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Roman Josi, Timo Meier und Nico Hischier sind bisher die produktivsten NHL-Schweizer.

Wir haben eine Schweizer Rekord-Saison in der NHL versprochen – und sind auf gutem Weg

Die Hälfte der Regular Season in der NHL ist vorbei. Zeit Bilanz zu ziehen und zu schauen, wie sich die Schweizer in der besten Liga der Welt bis jetzt geschlagen haben.



Vor der Saison haben wir grosse Sprüche geklopft! Die beste Schweizer NHL-Saison der Geschichte dürften die Fans erwarten, schrieben wir in unserer Vorschau. Haben wir zu dick aufgetragen? Ja und nein. Es gibt sicherlich Spieler, die unter unseren Erwartungen zurückbleiben. Aber es hat auch positive Überraschungen dabei.

Roman Josi

41 Spiele, 7 Tore, 25 Assists

Das sagen die Statistiken:

Roman Josi ist die Konstanz in Person. Der Captain der Nashville Predators hat diese Saison kein Spiel verpasst, spielt jeweils rund 25 Minuten und skort regelmässig. Mit 31 Punkten ist er der drittbeste Skorer der «Preds». Er spielt zwar nicht so überragend, dass er in der Poleposition wäre für die Norris Trophy, der Auszeichnung zum besten Verteidiger der Liga, aber doch gut genug, dass er zumindest in der Diskussion erwähnt wird.

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Roman Josi trifft herrlich gegen Boston.  Video: YouTube/SPORTSNET

Auffallend ist, dass der Berner diese Saison so oft schiesst wie noch nie. 166 Schüsse hat er bereits abgegeben, 32 mehr als der nächstbeste in seinem Team. Daraus resultieren viele Abpraller, die dann als Assists zu Buche stehen. Zudem spielt Josi dieses Jahr so gut Boxplay wie noch nie. Wenn der Schweizer auf dem Eis steht lässt Nashville pro 60 Minuten Unterzahlspiel nur sechs Tore zu. 

Das sagt der Experte:

Paul Skrbina verfolgt die Nashville Predators für «The Tennessean». Wir haben uns mit den folgenden Fragen an ihn gewandt.

«Roman hat eine gute Saison. Er ist wieder ein All-Star. Er führt das Team in Schussversuchen an. Auch wenn sein Defensivspiel teilweise kritisiert wird, ist er dennoch ein Teil der Verteidigung, die die wenigsten Tore der Liga kritisiert. Er wird nicht aufhören zu schiessen, und die ‹Preds› würden das auch nicht wollen.

Ich war letztes Jahr bei den Playoffs nicht dabei. Aber was ich sagen kann: Niemand innerhalb der Organisation stellt ihn als Captain in Frage.»

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 60 Punkte, davon 15 Tore.

Aktuell ist Josi auf Kurs für 57 Punkte, davon 13 Tore in dieser Saison. Mit einer etwas produktiveren zweiten Saisonhälfte, ist die watson-Prognose durchaus realistisch.

Kevin Fiala

45 Spiele, 8 Tore, 19 Assists

Das sagen die Statistiken

Nachdem Kevin Fiala letzte Saison den Durchbruch geschafft hat, bleibt er heuer leicht unter den Erwartungen zurück. 8 Tore und 19 Assists sind zu wenig für einen Spieler von seinem Format. Sein Vertrag läuft Ende Saison aus und bei den gezeigten Leistungen können die Predators den Flügel vielleicht sogar etwas billiger halten als ursprünglich erwartet. 

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Fiala trifft einhändig. Video: YouTube/NHL

Der Ostschweizer spielt aber nicht schlecht. Zuletzt hat er wieder aufsteigende Form bewiesen und in acht Spielen zehn Punkte erzielt. Er kommt auch in gute Abschlusspositionen, kann diese allerdings nicht wie erwartet ausnützen. Seine Schusseffizienz liegt momentan bei 8,5 Prozent, also eher zu tief. Man kann erwarten, dass in der zweiten Saisonhälfte mehr Tore dazukommen. 

Das sagt der Experte

Paul Skrbina verfolgt die Nashville Predators für «The Tennessean». Wir haben uns mit den folgenden Fragen an ihn gewandt.

«Kevin ist erst 22 Jahre alt und weiss selbst noch nicht wirklich, wie gut er ist. Er hatte diese Saison schon etwas Pech. Er hatte auch einige schlechte Phasen, in denen sein Selbstvertrauen gelitten hat. Er hat aber auch immer wieder seine brillanten Momente, die beweisen, warum die Predators ihn derart schätzen. Er hat nun wieder eine heisse Phase mit einem Tor und fünf Assists in den letzten sechs Spielen. Ich glaube nicht, dass die aktuelle Saison grosse Auswirkungen auf seine Vertragsverhandlungen haben wird.»

