Schweiz
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Polizeieinsatz anaesslich einer Kundgebung am Internationalen Tag der Frau, an der Lagerstrasse in Zuerich, am Mittwoch, 8. Maerz 2017. (KEYSTONE/Petra Orosz)

Sieht nicht so aus, ist aber eine Demonstration mit Grosseinsatz der Polizei: Mittwochabend an der Lagerstrasse/Langstrasse im Zürcher Kreis 4. Bild: KEYSTONE

Was die Zürcher Stadtpolizei von der Frauendemo erwartete – und was wirklich passierte



Auch in Zürich, und auch dieses Jahr wieder, versammelten sich zahlreiche Frauen am internationalen Frauentag, um für Gleichberechtigung zu demonstrieren. Die Kundgebung war unbewilligt, wer dazu aufgerufen hat, ist unbekannt, allerdings schien die «Revolutionäre Jugend Zürich» mitzumischen: Über Facebook vermeldete das Bündnis am späteren Abend die Einkesselung von Demonstrierenden und bat um «Verstärkung».

Die Polizei-Meldungen

Um 21.30 Uhr meldeten die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ), dass die Langstrasse für den Busverkehr gesperrt sei. Die Stadtpolizei Zürich zählte zu dieser Zeit rund 200 Teilnehmer. Die Kundgebung habe um circa 20.30 Uhr begonnen, sagte sie gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Um Mitternacht verschickte die Polizei eine weitere Medienmitteilung: Die Demonstranten seien vom Stauffacher zur Langstrasse gezogen und hätten unterwegs Polizisten mit Gegenständen beworfen. Zudem seien Sachbeschädigungen in noch unbekannter Höhe begangen worden.

Am darauffolgenden Morgen verschickte die Polizei eine detailliertere Mitteilung: Es seien 100 bis 200 Demonstranten gewesen, über 100 Personen habe die Polizei kontrolliert, einen Mann vorübergehend festgenommen. Der angerichtete Sachschaden betrage mehrere tausend Franken. Es seien Wände, Türen und Fenster verschmiert worden. Erste alarmierte Polizeikräfte seien mit Böllern und Petarden angegriffen worden, deshalb seien zusätzliche Polizistinnen und Polizisten aufgeboten worden. Während der Einkesselung hätten sich mehrmals Gruppierungen gebildet, die zur Lagerstrasse gelangen wollten, heisst es in der Mitteilung weiter. Diese hätten die Einsatzkräfte bedrängt und attackiert, so dass Reizstoff und Gummischrot habe eingesetzt werden müssen. (dwi/sda)

quelle: sda

Dementsprechend nervös agierte die Polizei: Zwei Wasserwerfer standen im Einsatz, das Gebiet um die Lagerstrasse wurde grossräumig abgesperrt (inklusive Teile der Militär- und Langstrasse) und selbst als nur noch eine Handvoll Demonstrierende im Kessel feststeckten, erhielten die Polizisten noch Pfefferspray-Pistolen in die Hand gedrückt. Passiert ist abgesehen von Sprayereien allerdings nichts, die Scheiben der Europaallee blieben unversehrt, Polizisten und Demonstranten unverletzt.

Kurz: Erwartung und Realität klafften gestern Abend ein kleines bisschen auseinander.

Was die Polizei von der Demo erwartete ...

epa05802096 French riot police clashes with protesters during a demonstration to support Theo and against police violence in Paris, France, 18 February 2017. Theo, a young man, was hospitalised for an emergency surgery after he was allegedly sodomized with a truncheon during a police check on 02 February 2017. The incident sparked violent protests in the Paris suburb, one police officer is now charged with rape.  EPA/ETIENNE LAURENT

Proteste gegen Polizeigewalt in Frankreich, Februar 2017. Bild: ETIENNE LAURENT/EPA/KEYSTONE

... und was wirklich passierte:

Was die Polizei an «Verstärkung» erwartete ...

Mehrere hundert Personen demonstrieren in der Berner Innenstadt gegen Rassismus, am Samstag, 4. Februar 2017, in Bern. Die Teilnehmer der Protestaktion versammelten sich am fruehen Nachmittag auf dem Waisenhausplatz und begannen von dort einen Umzug durch die Innenstadt. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Februar 2017, Anti-Rassismus-Demo in Bern. Bild: KEYSTONE

... und wer wirklich kam:

Was die Polizei an Sachbeschädigung erwartete ...

