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Deutsche Koalitionspolitiker sprechen sich für «Moschee-Steuer» aus



In Deutschland haben sich Politiker der grossen Koalition für die Einführung einer «Moschee-Steuer» für Muslime ausgesprochen. Eine solche soll Moscheegemeinden unabhängiger machen und für Transparenz sorgen.

Unions-Bundestagsfraktionsvize Thorsten Frei (CDU) sagte der deutschen Zeitung «Die Welt», Ziel müsse sein, «dass sich der Islam in Deutschland von der Einflussnahme ausländischer Staaten emanzipiert und eine stärkere Inlandsorientierung gewinnt.» Eine Moschee-Steuer wäre dazu «ein wichtiger Schritt». Sie würde es Muslimen erlauben, finanziell auf eigenen Füssen zu stehen.

«Der Weg zur Erhebung einer solchen Steuer ist bereits heute grundsätzlich offen», sagte Frei. Auch der Justiziar der Unionsfraktion, Michael Frieser (CSU) unterstützt eine Moschee-Steuer. «Das Ziel muss eine eigenständige Finanzierung sein, um die Unabhängigkeit der Moscheegemeinden zu gewährleisten», sagte Frieser der «Welt». Er gehe davon aus, dass eine solche Steuer für mehr Transparenz sorgen werde.

SPD-Innenexperte Burkhard Lischka bezeichnete die Idee, «die Finanzierung von muslimischen Gemeinden in Deutschland von ausländischen Geldgebern zu entkoppeln», als «diskussionswürdig». Dadurch liesse sich die Gefahr des Einflusses von aussen und einer möglichen Radikalisierung verringern. «Bis zu einem fertigen Konzept dürfte es aber noch ein weiter Weg sein, den wir nur mit den Ländern gemeinsam gehen können, denn Kirchensteuern sind Ländersache», sagte Lischka der «Welt».

Unterstützung kam auch von der Gründerin der liberalen Moschee in Berlin, Seyran Ates. Muslime sollten damit die Finanzierung ihrer Gemeinden verstärkt selbst organisieren, sagte Ates der «Welt». «Alles, was die Gemeinden brauchen, kann in Zukunft von den Mitgliedern selbst aufgebracht werden.» Ates ist Initiatorin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee im Stadtteil Moabit, die für einen liberalen Islam steht und für eine geschlechtergerechte Auslegung des Koran eintritt. (sda/afp)

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