Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Berührungen im Whirlpool: 37-Jähriger freigesprochen – aus Mangel an Beweisen

Sexuelle Belästigung nicht zu beweisen: Zu diesem Schluss kommt das Zürcher Obergericht und spricht einen 37-jährigen Schweizer frei. Der Mann war beschuldigt, zwei junge Frauen in einem Whirlpool des Migros Fitnessparks Winterthur betatscht zu haben.



Für die damals 17- und 18-jährigen Frauen war der Vorfall im Jahr 2017 klar Belästigung: Der Mann sei ihnen ständig gefolgt, sei ihnen im Becken des Wellnessbereichs nachgeschwommen und habe sich schliesslich neben sie auf eine Liege im Whirlpool gelegt.

Dann habe er sie absichtlich an Hüften, Oberschenkel und am Oberkörper berührt. Die jungen Frauen meldeten den Vorfall, so dass der Wellness-Aufenthalt für den 37-Jährigen eine wenig entspannende Wendung nahm: Als er den Fitnesspark verlassen wollte, wurde er zur Kasse gebeten, wo bereits zwei Polizisten auf ihn warteten.

Nur versehentlich berührtEr habe die beiden Frauen zwar angelächelt, verteidigte sich der Mann. Bei den Liegen im Sprudelbad sei es auch versehentlich zu einer kurzen Berührung gekommen, als er gleichzeitig wie eine der Frauen zur Haltestange gegriffen habe. Er habe sich aber sofort entschuldigt. Er habe den beiden Frauen zu keinem Zeitpunkt zu nahe kommen oder diese irgendwie belästigen wollen.

Als Grund, weshalb die Frauen ihn zu Unrecht beschuldigten sollten, gab der Mann «Rache» an. Er habe die beiden kurz vorher zurechtgewiesen, weil sie Fotos gemacht hätten, was im Wellnessbereich verboten sei.

Aussage gegen Aussage

Das Bezirksgericht Winterthur stufte sowohl die Aussagen der beiden jungen Frauen als auch jene des Beschuldigten als glaubhaft ein - ein klassischer Fall von «Aussage gegen Aussage», was in der Regel im Zweifel für den Angeklagten entschieden wird. So auch in diesem Fall: Das Bezirksgericht sprach den Mann im Januar 2018 frei.

Die beiden Frauen wollten dies nicht akzeptierten und zogen den Fall ans Obergericht weiter - und erleiden nun erneut eine Niederlage. Auch das Obergericht spricht den Mann aus Mangel an Beweisen frei.

Es lasse sich nicht beweisen, dass die Berührungen im Sprudelbad absichtlich gewesen seien, schreibt das Obergericht. Zugunsten des Beschuldigten müsse deshalb höchstens von zufälligen Berührungen ausgegangen werden. Es könne auch nicht der Schluss gezogen werden, der Mann sei ihnen gefolgt. In einem solch kleinen Bad würden sich die Gäste zwangsläufig immer wieder begegnen.

Der Mann erhält nun eine Entschädigung von 400 Franken aus der Staatskasse. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die beiden Frauen können es noch ans Bundesgericht weiterziehen. Bis am Donnerstag ist dort aber kein Rekurs eingegangen. (sda/az/aeg)

Das könnte dich auch interessieren:

Diese 9 Food Trucks aus New York wünschen wir uns in der Schweiz (weil absolut 🤤)

Link zum Artikel

Federer/Nadal necken sich wie ein altes Ehepaar und McEnroe will «ihre Karrieren beenden»

Link zum Artikel

«Kein Brexit ohne Parlament!» John Bercow sagt Johnson in Zürich den Kampf an

Link zum Artikel

St. Galler Polizist schiesst sich aus Versehen in den Oberschenkel

Link zum Artikel

Die lange Reise der Schiedsrichter-Pfeife an die Rugby-WM nach Japan

Link zum Artikel

Eins vor Tod will ich Sex und (eventuell) eine Ohrfeige

Link zum Artikel

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

9
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • RETO1 18.05.2019 12:26
    Highlight Highlight Berührungen sind heutzutage verboten, bevor du jemandem die Hand gibst, bitte vorher schriftliche Genehmigung einholen
  • Mladjo86 16.05.2019 19:42
    Highlight Highlight Die treffen sich sicher noch in Strassburg
    • GurMadh 17.05.2019 16:35
      Highlight Highlight And, willst du nicht noch die Nürnbergprozess anhängen, wen dich schon über schwerste Kriegsverbrechen lustig machst, dann richtig.
    • GurMadh 17.05.2019 19:18
      Highlight Highlight Genau, wow
  • Don Alejandro 16.05.2019 19:05
    Highlight Highlight Schon wieder Steuergelder verschwendet...
  • Magnum44 16.05.2019 18:48
    Highlight Highlight Aussage gegen Aussage gibt es in der Schweizer Rechtswelt nicht...
  • Gubbe 16.05.2019 18:17
    Highlight Highlight Berührungen sind eine lästige Sache. Ich möchte den zwei Frauen wünschen, nie mehr so schlimm berührt zu werden. Ist ja ekelhaft, am Oberkörper...
    • Emil22 17.05.2019 09:29
      Highlight Highlight "Nie mehr so schlimm?" Dann kennst du den Fall und weisst, dass es schlimme Berührungen waren? Was ist denn für dich eine schlimme Berührung?
    • Ziasper 17.05.2019 09:44
      Highlight Highlight Ungerechtfertigte Anklagen sind eine lästige Sache. Ich möchte dem Herrn wünschen, nie mehr so schlimm gedemütigt zu werden. Ist ja ekelhaft, aus Rache...


      Wir kennen die Wahrheit nicht.

Mann drückt Zürcher Polizistin brennende Zigarette ins Gesicht

Ein 45-jähriger Mann hat am Dienstagmittag eine Zürcher Verkehrspolizistin angegriffen und ihr eine brennende Zigarette ins Gesicht gedrückt. Der mutmassliche Täter konnte festgenommen werden.

Die Polizistin war wegen eines Verkehrsunfalls zum Hauptbahnhof gerufen worden. Als sie nach Abschluss des Falles auf ihr Motorrad steigen wollte, wurde sie vom Angreifer von hinten angesprochen und beleidigt. Als sie sich zu ihm umdrehte, drückte ihr der Mann plötzlich eine brennende Zigarette ins Gesicht.

Artikel lesen
Link zum Artikel