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10 Spiele für unterwegs, die jede Schulreise noch spannender machen

Bild: KEYSTONE

Jetzt sind wieder die Schulreisen angesagt. Auf einem solchen Ausflug gibt es auch immer wieder Pausen, die mit einem lustigen Spiel überbrückt werden können. 

03.06.18, 18:11 04.06.18, 07:02


Wenn ich ehrlich bin, habe ich ja gar keine Erinnerung daran, dass ich während meiner eigenen Schulzeit vor über 40 Jahren ein Spiel auf die Schulreise mitgenommen hätte. Dafür war damals einfach die Auswahl an guten Spielen zu klein.

95 Prozent aller existierenden, brauchbaren Spiele wurden erst nach meiner Schulzeit erfunden. Allerdings hatten wir natürlich immer Jasskarten dabei. Damit kann und konnte man ja nicht nur jassen, sondern auch «Tschau Sepp» spielen, «Meiern» oder noch ganz viele andere lustige Sachen machen, um tote Zeit zu überbrücken. Heutzutage ist die Auswahl an tollen Spielen zum Glück wesentlich grösser: 

Das gute, alte Quartett

Bild: Weltquartett

Quartette sind der Schulreiseklassiker schlechthin. Die kann man sogar problemlos beim Wandern spielen, wenn die Füsse unten automatisch laufen. Es gibt Hunderte verschiedene davon.

Mit besonders originellen Themen wartet der Hamburger Weltquartett-Verlag auf. Da gibt es Quartette über Seuchen, Ungeziefer, Junk Food, Marienerscheinungen oder Tyrannen. Der Begriff «Tyrann» wird aber ziemlich weit gefasst. In der neuesten, bereits vierten Ausgabe sind nebst Leuten wie Wilhelm I. oder Duterte zum Beispiel auch die beiden amerikanischen Präsidenten Nixon (im Set «Kriegstreiber») und Reagan (im Set «Hegemonen») vertreten. Verglichen werden dabei das Alter bei der Machtübernahme, die Herrschaftsdauer, die verursachten Todesopfer und das Privatvermögen. 

Quartett für 2 bis 4 Spieler ab 12 Jahren, ca. 15 bis 20 min, Weltquartett, ca. 13 Franken. 

Top Trump

Bild: Winning Moves

Nein, Quartette im eigentlichen Sinn sind die «Top Trumps» nicht. Aber wer das spielerische Vergleichen von Daten liebt, kommt an ihnen nicht vorbei. Der Nachteil ist halt, dass man nur schon durch ihren Namen ständig an Donald Trump erinnert wird, und das will man auf einer fröhlichen, unbeschwerten Schulreise ja eigentlich nicht unbedingt.

Zur Auswahl stehen viele Themen der Populärkultur: Ob Marvel Universum, «Minecraft», «Star Wars», Disney, «Harry Potter» oder «The Big Bang Theory», immer gibt es 30 Karten zum Vergleichen. Nicht immer stur faktenbasiert, sondern manchmal auch eher absurd, wenn etwa 30 Big-Bang-Folgen in den Kategorien Humor, Nerd-Faktor, Freundschaft, Intelligenz und Bazinga! skaliert werden.

Pünktlich zur WM ist eine Ausgabe mit den Weltstars des Fussballs erschienen, die Rasensportler wie Messi, Neymar, Neuer oder Christiano Ronaldo vereint. Gefragt wird dabei unter anderem nach der Anzahl Länderspiele oder geschossener Toren.   

Kartenspiel für 2 bis 4 Spieler, ca. 15 bis 20 min, Winning Moves, ca. 7 Franken.  

Werwölfe Vollmondnacht

Bild: Ravensburger

«Werwölfe Vollmondnacht» bricht das klassische «Werwölflen» auf eine wesentlich simplere und knackigere Version herunter. Dabei muss man zum Spielen keine Gruppe von der Grösse einer Fussballmannschaft zur Verfügung haben, niemand scheidet vorzeitig aus, und man braucht auch keinen erfahrenen Spielleiter. «Vollmondnacht» ist bereits mit drei Personen gut spielbar.

Eine App übernimmt die Moderation. Eine Partie dauert im Gegensatz zum Grossspiel nur fünf Minuten oder eine einzige Nacht. Jeder Spieler bekommt eine Rollenkarte zugelost. Alle schliessen die Augen. Zusätzlich liegen drei Rollenkarten verdeckt in der Mitte. Nacheinander werden Charaktere wie die Seherin oder der Räuber aufgerufen, die sich Karten ansehen und/oder vertauschen dürfen. Wenn bei Morgengrauen alle wieder die Augen öffnen, versucht man vorsichtig mit Bluffen, Lügen, Abgleichen von Informationen sowie schlauem und dummem Gerede herauszufinden, was in der Nacht passiert ist und mindestens einen Werwolf zu outen.  

