Schweiz
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Zürcher Pub nach Schwulen-Rauswurf im Shitstorm – und nun rufen die Jusos zum «Kiss In»-Protest

philipp Dahm, jovin barrer



Anruf beim «Nelson Pub» in Zürich, ich werde auf Englisch begrüsst. Ich verlange jemanden vom Management – und das ist am Apparat. Ob der Mann kurz Zeit habe, frage ich. «Für Kunden habe ich immer Zeit», so die Antwort. Es ginge um den Artikel vom «Blick», laut dem ein schwules Paar ohne Grund aus der Bar geworfen wurde, beginne ich. Der Barbetreiber lässt durchblicken, er habe schon genug darüber reden müssen.

Als ich ihm sage, dass ich das weitere Gespräch aufnehmen will, kommt sozusagen Bewegung in die Sache. Jemand anderes kümmere sich um die Presse-Anfragen, es sei gerade auch sehr viel los. Ich gebe ihm meine Nummer. Nun heisst es, vielleicht würde ich auch erst morgen zurückgerufen. Und dann wünscht man mir einen schönen Abend.

Bild

Kory Kalnasy (rechts) und der 28-jährige Martin Andersen sind seit zweieinhalb Jahren ein Paar. bild: facebook

«Ihr kennt den Grund»

Deutlich kommunikativer ist da das betroffene Paar. «Wir haben Freunde getroffen und kamen so kurz nach ein Uhr in den Pub», erinnert sich Kory Kalnasy. Der Amerikaner ist seit zweieinhalb Monaten in Zürich und besuchte die Bar mit seinem dänischen Freund Martin Andersen. «Wir haben ein bisschen was getrunken, getanzt und Spass gehabt. Irgendwann kam mein Freund zu mir und hat mich geküsst.» Das war gegen 3.30 Uhr.

Es seien harmlose Küsschen gewesen, versichert der 23-Jährige. «Aber dann griff mich jemand am Arm. Dann sah ich diesen Türsteher, ein zweiter Türsteher schnappte sich Martin. Wir fragten, was los sei und wollten den Grund wissen, warum sie uns rausschmissen. Der Typ sagte: ‹Ihr wisst ganz genau warum.›» Kalnasy hatte verstanden: «Der Grund ist, dass ihr homophob seid!» Der Türsteher blieb bei seiner Antwort: «Ihr kennt den Grund.»

In der schwulen Ecke

Weil Kalnasy sich darüber aufregte, zogen ihn seine Freunde beiseite und die Gruppe verschwand. Der «Nelson Pub» hat inzwischen auf seiner Homepage eine Stellungnahme veröffentlicht. Der Türsteher schilderte demnach den Vorfall ganz anders: «Die beiden seien sich sich in einer Ecke des Lokals auf physische Weise nähergekommen, die wir auch bei heterosexuellen Paaren nicht akzeptieren», heisst es da.

Bild

Stellungnahme des «Nelson Pubs».

Sind sich die beiden wirklich wie beschrieben «in einer Ecke» physisch nähergekommen? «Nein, wir haben auch nicht unsere Hüften aneinandergerieben, sondern getanzt – so wie alle anderen Paare auch. Im Gegenteil: Einige heterosexuelle Paare waren sehr viel intimer als wir.» Zudem habe sich das Paar auch nicht permanent «in einer Ecke» verlustiert.

Die Diskriminierung Homosexueller sei leider an der Tagesordnung, sinniert Kalnasy. Er habe persönlich aber sowas noch gar nicht erlebt – auch nicht in der Schweiz, wo er – mit eben einer Ausnahme – immer höchst freundlich behandelt werde. Und hier bekommen sie unerwartet Rückendeckung: Die Jusos haben heute um 18 Uhr zu einem «Kiss In» vor dem Pub aufgerufen.

Aussage gegen Aussage – Wo bleibt der Videobeweis?

