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Italy's Francesco Gabbani performs the song

Bild: Efrem Lukatsky/AP/KEYSTONE

Der italienische Gorilla und 16 weitere Eurovision-2017-Acts, die du kennen solltest



Es ist wieder einmal so weit: Grotesk gekleidete Performer brüllen in Windmaschinen hinein und steppen übereifrig auf hyperaktiv leuchtenden Tanzböden umher: Der Eurovision Song Contest steht wieder an. Kiew ist dieses Mal Gastgeber, was freilich zu politischen Komplikationen führen kann (mehr davon später). Wie immer gilt: Nein, wir erwarten hier keine musikhistorische Game Changers, sehr wohl aber grossartige TV-Unterhaltung!

watson tickert den Eurovision Song Contest live!

Und zwar beide Halbfinals (Dienstag 9. Mai und Donnerstag 11. Mai jeweils um 21 Uhr) und den Final (Samstag 13. Mai um 20 Uhr). An den Ticker-Tastaturen sitzen Simone Meier, Oliver Baroni und am Samstag auch noch Anna Rothenfluh und ein very special Gaststar. 

Hier eine Auswahl an Songs, auf die man beim diesjährigen ESC ein Auge behalten sollte, angefangen mit dem Wichtigsten: 

OMG! Moldawien schickt den EPIC SAX GUY nach Kiew

Background-Sängerinnen-Bräute mit Blumenstrauss-Mikrophonen, die wohl dämlichsten Dance-Moves des Jahres und ... und DAS HIER:

Jap, es ist Epic Sax Guy himself!

Sun Stroke Project (so heisst dieser grossartige Act) trat bereits 2010 für Moldawien an. Und in der ESC-Performance ihres Songs «Run Away» entstand obiges Meme. Diesjährige Favoriten? Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

Die Griechen – die könnten es schaffen

Auch wenn der Song sich wie der Soundtrack zu einer Tampon-Werbung anhört. Oder vielleicht gerade deswegen. 

Armenien dürfte ein Geheimfavorit sein

Artsvik heisst die Dame. Die hat was. 

Russland ... nicht

Wie schon oben angedeutet, hat Eurovision auch 2017 einen handfesten politischen Skandal. Erwartungsgemäss ist Russland involviert – beziehungsweise jetzt nicht mehr, denn der russischen Kandidatin Julia Samoylova wurde die Einreise in die Ukraine verweigert.

Der Grund: Samoylova war im Jahr 2015 auf der Krim aufgetreten. Reisen auf die Halbinsel über Russland sind seit der Annexion aber von ukrainischer Seite verboten und werden mit einer mehrjährigen Einreisesperre geahndet. Und das gilt laut Kiew auch für im Rollstuhl sitzende ESC-Kandidaten.

Schade, denn der Song ist ganz hübsch, auch wenn die Lyrics unter anderem folgende Perle beinhalten: «I wanna feel the power, I wanna go to places I don't know» ... nur so wegen Krim-Annexion und so.

Und NUN: Die Roma-Version von «Gangsta's Paradise»

Danke, Ungarn!

Etwas, das sich «Neo-Rave» nennt, ist heuer beim ESC sehr angesagt

Exempli gratia: Israel, das sich nicht entscheiden konnte, ob es einen Rexona-Werbeclip oder einen Coachella-Trailer machen sollte.

Sponsoren dürften die Tourismusbehörde von Tel Aviv und die Automarke Jeep gewesen sein. Und ankommen dürfte der Track – nicht zuletzt beim traditionellen Zielpublikum des Song Contests, den drei grossen G's: Girlies, Grosis und Gays.

Womit wir bei Schweden wären, das voll auf den Gay Vote setzt

Der Song ist eher kläglich – und damit voll im Trend. Dürfte ein Favorit sein.

Und Montenegro so: Wenn schon Gay Vote, dann richtig! Slavko schwingt seinen Zopf!

Derweil lässt Mazedonien die 80s krachen mit dem wohl belanglosesten Popsong der Welt:

Da macht es die Schweiz für einmal besser

Okay, ein bisschen zu sehr «ESC-Bausatz-Song nach Schema F», vielleicht, aber die Dame – Timebelle heiss der Act – beherrscht das Power-Ballad-Handwerk ganz ordentlich. Vermutlich bleibt Timebelle aber letztendlich leider chancenlos. Weil Schweiz

Aber nicht alles ist kalkulierter Eurovisions-Pomp:

Portugal schickt eine Jazzballade ins Rennen, die so alt ist, dass sie die 50er Jahre zurückwollen

Diesen jungen Bulgaren muss man erwähnen. Denn er wird gut abschneiden

Ob es uns passt oder nicht. Wartet nur. 

BREAKING NEWS: England ist dieses Jahr nicht komplett scheisse ...

... aber auch nicht besonders gut. Nichts zu sehen hier – weitergehen!

