SDA Meldungen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Marina Carobbio ist Nationalratspräsidentin



Die Tessiner SP-Nationalrätin Marina Carobbio ist höchste Schweizerin. Der Nationalrat hat die 52-Jährige zu Beginn der Wintersession zur 198. Präsidentin gewählt. Nach elf Jahren im Parlament nimmt sie nun für ein Jahr auf dem grössten Sessel des Ratssaals Platz.

Auf Carobbio entfielen am Montag 154 von 172 gültigen Stimmen. Ihr Vorgänger, der Freiburger CVP-Nationalrat Dominique de Buman, kam vor einem Jahr auf 160 von 179 gültigen Stimmen. Den Rekord hält SVP-Politiker Hansjörg Walter (TG), der 2011 mit 185 Stimmen gewählt worden war.

Carobbio ist die 24. SP-Politikerin und die achte Vertreterin des Kantons Tessin auf dem Stuhl des Nationalratspräsidenten. Die letzte Tessiner Vertreterin im Amt war Chiara Simoneschi-Cortesi 2008/2009.

Bis zum Beginn der Wintersession 2019 leitet Carobbio nun die Sitzungen der grossen Kammer, legt im Rahmen der Sessionsplanung die Tagesordnung des Rates fest, leitet das Ratsbüro und vertritt den Rat gegen aussen. Der Nationalratspräsident wird häufig als höchster Schweizer bezeichnet, besetzt jedoch in der vom Bundesrat festgelegten offiziellen protokollarischen Rangordnung nur den vierten Rang.

Erfolglose Bundesratskandidatur

Carobbio ist seit über elf Jahren Mitglied der Grossen Kammer. 2007 rutschte sie für Franco Cavalli in den Nationalrat nach. Vor sieben Jahren bewarb sie sich in ihrer Partei erfolglos um die Nachfolge von Micheline Calmy-Rey im Bundesrat. Auf dem Ticket landeten schliesslich Pierre-Yves Maillard und Alain Berset.

Obwohl Carobbio seit 2007 im Nationalrat sitzt, hat sie sich daneben auch ein normales Berufsleben bewahrt. Zusammen mit Bekannten teilt sie sich eine Arztpraxis in Roveredo in den Bündner Südtälern. Dort nimmt sie nun eine Auszeit bis Ende 2019, weil die Belastung mit dem Präsidialjahr in Bern sonst doch zu gross würde.

Als Nationalratspräsidentin will sich Carobbio vor allem für die Anliegen von Frauen und Minderheiten stark machen. Weiter möchte sie auch das Bild ihres Heimatkantons Tessin besser nach aussen tragen.

Duo mit Fournier

Erste designierte Vizepräsidentin des Nationalrats ist Isabelle Moret (FDP/VD). Sie dürfte in einem Jahr Carobbio als Präsidentin ablösen. Als zweiten Vizepräsidenten schlägt die SVP-Fraktion den Bündner Politiker Heinz Brand vor. Die Vizes unterstützen die Ratspräsidentin und nehmen mit ihr Präsidiumsaufgaben wahr.

Wenn alles nach Protokoll läuft, wird Jean-René Fournier heute Nachmittag zum Ständeratspräsidenten gewählt. Der 60-jährige Walliser CVP-Politiker wird dann bis in einem Jahr jeweils die Sitzungen der kleinen Kammer leiten. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Frauen gelten als gleich kompetent wie Männer oder gar kompetenter

Die wahrgenommene Kompetenz von Frauen hat in den USA seit den 1940er-Jahren deutlich zugelegt. Mittlerweile gelten Frauen als gleich kompetent oder sogar kompetenter als Männer, wie Forschende der Uni Bern und der Northwestern University berichten.

Frauen haben seit den 1940er-Jahren zunehmend höhere Bildungsabschlüsse erreicht und mittlerweile ihren festen Platz in der Arbeitswelt. Damit haben sich auch die Vorstellungen über die Eigenschaften von Frauen und Männern verändert, wie eine …

Artikel lesen
Link zum Artikel