Von der Aktion erfahren Andersen und Kalnasy erst durch watson. «Ist nicht wahr!», ruft der Amerikaner erfreut aus. «Es ist gut zu hören, dass die Community für die Sache einsteht. Es sollte bei allen Dingen so sein, bei denen Leute ungerecht behandelt werden.»

Bild

Die Stellungnahme des Pubs auf Facebook wird bei den dortigen Kommentatoren für wenig glaubwürdig gehalten.

So feierte die LGBTQ-Community den diesjährigen IDAHOT 

Ein schwules Duo setzt sich für seine Rechte ein: Was würde Kalnasy Leuten sagen, die das Paar auf homosexuelle Lifestyle-Hedonisten reduzieren? «Schaut hinter die Oberfläche! Die Dinge sind oft nicht so, wie sie scheinen. Am Ende sollte man einander einfach respektieren, das kann doch nicht so schwer sein.»

Bild

Das amerikanisch-dänische Paar hat keinen Bedarf nach «15 Minuten Ruhm» in den Schweizer Medien, betont Kalnasy. Aber Diskrimierung wolle er nicht akzeptieren. bild: facebook

Er ergänzt noch: «Ich kann doch recht genaue Angaben zu allem machen. Warum sollte ich lügen? Fragen Sie doch, ob es Überwachungskameras gibt.»

Da hatte ich vor und reiche die Frage am Folgetag an den Kommunikationsverantwortlichen des «Nelson Pubs» weiter, der sich doch noch wie versprochen meldet. Die würde es, wenn überhaupt, nur für den Eingangsbereich geben, lautet seine Antwort. Weiter verweist er auf die Online-Stellungnahme: Es bleibt also dabei, dass die Türsteher unangebrachtes Verhalten ausgemacht haben wollen – und Aussage steht gegen Aussage. 

Küsse gegen Intoleranz

Andrea Simonett, der die Arbeitsgruppe Gleichstellung der Juso Kanton Zürich leitet, sieht in dem Vorfall «eine tragische Bestätigung, dass es im öffentlichen Raum für nicht heterosexuelle Menschen noch immer Probleme und Gefahren gibt, die sie in ihrer Freiheit einschränken.» Dass der harmlose Akt eines Kusses, eine derartige Reaktion der Sicherheitsleute des Nelson Pubs hervorruft, findet Andrea Simonett «traurig und unakzeptabel.»

andrea

Andrea Simonett, Juso Zürich. Bild: watson

«Wenn die heutige Aktion als plumpe Provokation wahrgenommen wird, zeigt dies auf, dass wir uns noch immer in einer misslichen Lage befinden.»

Andrea Simonett, Juso Kanton Zürich

«Gegen dieses Verhalten wollen wir nun protestieren», begründet das Juso-Mitglied das öffentliche «Kiss In». Bei dieser Aktion handelt es sich um eine Form des friedlichen Protests, bei dem Queers jedweder Coleur auf offener Strasse Küsse austauschen und damit den öffentlichen Tabubruch des gelichgeschlechtlichen Kusses zelebrieren.

«Alle Menschen sollen ihre sexuelle und romantische Orientierung so zeigen können, so wie es für sie stimmt. Nicht Angst, sondern allgemeine Rücksicht soll das Verhalten aller bestimmen», fasst Simonett zusammen und fügt an: «Da die Diskriminierung aufgrund eines Kusses statt fand, verwenden wir dieses Symbol für unseren Protest.»

Video: tele zueri

Wir fragen nicht: Wer hat Recht? Beurteile lieber, wie oft heute wohl noch Schwule, Lesben und Transmenschen diskriminiert werden!

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89
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    Alle Leser-Kommentare
  • Menel 16.09.2016 08:03
    Highlight Highlight OMG! Was für ein süsses Paar 😍

    ....und ja, los, küsst euch!!! Würden mehr Menschen küssen, wäre das Zusammenleben schon ein grosses Stück friedlicher.

