Spass
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Decrypto» ist ein geniales Spiel – mit einem ganz grossen Haken

Bild: Asmodee

Im Spiel «Decrypto» muss man verschlüsselte Botschaften entziffern. Leider beginnt das schon beim Lesen und Verstehen der Spielanleitung. 



Wir spielen heute:
«Decrypto»

Wortspiel von Thomas Dagenais-Lespérance für 3 bis 8 Spieler ab 8 Jahren. Spieldauer: etwa 30 Minuten. Verlag: Asmodee/Le Scorpion Masqué, Preis: etwa 27 Franken.

Thema:

Begriffe werden in Codes verschlüsselt und müssen vom gegnerischen Team dechiffriert werden. 

Was macht man?

Decrypto Aufbau

Bild: Asmodee

Assoziationen zu Codewörtern finden, die nur die eigenen Teammitglieder verstehen und die von den Gegnern möglichst nicht entschlüsselt werden können. 

Besondere Features:

Leider ist schon das Lesen und Verstehen der Regel eine erste echte Dechiffrier-Aufgabe. 

Geeignet für:

Clevere, sprachsensible Leute, die Wort- und Assoziationsspiele mögen.  

Wir haben es für euch gespielt!

Zunächst einmal ein Statement, das ich wirklich ernst meine: «Decrypto» ist ein absolut geniales Spiel und hätte gut auf die diesjährige Empfehlungsliste von «Spiel des Jahres» gepasst. Dass ein Spiel genial ist, genügt dafür allerdings nicht. Es muss auch über eine Spielanleitung verfügen, die von der Mehrheit der lesenden, deutschsprachigen Menschen verstanden werden kann. Das war bei diesem Spiel leider klar nicht der Fall.

Ich habe in den vergangenen Jahren kaum ein Spiel beurteilt, bei dem so viele eigentlich durchaus intelligente Leute an der Anleitung gescheitert sind. Nun ist das Thema von «Decrypto» ausgerechnet das Entschlüsseln codierter Botschaften. Somit könnte man sagen, dann passt es ja ganz gut, dass bereits das Entziffern der Anleitung dem Entschlüsseln einer codierter Botschaft gleicht.

Wer es schafft, die Spielregel zu verstehen, hat also genau das richtige Spiel in den Händen, wer nicht, der nicht. Aber im Ernst: Hier hätte es sich gelohnt, etwas mehr Zeit und Arbeit in das Verfassen einer einigermassen verständlichen Spielregel zu investieren. 

Decrypto Spielmaterial

Bild: scorpion masqué

Zugegeben: Der Spielablauf ist theoretisch nicht ganz so einfach zu beschreiben, auch wenn die Regel sehr logisch und gut nachvollziehbar ist, sobald man sie verstanden hat. «Decrypto» ist vom Prinzip her mit «Codenames», dem «Spiel des Jahres 2016» verwandt; aber dann doch ganz anders und noch eine Spur anspruchsvoller und mehr um die Ecke gedacht: Zwei Teams treten einander in mehreren Runden gegenüber, um jeweils einen dreistelligen, nummerischen gegnerischen Code zu entziffern.

Grundlage des Codes sind jeweils vier zufällig gezogene «Schlüsselwörter», die nur das eigene Team kennt. Diese vier Begriffe könnten zum Beispiel «Kabel», «Aquarium», «Denkmal» und «Filz» lauten. Das Wort «Kabel» ist dabei an erster Position und steht für die 1, das Wort «Aquarium» für die 2 und so weiter. Der nummerische Code 2-4-1 würde dann korrekt: für «Aquarium-Filz-Kabel» stehen, der Code 1-4-2 für die Reihenfolge «Kabel-Filz-Aquarium». Könnt ihr mir bis hierhin folgen?

Mein Team kennt die vier Schlüsselwörter, aber nicht den Code. Diesen muss ich ihnen mit passenden Assoziationen zu den Schlüsselwörtern übermitteln. Möchte ich ihnen den Code 2-4-1 (also für «Aquarium-Filz-Kabel») übermitteln, wäre zum Beispiel «Fisch-Laus-Stecker» naheliegend.   

Der besondere Reiz des Spiels ergibt sich nun dadurch, dass in einer Partie mehrere Runden gespielt werden und die vier Schlüsselwörter gleich bleiben, aber immer nur neue Assoziations-Begriffe für die Codes verwendet werden dürfen. Die Assoziationen müssen für die eigenen Teammitglieder möglichst gut erkennbar, für die Gegner aber nicht zu offensichtlich sein. Denn sonst tastet sich der Feind von Runde zu Runde immer näher an die vier Schlüsselwörter heran. 

