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Auch Norwegen legt Regenwald-Hilfen für Brasilien auf Eis



Nach Deutschland hat auch Norwegen angekündigt, Millionen Finanzhilfen an Brasilien im Kampf gegen die Rodung des Amazonas-Regenwaldes auf Eis zu legen. Umweltminister Ola Elvestuen warf Brasilien vor, nicht mehr gegen die Abholzung des Regenwaldes vorgehen zu wollen.

Deswegen würden 30 Millionen Euro Finanzhilfen blockiert. Elvestuen sagte in einem Interview mit der Zeitung «Dagens Naeringsliv» vom Donnerstag, Brasilien habe die Vereinbarung mit den Geldgebern Deutschland und Norwegen zum sogenannten Amazonas-Fonds gebrochen. Brasilien habe die Arbeit des Leitungsgremiums und des technischen Komitees ausgesetzt, was es nicht ohne die Zustimmung aus Berlin und Oslo hätte tun dürfen.

Die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze hatte am vergangenen Wochenende angekündigt, die Förderung von Waldschutz- und Biodiversitätsprojekten in Brasilien vorübergehend zu stoppen. Die Politik der Regierung des ultrarechten Präsidenten Jair Bolsonaro im Amazonas lasse Zweifel aufkommen, «ob eine konsequente Reduzierung der Entwaldungsraten noch verfolgt wird».

Bolsonaro: Merkel soll Deutschland aufforsten

Gesperrt wurden zunächst 35 Millionen Euro aus der Klimaschutzinitiative des Umweltministeriums. Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller bekräftigte aber, den getrennt laufenden Amazonas-Fonds aufrecht erhalten zu wollen. Dieser Fonds ist nun von der norwegischen Massnahme betroffen.

Unter Bolsonaro hat sich die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes massiv beschleunigt. Allein im Juli war die Fläche des zerstörten Waldes nach offiziellen Angaben um fast das Vierfache höher als im gleichen Monat des Vorjahres.

Bolsonaro ist Klimaskeptiker und Freund der Agrarindustrie, die neue Flächen für den Anbau von Soja und die Rinderzucht benötigt. Auf die Ankündigung aus Deutschland, Finanzhilfen auf Eis zu legen, empfahl er Kanzlerin Angela Merkel, das Geld daheim zu verwenden. «Nehmen Sie diese Knete und forsten Sie Deutschland wieder auf, ok? Dort ist es viel nötiger als hier», sagte Bolsonaro vor der Presse. (sda/afp)

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