DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Fisibach. Copyright: Wikicommons/Badener (https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Badener)

Fisibach AG – vielleicht bald schon Fisibach ZH? Bild: Wikicommons/Badener

Vom Aargau nach Zürich: Fisibacher wollen Kanton wechseln – die Hürden sind aber hoch

Der Antrag an der «Gmeind» in Fisibach, vom Aargau zu Zürich zu wechseln, löst Ratlosigkeit aus. Einen solchen Fall gab es in 214 Jahren noch nie. Fest steht: Zu einem Kantonswechsel haben einige Leute etwas zu sagen.

Fabian Hägler / aargauer zeitung



Seit der Gründung des Kantons Aargau im Jahr 1803 hat sich die Gemeindelandschaft immer wieder verändert. Aufgrund von Fusionen hat sich die Zahl der Gemeinden seither reduziert. Nun könnte der Aargau eine weitere Gemeinde verlieren – aber nicht wegen einer Fusion, sondern durch Kantonswechsel.

Die Gemeindeversammlung von Fisibach sagte letzte Woche nicht nur Nein zu Fusionsabklärungen mit neun anderen Zurzibieter Gemeinden, sondern auch Ja zu einem Antrag, der vom Gemeinderat verlangt, den Wechsel zum Kanton Zürich zu prüfen.

Gemeindeammann Marcel Baldinger war nach dem überraschenden Ausgang der «Gmeind» ziemlich ratlos. Der Fisibacher Gemeinderat müsse nun prüfen, was der überwiesene Antrag im Detail bedeute, und die Fühler Richtung Zürich ausstrecken. Man werde Gespräche führen und schauen, was möglich und realistisch sei, sagte Baldinger.

Der Gemeindeammann von Fisibach ist nicht der Einzige, der bei der Frage eines Kantonswechsels ratlos wirkt. «Es wäre das erste Mal in der Geschichte des Aargaus, dass eine Gemeinde den Kanton wechselt, deshalb gibt es keine Regelungen, wie ein solches Verfahren abläuft», sagt Hans-Peter Fricker, Generalsekretär des kantonalen Innendepartements, das für Gemeinden zuständig ist.

Sind die Fisibacher reif für Zürich? Der ultimative «Züri»-Test

Video: © TeleM1

Er könne nur auf die Bundesverfassung verweisen, die einen Entscheid der betroffenen Bevölkerung und der beiden Kantone sowie eine Bestätigung des Kantonswechsels durch die Bundesversammlung, sprich National- und Ständerat, vorsehe.

Notwendig wäre also zuerst ein Beschluss der Gemeindeversammlung oder eine kommunale Abstimmung. Wann die Bevölkerung in Fisibach darüber entscheiden kann, ist völlig offen. Der Gemeinderat werde das Thema an der nächsten Sitzung am 18. April behandeln, kündigte der Fisibacher Ammann Marcel Baldinger letzte Woche an.

Solothurner wollen keine Abspaltungen

Gespräche mit dem Kanton haben noch keine stattgefunden, sagt Hans-Peter Fricker. «Bisher ist der Gemeinderat von Fisibach nicht auf das Departement zugekommen – es ist vorgesehen, dass Regierungsrat Urs Hofmann mit dem Gemeindeammann in Kontakt tritt und das weitere Vorgehen bespricht.» Vor diesem Gespräch könne sich Hofmann politisch nicht zu einem allfälligen Kantonswechsel äussern.

Klar äusserte sich hingegen der Solothurner Regierungsrat im Jahr 2004, als es um einen möglichen Anschluss von Eppenberg-Wöschnau an Aarau ging. Nach einer Aussprache habe man den Gemeindebehörden zu verstehen gegeben, dass die Regierung einem Kantonswechsel nicht zustimmen werde, hiess es damals in einer Mitteilung.

2003 hatte die Gemeindeversammlung von Eppenberg-Wöschnau, das neben Aarau liegt, den Gemeinderat beauftragt, «Voraussetzungen und Konsequenzen einer Eingemeindung in eine der direkt anstossenden Nachbargemeinden, auch unter Blickwinkel eines Kantonswechsels», zu prüfen.

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Anwohner gewinnt Kuhglocken-Streit im Aargau – Bauer muss Glocken um 22 Uhr abmontieren

Kuh- und Kirchenglocken sind laut Polizeireglement in Berikon eigentlich von der Nachtruhe zwischen 22 und 7 Uhr ausgenommen. Dagegen führte ein Anwohner im vergangenen Jahr allerdings Beschwerde beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Mit Erfolg.

Es wirkt schon ein bisschen abstrus, was der «Wohler Anzeiger», «SRF» und ArgoviaToday in diesen Tagen berichten. Im beschaulichen Berikon kam es zum Kuhglocken-Knatsch. Die Gemeinde Berikon war nicht auf die Klage eingetreten, weil im Polizeireglement Berikons die Kuh- und Kirchenglocken vom Nachtruhegebot ausgenommen sind. Dies nahm ein Anwohner so nicht hin und führte Beschwerde beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Dieses musste sogar einen Fachspezialisten beiziehen, um die Frage …

Artikel lesen
Link zum Artikel