    Dabei darauf achten, welchem Geschlecht die Küssenden angehören ist sowas von 1950 und darüber aufregen erst recht.
    Sagt jedenfalls viel über die Person, die sich aufregt, aus...😏
  • Spooky 15.09.2016 23:34
    Highlight Highlight Wieso gehen die Leute überhaupt in so ein blödes Lokal? Ich gehe lieber in den Wald. Dort ist alles gratis.
    • Kstyle 19.09.2016 23:12
      Highlight Highlight Und das bier wächst am Baum;-)
    • Spooky 20.09.2016 01:57
      Highlight Highlight @Kstyle
      Hehe! Guter Einwand! Aber sorry, das Bier kann ich auch in den Wald mitnehmen ;-))) Okay, ich gebe zu, das Bier musste ich zuerst im Denner kaufen. Also, alles in allem: Das Bier ist auch im Wald nicht gratis. 1:0 für dich! ;-)
  • Tschiger 14.09.2016 20:03
    Highlight Highlight Normal ist laut Definition, was die Mehrheit macht oder empfindet.
    Bei allem Respekt, aber Homosexualität ist demnach eine Minderheit.
    Bitte hört auf diese Neigung respektive Veranlagung als gleichwertig darstellen zu wollen. Ihr dürft Toleranz erwarten aber nicht Akzeptanz.
    • Calvin Whatison 14.09.2016 20:26
      Highlight Highlight @Tschiger: und ich akzeptiere solche Äusserungen nicht, da hab ich eine Null Toleranz.
    • Monti_Gh 14.09.2016 20:39
      Highlight Highlight was du verlangst ist homophobie!
    • mortdecai 14.09.2016 20:59
      Highlight Highlight Also Minderheiten sind demnach auch Rothaarige, Menschen die Blumenkohl mögen, Twilightfans, Leute die Mitte September Schoggisamichläus kaufen... Phu, wenn wir so weitermachen gehört am Schluss die Mehrheit einer Minderheit an. Und der Rest ist ja dann auch wieder eine Minderheit. Fazit: eigentlich müssen wir niemanden mehr akzeptieren, nur tolerieren :)
    Weitere Antworten anzeigen
  • strudel 14.09.2016 18:25
    Highlight Highlight Aussage gegen Aussage, warum wird hier der einen Seite mehr Glauben geschenkt?
  • Too Scoop 14.09.2016 18:12
    Highlight Highlight In vielen Punkten konnten wir uns noch nicht weiterentwickeln. So auch in diesem Bereich. Vieles stört uns, aber sobald es um Homosexualität geht darf man sich darüber aufregen und auftrumpfen wie intolerant manche zu sein scheinen etc. und Alles bekommt direkt eine Plattform. Diese Story ist eine von Vielen. Eine überraschende Empörung ist meiner Meinung auch Fehl am Platz. Wer sich nicht benehmen kann fliegt, ob hetero oder nicht. Will ja nichts unterstellen, aber Aussage gegen Aussage schliesst nichts aus.
  • Blutgruppe 14.09.2016 17:00
    Highlight Highlight Und diese Homophobie wird in gewissen Kulturen und Ländern, mit welchen wir tolerant sind und Geschäfte treiben, noch religiös und staatlich gefördert. Nulltoleranz für Intoleranz!
    • Fabio74 14.09.2016 18:20
      Highlight Highlight Thema verfehlt es geht nicht um den Islam hier
    • Cerulean 15.09.2016 14:56
      Highlight Highlight @Fabio74
      Der Islam wurde mit keinem Wort erwähnt. Unter obige Beschreibung fallen viele nicht-muslimische Staaten. Russland, zum Beispiel, Simbabwe, Barbados, Jamaica, etc.
    • Fabio74 16.09.2016 01:29
      Highlight Highlight @Ceeulean: Stimmt aber gehe mal schwer davon aus, dass Blutgruppes Kommentar auf den Islam zielte
    Weitere Antworten anzeigen
  • m:k: 14.09.2016 16:43
    Highlight Highlight Wenn man wissen will, wie es um die Homophobie im Lande steht, sollte man sich die Kommentare auf Blick.ch zu diesem Thema zu Gemüte führen. Und das sind dieselben die sonst jeweils von der "Verteidigung unserer freien, westlichen Werten" schwafeln.
    • Pana 14.09.2016 18:14
      Highlight Highlight Eine Kostprobe:

      "Wenn sich gleichgeschlechtliche Paare intensiv küssen, ist mir das zuwider. Das schmerzt mich richtig, so wie wenn ich Behinderte sehe, versetzt es mir auch einen Stich. Ich habe dann das Gefühl, da ist jemand krank."

      Was man bei den Blickkommentaren jedoch noch anmerken muss: Da tummeln sich erstaunlich viele ältere Generationen (70-80), die heutzutage mittlerweile online sind. Ist mir mal bei einem anderen Thema aufgefallen.
    • Fabio74 14.09.2016 19:26
      Highlight Highlight Hab einzelne auch gelesen. Selbst von einem der sich als schwul sieht... der sich stört.
      Die aufgeklärte Schweiz ist nicht besser als andere Länder..leider
  • Ciri 14.09.2016 16:40
    Highlight Highlight Mir passierte genau das mal umgekehrt. Wir waren in einem Schwulen Pub wurden nicht bedient, da wir offensichtlich keine schwulen Männer waren. Kein Mensch interessiert sich für das.
    Was will ich damit sagen? Egal von wo du kommst, welcher Religion du angehörst, deine sexuelle Orientierung, ect. pp: der Mensch ist und bleibt ein Idiot!
    • Fabio74 14.09.2016 18:21
      Highlight Highlight Wo war das denn und wann?
    • Ciri 14.09.2016 22:28
      Highlight Highlight Das erste Mal mit meiner Schwester und Mutter in einer Spelunke in Berlin. K.A. wie das hiess. die war in der Nähe unseres Hotels.
      Und einmal an einer Party in Luzern. Ich hatte keine Ahnung und wollte nur ein Bier. Naja... Ich sag ja nur, es gibt überall und immer idioten. ;) ond das en raue Mängene
    • Ciri 14.09.2016 22:33
      Highlight Highlight uuu vergessen wann:
      berlin: märz/april 2015
      luzern: schon etwas her... etwa 2010/2011? Uferlos (ist sonst voll i.O) hatte auch nix mit schwul oder nicht zutun. Waren einfach keine offenen Menschen. Tja gibts sogar da. Stell Dir das mal vor! ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tschaesu 14.09.2016 16:37
    Highlight Highlight Keine Ahnung wieso ich das noch weiss, und es ist sowas von nicht relevant aber, dass sind die beiden, die sich am Adele Konzert auf der Bühne verlobt haben..
    :D
    • Tschaesu 14.09.2016 18:01
      Highlight Highlight Hm hab grad gehört, dass der Blick solche Sachen auch weiss. Tut mir leid, falls ich jemanden damit gelangweilt habe aber ich lese dieses Blatt halt nicht.
    • Habicht 14.09.2016 21:06
      Highlight Highlight Evntl. ein bisschen Mediengeil die beiden?
    • Citation Needed 16.09.2016 12:01
      Highlight Highlight habicht: sicher nicht medienscheu. ;-)
      Ob sie bewusst Konfrontation (=mediale Aufmerksamkeit) suchten? Muss nicht sein. Ich gehe mal davon aus, dass sie den Vorfall weder erfunden noch massiv aufgebauscht haben. Aber andere, die medienkritischer drauf sind, hätten denselben Vorfall vielleicht nicht öffentlich gemacht.
  • dääd 14.09.2016 16:32
    Highlight Highlight "(...) auf eine physische Weise nähergekommen, wie wir dies auch bei heterosexuellen Paaren nicht akzeptieren." So geil - tönt wie in einer Medienmitteilung von Bischof Huonder. Wenn die 21-jährige Zeugin die Wahrheit sagt, muss das klar Homophobie gewesen sein. "Westliche Werte, mmmmh!" - Das Gute an der Geschichte ist aber, dass ich meine Frau mal ganz anders anturnen kann: "Duhuu, ich würde mich gerne in einer physischen Weise annähern, die man im 'Nelson' nicht akzeptiert."
  • wipix 14.09.2016 16:26
    Highlight Highlight Ich finde die Aktion, vermutlich ist diese in der Bersion der Betroffenen passiert, auch nicht gut. Könnte mir aber gut vostellen, dass dies auch in (überschrittener?) Kompetenz der Türsteher geschehen ist. Es gibt unter Türstehern nicht wenige, die bildungstechnisch eher einfach strukturiert daherkommen und daher schnell mal mit solchen Situationen überfordert sind.
    Schlussendlich aber steht der Chef hinter den Türstehern, und es ist sein Recht Leute vor die Tür zu setzen. Auch wenn dem Wirt nur die Brille eines Gastes nicht passt oder so.
    Ich für meinen Teil (Hetero) meide nun das Pub...😉
  • -woe- 14.09.2016 16:24
    Highlight Highlight Da soll sich die Juso mal schön raushalten. Das ist eine Angelegenheit für die SP Frauen *.
    • mortdecai 14.09.2016 21:01
      Highlight Highlight Hä?
  • SuicidalSheep 14.09.2016 16:21
    Highlight Highlight Ich bin selber bisexuell und seit mehreren Jahren jetzt in einer Beziehung mit einer Frau. So direkt wurde ich jetzt noch nie angegangen oder eines Clubs/Bar verwiesen. Aber man merkt doch hin und wieder mal, wie böse Blicke von Menschen kommen, jeglichen Geschlechts, Alters und Stellung, wenn ich meine Partnerin zB an der Bushaltestelle küsse.

