DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Im «Coming Soon» an der Zürcher Langstrasse gibt es ab sofort nur noch Unisex-Toiletten. Bild: watson

Dieses Restaurant in Zürich führt als erstes der Schweiz Unisex-Toiletten ein

Die USA debattiert schon lange darüber, New York führt sie ab dem nächsten Jahr in der ganzen Stadt ein, in Schweden und Grossbritannien kennt man sie bereits: Unisex-Toiletten. Jetzt macht das erste Restaurant im Zürcher Langstrassen-Quartier mit. 



Es riecht nach Zitronengras und Kokosmilch, der Raum ist hell, die Einrichtung durchgestylt. Hinter der Bar des «Coming Soon» bereitet sich Inhaber Rico Fanchini auf den Abendservice vor. «Jemand muss anfangen, haben wir uns gedacht und unsere Toiletten schnurstracks umkonzipiert», sagt er und führt stolz zu seinen neuen WC's. 

Bild

Mitinhaber Rico Fanchini: «Unsere Gäste werden sich schnell daran gewöhnen.» Bild: watson

Im vietnamesischen Restaurant gibt es seit Dienstag keine Geschlechter getrennten Toiletten mehr. Für Männer die trotzdem lieber diskret das Pissoir benutzen möchten, gibt es eine Schiebetür.

Das Restaurant reagiert damit auf eine Debatte, die in den USA schon länger geführt wird: Für Menschen, die sich nicht ins binäre Geschlechtermodell einordnen können oder wollen, ist die Trennung nach männlich und weiblich problematisch. «Stimmt etwa das äusserliche Geschlecht nicht mit dem empfundenen Geschlecht überein, fühlen sich diese Menschen ausgeschlossen und diskriminiert», erklärt Fanchini. «Wir wollen ein Statement der Offenheit und Rücksichtnahme gegenüber unseren trans- und intergeschlechtlichen Mitmenschen setzen.» In New York würden ab 2017 stadtweit Unisex-Toiletten eingeführt, in Schweden und Grossbritannien seien sie auch weit verbreitet führt Fanchini weiter aus. 

Bild

Ein ungewohntes Symbol: Männlich und weiblich in einem. Bild: watson

Einige «Coming Soon»-Besucher stehen zunächst etwas ratlos vor dem Symbol, dass weder männlich noch weiblich, sondern eben beides zeigt. «We don't care», «Uns kümmert es nicht», steht als Statement daneben. Das Geschlecht spielt keine Rolle. 

«Wir sind uns sicher, unsere Gäste werden sich schnell daran gewöhnen», sagt Fanchini. «Ein kleiner Schritt für die Gäste, doch ein grosser Schritt gegen Ausgrenzung.» 

Findest du Unisex-Toiletten gut?

Inhaber nehmen Busse in Kauf

Mit seinem Statement gegen Ausgrenzung verstösst das Restaurant gegen die Vorschriften des Kantons Zürich für Toilettenanlagen. Gemäss den besonderen Bauverordnungen BBVI müssen ab 50 Gästeplätzen geschlechterge-trennte WC's mit getrennten Waschbecken angeboten werden.

«Warum sollen Frauen und Männer sich nicht gemeinsam die Hände waschen?», fragt Fanchini. «Und warum wird seitens der Behörden nicht anerkannt, dass es Menschen gibt, die sich keinem Geschlecht zuordnen können oder wollen?»

Die drei Inhaber möchten eine entsprechende Gesetzesänderung anstossen und nehmen für ihr Anliegen eine Busse der Stadt in Kauf: «Wenns eine Busse gibt, gibt's halt eine», sagt Fanchini dazu. «Das ist es uns Wert.»

Der Äscher – die schönste Beiz der Welt steht in der Schweiz!

Das könnte dich auch interessieren:

SVP-Präsident Marco Chiesa droht der FDP

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

Lohn für Hausarbeit? 7000 Franken für Eltern mit zwei Kindern gefordert

Das Bundesgericht drängt Mütter nach der Scheidung verstärkt in den Arbeitsmarkt zurück. Buchautorin und Gleichstellungsspezialistin Sibylle Stillhart hält das für realitätsfern. Sie fordert ein Entgelt für jene Arbeit, die heute mehrheitlich von Frauen gratis verrichtet wird.

Sibylle Stillhart (47) arbeitet als Mutter für ihre drei Söhne (zwölf-, zehn- und fünfjährig) und als Autorin. In ihrem letzten Buch («Schluss mit gratis. Frauen zwischen Lohn und Arbeit») sorgte sie mit der Forderung nach einem «Lohn für Hausarbeit» für Aufsehen.

Aktuell ist sie irritiert über diverse Urteile des Bundesgerichts, die Frauen nach der Scheidung finanziell deutlich stärker in die Pflicht nehmen als bisher. Vereinfacht gesagt: Die Richter in Lausanne schicken Frauen auf Jobsuche, …

Artikel lesen
Link zum Artikel