich ist es für einen Grossteil der Studenten schwer 500.- CHF zu stemmen.

      Aber im allgemeinen wird Bussgeld nicht daran festgemacht, was man verdient: Zuwiderhandeln beim Epidemiengesetz (sehr aktuell) wird mit bis zu 5000.- CHF gebüsst - unabhängig davon, ob Sie Student, IV Empfänger oder Milliardär sind.

      Wieviele Ihrer Kollegen mussten schon die 5000.- CHF zahlen? - Keiner, weil Sie alle in der Lage sind sich an (sinnvolle, transparente & daseinsberechtigte) Gesetze zu halten.
    • Slender Man the Mohrenkopf 16.07.2020 15:34
      Highlight Highlight @insert_brain_here
      Wer sich an die Regeln hält, hat nichts zu befürchten und ist in seiner Existenz auch nicht bedroht.
      Genau darum geht es bei den Bussen, es soll möglichst weh tun, damit man sich an Regeln hält, somit ist das Ziel erreicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • simiimi 16.07.2020 12:52
    Highlight Highlight Eine Universität ist kein Tummelplatz, der beliebig in Beschlag genommen werden darf, um irgendwelche Zwecke zu propagieren, so wie dies in den letzten Jahren zeitweise den Anschein machte. Dass die Uni Zürich nun die Werkzeuge kriegt, um dies auch durchzusetzen, ist völlig legitim.
    • The Destiny // Team Telegram 16.07.2020 14:49
      Highlight Highlight Genau, wenn man da so schaut was gerade in US Unis Trend ist, können diese Massnahmen gar nicht zu früh kommen.
    • insert_brain_here 16.07.2020 15:22
      Highlight Highlight An US-Unis war es in den 60er Trend gegen den Vietnamkrieg zu Demonstrieren, die getroffenen Massnahmen findest du sicher super.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Kent-State-Massaker
  • aglio e olio 16.07.2020 12:03
    Highlight Highlight M.M.n. sollte eine Universität keine repressive Law-and-Order Strategie fahren, aber dafür kritische, engagierte Geister heranbilden, bzw. dies unterstützen.
    • Slender Man the Mohrenkopf 16.07.2020 15:36
      Highlight Highlight @aglio e olio
      Die Aufgabe einer Universität ist es primär Wissen zu vermitteln. Deine Geisterbeschwörungen darf dann gerne ausserhalb des Unibetriebes statt finden.
  • Roger Rüebli 16.07.2020 12:03
    Highlight Highlight Ist eine Universität nicht primär ein Raum zum Studieren und Lernen?
  • John Henry Eden 16.07.2020 12:02
    Highlight Highlight Für den letzten Punkt sollte man als Strafe eine Berufslehre androhen. Das wäre die schlimmste Strafe für selbsternannte Helden der Freiheit und Toleranz. Klassendenken ist ihnen nämlich sehr wichtig. Schliesslich will man nicht als Heizungsmonteur, Maurer oder gar Strassenbauer enden.
  • freeLCT 16.07.2020 11:39
    Highlight Highlight Die Studierenden sollte dies vermutlich nicht so fest stören, wie deren Eltern. haha.
    • pamayer 16.07.2020 15:11
      Highlight Highlight Als Vater einer Studierender wären trotz 100% Job 4'000 eine Katastrophe. Punkt.
    • freeLCT 16.07.2020 16:26
      Highlight Highlight @pamayer:

      Glaub' mir, für mich auch. ;)
    • Yupidu 16.07.2020 21:15
      Highlight Highlight Pamayer: als Eltern ist man für die erste Ausbildung seiner Kinder gesetzlich verantwortlich. Busse gehören nicht dazu. Wenn volljähriger Nachwuchs Sch.... aufbaut, sollte er selber dazu stehen und zahlen
  • hund 16.07.2020 11:22
    Highlight Highlight «Politische Aktivitäten sind ein wichtiger Teil der Universität Zürich und wurden bislang, sofern sie den Unibetrieb nicht stören und nicht gegen geltendes Recht verstossen, weitgehend geduldet und nicht bestraft.»

