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Hofft um einen Stammplatz an der WM: Blerim Dzemaili.
Hofft um einen Stammplatz an der WM: Blerim Dzemaili.Bild: AP

Schlägt beim Testspiel gegen Japan Dzemailis letztes Stündchen?

Die Schweiz absolviert am Freitagabend (Anpfiff: 19.00 Uhr) gegen Japan das letzte Testspiel vor der WM. Für Blerim Dzemaili beginnt das Zittern. Denn wenn seine Leistungskurve nicht bald nach oben zeigt, muss sich Petkovic gründlich überlegen was er mit Dzemaili macht.
08.06.2018, 11:1008.06.2018, 13:48
etienne wuillemin / Aargauer Zeitung

Es ist ein Bild für die Ewigkeit. Wie die Schweizer zu Boden fallen, die Hände vors Gesicht schlagen. Ungläubig, was da gerade passiert ist. Wie Blerim Dzemaili den Ball an den Pfosten köpft, dieser ihm zurückspringt ans Schienbein und am Tor vorbeigeht. Aus, vorbei, verloren. Die Schweiz muss nach dem 0:1 im WM-Achtelfinal gegen Argentinien nach Hause.

Ein Bild für die Ewigkeit. Dzemaili trifft das Tor nicht, der WM-Achtelfinal 2014 ist verloren.
Ein Bild für die Ewigkeit. Dzemaili trifft das Tor nicht, der WM-Achtelfinal 2014 ist verloren.Bild: AP

Bald sind es vier Jahre her seit diesem legendären 1. Juli 2014. Vier Jahre, in denen viel passiert ist mit dem Nationalteam. Der Trainer heisst seit jenem Spiel nicht mehr Ottmar Hitzfeld, sondern Vladimir Petkovic. Und auch für Dzemaili hat sich so einiges geändert. Er ist nicht mehr länger ein Ergänzungsspieler (auch im WM-Achtelfinal wurde er eingewechselt), sondern hat sich zum Stammspieler entwickelt, der das Vertrauen von Petkovic geniesst.

Doch nun, gut eine Woche vor dem WM-Start, muss diese eine Frage gestellt werden: Wie lange hat Petkovic Geduld mit Dzemaili. Der offensive Mittelfeldspieler hatte seit längerem kein vorbehaltlos gutes Länderspiel mehr. Gegen Spanien am letzten Sonntag wurden seine Defizite offensichtlich.

Dzemaili: fast abgereist

Was tun? Vielleicht fragt sich das tatsächlich auch der Nationaltrainer. In Lugano endet heute das Vorbereitungs-Camp der Schweizer mit dem Testspiel gegen Japan. Petkovic kündet an, dass auch jene Spieler ein paar Einsatzminuten erhalten werden, die gegen Spanien nicht spielten. Aber das sind alles Randnotizen. Entscheidend ist die Frage: Wer spielt am übernächsten Sonntag gegen Brasilien?

Wer soll an der WM im offensiven Mittelfeld spielen?

Sommer hütet das Tor, davor verteidigen Captain Lichtsteiner, Schär, (aller Voraussicht nach) Akanji und Rodriguez. Im Mittelfeld sind Xhaka und Behrami gesetzt. Offensiv gilt das für Shaqiri sowie wohl Zuber und Seferovic. Doch was ist mit Dzemaili?

Das Schweizer WM-Kader

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Die Warnsignale des Trainers sind deutlich. In Spanien wechselte er in der Halbzeit Dzemaili aus, Shaqiri rückte in die Mitte. Das wäre die eine Alternative. Der formstarke Stürmer Mario Gavranovic die andere. Dzemaili muss Petkovic ziemlich schnell aufzeigen, dass er auf ihn setzen kann. Am besten schon gegen Japan.

Die Geschichte zwischen Dzemaili und dem Nationalteam war lange kompliziert. Einst wollte er gar aus einem Camp abreisen, weil er – in Topform – wieder hinter dem damals unbestrittenen Gökhan Inler anstehen musste. Obwohl dieser bei Napoli der Ersatz von Dzemaili war.

Unter Petkovic haben sich die Kräfte verschoben. Oftmals hat Dzemaili auch gezeigt, dass ihm dieses Vertrauen guttut. Und ansprechende Leistungen im Nati-Dress gezeigt. Zum Beispiel im Testspiel im März gegen Griechenland, als er überdies ein schönes Tor erzielte.

