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Zehntausende am Berner Zibelemärit - und etwas weniger «Gstungg»



Der Berner Zibelemärit hat auch dieses Jahr wieder Zehntausende von Menschen angezogen. Das zeigte ein Augenschein und das sagte auch die Berner Orts- und Gewerbepolizei. Knapp 48 Tonnen Zwiebeln wurden an 171 Marktständen angeboten.

Das ist im Vergleich mit anderen Jahren eine eher unterdurchschnittliche Menge. Im vergangenen Jahr beispielsweise boten die Marktfahrer 57 Tonnen Zwiebeln an. Der Rekord liegt bei 60 Tonnen Zwiebeln im Jahr 2014.

Insgesamt 628 Marktstände wurden auf den Gassen der oberen Berner Altstadt aufgestellt, wie die Berner Stadtverwaltung mitteilte. Das zeigt, dass längst nicht alle Stände Zwiebeln oder anderes Gemüse feilbieten. In Bern sind etwa auch handwerkliche Arbeiten, Kleider, Süssigkeiten und Glühwein zu haben.

Auf «Crowd-Management» gesetzt

Zahlreiche Extrazüge und Reisecars aus dem In- und Ausland brachten Besucher in die Berner Innenstadt. Dort war das Gedränge oder das «Gstungg», wie Berner sagen, etwas weniger gross als sonst, jedenfalls in der Amthaus- und Schauplatzgasse. Sie bilden zusammen einen Strassenzug zwischen Bahnhof- und Casinoplatz.

Die Stadt Bern entschied nach dem Zibelemärit von 2017, in diesen beiden wichtigen Gassen des Zibelemärits nur noch auf einer Strassenseite Stände zuzulassen, nicht mehr auf beiden Seiten. Dies, nachdem sie sich von einer auf Crowd-Management spezialisierten Firma hatte beraten lassen.

Diese Firma hat schon für andere Schweizer Grossanlässe Personenflüsse analysiert und Sicherheitsempfehlungen abgegeben, wie ihrer Internetseite zu entnehmen ist. Diese Massnahme habe sich ausbezahlt, sagte am Montagnachmittag der Leiter der Berner Orts- und Gewerbepolizei, Norbert Esseiva, auf Anfrage.

Das Gedränge sei dieses Jahr als weniger gross empfunden worden, obwohl am diesjährigen Zibelemärit nicht weniger Besucher präsent gewesen seien als im Vorjahr, nämlich ebenfalls Zehntausende.

Kurz nach Mitternacht aufgestanden

Einer der Marktfahrer des Zibelemärits 2018 war Peter Hediger aus Müntschemier BE. Schon am Sonntagnachmittag bauten er und seine Familie den Stand auf dem Waisenhausplatz auf, an dem sie Zwiebelzöpfe anbot. Am Montag um 0.30 Uhr startete die Familie in Richtung Kantonshauptstadt, um den Stand rechtzeitig bereit zu haben.

Um 7 Uhr in der Früh sagte Hediger zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA, er sei kein Gemüsebauer, sondern pensionierter Elektriker. Seit Jahren pachte aber seine Familie von der Gemeinde Müntschemier ein Stück Land, um Zwiebeln anzubauen und sie am Zibelemärit zu verkaufen. Das sei eine uralte Familientradition.

Diese Tradition mache es aus, dass er am Zibelemärit dabei sei. Es seien nicht finanzielle Interessen. Am Schluss bleibe zwar schon etwas Geld übrig, doch sei der Aufwand gross - das ganze Jahr über bereite man den Auftritt am Zibelemärit vor.

Anita Ernst aus Wengi TG war eine der Personen, welche einen Zwiebelzopf kauften. Sie war zuvor noch nie am Berner Traditionsanlass gewesen. Um halb acht Uhr morgens sagte die Ostschweizerin auf dem Bundesplatz, der Markt sei sehr gross.

Aufgefallen seien ihr die vielen schönen Zwiebelzöpfe und die zahlreichen von Hand gemachten Sachen. «Ich bin auch überrascht, wie viele Leute um diese Zeit schon da sind». (sda)

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