Spass
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

De Ohrfiige na

Nur wer genug Mumm hat, kehrt bei «Klong!» als Sieger aus dem Verlies zurück

Im Spiel «Klong!» dreht sich alles um zwei Fragen: Wie laut plündert man ein Dungeon und wer bekommt als erster das Nervenflattern und rennt hinaus?



Wir spielen heute:
«Klong!»

Deckbau-Wettrenn-Spiel von Paul Dennen für 2 bis 4 Spieler ab 12 Jahre. Spieldauer: 30 bis 90 Minuten. Verlag: Schwerkraft. Preis: etwa 80 Franken. 

Thema:

Diebe schleichen durch ein Verlies, in dem ein Drache haust, um möglichst wertvolle Schätze zu klauen. Dabei dürfen sie aber keinen Lärm machen. Jedes Geräusch erregt die Aufmerksamkeit des Drachen und jedes gestohlene Artefakt bringt ihn mehr in Rage. Nicht jeder schafft es wieder heil hinaus.  

Was macht man?

Klong Material

Mit Karten (rechts) steuert man sich durch ein Verlies (links). Bild: Schwerkraft

Karten kaufen und sie einem eigenen Deck hinzufügen, um mit dem Ausspielen der Karten die eigene Spielfigur durch ein Dungeon zu bewegen, Monster zu bekämpfen und möglichst wertvolle Schätze einzusammeln. 

Besondere Features:

Spieler können vorzeitig aus der Partie ausscheiden. Sobald ein Spieler das Nervenflattern bekommt und sich mit seinen Schätzen aus dem Verlies stiehlt, haben alle anderen Spieler nur noch vier Runden Zeit, um sich ebenfalls in Sicherheit zu bringen. 

Geeignet für:

Erfahrene Spieler, die gerne Risiken eingehen, ungewisse Spielausgänge mögen und ihre Spiellaune auch von einem doch sehr krassen Glücksfaktor nicht trüben lassen.  

Wir haben es für euch gespielt!

In meiner Kindheit gab es im Quartier eine ältere Frau, die sich besonders heftig aufregte (und das allen zeigte), wenn man einfach so ihre Türklingel ausprobierte. Das hat sich unter den Kindern rasch herumgesprochen und irgendwann haben sich alle einen Sport daraus gemacht, im Vorbeigehen auf ihre Klingel zu drücken oder diese gar mit Klebeband zu fixieren. Manchmal legte sich die Frau hinter der Türe regelrecht auf die Lauer und erwischte ab und zu auch ein Kind, aber normalerweise natürlich nicht eines von denen, die am meisten Unfug trieben. Dann gab es eins hinter die Löffel. Nicht, dass ich jetzt irgendwie stolz auf diese Episode wäre oder so. Aber so ähnlich muss man sich eine Partie «Klong!» vorstellen.  

Die Nachbarin aus der Kindheit ist in diesem Spiel ein Drache, der in einem Verlies haust, in dem nebenbei auch noch ganz viele wertvolle Schätze herumliegen. Da diese aus Metall oder Edelstein sind, scheppern sie beim Abtransport. Diebe machen sich nun in das Verlies auf, um möglichst viele Klunker heraus zu tragen. Wer die wertvollste Beute an die frische Luft bugsieren kann, gewinnt zum Schluss. Nun kommt aber ein ziemlich brutaler Realismus ins Spiel: Die Diebe haben nur eine beschränkte Tragfähigkeit und viele der Handlungen oder Aktionen, verursachen Krach. Dadurch wird der Drache auf die Diebe aufmerksam und immer wütender. Wer zu laut ist, fällt ihm zum Opfer und kommt nie, nie wieder aus dem Verlies heraus.

Das Spielgefühl wird wesentlich von einer weiteren Komponente geprägt: Die wertvollsten Schätze sind tief unten im Dungeon zu finden. Die Spieler brauchen starke Nerven, um sich bis dorthin zu wagen und dürfen den Zeitpunkt zur Umkehr nicht verpassen. Dabei ist es wichtig, zu beobachten, was die anderen tun. Denn der feigste Spieler triggert das Spielende. Sobald der erste Dieb wieder an der frischen Luft ist, haben die anderen nur noch vier Runden Zeit, um ebenfalls hinaus zu kommen. Wer zu gierig war  und in den Tiefen steckenbleibt, fällt komplett aus der Wertung. So wägt das Zocker-Hirn ständig gegeneinander ab, wie viel Schaden man schon genommen hat und wie lange man noch im Dungeon aushalten will. 

«Klong!» bedient sich des Prinzips des Deckbaus. Karten, die ich ausspiele, ermöglichen es, Aktionen durchzuführen und mich im Dungeon fortzubewegen.  

Den Ablauf des Spiels im Detail zu erklären, ist wenig sinnvoll. Dazu gibt es Erklärvideos. Im Wesentlichen bewegen die Spieler ihre Figuren mit den Karten auf dem Spielbrett durch das Verlies und versuchen Schätze einzusammeln. Immer, wenn sie dadurch Lärm verursachen, müssen sie «Klong-Steine» ihrer Spielerfarbe auf das Spielbrett legen, die den verursachten Lärm repräsentieren. Durch verschiedene Aktionen werden «Drachenangriffe» ausgelöst. Das bewirkt, dass dann alle auf dem Spielbrett liegenden Klong-Steine in einen Beutel geworfen werden, wo sich auch schon die Steine des bisherigen Spielverlaufs befinden. Dann wird eine bestimmte Anzahl von Steinen aus dem Beutel gezogen. Diese verursachen den entsprechenden Spielern Schäden und nehmen ihnen Leben weg. 