    Interessant was für ein Geist an der Uni offenbar herrscht, wieso werden politische Aktivitäten nur geduldet und nicht willkommen geheissen wenn sie so wichtig sind?
    • Irene Adler 16.07.2020 12:20
      Highlight Highlight Ich komme aus einem Land, wo Politik und Religion (egal, welche) nichts in den Schulen zu suchen haben. Auch nicht an den Universitäten, Hochschulen...
    • hund 16.07.2020 12:49
      Highlight Highlight Dann erkennen Sie den Widerspruch in sich dieser Aussage vielleicht besser wenn Sie im zitierten Text "Politische Aktivitäten" mit "Ausländer" ersetzen und "Uni Zürich" mit "Schweiz"...

  • blueberry muffin 16.07.2020 11:14
    Highlight Highlight Interessanter wäre ja, wie wird die Unileitung zur Rechenschaft gezogen? Immerhin war sie der Superspreader in der Schweiz, als es 23 Fälle gab in der Schweiz kamen 10 davon aus einem Institut der Uni das die Unileitung zwangsöffnete nach dem es von der Institutsleitung geschlossen wurde. 2 Tage später wurde das Gebäude dann zwangsgeschlossen weil die Anzahl Fälle rasant anstieg.

    Wenn ca. die Hälfte der ersten Fälle auf die Uni zurück geht, muss man sich schon fragen warum das 0 Konsequenzen mit sich trägt.
  • Lienat 16.07.2020 11:12
    Highlight Highlight Also, wer heute noch ein Plagiat abliefert, gehört nicht gebüsst, sondern exmatrikuliert. Dem verwöhnten Millionärsschnösel sind 4000 Franken Busse nämlich ziemlich egal. Der wird vielleicht sogar die Rechnung machen, dass die Busse billiger ist als die Arbeitszeit, die er für die selbständige Erledigung Arbeit hätte aufwenden müssen.
    • Holunder 16.07.2020 12:13
      Highlight Highlight Nicht jeder Student ist ein verwöhnter Millionärsschnösel. Dass wir das einfach mal festgehalten haben. Da gibt es auch Leute die für ihren Lebensunterhalt selber aufkommen müssen.

      Und Plagiate werden von der Uni natürlich nicht akzeptiert und abgewiesen! Die Rechnung wie du sie vorrechnest geht also gar nicht auf...
    • SeboZh 16.07.2020 12:25
      Highlight Highlight Da wäre es ja bald halb leer an der HSG 😂
    • Lienat 16.07.2020 12:56
      Highlight Highlight Das mit dem Aufgehen der Rechnung kommt natürlich drauf an, ob man überhaupt erwischt wird. Wenn jemand z.B. 4x mit einem Plagiat durchkommt und erst beim fünften Mal erwischt wird, dann für diese eine Arbeit die Busse zahlt und die Arbeit nachbessern muss, dann ist das für einen hinreichen skrupellosen Menschen ein guter Deal.

      Dass nicht jeder Student ein Millionärsschnösel ist, ist eben genau das Problem: Für die einen ist eine Busse von 4000 Franken unbezahlbar, für andere ein Pappenstiel. Die Verhältnissmässigkeit der Strafe ist daher - wie auch bei Ordnungsbussen - nicht gegeben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • rüdhans 16.07.2020 11:11
    Highlight Highlight "Ein fehlbarer Studierender, der mit dem Studium bereits fertig ist oder nicht mehr immatrikuliert ist, kann heute teilweise gar nicht sanktioniert werden..."

    Also wenn jemand fertig oder nicht mehr immatrikuliert ist, dann ist er doch kein Studierender mehr, oder? Wieso sollte da die Uni ZH Bussen verteilen dürfen?

