Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Das bleibt von der Binz-Besetzung: 7 Tonnen Abfall und eine Strafuntersuchung nach der Leutenegger-Attacke

Der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger, der während der dreitägigen Binz-Besetzung vom Gelände geschubst wurde, verzichtet auf eine Anzeige. Trotzdem ermittelt die Polizei weiter. Die Räumungsarbeiten sind fast abgeschlossen, die Aktivisten liessen jede Menge Holz liegen. 



Eine mehrere Meter hohe Holzkonstruktion war während der letzten Tage der Mittelpunkt des illegalen Binz-Festes in Zürich Wiedikon. Jetzt ist sie Geschichte. Am Montagmorgen gegen 8.30 Uhr haben sie Mitarbeiter von Entsorgung und Recycling der Stadt Zürich zum Einstürzen gebracht. 

Die allerletzten Sekunden des Holzkolosses der Binz. Video: watson.ch

Neun Mann sind nötig, um den Abfall wegzuräumen. Laut Peter Wiederkehr von Entsorgung und Recycling ist es vor allem Holz, das die Besetzer zurückgelassen haben. «Insgesamt sind es mindestens zwei Tonnen, um genauere Angaben zu machen, ist es noch zu früh», sagte Wiederkehr auf dem Platz. Nach dem Mittag war klar, es war einiges mehr. Rund sieben Tonnen blieben liegen. 

Seit 7.15 Uhr ist Wiederkehr mit seiner Crew vor Ort, die Polizei markiert Präsenz. «Bis wir fertig sind, wird es sicher Mittag.» Die Aktivisten hätten Abfälle und Leergut zwar zusammengestellt, es aber auf dem Areal stehen gelassen. Nebst den Rückständen der Holzkunstwerke blieben ein paar Migros-Wägeli, mehrere Paletten und eine halbe Bar zurück.

Aufräumarbeiten auf der Binz

Peter Wiederkehr, Leiter Geschäftsbereich Werdhölzli von Entsorgung und Recycling der Stadt Zürich  Bild:Watson

Im Vergleich zu früheren Aktionen hielten die Besetzer jedoch Wort: Sie räumten die Brache zur gesetzten Frist, verliessen das Gelände verhältnismässig sauber und es blieb während der ganzen Zeit mehrheitlich friedlich. 

Am Sonntagabend gegen 20.45 Uhr verliessen die letzten Aktivisten das Areal, die Polizei kontrollierte alle. 

Filippo Leutenegger verzichtet auf Anzeige

Zu einem Zwischenfall kam es am Samstagnachmittag, als sich Stadtrat Filippo Leutenegger vor Ort ein Bild vom besetzten Areal machen wollte. Leutenegger, der den ferienabwesenden Polizeivorstand Richard Wolff vertrat, wurde von einigen jungen Männern angepöbelt und geschubst. Ein Kameramann von Tele Züri hielt die Szene fest. «Ich ging davon aus, dass man wenigstens Grüezi sagen kann», sagte Leutenegger am Sonntag nach dem Vorfall bei einer Medienkonferenz. 

Auf eine Anzeige gegen seine Angreifer will er jedoch verzichten. «Ich will keine Anzeige, ich will und wollte diskutieren», sagt Leutenegger auf Anfrage von watson. Die Stadtpolizei Zürich muss trotzdem einen Bericht für die Staatsanwaltschaft erstellen: «Es handelt sich um ein Offizialdelikt, da Stadtrat Leutenegger in seiner Funktion als Amtsperson auf dem Areal angegriffen wurde», erklärt Polizeisprecher Adrian Feubli. Zu den Ermittlungen werden keine Details bekannt gegeben. 

Letztes Mal blieb viel Abfall 

Das Binz-Areal war bereits zwischen Mai 2006 und Mai 2013 besetzt. Anfang März kam es während einer Demo, die zwischen dem Binz-Areal und dem Helvetiaplatz stattfand, zu schweren Ausschreitungen. Es entstand ein Sachschaden von mehreren hunderttausend Franken. Ende Mai verliessen die Aktivisten das Gelände und liessen viel Abfall zurück. 

Auf dem Grundstück sollen nun 180 Studios für das Personal des Universitätsspitals, 150 Studios für Studenten sowie Ateliers und günstige Zimmer für Kurzaufenthalter entstehen.