    Aber wenn ich mir so die Kommentare auf der FB Seite des Blicks zum Thema anschaue, dann machts einem schon traurig wie homophob immer noch sehe viele Leute sind und ohne zögern ihre Diskriminierung öffentlich mit Namen posten.
    • lilie 14.09.2016 18:29
      Highlight Highlight @SuicidalSheep: Ich finde es traurig, dass Mensche oft sehr schnell mit Urteilen über andere Menschen sind, nur weil diese etwas tun oder sind (oder lassen), was sie selber in ihrer kleinen Welt als "normal" definiert haben.

      Was ich mir noch nicht sicher bin, ist, ob ich es schlimmer finde, wenn die Leute "nur" blöd gucken oder wenn sie ihre Meinung offen kundtun.

      Ich glaube, bei Leuten, mit denen ich direkt zu tun habe, ist mir das zweitere lieber. Wenn die Leute um mich herum mich blöd finden (warum auch immer), es mir aber nicht ins Gesicht sagen, kann ich nicht einmal reagieren.
    • 9oli8 14.09.2016 18:37
      Highlight Highlight Es müssen nicht einmal böse Blicke sein, wie du beschrieben hast. Schon nur wenn ich mich von meinem Freund am Bahnhof verabschiede, wird uns dank vielen Gaffern immer wieder deutlich gemacht, dass wir anders sind und offensichtlich eine Attraktion in der Öffentlichkeit😅
      Nichtsdestotrotz geniessen wir unsere Zeit zusammen und wünschen auch euch zweien alles Gute❤
    • lilie 14.09.2016 18:57
      Highlight Highlight @SuicidalSheep: Ich meinte natürlich NICHT normal...
  • Clank 14.09.2016 16:03
    Highlight Highlight Mir geht es auf den Nerven, wie ständig Homosexuelle und Transmenschen in einem Satz erwähnt werden. Ich sehe kein Zusammenhang. Das eine ist nur sexuelle Vorliebe, das andere dagegen eine psychische Identitätsstörung.
    • Fabio74 14.09.2016 19:27
      Highlight Highlight Falsch
    • Clank 14.09.2016 19:50
      Highlight Highlight Verstehe das Geblitze und diesen persönlich Angriff nicht. Gross anders wird es ein Psychologe nicht formulieren.
    • Clank 14.09.2016 21:37
      Highlight Highlight @Fabio
      Dann sollen mich die Blitzer doch mindestens aufklären.
    Weitere Antworten anzeigen
  • steffinski 14.09.2016 15:40
    Highlight Highlight wären es zwei frauen gewesen hätten sie bestimmt noch freude gehabt...
  • Seralina 14.09.2016 15:28
    Highlight Highlight Wer heutzutage im jahre 2016 noch ein problem mit homosexuellen hat,ist ein ganz armer mensch! Es ist lächerlich...