Massiver Glasschaden an der Zuercher Europaallee am Samstag, 13. Dezember 2014. Mehrere hundert Personen haben am Freitagabend in der Zuercher Innenstadt randaliert. Sie griffen Polizisten an, schlugen Schaufenster ein und zuendeten Autos an. Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen sie vor. (KEYSTONE/Walter Bieri )

Massive Sachbeschädigungen nach einer Demonstration im Dezember 2014. Bild: KEYSTONE

... und was wirklich geschah:

Bild

Gesichtet: Unbenutzter Stein, am Tag nach der Demonstration an der Europaallee. bild: watson

Was die Polizei an Littering erwartete ...

Bild

Die Langstrasse nach dem WM-Spiel Schweiz – Honduras 2014. Bild: watson

... und wonach es wirklich aussah:

Bild

Bierdosen, gesichtet um 9 Uhr morgens am Tag nach der Frauendemo an der Europaallee. bild: watson

Wie sich die Polizei den Wasserwerfer vorstellte ...

Mit dem Einsatz mehrerer Wasserwerfer beendet die Polizei am fruehen Sonntagmorgen, 13. September 2009, das Schanzenfest im Schanzenviertel in Hamburg. Nach dem Strassenfest hatten mehrere Hundert Personen in der Nacht eine Polizeiwache angegriffen.  (AP Photo/Markus Scholz) -- Police use water canons to end excesses after the so-called Schanzenfest street festival in Hamburg, northern Germany, early Sunday Sept. 13, 2009. Several hundred persons clashed with police forces following the festival that had started peacefully. (AP Photo/Markus Scholz)

Wasserwerfer-Einsatz in Deutschland. Bild: AP

... und was wirklich geschah:

Bild

Einer der beiden Wasserwerfer, die die Polizei aufgeboten hatte. bild: watson

Was die Polizei für sich selber befürchtete ...

epaselect epa05802430 An unconscious riot police officer is dragged by fellow officers after he received a rock on the head, as clashes erupt during a demonstration to support Theo and against police violence in Paris, France, 18 February 2017. Theo, a young man, was hospitalised for an emergency surgery after he was allegedly sodomized with a truncheon during a police check on 02 February 2017. The incident sparked violent protests in the Paris suburb, one police officer is now charged with rape.  EPA/ETIENNE LAURENT

Polizisten bringen einen bewusstlosen Arbeitskollegen weg, Frankreich Februar 2017. Bild: ETIENNE LAURENT/EPA/KEYSTONE

... und was wirklich passierte:

Was die Polizei an Farbangriffen erwartete ...

Ein Farbanschlag gegen eine UBS Bankfiliale in der Zuercher Europaallee am Samstag, 13. Dezember 2014. Mehrere hundert Personen haben am Freitagabend in der Zuercher Innenstadt randaliert. Sie griffen Polizisten an, schlugen Schaufenster ein und zuendeten Autos an. Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen sie vor. (KEYSTONE/Walter Bieri )

Am Tag nach dem 8. März: Sprayereien und Plakate an der Europaallee. Bild: KEYSTONE

... was (in lesbarer Form) auch geschah ...

Bild

Sprayereien an der UBS-Scheibe, fotografiert am Tag nach der Frauendemo. bild: watson

... was aber vor allem geschah:

Bild

Scheiben unversehrt, Abfallkübel verklebt: Nach der Demo an der Europaallee. bild: watson

(dwi)

«Gleicher Scheiss, anderes Jahrhundert» – Die besten Schilder der Frauenproteste

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42Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Miller1 11.03.2017 23:51
    Highlight Highlight Liebes Watson, ich bin ein wenig irritiert über diesen Artikel. Die Autorin stellt sich ganz klar auf die Seite der Demonstranten, welche den Weltfrauentag als Rechtfertigung missbrauchen, Sachbeschädigungen zu begehen und Polizisten zu attackieren. Der Polizeieinsatz war verhältnismässig und hat weitere Schäden verhindert. Hier wurde ganz klar die Rubrik Gesellschaft & Politik mit der persönlichen Facebook-Timeline der Autorin verwechselt. Überraschend, dass so ein Artikel gebracht wird. Von einer Autorin mit einem Uni-Bachelor erwartet man andere Beiträge, bei einem Newsportal dieser Grösse.
  • DLL 10.03.2017 16:54
    Highlight Highlight Bravo Daria Wild! Sachbeschädigungen und Sprayereien verharmlosen....aber die Linken bezahlen ja gerne etwas mehr Steuern um Polizeieinsätze und Aufräumarbeiten zu bezahlen.... unglaublich dieser Artikel.
  • zsalizäme 10.03.2017 16:41
    Highlight Highlight Ist nur mir aufgefallen, dass das Graffiti an der UBS-Scheibe einen Schreibfehler aufweist?