    Darf ich das jetzt auch, wenn ein Gast in meinem Haus sich nicht an meine Regeln hält? "Sooooo Hans-Ueli, ich ha gseit du söllsch d Füess abem Tisch tue. Jetzt muesch 30h go dr Rase mäiä..."
  • Stachanowist 16.07.2020 10:56
    Highlight Highlight «Die Uni muss aus unserer Perspektive ein Raum sein, die solche Bewegungen zulässt, ohne dass man Repression fürchten muss»

    Ist Herr Deboni auch dieser Meinung, wenn nicht Feministen, sondern z.B. Migrationsgegnerinnen die Räume besetzen und für ihre politischen Zwecke nutzen? Oder besitzen nur Menschen mit den 'richtigen' Meinungen das Besetz-Privileg?
    • just sayin' (beleidigende user werden ignoriert) 16.07.2020 13:35
      Highlight Highlight @Stachanowist

      "Ist Herr Deboni auch dieser Meinung, wenn nicht Feministen, sondern z.B. Migrationsgegnerinnen die Räume besetzen und für ihre politischen Zwecke nutzen? Oder besitzen nur Menschen mit den 'richtigen' Meinungen das Besetz-Privileg?"

      dies ist genau die richtige frage.
    • Ian Cognito 16.07.2020 15:03
      Highlight Highlight Geiler Name :)
      Aber deine Frage stellst du einem Strohmann. Natürlich soll das für Alle gelten für etwas anderes gibt es keine Hinweise. http://A
    • Stachanowist 16.07.2020 16:36
      Highlight Highlight @ Cognito

      Merci :)

      Ich hoffe, dass Sie mit dem Strohmann Recht haben. Meine Erfahrung mit dem Diskussionsklima an Unis ist jedoch eine andere. Politische Statements sind dort sehr willkommen, solange sie die weltanschaulich homogene Wohlfühl-Blase, in der viele Studierende und Dozierende leben, nicht stören. Weicht man davon ab, wird's oft unangenehm - egal, wie sachlich man argumentiert.

      Übrigens deutet dies seine Aussage bereits an: "*solche* Bewegungen" sollten geduldet werden, dies in Bezug auf die feministische Aktion. Aber evtl. interpretiere ich die Aussage ja falsch, hoffen wir es.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Shlomo 16.07.2020 10:30
    Highlight Highlight Unwissenschaftliches Verhalten sollte sowieso mit Exmatrikulation bestraft werden und eine Strafanzeige erstattet werden.
  • Hans der Dampfer 16.07.2020 10:11
    Highlight Highlight Ich bin für diese Regeln. Ich glaube den Studierenden ist nicht bewusst wer ihre (teure) Ausbildung bezahlt. Oder denken die wirklich das sie mit ihren Semestergebühren ihr Studium finanzieren? Wer es nötig hat zu mogeln sollte sich eh überlegen ob er / sie am richtigen Ort ist.
    • just sayin' (beleidigende user werden ignoriert) 16.07.2020 13:36
      Highlight Highlight @Hans der Dampfer

      "Wer es nötig hat zu mogeln sollte sich eh überlegen ob er / sie am richtigen Ort ist."

      aktuell 53 blitzer finden, dass mogeln i.O. ist.
    • just sayin' (beleidigende user werden ignoriert) 16.07.2020 13:58
      Highlight Highlight 68
    • just sayin' (beleidigende user werden ignoriert) 16.07.2020 15:30
      Highlight Highlight 79
    Weitere Antworten anzeigen
  • chrissy_dieb 16.07.2020 10:00
    Highlight Highlight Sinnentleerte Diskussion:

    - Uni Kritik: Mit Bussen oder Arbeit wird man die Leute nicht davon abhalten können. Viel abschreckender (schon fast drakonisch) wäre ein entsprechender Vermerkt im Diplom.
    - Kritiker Kritik: Statt das Strafmass anzugreifen sollte man eher die Vorschriften/Verordnungen diskutieren. Dort wird definiert, ob die Besetzung von Räumen akzeptiert wird oder nicht - und nicht über das Strafmass.

