DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Gratissex und Geschenke: Überraschender Freispruch für Zürcher Ex-Polizisten



Überraschender Freispruch für einen ehemaligen Zürcher Stadtpolizisten: Das Zürcher Obergericht hat entschieden, dass er sich im Umgang mit einer Prostituierten nicht strafbar gemacht habe. Sein moralisches Verhalten sei jedoch «eines Polizisten unwürdig».

Angeklagt war der 39-Jährige, weil er sich von einer gebürtigen Brasilianerin mehrfach Kleider, Elektronikartikel, Flüge, Hotelaufenthalte und Sex hatte schenken lassen.

Für den Staatsanwalt war klar, was sich die Frau davon erhoffte: Dass die Polizei ihr und ihrem Salon gegenüber günstig gestimmt und bei Kontrollen ein Auge zudrücken würde. Das Bezirksgericht Zürich folgte der Anklage noch und verurteilte den Polizisten wegen mehrfacher Vorteilsannahme zu einer bedingten Geldstrafe.

«Im moralischen Sinne war Ihr Verhalten aber unter jedem Hund»

sagte der Richter zum ehemaligen Polizisten

Nicht für sie zuständig

«Nicht zu beweisen» fand hingegen das Zürcher Obergericht am Montag. Der Beschuldigte habe die Frau zwar vor Jahren im Kreis 4 kennengelernt, sie habe aber im Kanton Thurgau und danach im Zürcher Stadtteil Schwamendingen gearbeitet. Der Beschuldigte sei als Polizist somit nicht für sie zuständig gewesen.

Eine allfällige «Klimapflege» hätte ihr deshalb gar nichts genützt. Zudem streitet die Frau ab, überhaupt als Prostituierte zu arbeiten. Strafrechtlich könne man den 39-Jährigen somit nicht verurteilen.

Moralisch verwerflich

«Im moralischen Sinne war Ihr Verhalten aber unter jedem Hund», sagte der Richter zum ehemaligen Polizisten. Er habe sich mit einem Polizisten-Kollegen per Whatsapp menschenverachtend und primitiv über die Frau geäussert. Sie hätten sie als «geiles Luder» und «Schlampe» bezeichnet, die man «als Sponsor ausnehmen» könne.

Ein derartiges Verhalten, auch im privaten Bereich, sei nicht mit dem Beruf des Polizisten vereinbar. Von einem Polizisten erwarte man Charakter. Sein Verhalten sei aber absolut unwürdig gewesen. Er sei deshalb selber schuld, dass er seinen Traumberuf verloren habe. Der 39-Jährige ist heute in einer anderen Branche tätig.

Nebengleis der «Chilli's»-Affäre

Der Prozess war ein Nebengleis der so genannten «Chilli's»-Korruptionsaffäre, welche im Jahr 2013 die Sittenabteilung der Stadtpolizei Zürich erschütterte. Der Beschuldigte arbeitete zwar nicht Sittenpolizist, wurde als «Schein-Freier» aber mehrmals für Aktionen gegen illegale Prostitution hinzugezogen.

Er geriet nur deshalb ins Visier der Ermittler, weil er sich für das «Ausnehmen» der Prostituierten mit einem Kollegen zusammentat, der bei der Sittenpolizei tätig war - und sich mit diesem ausführlich per Whatsapp über die Brasilianerin unterhielt.

Für die Staatsanwaltschaft ist dieser Freispruch eine herbe Niederlage. Eine Reaktion war auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda jedoch nicht zu erhalten. Der zuständige Staatsanwalt weilt in den Ferien. (whr/sda)

Aktuelle Polizeibilder

1 / 95
Aktuelle Polizeibilder: Lagergebäude durch Brand beschädigt
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Bundesgericht heisst Beschwerde gegen Zürcher Hardturm-Stadion gut

Das Bundesgericht hat einer Stimmrechtsbeschwerde gegen das geplante Fussballstadion auf dem Zürcher Hardturm-Areal stattgegeben. Nun muss sich der Bezirksrat nochmals mit der Beschwerde befassen.

Das Projekt «Ensemble» wurde im letzten September an der Urne angenommen. Ein Gegner des Projekts, das ein Fussballstadion und zwei Hochhäuser umfasst, monierte, dass die Stadt im Vorfeld nicht genügend über die Sicherheitsrisiken eines Fussballstadions informierte habe, schrieb die Neue Zürcher …

Artikel lesen
Link zum Artikel