    "gegen Krigsprofiteure"

    Ja ich weiss, ist ziemlich nebensächlich.
  • Cyberpunk 10.03.2017 11:42
    Highlight Highlight ich frage mich, wer heute eigentlich noch polizist/in werden will. ein dermassen undankbarer job, holt wohl kaum erfüllung ein.
  • Alnothur 10.03.2017 10:44
    Highlight Highlight Logisch schickt man schon mal ein Aufgebot vorbei, wenn die "Revolutionäre Jugend", eine bekannte linksextreme Gruppierung, ihre Finger im Spiel hat...
  • Fussballfan1999 09.03.2017 23:50
    Highlight Highlight Ein bisschen sarkastisch und zynisch nicht?
    • Juliet Bravo 10.03.2017 01:40
      Highlight Highlight Wieso? Die Repressalien waren ja schon *leicht* übertrieben, oder nicht?
  • Greet 09.03.2017 23:15
    Highlight Highlight Und wieder mal bezahlen die vernünftigen Bürger die Randale von einigen Chaoten.
    • äti 10.03.2017 08:04
      Highlight Highlight Wie heisst dieser "vernünftige Bürger"? Und was zeichnet ihn so aus?
  • Juliet Bravo 09.03.2017 21:11
    Highlight Highlight Uups - so und jetzt alle wieder schön zum 20min zurück bitte!
  • Karl Marx 09.03.2017 20:56
    Highlight Highlight So wie ich das sehe, sind Frauen per Gesetz bevorteilt, wurde gestern für die Abschaffung dieser Privilegien demonstriert? (Scheidung, Miliär, Verwaltungsräte)
    • Juliet Bravo 10.03.2017 01:46
      Highlight Highlight Mal im Ernst: eine Mehrheit ❤️ - dafür? Kommentator_innen, was ist das für 1 life?!?
    • Hierundjetzt 10.03.2017 07:54
      Highlight Highlight ...vong niceigkeit her?
  • SVRN5774 09.03.2017 18:16
    Highlight Highlight Und weshalb müssen Frauen in der Schweiz demonstrieren???
    • Hustler 09.03.2017 18:26
      Highlight Highlight Weil sie immer noch nicht gleich viel verdienen wie die Männer um nur ein Bespiel zu nennen.
    • Hierundjetzt 09.03.2017 18:47
      Highlight Highlight Weil Sie immer noch nicht ins Militär dürfen
    • Pak Nov 09.03.2017 21:09
      Highlight Highlight Leute die diese Statistik zitieren, vergessen, dass Männer eher Ausbildungen machen, die zu grösserem Lohn fürhen. Klar verdient der Manager mehr als die Kindergärtnerin.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Skater88 09.03.2017 17:26
    Highlight Highlight Lustig das 20min von derselben Demo berichtete, mit über 200anwesenden, sachbeschädigung in unbekannter höhe, mehrere Festnahmen. Ja in Tat und Wahrheit: Danke watson, denn es war tatsächlich mehrheitlich ruhig!
    • Greet 09.03.2017 23:16
      Highlight Highlight ja, sprayereien sind ja ganz ok. gell.
    • äti 10.03.2017 08:07
      Highlight Highlight Die einen hängen sie als teure Kunst ins WZ.
    • Skater88 10.03.2017 09:59
      Highlight Highlight @greet
      Man sollte kreativen Sprayern sowieso mehr Raum geben, aber das ist eine andere Diskussion.