Das Spiel kann ziemlich unfair sein: Denn der Gott des Zufalls schert sich nicht darum, ob von jenem Spieler, der am meisten Lärm verursacht und am meisten Klong-Steine im Beutel hat, auch tatsächlich am meisten Steine gezogen werden.

«Klong!» stellt die eigene Leidensfähigkeit auch in anderer Hinsicht immer wieder auf die Probe. Denn die Auslage der Karten, die erwerbbar sind, ändert sich ständig. Während die Mitspieler mit den wunderprächtigsten Aktionsmöglichkeiten überschüttet werden, kriegt man zum Beispiel selber einfach keine Bewegungs-Karten auf die Hand und kommt im Dungeon nicht richtig vorwärts. Auch Chips, die man im Verlies zufällig findet, sind unterschiedlich gut.

«Klong!» ist aber trotzdem oder gerade deshalb unheimlich kurzweilig und spannend, sofern man die Dynamik versteht. Es verträgt aber keine Grübler, die über jeden Zug minutenlang brüten und keine Angsthasen, die sofort mit dem erstbesten Schatz wieder aus dem Dungeon rennen. Dann ist die Partie nämlich schon nach 20 Minuten zu Ende. Nein, «Klong!» ist kein Spiel für Hosenscheisser, sondern für tollkühne Draufgänger, die mit Todesverachtung aufs Äusserste spekulieren. 

Klong! Erweiterung

Die erste Erweiterung ist bereits angekündigt. Bild: Schwerkraft

«Klong!» lebt von der thematisch dichten Atmosphäre, vom gegenseitigen Belauern, bis einer die Nerven verliert und die Flucht ergreift. Eine erste Erweiterung zum Spiel ist auch schon angekündigt.

Cover Klong!

Das Cover des Grundspiels. Bild: Schwerkraft

Ist «Klong!» auch zu zweit spielbar?

Theoretisch natürlich schon. Weil man dann aber nur auf einen einzigen Gegner acht geben muss, geht eine Menge des chaotischen, psychologischen Hickhacks flöten, und die Partie  wird wesentlich berechenbarer. 

Tom Felber ist ...

... der Vorsitzende der internationalen Kritiker-Jury «Spiel des Jahres» und veröffentlicht seit 1985 Spiele-Rezensionen in verschiedenen Medien. Fortan wird er hier für uns regelmässig neue Brett- und Kartenspiele vorstellen.

Bild

bild: zvg

Mehr Spiele-Tipps findest du hier:

16 Brett- und Kartenspiele, über die sich nicht nur Kinder an Weihnachten freuen

Link zum Artikel

«Ethnos» ist gaaanz anders als es aussieht, nämlich ein Familienspiel, ehrlich! 

Link zum Artikel

Istanbul ist auch ein Würfelspiel – aber nur für Kenner!

Link zum Artikel

Wir spielen heute «Noria» – ein schwieriges Brettspiel für Tüftler und Grübler

Link zum Artikel

Diese «Escape Room»-Version können nur Mathe-Genies lösen (wir sind keine)

Link zum Artikel

Ist, wo Fitzek draufsteht, auch Fitzek drin? Wir spielen uns durch ein Buch

Link zum Artikel

Das ist das «Spiel des Jahres» 2017! Und so spielt es sich

Link zum Artikel

«Glupschgeister» – ein Spiel, das Menschen mit Wurstfingern zur Verzweiflung treibt

Link zum Artikel

Was passiert eigentlich, wenn Pinguine die Schule schwänzen? 

Link zum Artikel

Jetzt heisst es stark sein: In diesem Spiel verlierst du gegen Kinder

Link zum Artikel

Vergiss das normale «Schiffe versenken»: Bei dieser Version kommst du ins Schwitzen!

Link zum Artikel

Der Escape-Room für zuhause: «Gefangen im Eis, weil wir Deppen zu langsam waren»

Link zum Artikel

Wir spielen «Räuber der Nordsee» – ein Machtspiel für alle, die mal Wikinger sein wollen!

Link zum Artikel

Jetzt gibt's eins auf den Helm: Wir spielen «Arena for the Gods!»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MWT 15.01.2018 21:24
    Highlight Highlight Über den Namen haben wir auch schon diskutiert - trotzdem ist es ein spannendes Spiel mit stimmiger Atmosphäre. Weder Zauderer noch Draufgänger kommen wieder heil nach oben.
  • mastermind 15.01.2018 11:25
    Highlight Highlight Von Namen her sehr unkreativ. Klingt ja fast wie das Brettspiel Klonk! (sogar mit Ausrufezeichen) der Scheibenwelt-Romane vom Terry Pratchett. Fail.

Wenn Frauen über Autoren schreiben, wie sonst nur Männer über Autorinnen schreiben

Alles fing damit an, dass sich eine Journalistin über eine Rezension im «Tages-Anzeiger» aufregte. Darin schrieb ein älterer Mann über das Buch einer sehr jungen Frau. Vor allem aber schrieb er darüber, wie er das Aussehen besagter sehr junger Frau auf dem Foto im «New Yorker» empfand. Sie sehe darauf aus «wie ein aufgeschrecktes Reh mit sinnlichen Lippen».

Die Frau heisst Sally Rooney – sie ist 28 Jahre alt und eine mit Literatur-Preisen überhäufte Bestseller-Autorin aus Irland.

Aber anstatt in …

Artikel lesen
Link zum Artikel