Schweiz
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Regierungsrat Mario Fehr, links, und Nationalraetin und Regierungsratskandidatin Jacqueline Fehr, rechts, auf Wahlplakaten an einer Wahl-Medienkonferenz der SP des Kanton Zuerich in Zuerich am Donnerstag, 5. Februar 2015. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Wahlplakate für Mario Fehr und Jacqueline Fehr. Bild: KEYSTONE

Linke fürchtet Debakel: Wahlbeteiligung in Zürich und Winterthur tiefer als vor vier Jahren

Bei den Wahlen im Kanton Zürich ist die Beteiligung in den städtischen Gebieten schwach, während sie in Landgemeinden stabil bleibt. Für die linksgrünen Regierungsratskandidaten bedeutet dies nichts Gutes.



Der Wahlkampf im Kanton Zürich nähert sich seinem Ende. Am Sonntag wird ausgezählt. Das Rennen um die sieben Sitze im Regierungsrat und die 180 Mandate im Kantonsrat verlief seltsam flau, es gab kaum emotionale Momente. Kurz vor der «Deadline» jedoch herrscht Aufregung im linksgrünen Lager. Grund ist die Wahlbeteiligung in den Städten.

«Diese Entwicklung bereitet uns grosse Sorge.»

Marco Denoth, Co-Präsident SP Stadt Zürich

In der Stadt Zürich betrug der Rücklauf der Wahlcouverts bis Donnerstag nur 25,1 Prozent. Vor vier Jahren waren es zum gleichen Zeitpunkt 28 Prozent. Ähnlich das Bild in Winterthur, wo laut «Tages-Anzeiger» bislang 24,2 Prozent der Wahlberechtigten teilgenommen haben. 2011 waren es 27,7 Prozent. Und auch in Uster, der drittgrössten Zürcher Gemeinde, zeichnet sich eine schlechtere Beteiligung als 2011 ab.

Mühe mit der Mobilisierung

Auf dem Land, wo sich die Hochburgen der SVP befinden, dürfte die Beteiligung dagegen stabil sein. Dies ergab eine Stichprobe der SP Schweiz in mehreren Gemeinden. Dies lässt bei der Linken alle Alarmglocken läuten. Einmal mehr scheint sie Mühe zu bekunden, ihre Basis zu mobilisieren. Bleibt die Beteiligung in den Städten tief, könnte der Wahlsonntag zum Desaster werden.

A woman drops an envelope with her vote-by-mail ballot in a letterbox on the occasion of the second tour of the election for the canton of Zurich's seat in the federal Council of States, pictured on November 23, 2011, in Zurich, Switzerland. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Eine Frau wirft ein Couvert mit ihren Wahlunterlagen in einen Briefkasten, aufgenommen am 23. November 2011 in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

In den Städten sind bislang weniger Couverts eingetroffen als vor vier Jahren. Bild: KEYSTONE

«Diese Entwicklung bereitet uns grosse Sorge», bestätigt Marco Denoth, Co-Präsident der Stadtzürcher SP. Die Partei hat am Donnerstag ein Mail an Mitglieder und Sympathisanten verschickt, damit diese ihre Familien sowie Freundinnen und Freunde zur Teilnahme an der Wahl bewegen. Mit weiteren Aktionen, unter anderem dem Verteilen von Flyern, will die SP der Kampagne im Schlussspurt einen Schub verleihen. 

Es steht einiges auf dem Spiel, in erster Linie der dritte Sitz von SP und Grünen im Regierungsrat. Fünf Kandidaten gelten als gesetzt: SVP und FDP dürften ihre jeweils zwei Mandate verteidigen, auch SP-Sicherheitsdirektor Mario Fehr muss nicht zittern. Um die beiden restlichen Sitze findet ein Dreikampf statt zwischen dem amtierenden Justizdirektor Martin Graf (Grüne) und den neu kandidierenden Jacqueline Fehr (SP) und Silvia Steiner (CVP).

SVP-Schützenhilfe für Steiner

Graf gilt als «Wackelkandidat». Er hat in der Affäre um den jugendlichen Straftäter Carlos eine schlechte Figur gemacht. Ausserdem leidet er darunter, dass seine Partei schwächelt. Das gleiche Problem hat Silvia Steiner, doch sie darf auf Schützenhilfe durch die SVP zählen. Sie hat in den letzten Tagen rund 40'000 Franken in Inserate investiert, damit Steiner den vor vier Jahren verlorenen CVP-Sitz zurückerobern kann.

Deshalb muss auch Jacqueline Fehr bangen, die den zweiten SP-Sitz verteidigen will. Beobachter bescheinigen ihr einen exzellenten Wahlkampf, doch es ist nicht auszuschliessen, dass Martin Graf, der studierte Agronom und langjährige Stadtpräsident von Illnau-Effretikon, mehr Stimmen von bürgerlichen Wählern holen wird als die prononciert linke Nationalrätin aus Winterthur. In der Wahlbörse des «Tages-Anzeiger» liefern sich Graf, Fehr und Steiner ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Die Wahlbeteiligung könnte deshalb zum entscheidenden Faktor werden. Grund genug für einen Schlusseffort der SP. Auch Mario Fehr und Jacqueline Fehr werden am Wochenende «noch einmal die Ochsentour machen», so Marco Denoth. Denn jede Stimme zählt.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Joshzi 17.04.2015 10:34
    Highlight Highlight 30 % Wahlbeteiligung ist eine Katastrophe für unsere direkte Demokratie. So wird es den destruktiven nationalistischen Ideologien ganz leicht gemacht, die Demokratie über die Demokratie abzuschaffen.

    So wird aus Demokratie das perverse System einer Ochlokratie, einer Herrschaft des Pöbels, welcher sich freiwillig den Strick um den Hals legt und sich dafür entschuldigt, dass ihm der Henker den Stuhl unter den Füssen wegtreten muss.
  • Tom Garret 13.04.2015 10:43
    Highlight Highlight Ist doch schön das die Linken immer die entsprechende Ausrede parat haben... Verliert man Wähler, konnte man die Basis nicht mobilisieren, verliert man eine Abstimmung konnte man die Bürger nicht richtig informieren. Dass aber vielleicht einfach ein Grossteil andere Meinung war oder gerne andere Leute wählen wollte kann und darf nicht sein...
  • Lichtblau 11.04.2015 16:05
    Highlight Highlight Hm. Aber stimmt schon. Zumindest Jacqueline hat Kritik fehrdient - hat sie sich doch schon im Vorfeld der Wahlen mehrfach öffentlich als künftige Regierungsrätin bezeichnet. Ein Fall von Realitätsfehrlust? Damit hat sie sicher nicht nur mich fehrprellt.
  • David Müller 10.04.2015 21:50
    Highlight Highlight Es wäre nichts als Fehr, wenn die SP in Zürich fehrlieren würde. So wie die sich fehrhalten kann man ja fehrerweise kaum gewinnen.
    • MediaEye 12.04.2015 18:15
      Highlight Highlight Ja, aber Mario, nicht Jaqueline
  • Kronrod 10.04.2015 16:20
    Highlight Highlight Mein Popkorn für den Sonntag steht bereit.

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