Ich habe mit «Decrypto» unglaublich spannende Partien erlebt. Zum Teil haben wir sogar mit grösseren Teams als vier Personen gespielt, was durchaus funktionierte. Interessant sind die Diskussionen, die sich dabei ergeben, allerdings muss man natürlich höllisch aufpassen, dass man sich dabei nicht verplappert und den Gegnern nicht zuviel verrät. Die Spielenden waren von «Decrypto» jeweils so gethrillt, dass auf eine Kennenlern-Partie immer gleich eine zweite oder dritte Partie folgte. Sprachliche Kreativität ist aber unabdingbar, um das Spiel cool zu finden.

Cover Decrypto

Bild: Asmodee

Wer nicht über solche verfügt, wird natürlich behaupten, das Spiel sei total überschätzt. Ist ein Mitspieler am Tisch, der das Spiel bereits kennt, ist «Decrypto» relativ schnell und einfach erklärt. Falls nicht, kann es problematisch werden. Leider wird ein solcher Erklärer in der Schachtel nicht mitgeliefert. Deshalb bleibt zu hoffen, dass der Verlag die deutsche Regel zu diesem hervorragenden Spiel bei Gelegenheit überarbeitet und neu formuliert und strukturiert.

Ist «Decrypto» zu zweit spielbar?

Nein, leider nicht. Theoretisch ist es ab 3 Spieler spielbar. Dies ist aber nur mit einer Hilfsregel möglich. Es sollten zwei Teams aus mindestens zwei Spielern gegeneinander antreten.  

Tom Felber war...

... der Vorsitzende der internationalen Kritiker-Jury «Spiel des Jahres» und veröffentlicht seit 1985 Spiele-Rezensionen in verschiedenen Medien. Hier stellt er für uns regelmässig neue Brett- und Kartenspiele vor. 

Image

bild: zvg

Hä? 26 absurde Fotos, von denen wir gerne die Geschichte dahinter erfahren würden

Emily findet dafür Schweizerdeutsch kryptisch:

Play Icon

Video: watson/Emily Engkent

Mehr Spiele-Tipps findest du hier:

16 Brett- und Kartenspiele, über die sich nicht nur Kinder an Weihnachten freuen

Link to Article

«Ethnos» ist gaaanz anders als es aussieht, nämlich ein Familienspiel, ehrlich! 

Link to Article

Istanbul ist auch ein Würfelspiel – aber nur für Kenner!

Link to Article

Wir spielen heute «Noria» – ein schwieriges Brettspiel für Tüftler und Grübler

Link to Article

Diese «Escape Room»-Version können nur Mathe-Genies lösen (wir sind keine)

Link to Article

Ist, wo Fitzek draufsteht, auch Fitzek drin? Wir spielen uns durch ein Buch

Link to Article

Das ist das «Spiel des Jahres» 2017! Und so spielt es sich

Link to Article

«Glupschgeister» – ein Spiel, das Menschen mit Wurstfingern zur Verzweiflung treibt

Link to Article

Was passiert eigentlich, wenn Pinguine die Schule schwänzen? 

Link to Article

Jetzt heisst es stark sein: In diesem Spiel verlierst du gegen Kinder

Link to Article

Vergiss das normale «Schiffe versenken»: Bei dieser Version kommst du ins Schwitzen!

Link to Article

Der Escape-Room für zuhause: «Gefangen im Eis, weil wir Deppen zu langsam waren»

Link to Article

Wir spielen «Räuber der Nordsee» – ein Machtspiel für alle, die mal Wikinger sein wollen!

Link to Article

Jetzt gibt's eins auf den Helm: Wir spielen «Arena for the Gods!»

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Schweizer Gerichte, die die Welt nicht versteht

Liebe Schweizer, bevor ihr euch über kulinarische Merkwürdigkeiten aus fernen Gefilden mokiert – Chicken and Waffles oder Chicharrones oder Lammfleisch mit Pfefferminzsauce, irgendwer? –, haltet doch schnell inne und bedenkt: Die Schweiz ist sehr, sehr klein und die eigenen Geschmacksvorlieben als Norm auf ausländische Esstraditionen anzuwenden, wäre einerseits arrogant und andererseits ein Eigentor. Letzteres weil gewisse Schweizer Gerichte ausserhalb helvetischer Gefilde schnell …

Artikel lesen
Link to Article