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Kaspar Bopp (SP) gewinnt die Stadtratswahlen in Winterhur am Sonntag, 7. Juli 2019. Der Sozialdemokrat Kaspar Bopp hat seine gruenliberale Herausforderin Annetta Steiner deutlich geschlagen. Er beerbt seine Parteikollegin Yvonne Beutler im Winterthurer Stadtrat. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Kaspar Bopp zieht für die SP in die Winterthurer Regierung ein. Bild: KEYSTONE

SP schlägt GLP bei Stadtratswahl in Winterthur



Die SP hat im Winterthurer Stadtrat den Sitz der zurückgetretenen Finanzdirektorin Yvonne Beutler verteidigen können. Der Sozialdemokrat Kaspar Bopp gewann am Sonntag die Ersatzwahl mit 9993 zu 7335 Stimmen gegen Annetta Steiner von der GLP.

Der 40-jährige Datenanalytiker und Prozessdesigner lag in allen Stadtkreisen vorne, ausser in Winterthur Seen. Die Stimmbeteiligung betrug tiefe 27,7 Prozent.Bopp zeigte sich nach der Wahl erfreut über das «recht gute Resultat». In der Stadtregierung wolle er keine grossen Veränderungen herbeiführen, sondern für Kontinuität sorgen.«Es geht darum, die Erfolgsquote der rot-grünen Mehrheit weiter zu ziehen.»

Bopp war bis 2016 Mitglied des Grossen Stadtrats, bevor er sich aus familiären Gründen temporär aus der Politik zurückzog.Ins gleiche Horn stiess Felix Landolt, Vizepräsident der SP Winterthur: Die Stimmberechtigten hätten mit der Wahl gezeigt, dass in der Regierung weiter so politisiert werden solle, wie bisher.

Annetta Steiner in Winterhur am Sonntag, 7. Juli 2019. Der Sozialdemokrat Kaspar Bopp hat seine gruenliberale Herausforderin Annetta Steiner deutlich geschlagen. Er beerbt seine Parteikollegin Yvonne Beutler im Winterthurer Stadtrat. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Annetta Steiner. Bild: KEYSTONE

«Wir haben es nicht geschafft, genug zu mobilisieren», erklärte GLP-Frau Annetta Steiner ihre Niederlage. Eine Rolle gespielt habe wohl auch, dass sie vielen Linken zu rechts und den Bürgerlichen zu links sei.Es ist schon das zweite Mal, dass die amtierende Gemeinderätin scheiterte beim Versuch in die Stadtregierung zu gelangen.

Schon im März 2018 hatte es bei den ordentlichen Stadtratswahlen nicht geklappt.Rot-Grün behält MehrheitMit der Wahl Bopps bleibt die Winterthurer Exekutive mit rot-grüner Mehrheit: Die SP hält weiterhin drei Sitze, die Grünen einen. Auf der bürgerlichen Seite hat die FDP zwei Mandate, die CVP eines.Die Ersatzwahl wurde nach dem überraschenden Rücktritt von SP-Frau Yvonne Beutler Anfang April notwendig. Beutler gibt ihr Regierungsamt Ende Oktober ab und wechselt als Beraterin für öffentliche Verwaltungen in die Privatwirtschaft.

(sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Peter Beutler (1) 07.07.2019 17:43
    Highlight Highlight Nach einigen Wechseln von SPlern GPL wurde das Ergebnis so nicht erwartet. Man ging viel eher von einem deutlichen Sieg Frau Steiners aus. (Papier)grün gegen Rot, Frau gegen Mann! Ihre Bestürzung bei Bekanntgabe des Endergebnisses spricht Bände. Vielleicht war es doch nicht so eine gute Idee von SPlern ins Lager der GLP zu wechseln. Die GLP muss sich überlegen, ob sie weiterhin mit bürgerlicher Schützenhilfe gegen Rot-Grün antreten soll. Die 2.Lektion nach der 1. Lektion: Die Staatsratsersatzwahl in der Waadt, wo die GLP den SVP-Kandidaten unterstützte. Ein rechtes Fiasko.
    • Gurgelhals 07.07.2019 22:01
      Highlight Highlight Genau. Die GLP hat bei Majorzwahlen ein grundlegendes arithmetisches Problem:

      - Mit den Rechten gegen linke Kandidaten zu gewinnen geht nicht, weil es dazu Stimmen von der SVP braucht. Für die SVP-Wähler ist die GLP aber zu gesellschaftsliberal/urban/akademisch um wählbar zu sein.
      - Mit den Linken gegen rechte Kandidaten anzutreten ist auch schwierig, wenn man im Parlament bei den Finanzen und den Sozialwerken idR stramm auf FDP-Linie ist. Und wenn sich dann auch noch zeigt, dass man sogar in der Umweltpolitik sehr, ähm, "flexibel" ist (s. Kommentar unten), dann wirds erst recht schwierig.
  • Gurgelhals 07.07.2019 14:35
    Highlight Highlight Gut so. Dazu ist nämlich anzumerken, dass die GLP besonders in Winterthur ziemlich "papierligrün" ist. Einschlägigstes Beispiel: Deren Gemeinderatsfraktion hat kürzlich einstimmig(!) für den Bau einer hochgradig unökologischen Traglufthalle über das Freibad gestimmt, um dieses auch im Winter zu beheizen. Dass eine Partei sich grün nennt und dann so einen Schwachsinn unterstützt grenzt an Etikettenschwindel. Es ist gut, dass die Wähler das durchschaut und den solid grünen SPler gewählt haben - sonst hätten sie nun neu eine harte FDP-Sparpolitikerin im grün gefärbten Schafspelz im Stadtrat.
    • M 07.07.2019 15:29
      Highlight Highlight Dem ist nichts mehr anzufügen!
    • Bijouxly 07.07.2019 17:18
      Highlight Highlight Ja vielleicht ist die GLP in Winterthur eben anders als die Grünen nicht NUR borniert grün - sondern eben grünliberal. Sprich fällt auch Entscheidungen, die dem Standort zu Gute kommen, die vielleicht nicht 100% grün sind, aber woanders wieder reingeholt werden.
    • Magnum 07.07.2019 17:26
      Highlight Highlight Die Winterthurer GLP liegt bei der Sozial- und Finanzpolitik voll auf Linie der rechtsbürgerlichen Minderheit. Insofern ist die Wahl von Bopp und die Nichtwahl von Annetta Steiner eine Richtungsentscheidung: Gegen Sparen auf dem Buckel der Ärmsten bei gleichzeitigen Geschenken an Reiche und Unternehmen. Für eine Stadt, die sich auch um die materiell schwächsten Mitglieder der Gesellschaft kümmert. Ich kann den Ausgang der Ersatzwahl daher nur begrüssen.
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Offen gesagt

«Lieber Herr Berset, Sie müssen das jetzt regeln ...»

Vergangenes Wochenende passierte, was sowieso passiert wäre, Lockerungsschritte hin oder her: Die Jugend tanzte und wird zum Sündenbock gemacht. Damit hat die Entsolidarisierung in der Bevölkerung begonnen. Das ist gefährlicher als jeder einzelne Infektionsherd.

Lieber Herr Berset

Es wäre wieder ein General-Dufour-Moment für Sie. Sie erinnern sich? Der Tagsatzungs-General im Sonderbundskrieg mit dem wichtigen Strategie-Grundsatz: «On verra ensuite».

Sie wussten, dass mit den weitreichenden Lockerungen der Corona-Massnahmen neue Infektionsherde entstehen würden. Und Sie mussten auch davon ausgehen, dass diese vorwiegend in Clubs und Gottesdiensten ausbrechen würden. So wie überall sonst auf der Welt auch.

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