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Finanzkrisen-Musical oder Rocco Siffredi? Unsere 12 Tipps fürs 12. Zurich Film Festival

Daniel Radcliffe, Hugh Grant, Uma Thurman, Ewan McGregor, Joseph Gordon-Levitt – es wimmelt schon fast vor Stars am ZFF. Doch tolles Kino geht auch ohne sie. Hier unsere Herzenstipps abseits der Teppichetage.



«Zoology» (Russland)

Eine unglückliche Frau füttert in einem Zoo die Tiere, dann wächst ihr ein Schwanz und sie wird glücklich. Logisch, dass ihre Umwelt das ganz anders sieht. Crazy Shit mit Mistery-Aspekt von Ivan I. Tverdovsky.
Zu den Vorstellungen geht's hier.

«Wer hat uns bloss so ruiniert» (Österreich)

Regisseurin Marie Kreutzer ist Spezialistin für den Wiener Schmäh-Hipster und seine Gebrechen: «Gruber geht» war ihr letzter Film, dieser hier ist eine wunderbare Komödie über Kinder gebliebene Erwachsene, die sich entschliessen, selbst Kinder zu kriegen.
Zu den Vorstellungen.

«Rocco» (Frankreich)

Unvergessen, unser Interview mit Rocco Siffredi. Und höchste Zeit, dass der italienische Pate aller Porno-Darsteller mal einen Dokfilm über sich selbst bekommt.
Zu den Vorstellungen.

«The Happiest Day in the Life of Olli Mäki» (Finnland)

Würde Aki Kaurismäki, der Grossmelancholiker unter Finnlands Filmemachern, glückliche Filme machen, sie wären exakt wie der Erstling seines Landsmanns Juho Kuosmanen: Eine charmante Romanze über einen Boxer dem über dem süssen Glück der Liebe die Kampfeskraft abhanden zu kommen droht.
Zu den Vorstellungen.

«Europe, She Loves» (Schweiz)

Vier Städte, vier Paare, viermal Kuscheln und Ficken gegen die Krise: Nachdem Jan Gassmann in «Heimatland» die Schweiz untergehen liess, versucht er jetzt, Europa mit ganz viel zwischenmenschlicher Nähe zu retten. Macht auf eine rührende, verzweifelte und auf die wesentlichste Sache der Welt reduzierte Art enorm viel Sinn. Ab 29. September auch im Kino.
Zu den Vorstellungen.

«Starless Dreams» (Iran)

Herzzerreissender Dokfilm über Mädchen in einem iranischen Jugendgefängnis von Mehrdad Oskouei. Ihre Verbrechen reichen über Drogenhandel bis zu Mord. Im Gefängnis finden sie eine Gemeinschaft und eine Sicherheit, die grösser ist als draussen.
Zu den Vorstellungen.

«The Other Half of the Sky» (Schweiz)

Der Tessiner Patrik Soergel porträtiert vier schwer reiche, mehr als erfolgreiche chinesische Unternehmerinnen. Sie alle wuchsen in ärmlichen Verhältnissen auf, heute sind sie die weibliche Hälfte der Wirtschaftsmacht China. Ihre Jobs: Besitzerin einer Luxus-Restaurant-Kette, CEO der weltweit grössten Klimaanlage-Fabrik, IBM China Chief Marketing Officer und Gründerin eines mächtigen privaten TV-Senders.
Zu den Vorstellungen.

«Dancer» (England)

Er ist 26, Kokainist und der neue Nurejew, der neue Baryshnikov. 2015 inszenierte ihn David LaChapelle im Video zu «Take Me to Church» von Hozier, jetzt hat Steven Cantor einen Dokfilm über ihn gedreht. Inklusive Krisen, Drama und Dämonen, versteht sich. Der Ukrainer Sergej Polunin ist derzeit der beste Balletttänzer der Welt und fertig. Mindblowing.
Zu den Vorstellungen.

Als Zugabe: Polunin in «Take Me to Church»

abspielen

Video: YouTube/David LaChapelle Studio

«Die letzte Chance» (Schweiz)

Es ist 1943, und alle wollen in die Schweiz: Von den Deutschen gefangen genommene Amerikaner und Briten und natürlich jüdische Flüchtlinge. Das Grenzdrama von Leopold Lindtberg aus dem Jahr 1945 wurde nicht (nur) mit Schauspielerin, sondern vor allem mit betroffenen Laiendarstellern gedreht und mit internationalen Preisen überschüttet.
Zur Vorstellung.

«Office» (China)

Hongkongs Kino(kassen)-Magier Johnnie To hat eine Finanzkrisen-Komödie gedreht. In 3D. Als Musical. Muss man mehr sagen? Muss man sehen.
Zu den Vorstellungen.

«Operation Avalanche» (USA)

Zwei übereifrige CIA-Agenten faken 1967 die Mondlandung der Amerikaner. Mit viel Hilfe von Stanley Kubrick. Endlich kennen wir die wirklich wahre Geschichte. Und ja, alle Verschwörungsfanatiker haben recht. Ehrlich.
Zu den Vorstellungen.

«Irma Vep» (Frankreich)

Seit 2010 dreht die göttliche Maggie Cheung (die für Johnnie To in «Heroic Trio» surreale Action spielte) keine Filme mehr. Wieso? Dabei liegt ihr die Welt seit «In the Mood for Love» zu Füssen! In «Irma Vep» spielt sie sich selbst und wird von einem verpeilten Franzosen zu Dreharbeiten in der Pariser Bohème eingeladen. Ihre Rolle: eine Einbrecherin in Latex. Der Rest des Films: Chaos. Danach heiratete Maggie Cheung Olivier Assayas, den Regisseur von «Irma Vep». Dem das ZFF eine umfassende Retrospektive widmet.
Zur Retrospektive.

Alle Infos zum 12. Zurich Film Festival gibts hier. 

Falls du es noch nicht weisst, Hugh Grant kommt übrigens auch ans ZFF ...

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    Alle Leser-Kommentare
  • Luca Brasi 21.09.2016 10:34
    Highlight Highlight Maggie Cheung ist wieder in einem Film zu sehen? 😍
    Und dann nach eine Finanzkrisenkomödie als Musical mit "The Office" im feinsten Kantonesisch.💕
    Ach Hongkong, ich mag dich.
    • Simone M. 22.09.2016 10:53
      Highlight Highlight Ich auch! Leiderleider ist «Irma Vep» Teil der Retro und also alt. The wonderful Ms Cheung hat wirklich keinen neuen Film mehr gedreht. Aber weil der Regisseur damals so vollkommen verknallt war, ist sie als Irma Vep umso schöner.
    • Luca Brasi 22.09.2016 12:13
      Highlight Highlight Vielen Dank für die Aufklärung. Trotzdem jedes Mal ein Genuß sie auf der Leinwand zu sehen. ❤
  • herschweizer 21.09.2016 10:08
    Highlight Highlight Jetzt muss ich einfach dorthin.

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