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 60 Punkte, davon 25 Tore.

Fiala fliegt momentan unter unserer Prognose. Nach momentanem Stand beendet er die Saison mit rund 50 Punkten, davon 15 Tore.

Nico Hischier

39 Spiele, 12 Tore, 17 Assists

Das sagen die Statistiken

Einen «Sophomore-Slump», also einen Rückschritt in der zweiten Saison nach einem guten Rookie-Jahr, hat Nico Hischier nicht zu beklagen. Im Gegenteil: Der Center der New Jersey Devils tritt dieses Jahr eher noch stärker auf und übernimmt noch mehr Verantwortung. Dass es seinem Team schlecht läuft, liegt nicht an ihm. Der Walliser kreiert Chancen für seine Mitspieler und kommt selbst zum Abschluss – aus sehr gefährlichen Positionen. Er setzt sich im Slot durch und schiesst meistens direkt vor dem Tor.

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Die Abschlusspositionen von Nico Hischier in einer Heatmap dargestellt. Bild: bill comeau/@billius27

Auch defensiv überzeugt der 20-Jährige. Er blockt von allen Stürmern bei den Devils am zweitmeisten Schüsse. Und er bringt seinem Team immer wieder Powerplays: Mit 18 herausgeholten Strafen (bei zwei selbstverschuldeten) ist er in dieser Sparte einer der besten Spieler der Liga.

Das sagt der Experte

Corey Masisak verfolgt die New Jersey Devils für «The Athletic». Wir haben uns mit den folgenden Fragen an ihn gewandt.

«Vieles ist für die Devils in dieser Saison schlecht gelaufen, doch Nicos Entwicklung ist ein riesiger Pluspunkt. Er ist auf Kurs zu beinahe 63 Punkten und ist weiterhin ein guter Zweiweg-Spieler. Er agiert auf dem Eis ohne Angst. Wenn er älter und stärker wird, wird er noch mehr Zweikämpfe gewinnen. So könnte er zu einem der besten Center in der NHL avancieren.

Die Devils haben neun Spiele ohne Taylor Hall gespielt diese Saison und haben fünf davon gewonnen. Das ist sicher ein erfreuliches Zeichen. Hischier wirkt ruhig, wenn die Medien dabei sind. Im Umgang mit den Teamkollegen ist das nicht der Fall. Er wird so oder so ein natürlicher Leader aufgrund seiner Arbeitseinstellung und seiner ‹Star-Power›. Ob er auch ein lautstarker Leader wird, werden wir sehen. Aber er hat sich definitiv schon den Respekt von den älteren Spielern im Team wie Brian Boyle und Travis Zajac erarbeitet.»

Corey Masisak, «The Athletic»

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 62 Punkte, davon 24 Tore.

Volltreffer! Aktuell ist Nico Hischier auf Kurs für 62 Punkte, davon 24 Tore.

Timo Meier

43 Spiele, 18 Tore, 22 Assists

Das sagen die Statistiken

Was war das für ein Start in die Saison! Timo Meier traf und traf und traf und war nach 30 Spielen mitten in der Weltspitze der besten NHL-Skorer vertreten. Beobachter und Meier selbst erklärten den Erfolg darin, dass er nicht mehr wahllos drauflos schiesse, sondern nur dann, wenn sich auch tatsächlich eine gute Torchance bot. So simpel.

Seit Mitte Dezember hat der Herisauer nun nicht mehr getroffen. In zwölf Spielen gelangen ihm aber immerhin acht Assists. Das ist natürlich nicht mehr die selbe Pace wie noch zu Beginn der Saison, aber etwa auf dem Niveau des letzten Jahres. Ein Rückgang, der früher oder später kommen musste.

Schüsse der Sharks mit Meier

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Rot = mehr als der Ligadurchschnitt
Blau = weniger als der Ligadurchschnitt
Bild: micah mccurdy/hockeyviz.com

Schüsse der Sharks ohne Meier

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Rot = mehr als der Ligadurchschnitt
Blau = weniger als der Ligadurchschnitt
Bild: micah mccurdy/hockeyviz.com

Auch ohne Tore ist Meier (der trotzdem immer noch San Joses zweitbester Torschütze ist) ein extrem aktiver Spieler, der das Geschehen in den gegnerischen Slot drängt. Von 248 persönlichen Schussversuchen des Flügels, kommen 84 aus dem Slot – so viele wie bei keinem anderen Spieler der Sharks. Mit diesem Spielstil ist es auch nur eine Frage der Zeit, bis die Tore wieder fallen.