    Man sollte als mensch glücklich sein dürfen,egal mit wem!

    Zum bericht mag ich mich nicht äussern... Ich wünsche mir einfach respekt gegenüber der liebe...

    Ich glaube den 2 sympatischen herren!

    Schönen nachmittag allen adieu merci!
  • lilie 14.09.2016 15:26
    Highlight Highlight Oh je, das ist wieder schwer zu beurteilen. Im Allgemeinen nehme ich immer das Beste an von den Leute (und liege damit des öftern mal falsch...), aber hier siehts ja schon so aus, als hätte der Securitymann bei dem schwulen Pärchen eine andere Messlatte (sorry für das Wortspiel!!!) angesetzt als bei den anderen Gästen...
    • lilie 14.09.2016 18:33
      Highlight Highlight @AL:BM: Nein, ich bin davon ausgegangen, dass an beiden Berichten etwas dran ist und habe das arimetische Mittel aus beiden genommen. Ergibt: Es war vielleicht doch ein bisschen mehr als nur Küssen, aber wohl doch nicht so viel mehr, wie der Club behautet.

      Den Rest des Posts habe ich leider nicht verstanden, sorry. :(
  • iiceccreamllove 14.09.2016 15:20
    Highlight Highlight Die traurige Antwort: Jeden Tag. Durch Blicke, Worte, Taten.

    Ich fühle mich als Schwuler dadurch nicht wirklich bedroht. Aber wisst ihr, man kriegt jeden Tag zu spüren, dass man anders ist. Sprüche gibts eigentlich immer, wenn ich mit meinem Mann Hand in Hand durch die Strassen laufe. Und ja, auch mit körperlicher Gewalt musste ich in Zürich schon klar kommen – wenn auch sehr sehr selten!.

    PS: Würde mich jetzt nicht als Klischee-Schwul bezeichnen... und auch wenn ich in Rosa und mit Make-Up rumlaufen würde – es gibt niemandem das Recht, mich zu beschimpfen oder dumm anzumachen.

    PEACE!
    • Fabio74 14.09.2016 19:29
      Highlight Highlight Dumme Sprüche kommen immer mal. Gewalt zum Glück nie.. aber die Kommentare zu solchen Geschichten tun weh
  • badaboo 14.09.2016 15:10
    Highlight Highlight Ich wurde leider auch schon im mc donalds mit pommes beschmissen als ich meinem damaligen freund einen kuss auf die backe gedrückt habe... (ja ich meine die backe im gesicht😉) Es gibt leider immer wieder vereinzelt leute die etwas gegen homosexualität haben. Da sind wir - auch in der schweiz- leider noch nicht wirklich angekommen...
    • mrmikech 14.09.2016 23:43
      Highlight Highlight @badaboo: sind meist menschen die mit ihre eigene sexualität nicht klar kommen, und davon gibt es viele.
  • Mia_san_mia 14.09.2016 15:07
    Highlight Highlight Die zwei wollen einfach in die Medien...
    • Calvin Whatison 14.09.2016 16:28
      Highlight Highlight Willkommen in der Welt von Bayern, wir schreiben das 18.Jahrhundert... unterstellst wieder gewaltig 😀
    • Fabio74 14.09.2016 19:29
      Highlight Highlight Denke kaum, dass man so in die Medien kommen will
    • Calvin Whatison 14.09.2016 20:33
      Highlight Highlight @Fabio74 : denke auch nicht, es steht ja auch unterhalb des zweiten Bildes des Paares:


      "Das amerikanisch-dänische Paar hat keinen Bedarf nach «15 Minuten Ruhm» in den Schweizer Medien, betont Kalnasy. Aber Diskrimierung wolle er nicht akzeptieren."
    Weitere Antworten anzeigen
  • Madison Pierce 14.09.2016 15:05
    Highlight Highlight "Französische" Küsse gehören meiner Meinung nach nicht in die Öffentlichkeit, egal ob hetero oder homo.

    Wenn dieses Verhalten bei Heteros akzeptiert wird und bei Homos nicht, ist es aber eine klare Diskriminierung.
    • michiOW 14.09.2016 18:34
      Highlight Highlight Es kommt auf die Länge, den Ort und die Häufigkeit des Kusses an.

      An einem Bahnhof am Perron finde ich es z.B. i.O.
  • Chrigu91 14.09.2016 14:48
    Highlight Highlight Habe mir gestern mal die Kommentare beim Blick-Artikel zu Gemüte geführt. Schockierend, wieviele hochgradig homophobe Kommentare man dort findet. Von einer Gleichberechtigung und bedingungsloser Akzeptanz sind wir auch in der Schweiz noch weit entfernt

    http://www.blick.ch/people-tv/schweiz/das-schwulenpaar-kory-23-und-martin-28-wurde-aus-dem-zuercher-nelson-pub-geworfen-wir-lassen-uns-das-kuessen-nicht-verbieten-id5483949.html
    • MasterPain 14.09.2016 16:30
      Highlight Highlight Ojeh, traurig... Auf der anderen Seite frag ich mich halt schon, ob ihnen nach der HallenstadionNummer mal wieder sie Publicity fehlt. Solche Mensche gibts, ob homo oder hetero.
    • Chrigu91 14.09.2016 16:46
      Highlight Highlight Zitat eines Blick Kommentars:

      "Und ich lasse mir von homosexuellen Paaren vor meinen Augen das Zunge in den Hals stecken auch nicht bieten! Auch dies ist mein RECHT!"

      Was soll denn ich als Schwuler sagen..? Ich bin den Zärtlichkeiten von heterosexuellen Paaren fast tagtäglich hilflos ausgeliefert. Wo bleibt mein RECHT?
  • Olf 14.09.2016 14:45
    Highlight Highlight Man traut sich ja kaum zu kommentieren. Aber ich glaube der Stellungnahme vom Nelson Pub
    • Kyle C. 14.09.2016 14:57
      Highlight Highlight Ich wage keinen Kommentar darüber, was nun stimmt und was nicht. Aber ich habe selbst schon erlebt, wie Homosexuelle nur wegen einem Kuss aus Lokalen rausgeschmissen wurden. Wundern würde es mich keineswegs. Aber es war ja nicht zu erwarten, dass das Pub die Geschichte so bestätigt, wenn es sich wirklich so zugetragen hat.
    • CASSIO 14.09.2016 15:10
      Highlight Highlight Ich hab so irgendwie dasselbe gefühl. Und dass der eine Ami ist, verstärkt dieses Gefühl umso mehr.
    • iiceccreamllove 14.09.2016 15:22
      Highlight Highlight Weil?

