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ETH publiziert Geheim-Bericht zur Entlassung von Professorin



Das Hauptgebaeude der ETH Zuerich, aufgenommen am Freitag, 25. April 2014. (KEYSTONE/Walter Bieri )

Bild: KEYSTONE

Im Zusammenhang mit der geplanten Entlassung einer Astronomie-Professorin hat die ETH Zürich den internen Untersuchungsbericht früher als geplant veröffentlicht. Die Hochschule entschloss sich dazu, weil viele vertrauliche Akten zum Fall bereits an die Medien weitergegeben wurden.

Die Publikation der Dokumente sei eigentlich erst nach dem Abschluss des Entlassungsverfahrens geplant gewesen, teilte die ETH am Mittwoch mit. Da Medien aber schon ausführlich aus den vertraulichen Dokumenten zitiert hätten, wolle man der entstandenen «Informationsasymmetrie» entgegenwirken.

Anonymisiert veröffentlicht wurde der Abschlussbericht der Administrativuntersuchung zum Verhalten der Professorin sowie die Empfehlung der zuständigen Kommission. Die Entlassung der Professorin des ehemaligen Instituts für Astronomie war von der Schulleitung vor einigen Wochen beim ETH-Rat beantragt worden.

Grundlage für den Antrag bildeten die nun veröffentlichten Dokumente. Den Ausschlag gab laut der ETH-Leitung einerseits das «festgestellte schwerwiegende Fehlverhalten über einen längeren Zeitraum». Zudem habe sich die Professorin im ganzen Verfahren uneinsichtig gezeigt und sei sich auch heute noch keines Fehlverhaltens bewusst.

Mitarbeitende respektlos behandelt

Die von einer unabhängigen Person geführte Administrativuntersuchung stellt der Professorin ein katastrophales Zeugnis aus. Ihr Führungsstil habe in klarem Widerspruch zu den Vorgaben der ETH gestanden. Im Umgang mit den Mitarbeitenden habe es der Professorin am notwendigen Respekt gefehlt. Auch habe sie Doktoranden mit zu hohem Leistungsdruck, der Erwartung der ständigen Erreichbarkeit, übertriebenen Kontrollen und plötzlichen Richtungswechseln belastet.

Zudem habe die Professorin höhere Anforderungen an Mitarbeiterinnen gestellt als an Mitarbeiter. Schliesslich habe sie auf «bereits verunsicherte Mitarbeitende» zusätzlichen Druck ausgeübt, indem sie Verlängerungen der Arbeitsverträge hinausgeschoben habe.

Die Kommission zur Überprüfung der Angemessenheit der Entlassung teilt die Sichtweise der Schulleitung nur teilweise. Das aus drei internen und drei externen Professorinnen und Professoren zusammengesetzte Gremium empfiehlt, auf eine Entlassung der Professorin zu verzichten. Gleichzeitig sei ihr aber die Betreuung von Doktoranden zu untersagen oder allenfalls nur als Co-Referentin zu erlauben.

Weiter schlägt die Kommission für die Professorin eine Probezeit vor. Zudem soll sich die Wissenschaftlerin coachen lassen. (aeg/sda)

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«Professoren und Professorinnen besitzen sehr viel Macht.»

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • marcog 10.04.2019 18:59
    Highlight Highlight Ok. Aber wenn man die feuert, müsste man auch noch viele weitere Professoren feuern, welche sich keinen Deut besser verhalten.
  • klugundweise 10.04.2019 18:05
    Highlight Highlight Warum hatte die Professorin bis vor kurzem nur gute Qualifikationen?
    Warum durfte sie nicht von Anfang ausführlich Stellung nehmen zu den anonymen Testemonials?
    Warum GEHEIM
    Bericht? ???????
  • DK81 10.04.2019 16:43
    Highlight Highlight Die verzerrte Perspektive im Titelbild verursacht leichten Augenkrebs... 👀
  • olmabrotwurschtmitbürli 10.04.2019 14:52
    Highlight Highlight Mich ärgert die Unsitte von einer "unabhängigen Person" zu sprechen, die die Administrativuntersuchung habe, wenn diese unabhängige Person von einer der Parteien des Arbeitsverhältnisses beauftragt und bezahlt wird.

