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epa05776759 Lara Gut of Switzerland reacts during the award ceremony after winning the bronze medal in the women's Super G race at the 2017 FIS Alpine Skiing World Championships in St. Moritz, Switzerland, 07 February 2017.  EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Nach der Medaillenvergabe machte sich Lara Gut aus dem Staub: Pflege ist wichtiger als Party. Bild: EPA/KEYSTONE

Pflege statt Party: Lara Gut lässt sich an der Schweizer Medaillenfeier nicht blicken

Die ersehnte Feier nach der ersten Schweizer Medaille fällt aus – für Lara Gut ist das, was noch kommen wird, wichtiger.

Sebastian Wendel / nordwestschweiz



Die Ausdauer und die Geduld sind bewundernswert. Einen Klassiker nach dem andern, ob Volksmusik oder Pop, bläst Trompeten-Sigi im Foyer des Hotels Schweizerhof in dieser und in der nächsten Woche im «House of Switzerland». Sigis Chörli, bestehend aus leicht angeschlagenen Skifans, lässt auch nicht locker. Aber der ganze Einsatz bringt nichts: Sie kommt nicht. Lara Gut kommt nicht.

Auch nicht 20 Meter weiter drüben ins «House of Fans», wo sie am frühen Abend einmal angekündigt worden war. «Ich glaub, es ist wegen ihres Knies, es hat geheissen, sie muss in die Behandlung, wir haben jedenfalls die reservierten Stühle wieder freigegeben», sagt der muskelbepackte Türsteher. Entsprechend ist drinnen nur wenig los. Einen Augenschein, länger bleiben die Leute nicht.

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Ja, der Sturz vor gut einer Woche in Cortina hallt nach. Auch am Abend, nachdem Gut die Bronzemedaille im ersten WM-Rennen gewann. Quasi vom Krankenbett direkt auf die Piste «Britannia» verlief ihr Weg, denn auf den Ski stand Gut seit dem Sturz nicht mehr. Entsprechend stark die Wehwehchen nach dem Super-G, stärker als gedacht, heisst es am Abend im «House of Switzerland», die Schmerzen erlauben jedenfalls keinen Besuch im St.Moritzer Nachtleben. Stattdessen ist Pflege angesagt, schon heute steht Gut im Abfahrtstraining wieder auf den Ski.

epa05759367 Lara Gut (L) of Switzerland reacts in the finish area during the women's Super G race at the FIS Alpine Skiing World Cup in Cortina d'Ampezzo, Italy, 29 January 2017.  EPA/ANDREA SOLERO

Der Sturtz in Cortina vor gut einer Woche: Wie schwer wirken die Schmerzen noch nach? Bild: EPA/ANSA

Die Verantwortlichen von Swiss-Ski, Gastgeber im «House of Switzerland», haben gegenüber ihren Gästen – darunter Swiss-Olympic-Präsident Jürg Stahl und Skilegende Erika Hess – bewusst defensiv kommuniziert. Ahnend, dass Gut nach der Medaillenfeier definitiv absagen wird. Und so wird der Abend des ersten WM-Tages nicht zur rauschenden Medaillenparty, sondern zum gemütlichen Beisammensein. Oder zum Warmlaufen für das, was da noch kommen soll: weitere Medaillen, auch von Gut, und dann erst rauschende Partys.

Ehrlicher Jubel über Bronze

Zwei Stunden zuvor, es ist 18.30 Uhr, wird es still im Kulm-Park. Fanfaren ertönen, Scheinwerferlichter in allen Farben wirbeln über den Platz, die Medaillengewinnerinnen betreten die Bühne am Fusse der imposanten Holzskulptur, eine Nachahmung der St.Moritzer Skilegende Edy Reinalter. Gut 2000 Menschen sind gekommen, um Gut und die erste Schweizer WM-Medaille zu feiern. Als ihr Bronze um den Hals gehängt wird, brandet zum x-ten Mal lauter Jubel auf.

epa05776712 Nicole Schmidhofer (C) of Austria poses with her gold medal during the award ceremony after winning the women's Super G race at the 2017 FIS Alpine Skiing World Championships in St. Moritz, Switzerland, 07 February 2017. Schmidhofer won ahead of second placed Tina Weirather (L) of Liechtenstein and third placed Lara Gut (R) of Switzerland.  EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Lächeln für die Kamera: Tina Weirather, Nicole Schmidhofer und Lara Gut.  Bild: EPA/KEYSTONE

Die Menschen freuen sich für sie, genauso wie für die anderen Medaillengewinnerinnen Tina Weirather (Silber) und Nicole Schmidhofer (Gold). Hier ist scheinbar niemand traurig, dass Gold nicht in der Schweiz blieb. Keine Viertelstunde später ist fertig. Es war eine kurze, aber herzliche Feier. Nicht künstlich aufgeblasen, und das ist gut so.

Alle Schweizer Ski-Weltmeister seit 1970

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