    Die eigentliche Diskussion sollte sein: Wo leben wir eigentlich, dass das ganze Zeug überhaupt nötig ist? Ist authentische Arbeit und ungestörter Unterricht zu viel verlangt?
  • Doplagus 16.07.2020 09:54
    Highlight Highlight Wer sich an die regeln hält, wird auch nicht bestraft. Ist eigentlich ganz einfach...
    • dwight_schrute 16.07.2020 11:42
      Highlight Highlight War auch das Top-Argument bei der Abstimmung zum nachrichtendienstgesetz. Wer nichts illegales macht hat nichts zu befürchten. Trotzdem kann ich aber gegen Massnahmen sein. Völlig überspitzt formuliert kann man dies auch auf die Todesstrafe beziehen. "Wer sich an die Regeln hält, wird auch nicht bestraft." Ich weiss, der Vergleich ist an den Haaren herbeigezogen, aber deine Argumentation ist es eben auch.
  • pluginbaby 16.07.2020 09:48
    Highlight Highlight Die Sanktionen kommen ja nur bei spicken, kopieren und sonstigen Vorschriftsverstössen zum Zug oder habe ich da was verpasst?

    Haltet euch an die Regeln und gut ist 🤷‍♂️
    • Tatatuk 16.07.2020 10:18
      Highlight Highlight Wie im Artikel beschrieben, gelten die Saktionen auch für "sonstige Verstösse gegen die geltenden Vorschriften der Universität" - was ja sehr allgemein gefasst ist. Darunter können eben auch Demonstrations- und Protestaktionen fallen. Solcher Aktivismus sollte an einer Uni aber möglich sein ohne Geldstrafen fürchten zu müssen.

      Das man nicht schummelt sollte selbstverständlich sein, und dagegen sagt auch niemand was. (Obwohl ich es persönlich schon etwas komisch finde, dass eine Universität eigenständig Bussen verteilen kann.)
    • Irene Adler 16.07.2020 11:33
      Highlight Highlight Aber geltende Vorschriften bedeuten, dass sie existieren. Ich gehe davon aus, dass am Anfang des Studiums die Studenten über die Vorschriften informiert werden. Oder zumindest haben sie die Möglichkeit diese Vorschriften zu lesen.

      Wo ist dann das Problem?
    • pluginbaby 16.07.2020 12:27
      Highlight Highlight "Darunter können Demonstrationen oder Proteste fallen". Ist dies denn so in den Vorschriften geregelt?

      Und andere Frage: Sind Demos und Proteste bisher an der Uni Zürich so gang und gäbe? Und wenn ja, wie wird bisher damit umgegangen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Antichrist 16.07.2020 09:45
    Highlight Highlight Auch Primarschüler und Eltern können mit Geldstrafen oder Schulausschluss aufgrund Disziplinarvergehen gebüsst werden. Das ist im kantonalen Schulgesetz geregelt. Wieso soll das bei den Unis nicht möglich sein?
    • ingmarbergman 16.07.2020 11:34
      Highlight Highlight Weil es eine Schulpflicht gibt. Die endet mit dem 10. Schuljahr. Die Uni ist freiwillig.
    • dä dingsbums 16.07.2020 12:14
      Highlight Highlight Ein Gesetz ist nicht das gleiche wie eine Disziplinarverordnung der Uni.

      Im Schulgesetz habe ich auch keinen Passus gefunden der einem Anwalt erlaubt ganz alleine Strafen auszusprechen.

  • Asmodeus 16.07.2020 09:34
    Highlight Highlight Sehe ich das richtig? Die Uni Zürich kann im Alleingang Bussen ausstellen? Ist sowas überhaupt legal? (ernsthafte Frage)
    • Bivio 16.07.2020 09:41
      Highlight Highlight Ja, auch z.B. Berufsschulen dürfen Bussen aussprechen.
    • Platon 16.07.2020 10:48
      Highlight Highlight @Asmodeus
      Das kann sie, sofern der Gesetzgeber mit diesen Kompetenzen ausgestattet hat. Die Uni ist ein öffentlich rechtlicher Verwaltungsträger.
    • Grubinski 16.07.2020 11:50
      Highlight Highlight Beim Fussballclub meines Kollegen kostet unbegründetes Nicherscheinen zu Trainings 100.-
    Weitere Antworten anzeigen

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