    Das sind doch kommunikative Nebelpetarden.
  • Don Alejandro 10.04.2019 14:21
    Highlight Highlight Diese Dame war ja anscheinend ein richtiger Folterknecht. So wie es aussieht, vorallem ggü. Geschlechtsgenossinen...
  • Linus Luchs 10.04.2019 13:45
    Highlight Highlight Die Welt ist eben meistens nicht schwarz und weiss. Bei der Entlassung ist wohl nicht alles korrekt abgelaufen, das Verhalten der Professorin war aber auch nicht in Ordnung. Man kann hoffen, beide Seiten sind fähig und gewillt, ihre Fehler einzugestehen. Dann könnte eine gütliche Lösung möglich sein. Die im Artikel zitierten Vorschläge der Kommission scheinen mir ganz vernünftig zu sein.
    • The Destiny // Team Telegram 10.04.2019 16:41
      Highlight Highlight Sie sieht es aber nicht ein...
    • ands 10.04.2019 17:14
      Highlight Highlight Die Vorschläge der Kommission sind nicht umsetzbar.
      Sie kann nicht eine Professur innehaben und keine Doktoranden betreuen. Das ist, wie wenn man vorschlagen würde, einen Schreiner zu beschäftigen, ihm aber jeglichen Gebrauch von Sägen zu verbieten.
      Hinzu kommt - wie von The Destiny bereits erwähnt - dass sie keinerlei Einsicht zeigt. Was soll da ein Coaching bringen?
    • olmabrotwurschtmitbürli 10.04.2019 19:52
      Highlight Highlight Das mit der fehlenden Einsicht ist doch eine blosse Hilfsbegründung, weil man das Verfahren nicht richtig durchgeführt hat. Es wurde versäumt, die Professorin zu verwarnen. Jetzt behauptet man einfach, dass die Verwarnung nichts gebracht hätte. Woher weiss man denn das? Es ist unstatthaft Einsicht präventiv einzufordern, bevor die Betroffene sich nicht zu allen Vorwürfe und in Kenntnis aller Vorwürfe äussern konnte und diese abschliessend beurteilt wurden.

      Das ist wie, wenn man sagt, "weil sie die Begründung der Entlassung nicht akzeptiert, ist eine weitere Zusammenarbeit unmöglich..."
    Weitere Antworten anzeigen
  • Xonco 10.04.2019 13:42
    Highlight Highlight Gleich feuern.

    Missbrauch der Gleichberechtigungsdebatte.

    Anfangs hiess es ja die Dame wäre unschuldig und bei einem Professor wäre dies nie passiert. Das hat ja den ganze Wirbel ausgelöst. Nun stellt sich heraus, Sie hat wohl doch mehr Dreck am Stecken als Sie zugeben möchte.

    Nett. Ich denke das war nicht das erste mal das das Thema missbraucht wurde um eigene Fehler zu decken.
    • Reto32 10.04.2019 14:26
      Highlight Highlight Kamen aber die ganzen Vorwürfe über mangelnder Gleichberechtigung wirklich von ihr?

      Soweit ich verstanden habe, haben Leute aus der Zuschauergalerie (allen voran Republik - was ich jetzt gerade sehr enttäuschend finde) blödsinnigen Vorwürfe und Verschwörungstheorien in den Zeitungen hinein-spekuliert.
    • Xonco 10.04.2019 17:05
      Highlight Highlight Ich erinnere mich nicht.


      Nein, ich glaube es war ihre Busenfreundin Arbeitskollegin, die das so dann herumgebrüllt hat.

      Aber ich denke kaum das es lediglich Eigeninitiative war.

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