Aserbaidschan, hingegen, dürfte gute Chancen haben. «Classic Eurovision» nennt man so was

Wobei «classic» hier weniger «Sandie Shaw, France Gall und Co.» und mehr «Ostblock-Eurovision des vergangenen Jahrzehnts» bedeutet. Und auch die Bühnen-Show der Azeris ist grossartig. Es beinhaltet unter anderem einen Mann mit einer Pferdemaske.

aserbaidschan azerbaijan eurovision song contest esc https://www.youtube.com/watch?v=v1FY6Bsojfg

screenshot: watson/youtube

Polen will ich nur erwähnen, weil es den ESC-Kabinettstück vollbracht hat, «fire» mit «desire» und «higher» und «wire» zu reimen

Beim Trinkspiel bedeutet das mindestens vier Mal trinken.

Rumänien! RUMÄNIEN IST DER BRÜLLER!

Yodel meets Rap! Mit Glitter-Kanonen!

Mit Glitter-Kanonen, von denen man aber gehörig auf den Allerwertesten fallen kann, wenn man nicht aufpasst.  

Und nun: 

Der italienische Beitrag is komplett hanebüchen – und vielleicht deshalb der Favorit des Contests

Falls ihr euch wundert, was es mit dem «Oooohm» am Schluss auf sich hat: Der Song nimmt die westliche kulturelle Aneignung östlicher Mystik aufs Korn. Es ist grossartig.

Und wenn Italien am Schluss gewinnt, dürfen wir alle die Schlagzeile «Gorilla gewinnt Eurovision» schreiben!

Wir sehen uns heute Abend vor dem Fernseher!

Eurovision  – so war's 2016:

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • viva 09.05.2017 18:30
    Highlight Highlight Ich persönlich finde es sehr einfallslos alle Jahre wieder einfach über alle ESC Songs abzulästern, einfach weil man das seit 30 Jahren so macht. Schade, dass WATSON nicht einfallsreicher mit dem ESC umgeht. Vielleicht aber kann der Schreiberling einfach zu wenig gut italienisch:Statt den Sondtext genauer zu recherchieren "einfach bitzeli öppis Blödluschtigs schreiben" und macht sich so grad selber zum Affen-äh Gorilla...
  • Warumdennnicht? 09.05.2017 15:21
    Highlight Highlight Ich bin ja immernoch der Meinung, dass wir mit diesem Song den ESC gewonnen hätten ;)

    Play Icon
  • Wehrli 09.05.2017 13:52
    Highlight Highlight "Dieser junge Bulgare muss man erwähnen"

    Armes Bulgare. Schwierig Song, schwierig Watson-Grammotik.
    • Madeleine Sigrist 09.05.2017 14:06
      Highlight Highlight Ist schon geändert. Merci! :-)
  • Windmaschinchen 09.05.2017 12:29
    Highlight Highlight Auf d. Frage, für wen er "Occidentali's Karma" geschrieben habe, meinte Italiens Francesco Gabbani an der Pressekonferenz hier in Kiew mit seinem einnehmenden Lächeln: "Für 2 Sorten Menschen. Für die, die den Text verstehen und für jene, auf die sich der Text bezieht". Der Affe macht durchaus Sinn, auch wenn das im ersten Moment nicht danach aussieht. Wenn ein Beitrag NICHT hanebüchen ist, dann "Occidentali's Karma". Ich hoffe so sehr, dass Italien gewinnen wird! Song, Text, Inszenierung und der Interpret hätten es gleichermassen verdient! Und Portugal auf Platz zwei wäre der absolute Hammer!
    • tomdance 09.05.2017 20:29
      Highlight Highlight Danke Windmaschinchen! Wenn Baroni den Text gelesen und verstanden hätte, wäre seine Einschätzung wohl anders ausgefallen. Gabbana tritt mit dem intelligentesten ESC-Song ever an.
  • SteWe 09.05.2017 10:57
    Highlight Highlight Wo bleiben die 'ich will meine Billag-Gebühr-zürück'-schmümümü-Kommentare??
    • Miphos 09.05.2017 12:45
      Highlight Highlight Die kommen schon noch. Sobald es wieder heisst Schweiz 0 Punkte ;-)
  • Burdleferin 09.05.2017 10:55
    Highlight Highlight Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein so langweiliger Vortragwie der von Italien nur wegen eines Gorillas ein Favorit sein soll.
    • tomdance 09.05.2017 20:30
      Highlight Highlight Text verstehen und nachvollziehen können. So einfach ist es.
  • Triumvir 09.05.2017 08:55
    Highlight Highlight Ich finde es sollte nur Länder gewinnen, die ein Liedchen in ihrer Landessprache(n) präsentieren. Wieso müssen eigentlich gefühlt 90 Prozent dieser Liedchen alle in mehr oder weniger gutem Englisch vorgetragen werden...? Rechnet man sich etwa grössere Gewinnchancen aus, wenn man in pseudo Englisch ein Liedchen trällert?
    • obi 09.05.2017 13:14
      Highlight Highlight Das war einmal so. Das Resultat: Ein deutlicher Vorteil für GB, Irland, Frankreich, Italien. Dann - Ende der 90er (zirka, glaub) - änderte man das Reglement: Jedes Land durfte die Sprache selbst auswählen. Das Resultat: Osteuropäische und andere Länder gewannen, UK, Frankreich und Co. weit abgeschlagen.

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