Der Beweis damals gegen Brasilien

Trotzdem: Die schwachen Auftritte mehren sich. Noch immer ist nicht abschliessend geklärt, wie sehr ihn der Abstecher in die Major League Soccer zurückgeworfen hat. Zwischen Mai 2017 und Oktober spielte er in Montreal. Danach hatte er keine Ernstkämpfe mehr bis Ende Januar 2018, als er wieder zu Bologna zurückwechselte.

Dzemaili im Dress von Montreal.
Dzemaili im Dress von Montreal.Bild: AP/FR168006 AP

Dzemaili weiss genau, dass er gefordert ist. Nach dem 1:1 gegen Spanien sagte er: «Wenn man gegen Spanien nicht verliert, ist das positiv. Aber verbessern können wir einiges, das ist auch klar. Richtung Tor sind wir zu wenig gefährlich.» Wahrscheinlich meinte er auch sich selbst damit.

Doch vielleicht hilft ihm ja die Geschichte. Auf die Frage, welches Länderspiel denn sein bestes war, antwortet er der «Nordwestschweiz»: «Jenes gegen Brasilien am 14. August 2013.» Die Schweiz gewann 1:0.

Dzemaili im Zweikampf mit Neymar 2013. Ob es 2018 zur Neuauflage dieses Duells kommt?
Dzemaili im Zweikampf mit Neymar 2013. Ob es 2018 zur Neuauflage dieses Duells kommt?Bild: KEYSTONE

«Es war eines meiner ersten Spiele im Trikot des Nationalteams, in dem ich so richtig überzeugen konnte. Lange hiess es immer: Wenn er dann spielt, kriegt er es trotzdem wieder nicht auf die Reihe. Gegen Brasilien konnte ich allen das Gegenteil beweisen.»

Wieder gegen Brasilien, wieder Zweifel

In einer Woche steht wieder ein Spiel gegen Brasilien an. An der WM diesmal. Wieder mehren sich die Zweifel um Dzemaili. Es gäbe keinen besseren Zeitpunkt, um die Skeptiker erneut ruhigzustellen.

Vorerst gilt die Konzentration aber noch dem Moment. Dem Spiel gegen Japan, das als Probelauf für die Aufgabe gegen Serbien gelten darf. Zudem ist es die Ehrung für Captain Lichtsteiner, der sein 100. Länderspiel absolviert.

Lichtsteiner wird gegen Japan sein 100. Länderspiel bestreiten.
Lichtsteiner wird gegen Japan sein 100. Länderspiel bestreiten.Bild: KEYSTONE

Es geht darum, das freie Wochenende mit einem guten Gefühl geniessen zu können. Bevor das Team am Montag nach Russland fliegt. Petkovic ist überzeugt, dass dies gelingt: «Es ist wie vor zwei Jahren. Wir nehmen viel Energie mit aus diesen Wochen.»

Die Schweizer Rekordspieler
1. Heinz Hermann 118 Spiele
2. Alain Geiger 112
3. Stéphane Chapuisat 103
4. Stephan Lichtsteiner* 99
5. Johann Vogel 94
6. Gökhan Inler 89
7. Hakan Yakin 87
8. Alex Frei 84
9. Patrick Müller 81
10. Andy Egli 80
* noch aktiv

Die Schlüsselspieler der 32 WM-Teams

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28 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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RiiseHolzchopf
08.06.2018 11:17registriert März 2016
Ganz ehrlich: Wenn man an der WM etwas reissen will, muss man auf Spieler des Kalibers Dzemaili verzichten... Es reicht nicht, dass man hin- und wieder mal ein gutes Spiel zeigt, Konstanz ist der Schlüssel zum Erfolg.
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Ulmo Ocin
08.06.2018 11:50registriert September 2017
Wer genau sagt, dass die offensive mit Seferovic und Zuber gesetzt ist?
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Nelson Muntz
08.06.2018 13:16registriert Juli 2017
Man sollte allgemein die Ausbildung der Jugend hinterfragen. Hakan Yakin war der letzte kreative 10er. Wir produzieren 6er am Laufband, Inler, Blerim, Xhaka, Bherami, Zakaria, Frei, Schwegler, Zuffi und und und. Aber kreative Spieler fehlen. Mit einem Sforza oder Haki in Blüte wäre diese Nati sensationell!
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