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Stark unterschiedliche Quecksilber-Belastung arktischer Fische



Die Quecksilber-Belastung von Fischen aus arktischen Seen variiert stark. So weisen Fische aus sechs Seen im hohen Norden Kanadas je nach Gewässer Quecksilber-Konzentrationen auf, die sich teilweise um das Neunfache unterscheiden. Unklar ist, warum?

Noch können sich Wissenschaftler die starken Unterschiede nicht erklären, wie ein Forscherteam im Fachjournal «Science of the Total Environment» berichtet. Ein wesentlicher Faktor dürfte die Konzentration von gelöstem organischen Kohlenstoff (DOC) in den Gewässern sein. «Je niedriger die Kohlenstoff-Konzentration in einem See ist, desto höher ist der Quecksilber-Gehalt der Fische», sagte Günter Köck vom Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gegenüber der Nachrichtenagentur APA.

Der Biologe untersucht im Rahmen des von ihm initiierten österreichisch-kanadischen Forschungsprojekts «High-Arctic» seit mehr als 20 Jahren unter anderem die Anreicherung von Schwermetallen und die Einflüsse von Klimaveränderungen auf Seesaiblinge in der kanadischen Arktis. Am Sonntag bricht er zu einer neuen Expedition auf. Das Basislager schlägt er in der Inuit-Siedlung Resolute Bay im Süden der Cornwallis-Insel auf.

Schon jetzt ist klar, dass es eindeutige Zusammenhänge der Schwermetallbelastung mit bestimmten Klima-Variablen gibt. So zeigt sich etwa bei den Fischen aus dem Resolute Lake ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Quecksilber-Konzentration und der Dauer der Meereisbedeckung, die mit der Dauer der Eisdecke des Sees korreliert. Im Amituk Lake hängt dagegen der Quecksilber-Gehalt mit der Schneefallmenge zusammen. Diese Niederschläge entscheiden wiederum darüber, wieviel Quecksilber aus der Atmosphäre in die Region eingetragen wird.

Klimawandel ist schuld

«Das Gemeinsame ist, dass all diese Parameter ursächlich mit der Temperatur, sprich, dem Klimawandel zusammenhängen: Höhere Temperaturen, mehr Niederschlag, kürzere Eisbedeckung, und so weiter - keiner dieser Klimafaktoren passt aber bei allen sechs Seen gleichzeitig», so Köck. Den Grund dafür sehen die Wissenschaftler einerseits in der Komplexität der Abläufe und Zusammenhänge. Zudem gibt es nur vom Resolute Lake eine lückenlose Datenserie von über 20 Jahren, bei anderen Seen fehlen immer wieder Daten aus einigen Jahren.

«Wir sind dem ganzen auf der Spur», ist Köck überzeugt und hofft über die Untersuchung von Zuckmückenlarven, der Hauptnahrungsquelle der Fische, die Rolle des DOC für die Quecksilberbelastung zu entschlüsseln. «Der Kohlenstoff spielt sicher eine wichtige Rolle, aber ganz genau haben wir das noch nicht festgenagelt», so Köck. (sda/apa)

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