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Kokain. (Bild: Shutterstock)

Als Streckmittel häufig eingesetzt wurde Levamisol, ein bei Tieren gegen Wurmbefall eingesetztes Medikament. Bild: Shutterstock

Partydrogen-Tests: Wenn Kokain mit Medikamenten für Tiere gestreckt wird



Über 2000 Drogenproben hat das Team des Drogeninformationszentrums der Stadt Zürich im vergangenen Jahr getestet. Spitzenreiter war mit fast der Hälfte der eingereichten Proben Kokain. Danach folgt Amphetamin. Cannabis kann nicht getestet werden.

Das Kokain werde in ganz Europa reiner, teilte die Stadt Zürich am Dienstag mit. Dies sei nur vermeintlich positiv. Denn einerseits könne ein hoher Kokaingehalt zu gefährlichen Überdosierungen führen, andererseits seien rund ein Drittel der Proben mit pharmakologisch wirksamen Streckmitteln verunreinigt.

Als Streckmittel häufig eingesetzt wurde Levamisol, ein bei Tieren gegen Wurmbefall eingesetztes Medikament. Es kann zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Die gefährlichsten Nebenwirkungen sind die aplastische Anämie und die Vaskulitis. Erstere führt durch einen Mangel an weissen Blutkörperchen zu einer stark reduzierten Abwehr gegen schwere Infektionen, und die Vaskulitis durch Verschluss kleiner Blutgefässe zum Absterben von Hautarealen.

1400 Beratungsgespräche

Im Drogeninformationszentrum (DIZ) und bei mobilen Drug-Checkings wurden in der Stadt Zürich im vergangenen Jahr 2033 Substanzproben getestet. Davon wurden rund 280 im Rahmen mobiler Drug-Checkings an Partys abgegeben. Der Rest entfällt auf das Angebot im DIZ.

Rund 3400 Personen haben das Informations- und Testing-Angebot in Anspruch genommen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Rund 75 Prozent waren Männer. Immer wieder wird das DIZ auch von Eltern und Angehörigen von Konsumierenden aufgesucht.

Mit fast 1400 Personen wurden vertiefte Beratungsgespräche zum Konsumverhalten und Safer-Use geführt. Bei 100 wurde ein konkreter Abhängigkeitsverdacht ausführlich besprochen, mehr als 80 Leute wurden an spezifische Angebote wie beispielsweise eine Therapie weitergeleitet.

Über 600'000 Klicks auf Homepage

Die Website www.saferparty.ch wurde über 600'000 Mal besucht. Am häufigsten wurden die Substanzwarnungen aufgerufen, gefolgt von Informationen zu einzelnen Substanzen. Auch auf Social Media werden Informationen und Warnungen verbreitet und können von anderen Institutionen geteilt werden. Neben Facebook ist www.saferparty.ch seit Herbst 2017 auch auf Instagram präsent.

www.saferparty.ch wird von der Jugendberatung Streetwork der Sozialen Einrichtungen und Betriebe angeboten. Zu den Dienstleistungen gehören die gleichnamige Website mit der dazugehörigen Online-Beratung, das Drogeninformationszentrum DIZ sowie das Mobile Beratungs- und Drug-Checking-Angebot in der Stadt Zürich. Alle Angebote bieten einen niederschwelligen Zugang und sind anonym nutzbar. (whr/sda)

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • A7-903 24.04.2018 12:12
    Highlight Highlight Saferparty ist nicht kantonsübergreifend finanziert? Sowas. Nach all den jahren. Wieder was gelernt heute,danke. Die gabs in den neunzigern auch schon,ja?
  • Gringoooo 24.04.2018 11:30
    Highlight Highlight Und in Basel gibts nichts dergleichen.
    Wer nicht nur an blide Verbote und Kriminalisierung, sondern effektiv an die Gesundheit denkt (was ja immer Argument für Verbote ist), der sollte solche Projekte fördern.
    • sheshe 24.04.2018 12:14
      Highlight Highlight Also am Samstag wurde auf dem Wagenplatz von Safer Dance Basel ein Drugscreening durchgeführt. Musst halt an die richtigen Parties, dort gibts das schon :-)
    • Gringoooo 24.04.2018 14:21
      Highlight Highlight Gut zu wissen
      Aber leider nicht stationär und dauerhaft afaik. Mich persönlich betrifft es sowieso nicht, da ich keine Drogen konsumiere. Ich bin gleichwohl für solche Institutionen.
  • Snowy 24.04.2018 11:08
    Highlight Highlight Was ich nicht verstehe: Warum streckt man als (Zwischen)-Händler seine Drogen mit gesundheitsgefährdenden Substanzen?

    Gäbe es nicht billigere Alternativen*, welche zumindest nicht stark gesundheitsschädigend sind?
    *im Falle von Koks z.B. Streckung mit etwas Amphetamin, welches viel günstiger ist als Kokain

    Auf jeden Fall ist der Trend zu weniger Verunreinigung (Drogentests und Darknet sei Dank) markant.

    P.S: Schlagzeile: "Wenn Kokain mit Medikamenten für Tiere gestreckt wird".. dachte im ersten Moment: WTF...?! Ketamin im Kokain... das kann ja heiter werden! :-)
    • Guy Incognito 24.04.2018 12:19
      Highlight Highlight Levamisol wird verwendet weil es eine "betäubende" Wirkung hat und so soll einem möglichst reines Kokain vorgegaukelt werden. Wenn es nur ums Strecken gehen würde könnte man auch Koffein oder Kreatin verwenden.
    • Snowy 24.04.2018 13:10
      Highlight Highlight ...und gemäss saferparty.ch die Wirkung auch verlängert und verstärkt.

      Dies ist wohl der Hauptgrund für die Verwendung von Levamisol als Streckmittel bei Kokain.

      Zitat zur Wirkung von Levamisol auf saferparty.ch:
      "Levamisol wird als Streckmittel verwendet, da es die Wirkung von Kokain sowohl verstärkt als auch verlängert. Hinzu kommt, dass Levamisol ähnliche chemische Eigenschaften aufweist und bei der Umwandlung des Hydrochlorids zur Base sich nicht vom Kokain trennt (ähnlicher Schmelzpunkt)."

      http://www.saferparty.ch/97.html
  • RiiseHolzchopf 24.04.2018 11:05
    Highlight Highlight Wäre nicht verkehrt gewesen, noch kurz zu erklären, welche Effekte dieses Levamisol auf die menschliche Gesundheit hat.
    • Willi Helfenberger 24.04.2018 11:12
      Highlight Highlight Gute Idee! Habe die Nebenwirkungen von Levamisol deshalb im dritten Abschnitt noch nachgeliefert.
    • RiiseHolzchopf 24.04.2018 11:18
      Highlight Highlight Das ging ja ruckzuck, dankeschön!
    • KING FELIX 24.04.2018 12:58
      Highlight Highlight Steht doch da
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