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen
13
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ralphster 20.07.2015 17:26
    Highlight Highlight Ich suche mal ein paar Rechtsextreme und bitte sie das Gleiche zu wiederholen...aber wie dann die Hölle in Zürich los wäre...ich bin mir sicher, diverse Politiker aus dem linken Lager würden dann trotz Urlaub innert Kürze ein Statement herausgeben, dass man da radikal durchgreifen müsse...
    • Shlomo 20.07.2015 17:41
      Highlight Highlight Gibt doch jedes Jahr die sogenannte Albisgüetlitagung der SVP
  • Chlinae_Tigaer 20.07.2015 16:20
    Highlight Highlight Zitat; ... verließen das Gelände verhältnismäßig sauber... Zitatende.

    Mal abgesehen von den ca. 7 Tonnen !!! Abfall.

    Für dessen Entsorgung wieder einmal mehr der Steuerzahler aufkommt.

    Da frage ich mich wirklich ernsthaft, wie normale Menschen solche Aktivisten und ihr Tun, auf Biegen und Brechen verteidigen.

    Was ist bei solchen und solchen falsch gelaufen?

    • din Vater 20.07.2015 18:03
      Highlight Highlight Ich nehme mal an, dass mehr als die Hälfte von diesen 7 Tonnen aus den Holzkontruktionen besteht.
      Am Seebecken wird wohl an jedem Tag im Sommer soviel Abfall produziert und auch dort kommt der Steuerzahler für die Entsorgung auf.
      Ich zumindest bedanke mich für das schöne Fest und dafür, dass wieder einmal etwas Leben in Züri einzog.
    • Ralphster 21.07.2015 08:11
      Highlight Highlight din Vater, gerne komme ich bei dir zu Hause vorbei und pinkle dir jeweils an die Hausmauer. Im Niederdorf passiert ja das auch jedes Wochenende. Ist beides eine Schweinerei, aber wenn es dort ja passiert, dann ist es bei dir schon auch ok. Und die Stadt reinigt ja auch...mit ein wenig Ammoniakgeruch in der Luft kommt so richtig schön Leben nach Zürich.....
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 20.07.2015 14:48
    Highlight Highlight die Zürcher haben wenigstens die eier sowas durchzuziehen... wir in st.gallen quatschen dafür nur blöd herum und reden schlecht über jeden Kanton.... kein wunder das uns keine sau mag in der ganzen schweiz....
    • SaveAs_DELETE 20.07.2015 15:51
      Highlight Highlight Selten so einen Schwachsinn gelesen...
      Da bin ich ja Froh ein Thurgauer zu sein... :-)
    • scriptCH 20.07.2015 17:07
      Highlight Highlight Ziehe im herbst in den thurgau von st gallen zum glück.... Wenn man sieht was für null hirnis st galler sind :-D
  • flubi 20.07.2015 14:47
    Highlight Highlight Warum muss sich Leutenegger "wichtig" machen und sich in eine solche Situation begeben. Das ist von Leutenegger ein inzeniertes Theater.
    • Shlomo 20.07.2015 15:30
      Highlight Highlight Genau den Verdacht habe ich auch und das der Tuena auch noch dabei war macht das ganze noch suspekter.
    • kEINKOmmEnTAR 20.07.2015 15:33
      Highlight Highlight Ist es nicht, er in der Funktion als oberster Chef und Exekutiver Leiter darf doch bei einem Polizeieinsatz mit dabei sein.

      Ich kann zwar nicht sagen ob er provoziert hatte da ich nicht dabei war, aber grundsätzlich ist gegen seine Prsäenz nicht einzuwenden.
    • welefant 20.07.2015 15:47
      Highlight Highlight genau flubi! Sollen ja eh alle machen dürfen was sie wollen
    Weitere Antworten anzeigen

Ein Intensivmediziner zieht Bilanz: «Eine Patientin ist schon seit 77 Tagen bei uns»

Peter Steiger, stellvertretender Institutsdirektor Intensivmedizin am Unispital Zürich, hat noch keine Monate wie die letzten beiden erlebt.

«Wir sahen die Welle kommen von China via Italien. In die Intensivstationen im Tessin, im Welschland und auch besonders Zürich kamen immer mehr Covid-­19-Patienten. Wir fürchteten die Überlastung.

Am Unispital Zürich schufen wir zwei separate Corona-Intensiv­stationen. Wir konnten schliesslich genug Beatmungsgeräte beschaffen, aber der Knackpunkt blieb gut ­geschultes Personal. Wir waren erleichtert, als das Operationsprogramm eingeschränkt wurde, sodass wir weniger Patienten als sonst auf …

Artikel lesen
Link zum Artikel