Kartenspiel von Ted Alspach und Akihisa Okui für 3 bis 10 Spieler ab 9 Jahren, ca. 10 min, Ravensburger, ca. 16 Franken. 

Rory's Story Cubes

Bild: Hutter Trade

Hier kommen alle auf ihre Kosten, die gerne Geschichten erfinden. Das sehr handliche Spiel besteht eigentlich nur aus neun Würfeln, auf denen verschiedene Piktogramme aufgedruckt sind. Es gibt mehrere verschiedene Versionen davon. Alle Sets sind miteinander kombinierbar.

Die Würfel werden geworfen. Anhand der neun sichtbaren Symbole soll eine Story erzählt werden. Der erste Spieler sucht sich einen Würfel aus und fabuliert das erste Kapitel zusammen, der nächste Spieler fährt mit dem zweiten Kapitel fort, und so weiter. Dabei gibt es keine falschen Geschichtsstränge, keine Wertungen oder Punkte. Es entstehen nur mal lustige, mal coole, mal hintersinnige, mal merkwürdige, mal nachdenkliche Geschichten, was unglaublich unterhaltend sein kann. 

Würfelspiel von Rory O'Connor für 1 bis 10 Spieler ab 6 Jahren, ca. 5 Minuten, Hutter Trade, ca. 18 Franken. 

Anno Domini

Bild: Fata Morgana

Zum Kartenspiel «Anno Domini» gibt es bereits 30 verschiedene thematische Sets. Die einzelnen Ausgaben  passen in jede Hosentasche. Kleine Kärtchen mit historischen Ereignissen, die oft einen gewissen Hang zum Absurden nicht verleugnen können, müssen in die richtige Reihenfolge gebracht werden.

«Anno Domini» fragt aber nicht nach Jahreszahlen. Es wird lediglich geschätzt und geblufft. Die Spieler müssen dabei die Behauptungen ihrer Vorgänger glauben oder anzweifeln. Und wer weiss denn schon, wann der Elefant Hanno in Rom vor dem Papst niederkniete und zu dessen Lieblingstier wurde? 

Kartenspiel von Urs Hostettler für 2 bis 8 Spieler ab 10 Jahren, ca. 30 Minuten, Fata Morgana, ca. 18 Franken.  

6 nimmt!

Bild: Amigo

Wer bekommt die meisten Hornochsen? «6 nimmt!» ist zwar erst 1994 erschienen, gilt aber schon als grosser Klassiker, der ein ganzes Genre von ähnlichen Karten- und Brettspielen begründete.

Wir müssen unsere Handkarten an Reihen anlegen. Dazu wählen wir jeweils eine Karte und decken sie gleichzeitig mit unseren Mitspielern auf. In aufsteigender Folge legen die Spieler ihre Karten an die Reihen. Platziert ein Spieler dummerweise die sechste Karte in eine Reihe, muss er die ersten fünf Karten nehmen und bekommt deren aufgedruckte Hornochsen als Minuspunkte schlechtgeschrieben.

Es gibt zwar Leute, die denken, das sei reiner Zufall, man kann aber doch einiges taktisch steuern. 

Kartenspiel von Wolfgang Kramer für 2 bis 4 Spieler ab 10 Jahren, ca. 30 min, Amigo Spiele, ca. 12 Franken. 

Geistesblitz

Bild: Zoch Spiele

Bei diesem spassigen Hirnverdreher sind Konzentration und schnelle Reaktion gefragt. Fünf kleine Holzfigürchen stehen in der Mitte: eine grüne Flasche, ein blaues Buch, eine graue Maus, ein roter Stuhl und ein weisser Geist.

Nun werden Karten aufgedeckt, auf denen immer zwei Dinge in zwei verschiedenen Farben zu sehen sind. Ist ein Gegenstand in der richtigen Farbe da, muss man ihn greifen. Wenn nicht, muss jener Gegenstand gegriffen werden, der weder in Farbe noch in Form präsent ist. Befindet sich auf der Karte gar ein Buch, ist greifen verboten, dann muss man rufen.

Mit einem schlichten, aber raffinierten Mechanismus wird das Gehirn in den Störmodus und die Gruppe in Begeisterung versetzt. Es gibt verschiedene Varianten des Spiels auf dem Markt, welche die Aufgabe noch herausfordernder machen. 

Logik-Spiel von Jacques Zeimet für 2 bis 8 Spieler ab 8 Jahren, ca. 20 bis 30 Minuten, Zoch Verlag, ca. 18 Franken.  

Lucky Lachs

Bild: Kosmos

Bei diesem Spiel, das niemand im Sitzen aushält, wird einem schon nur vom Zugucken schwindlig. Die Spieler stehen im Kreis, schreien laut aufeinander ein und vollführen immer wieder seltsame Rituale.

