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Sie müssen öfter sitzen bleiben als ihre gleichaltrigen Gspähnli: Die Früheingeschulten.
Sie müssen öfter sitzen bleiben als ihre gleichaltrigen Gspähnli: Die Früheingeschulten.Bild: AP

Kinder starten früher in den Kindergarten – und büssen später dafür

Heute schicken deutlich mehr Eltern ihre Kinder früher in die Schule als noch vor 15 Jahren. Diese bleiben dann öfter sitzen.
20.06.2016, 06:4920.06.2016, 07:16

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Im Kanton Zürich muss ein Kind zur Schule, wenn es am kantonalen Stichtag vierjährig ist. Immer mehr Eltern schicken ihre Sprösslinge aber früher in den Kindergarten – das betrifft dreimal mehr Kinder als noch 2001. Ein Grund: Der Kanton Zürich hat 2007 die Verordnung für eine vorzeitige Einschulung vereinfacht. Dies zeigt die kürzlich erschienene Studie «Bildungsverläufe während der obligatorischen Schulzeit im Kanton Zürich».

Jedes vierte Kind trifft's

Nun könnte man davon ausgehen, dass diese Schüler einen Bildungsvorsprung gegenüber ihren Altersgenossen haben. Falsch. Die Studie zeigt, dass fast jedes vierte Kind, das im Jahr 2010 früher eingeschult wurde, bis zum Ende der 3. Klasse eine Klasse repetieren muss, wie der Tages Anzeiger schreibt. Zum Vergleich: Die Zahl der regulär eingeschulten Kinder, die bis zum 3. Jahr sitzen bleiben, ist dreimal tiefer.

Für die Autoren der Studie steht denn auch fest: «Schülerinnen und Schüler, die die ersten Schuljahre regulär durchlaufen, weisen erfolgreichere Bildungsverläufe auf als Schülerinnen und Schüler, die während der Unterstufe keinen Regelverlauf aufweisen.»

Graben zwischen Stadt und Land

Die Forscher zeigen auch, dass Repetieren im Grunde wenig bringt – eher noch Nachteile hat. So können zum einen «Lücken in Wissen und Fähigkeiten durch Repetitionen nicht geschlossen werden». Zum anderen fühlen sich die Hälfte aller Repetenten minderwertig. Sie schliessen die Schule auch deutlich häufiger in einem Schultyp mit geringeren Anforderungen ab als solche, die in der Primarschule nicht sitzen geblieben sind. Sie treten auch häufiger vorzeitig aus der Schule aus.

Bei den vorzeitigen Einschulungen gibt einen deutlichen Stadt-Land-Unterschied. Die mit Abstand höchste Quote vorzeitig Eingeschulter zeigt sich mit über vier Prozent in der Stadt Zürich, gefolgt von den Bezirken Meilen und Horgen mit fast zwei Prozent. Gründe dafür sehen die Autoren mehrere: In Zürich werden die Gesuche in der Regel ohne weitere Abklärungen bewilligt, andernorts braucht es ein ärztliches Attest oder eine Bestätigung der Krippe. Zudem herrschen auf dem Land tiefere Bildungserwartungen vor als in der Stadt. (rwy)

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20 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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pamayer
20.06.2016 07:30registriert Januar 2016
Um was geht's?
Kindergarten kostet nicht, Krippe schon. Und die irre angst, mein Kind werde nicht klug genug. Wer etwas Ahnung von entwicklungspsychologie hat, weiss, dass selbstgesteuerte motorische Erfahrungen verbunden mit Zuwendung und Achtsamkeit die Basis für gutes (erfolgreiches!) Lernen sind.

Gras wächst nicht schneller, wenn du daran ziehst.
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Madison Pierce
20.06.2016 09:12registriert September 2015
Es schade, wenn die Eltern ihren Kindern nicht erlauben, Kinder zu sein...

Man muss sich bewusst sein, dass nicht alle gleich schnell sind in der Entwicklung. Schon der obligatorische Kindergarten ist nicht für alle Kinder gut. Ich ging damals nicht, weil ich lieber bei Mami war. Mit 7 in der ersten Klasse war das aber kein Problem mehr und ich war ein guter Schüler.

Später hätte ich dann eine Klasse überspringen können, aber meine Eltern haben sich dagegen entschieden, weil ich körperlich noch nicht so weit war. Was hätte mir rückblickend das eine Jahr weniger gebracht?
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Wilhelm Dingo
20.06.2016 07:11registriert Dezember 2014
Ich finde es gut wenn Kinder in eine Krippe oder Frühförderung gehen. Mit vier sind die Kinder aber viel zu klein für den Schweizer Kindergarten. Mit vier oder kleiner gehören die allermeisten Kinder in eine Krippenähnliche Einrichtung mit entsprechend höherem Personlaschlüssel. Ich weiss nicht welche Schwachk...e dieses neue System ausgedacht haben.
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