      Sprayereien gibt es auch ohne Demos. Die meisten davon sogar mit korrekter Rechtschreibung.
  • Frau Dingsi 09.03.2017 17:21
    Highlight Highlight Die Kommentare hier plötzlich so:
    Benutzer Bild
  • Utopiot 09.03.2017 17:04
    Highlight Highlight Die Polizei wurde nicht beworfen :-) Ein Kastenwagen fuhr der Demonstration vorraus, etwa 10m. (jep, d.h. die Polizisten waren IM Auto) und als sie dann an der Kreuzung zur Langstrasse waren, sind sie mit Vollmontur aus dem Wagen gestiegen, haben auf die Demonstrantinnen mit Gummischrott geschossen, und dann wurden die Damen eingekesselt, für 3 Stunden. Zwischendurch gabs dann noch ein bisschen Pfeffer, end of the story.
  • Peter von der Flue 09.03.2017 16:57
    Highlight Highlight Bin ich hie
  • Tequila Mockingbird 09.03.2017 16:50
    Highlight Highlight Die ganzen Missverständnisse liegen vielleicht auch daran, dass die grosse (bewilligte) Demo erst noch kommt.
  • Hustler 09.03.2017 16:20
    Highlight Highlight Dann könnte man auch sagen : Mann mit Pistole gesichtet.
    Was die Polizei erwartete: Dass er davon gebrauch machen würde.
    Was wirklich passiert ist: Er hat davon keinen gebrauch gemacht.
    Von wo will die Polizei denn das wissen.
  • Dingsda 09.03.2017 15:59
    Highlight Highlight Für was demonstrierten die denn? Regenbögen für alle? Artenschutz für Einhörner? Preissenkung für Tampons?
    Ich hoffe mit erfolg. Nicht das ich umsonst länger auf meinen Bus warten musste. 😒
    • Utopiot 09.03.2017 16:54
      Highlight Highlight Ähm, vielleicht demonstrieren die, weil man das auf der ganzen Welt am internationalen Frauenkampftag macht? Und weil man sich über die Schweiz hinaus mit Frauen, die es schlechter haben als wir, solidarisch zeigen will?!
    • Utopiot 09.03.2017 16:57
      Highlight Highlight Ach ja, und dein Bus hätte vielleicht max. 10min Verspätung, wenn überhaupt, gehabt, wenn die Polizei die Demo nicht 5 Minuten vor Schluss noch 3h eingekesselt, Wasserwerfer aufgefahren, und die Langstrasse abgeriegelt hätte ^^
    • drinkingworker 09.03.2017 18:07
      Highlight Highlight Ähm nein gestern war wirklich Weltfrauenkampftag oder Tag der arbeitenden Frau. Entstanden aus der sozialistischen Frauenwahlrechtbewegung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • TschGadEis 09.03.2017 15:48
    Highlight Highlight Während die Kontrollen liefen, blockierte die Polizei (inkl. Wasserwerfer) weiterhin die Langstrasse und somit auch die Buslinie 32. Als ich bei einem Polizisten nachgefragt habe, konnte er überraschenderweise nicht erklären, weswegen alles gesperrt bleiben muss ;)
  • flausch 09.03.2017 15:32
    Highlight Highlight Also wesshalb worde die Demo nochmals eingekesselt?
    Logisch das die Polizei sagt sie sei Angegriffen worden usw. sonst hätte es keinen Grund gegeben die Frauendemo einzukesseln aber ;)
    Das erinnert mich daran das sie dasselbe auch schon mit Schülerdemos taten weil Schüler sind Kriminell und Gefährlich.
    Tja dein Freund und Helfer hilft eben nur seinen Freunden und das sind wenige mit ganz viel Geld und Einfluss.
    • Utopiot 09.03.2017 17:00
      Highlight Highlight Die Polizei wurde nicht beworfen, aber glaub was du willst. ;)
    • flausch 09.03.2017 20:56
      Highlight Highlight Ganz einfach: wie soll die Polizei ihren einsatz rechtfertigen wenn sie nicht behauptet sie sei angegriffen worden?
      Du kannst schon behaupten die Zürcher Polizei sei nicht so aber es gab als höhepunkt sogar schon einen Fall in dem ein Zivilpolizist "linken Terroristen" Sprengstoff angeboten hatte und zusammen mit anderen Leute zu anschlägen aufforderte... Dies nennt man "Strategie der Spannung" und ist eine ziemlich alte Methode der einflussname auf die Öffentliche Meinung.
    • flausch 10.03.2017 08:54
      Highlight Highlight @böserweissermann
      Sprayereien würden aber nur gezielte Zugriffe rechtfertigen und keine stundenlange Kollektive Einkesselung, Gummischrot und Pfefferspray...

      @MrGloon
      Nein. Das rechtfertigt diesen Einsatz aber immer noch nicht.
  • DerBeserWiser 09.03.2017 15:18
    Highlight Highlight steht da wirklich 'Krigsprofiteure' an der Scheibe 😂
    • nissi 09.03.2017 15:40
      Highlight Highlight scheint so, ein bisschen fraglich was dieses statement mit der gleichberechtigung der frauen zu tun hat?
    • Petrum 09.03.2017 15:58
      Highlight Highlight Ein stummer Schrei nach mehr Bildung ;)

Helis fliegen tonnenweise Schnee in Skigebiete – auch in der Schweiz

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