Alle decken nämlich ihre oberste Karte auf und rufen die abgebildete Aktion. Wenn ein Mitspieler, die gleiche Aktion hat, wird sie gemeinsam ausgeführt. Dabei werden Karten getauscht, man muss zum Beispiel ein High Five abklatschen oder den Platz mit dem Mitspieler tauschen. Wer zuerst keine Karte mehr hat, gewinnt. 

Party-Kartenspiel von Ken Gruhl und Quentin Weir für 3 bis 6 Spieler ab 8 Jahren, ca. 5 Minuten, Kosmos, ca. 20 Franken. 

Tempel des Schreckens

Bild: Schmidt Spiele

Und nochmals grosser Spielspass in einer kleinen Schachtel, zu einem kleinen Preis: Eine Gruppe von Abenteurern hat sich zu einem mysteriösen Tempel im Dschungel aufgemacht. Dort soll ein versteckter legendärer Goldschatz warten. Unseligerweise wird dieser allerdings von einer ziemlich militanten Truppe von Tempelwächterinnen bewacht, die mit gespaltener Zunge sprechen und die Gabe haben, sich als Abenteurer zu tarnen.

Zu Beginn weiss niemand, welche Mitspieler zu welcher Fraktion gehören. Die Spieler versuchen zu bluffen, ihre Mitspieler über ihre wahren Absichten zu täuschen und trotzdem herauszufinden, wer zum eigenen Team gehört. Die Abenteurer müssen innerhalb von vier Runden alles Gold aus den Schatzkammern schleppen, und die Tempelwächterinnen versuchen, die Räuber dazu zu verleiten, in Feuerfallen zu treten. Je nach Spielerzahl ergeben sich immer wieder andere Konstellationen. Das Spiel wird ab sechs oder mehr Spielern erst so richtig interessant.

Kartenspiel von Yusuke für 3 bis 10 Spieler ab 8 Jahren, ca. 15 Minuten, Schmidt Spiele, ca. 11 Franken. 

Ligretto

Bild: Schmidt Spiele

Ich sage nur «Aua!» Wenn du schon nicht mit Blasen an den Füssen von der Schulreise heimkommst, dann sollst du wenigstens mit einem verstauchten Daumen prahlen dürfen. Das schnelle Karten-Loswerden-Spiel «Ligretto» ist analoges Entertainment pur, ohne Schnickschnack, auf das man immer wieder zuverlässig zurückgreifen kann. 

Kartenspiel für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahren, ca. 10 Minuten, Schmidt Spiele, ca. 13 Franken. 

Tom Felber ist ...

... der Vorsitzende der internationalen Kritiker-Jury «Spiel des Jahres» und veröffentlicht seit 1985 Spiele-Rezensionen in verschiedenen Medien. Hier stellt er für uns regelmässig neue Brett- und Kartenspiele vor.

bild: zvg

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Marabamba 04.06.2018 09:50
    Highlight Wir haben damals stundenlang Mörderlis gespielt... ganz ohne Material.
    2 0 Melden
  • tatata 03.06.2018 23:03
    Highlight Das Spiel Dobble ist auch sehr empfehlenswert! Einfach verstanden, toller Spielspass!
    10 0 Melden
  • jnss 03.06.2018 19:44
    Highlight Black stories ❤💀
    10 3 Melden
  • Wenzel der Faule 03.06.2018 19:13
    Highlight Äh, UNO?!?!😕
    15 8 Melden
  • Phrosch 03.06.2018 18:58
    Highlight Ganz ohne Material: Willi Tell und seine Vorlieben. Es dauerte die ganze Maturareise, bis der letzte raushatte, warum Willi Emmentaler mag, aber nicht Greyerzer oder Tilsiter, warum er Tennis spielt und nicht Pingpong, oder warum er Ferien in Tennessee oder Mississippi macht, aber nicht in Florida oder Kalifornien.
    Mit Fragen prüft man seine Hypothesen, und wer’s hat, muss dichthalten.
    13 3 Melden
    • El Steve 04.06.2018 13:28
      Highlight Mag er auch Teller und Löffel, aber keine Gabeln und Gläser? :S
      1 0 Melden
    • Phrosch 04.06.2018 15:55
      Highlight Ja genau 😁
      0 0 Melden
    • leno 04.06.2018 22:28
      Highlight klaro! und er ist auf facebook und twitter, hat aber kein instagram und kein pinterest. watson mag er leider auch nicht...
      1 0 Melden
    • Phrosch 05.06.2018 08:35
      Highlight Genauso. Er mag aber auch Blick nicht, zum Trost für Watson.
      Allerdings wichtig zu wissen: wenn man alles geschrieben sieht, ist es einfach. Man spielt das aber mündlich, das macht’s schwieriger. Und wenn man Willi Tell vorstellt, wählt man klug aus, was man über ihn sagt. Also nicht so offensichtliche Paarungen. Und dann lässt man die anderen raten.
      1 0 Melden

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