      Any way... Die Knutsch-Aktion sollte mit hetero und homo Pärchen durchgeführt werden!
    Weitere Antworten anzeigen
  • zoobee1980 14.09.2016 14:41
    Highlight Highlight Aussage gegen Aussage? Bestens! @JusoKissIn: Bitte gleich institutionalisieren, und zwar mit regelmässigen "nelson-approved" Homo- UND Hetero-Knutschereien IM Nelson. Dann können die Securities ihre Glaubwürdigkeit unter Beweis stellen bzw. sich diese durch Angewöhnung erarbeiten.
  • Lightning makes you Impotent (LMYI) 14.09.2016 14:39
    Highlight Highlight Ich war schon oft im Nelson Pub und im angeschlossenen Lady Hamillton. Noch nie hätte ich bemerkt, dass dort sich küssende Paare des Lokals verwiesen worden sind. Es ist hervorragend kommt das auf den Tisch! Leider höre ich immer noch zu oft sogar unter Bekannten von mir Vorbehalte gegen Schwule. Ich sage dann immer: Ist doch super! Du wirst dich niemals wegen einer Frau mit Ihnen streiten müssen! :) Von mir aus dürfen noch viele Schwul sein! Dann bleiben mehr Frauen für mich. Dem betroffenen Paar wünsch ich alles gute und super das Ihr euch dagegen zur Wehr setzt.
    • bokl 14.09.2016 15:11
      Highlight Highlight @Peter Gasser
      Dürfen auch noch viele lesbisch sein oder findest du das nicht mehr so super, weil damit weniger Frauen für dich bleiben?
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 14.09.2016 21:14
      Highlight Highlight Das ist der schwache Punkt der Argumentation! Aber he, hat gewusst das 90% Ironie nicht erkennen, wenn sie auch klar vor ihnen liegt. Ich geh nicht so tierisch ernst durchs Leben im Fall. Und ja ich habe sogar lesbische Freundinnen.
  • Tobias K. 14.09.2016 14:38
    Highlight Highlight Ist wie immer wenn Medien ein Thema breitschlagen. Der eine erzählt das, der andere etwas ganz anderes. "Ich nicht, er aber auch". Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Viel Glück an alle.
  • samsungler 14.09.2016 14:36
    Highlight Highlight Die nerven mich ein bisschen...ist ja ok schwul zu sein aber man muss es auch nicht übertreiben...sieht ein wenig nach aufmerksamkeits defizit aus
    • http://bit.ly/2mQDTjX 14.09.2016 15:15
      Highlight Highlight Schwulsein ist okay, aber schwul sein mit ADS geht nicht? Hetis mit ADS nerven genauso. Aber die werden deswegen nicht rausgeworfen. Im Nelson werden sie gefeiert.
    • samsungler 14.09.2016 19:14
      Highlight Highlight Ich denke sie wollen einfach in den medien erscheinen punkt.
    • Fabio74 14.09.2016 19:33
      Highlight Highlight Wie kann mans übertreiben?
    Weitere Antworten anzeigen

Die «Studenten» der HSG sind in Bern, Basel oder Zürich längst «Studierende»

Die Studenten-Vertretung der HSG wehrt sich gegen eine geschlechtsneutrale Schreibweise und argumentiert, dabei entstünden Kosten im fünfstelligen Bereich. Die Uni Bern vollzog die Umbenennung vor zwei Jahren ohne Probleme – und kostengünstig.

Wer an der Universität St. Gallen (HSG) studiert, gehört zur Studentenschaft und nicht zur Studierendenschaft. Wer denkt, diese Begriffe seien doch genau dasselbe, irrt. Der Unterschied ist weitaus grösser als ein paar zusätzlichen Buchstaben.

Die «Studentenschaft» rührt vom Begriff «Student» her, einem generischen Maskulinum – einem Wort also, dessen männliche Form die weibliche inkludiert. Theoretisch. In der Realität ist die männlichen Verallgemeinerung je länger desto mehr …

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