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Sieht nicht so aus, ist aber eine Demonstration mit Grosseinsatz der Polizei: Mittwochabend an der Lagerstrasse/Langstrasse im Zürcher Kreis 4.
Sieht nicht so aus, ist aber eine Demonstration mit Grosseinsatz der Polizei: Mittwochabend an der Lagerstrasse/Langstrasse im Zürcher Kreis 4.Bild: KEYSTONE

Was die Zürcher Stadtpolizei von der Frauendemo erwartete – und was wirklich passierte

09.03.2017, 15:0610.03.2017, 07:56

Auch in Zürich, und auch dieses Jahr wieder, versammelten sich zahlreiche Frauen am internationalen Frauentag, um für Gleichberechtigung zu demonstrieren. Die Kundgebung war unbewilligt, wer dazu aufgerufen hat, ist unbekannt, allerdings schien die «Revolutionäre Jugend Zürich» mitzumischen: Über Facebook vermeldete das Bündnis am späteren Abend die Einkesselung von Demonstrierenden und bat um «Verstärkung».

Die Polizei-Meldungen
Um 21.30 Uhr meldeten die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ), dass die Langstrasse für den Busverkehr gesperrt sei. Die Stadtpolizei Zürich zählte zu dieser Zeit rund 200 Teilnehmer. Die Kundgebung habe um circa 20.30 Uhr begonnen, sagte sie gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Um Mitternacht verschickte die Polizei eine weitere Medienmitteilung: Die Demonstranten seien vom Stauffacher zur Langstrasse gezogen und hätten unterwegs Polizisten mit Gegenständen beworfen. Zudem seien Sachbeschädigungen in noch unbekannter Höhe begangen worden.

Am darauffolgenden Morgen verschickte die Polizei eine detailliertere Mitteilung: Es seien 100 bis 200 Demonstranten gewesen, über 100 Personen habe die Polizei kontrolliert, einen Mann vorübergehend festgenommen. Der angerichtete Sachschaden betrage mehrere tausend Franken. Es seien Wände, Türen und Fenster verschmiert worden. Erste alarmierte Polizeikräfte seien mit Böllern und Petarden angegriffen worden, deshalb seien zusätzliche Polizistinnen und Polizisten aufgeboten worden. Während der Einkesselung hätten sich mehrmals Gruppierungen gebildet, die zur Lagerstrasse gelangen wollten, heisst es in der Mitteilung weiter. Diese hätten die Einsatzkräfte bedrängt und attackiert, so dass Reizstoff und Gummischrot habe eingesetzt werden müssen. (dwi/sda)
quelle: sda

Dementsprechend nervös agierte die Polizei: Zwei Wasserwerfer standen im Einsatz, das Gebiet um die Lagerstrasse wurde grossräumig abgesperrt (inklusive Teile der Militär- und Langstrasse) und selbst als nur noch eine Handvoll Demonstrierende im Kessel feststeckten, erhielten die Polizisten noch Pfefferspray-Pistolen in die Hand gedrückt. Passiert ist abgesehen von Sprayereien allerdings nichts, die Scheiben der Europaallee blieben unversehrt, Polizisten und Demonstranten unverletzt.

Kurz: Erwartung und Realität klafften gestern Abend ein kleines bisschen auseinander.

Was die Polizei von der Demo erwartete ...

Proteste gegen Polizeigewalt in Frankreich, Februar 2017.
Proteste gegen Polizeigewalt in Frankreich, Februar 2017.Bild: ETIENNE LAURENT/EPA/KEYSTONE

... und was wirklich passierte:

Was die Polizei an «Verstärkung» erwartete ...

Februar 2017, Anti-Rassismus-Demo in Bern.
Februar 2017, Anti-Rassismus-Demo in Bern.Bild: KEYSTONE

... und wer wirklich kam:

Was die Polizei an Sachbeschädigung erwartete ...

Massive Sachbeschädigungen nach einer Demonstration im Dezember 2014.
Massive Sachbeschädigungen nach einer Demonstration im Dezember 2014.Bild: KEYSTONE

... und was wirklich geschah:

Gesichtet: Unbenutzter Stein, am Tag nach der Demonstration an der Europaallee.
Gesichtet: Unbenutzter Stein, am Tag nach der Demonstration an der Europaallee.bild: watson

Was die Polizei an Littering erwartete ...

Die Langstrasse nach dem WM-Spiel Schweiz – Honduras 2014.
Die Langstrasse nach dem WM-Spiel Schweiz – Honduras 2014.Bild: watson

... und wonach es wirklich aussah:

Bierdosen, gesichtet um 9 Uhr morgens am Tag nach der Frauendemo an der Europaallee.
Bierdosen, gesichtet um 9 Uhr morgens am Tag nach der Frauendemo an der Europaallee.bild: watson

Wie sich die Polizei den Wasserwerfer vorstellte ...

Wasserwerfer-Einsatz in Deutschland.
Wasserwerfer-Einsatz in Deutschland.Bild: AP

... und was wirklich geschah:

Einer der beiden Wasserwerfer, die die Polizei aufgeboten hatte.
Einer der beiden Wasserwerfer, die die Polizei aufgeboten hatte.bild: watson

Was die Polizei für sich selber befürchtete ...

Polizisten bringen einen bewusstlosen Arbeitskollegen weg, Frankreich Februar 2017.
Polizisten bringen einen bewusstlosen Arbeitskollegen weg, Frankreich Februar 2017.Bild: ETIENNE LAURENT/EPA/KEYSTONE

... und was wirklich passierte:

Was die Polizei an Farbangriffen erwartete ...

Am Tag nach dem 8. März: Sprayereien und Plakate an der Europaallee.
Am Tag nach dem 8. März: Sprayereien und Plakate an der Europaallee.Bild: KEYSTONE

... was (in lesbarer Form) auch geschah ...

Sprayereien an der UBS-Scheibe, fotografiert am Tag nach der Frauendemo.
Sprayereien an der UBS-Scheibe, fotografiert am Tag nach der Frauendemo.bild: watson

... was aber vor allem geschah:

Scheiben unversehrt, Abfallkübel verklebt: Nach der Demo an der Europaallee.
Scheiben unversehrt, Abfallkübel verklebt: Nach der Demo an der Europaallee.bild: watson

(dwi)

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