Leider konnten wir keinen Experten der San Jose Sharks erreichen, der uns über Timo Meier hätte Auskunft geben können.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 50 Punkte, davon 22 Tore.

Timo Meier ist aktuell auf Kurs für 78 Punkte, davon 34 Tore. Wir haben unterschätzt, wie oft es Timo-Time schlagen wird.

Nino Niederreiter

43 Spiele, 7 Tore, 13 Assists

Das sagen die Statistiken

Das ist nicht der Nino Niederreiter, den wir noch an den Weltmeisterschaften in Dänemark gesehen haben. Zumindest was den Abschluss angeht: 7 Tore und 13 Assists in 42 Spielen sind zu wenig für einen Spieler, der dieses Jahr die 30-Tore-Marke knacken wollte.

Niederreiter ist immer noch ein guter Defensiv-Flügel. Er schafft es überdurchschnittlich gut, das Geschehen von dem eigenen Tor wegzuhalten (Corsi von 52,5 Prozent). Doch die Durchschlagskraft im Spiel nach vorne fehlt. Der Churer ist in dieser Saison nicht mehr die gleiche treibende Kraft wie in den Jahren zuvor. Im Abschluss ist er zudem auch etwas vom Pech verfolgt. Seine Schusseffizienz ist mit 9,6 Prozent so tief wie noch nie in seiner Zeit in Minnesota.

Schüsse gegen Minnesota mit Niederreiter auf dem Eis

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Rot = mehr als der Ligadurchschnitt
Blau = weniger als der Ligadurchschnitt
Bild: micah mccurdy/hockeyviz.com

Das sagt der Experte

Michael Russo verfolgt die Minnesota Wild für «The Athletic». Wir haben uns mit den folgenden Fragen an ihn gewandt. 

«Gute Frage, ich weiss es auch nicht. Zuletzt hat Nino wieder besser gespielt, aber er ist immer noch nicht der Alte. Ich glaube er verspürt den Druck, denn er hat zuletzt Chancen vergeben, die er normalerweise reinmacht und viele Schüsse verpasst. Aber ich glaube auch, dass er sich da rauskämpfen kann. Er ist ein zu guter Spieler, um es nicht zu tun.

Sein Vertrag läuft noch drei Jahre mit 5,25 Millionen pro Jahr. So ist es schwierig, einen Spieler wie ihn zu traden.»

Michael Russo, «The Athletic»

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 60 Punkte, davon 30 Tore.

Will er unsere Prognose noch erfüllen, muss Niederreiter eine unglaubliche zweite Saisonhälfte hinlegen. Aktuell ist er auf Kurs für 39 Punkte, davon 14 Tore.

Denis Malgin

28 Spiele, 5 Tore, 5 Assists

Das sagen die Statistiken

Ende November und Anfang Dezember verpasste Denis Malgin einige Spiele wegen einer Verletzung. Seit einigen Wochen kommt er wieder regelmässig zum Einsatz. Meistens in der dritten Linie, gelingt es dem früheren ZSC-Junior, das Spiel zu gestalten und ins gegnerische Drittel zu drücken. Mit Malgin auf dem Eis kassieren die Panthers deutlich weniger Schüsse aus gefährlichen Zonen als ohne ihn. Durch Malgins Spielintelligenz kommen auch seine Mitspieler auf bessere Zahlen als ohne ihn.

Chicago Blackhawks defenseman Gustav Forsling, right, battles for the puck against Florida Panthers center Denis Malgin during the third period of an NHL hockey game Sunday, Dec. 23, 2018, in Chicago. The Panthers won 6-3. (AP Photo/Nam Y. Huh)

Denis Malgin fehlt vor dem Tor noch etwas die Durchschlagskraft. Bild: AP/AP

Allerdings gelingt es dem kleingewachsenen Stürmer nicht wirklich, sich im gegnerischen Slot durchzusetzen. Der bald 22-Jährige gibt kaum Schüsse direkt vor dem Tor ab, sondern wird nach draussen in schlechtere Abschlusspositionen gedrängt. Letzte Saison gelang es ihm noch, zentraler zum Schuss zu kommen. Entsprechend ist auch seine Torausbeute etwas tiefer.

Leider konnten wir keinen Experten der Florida Panthers erreichen, der uns über Denis Malgin hätte Auskunft geben können.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 20 Punkte, davon 8 Tore.

Spielt Malgin die restlichen 41 Spiele alle durch, dürfte er etwa bei 22 Punkten (10 Tore) landen. Allerdings ist zu erwarten, dass er zwischendurch auch mal auf der Tribüne sitzt. Dementsprechend könnte unsere Vorhersage ziemlich gut zutreffen.

Yannick Weber

37 Spiele, 2 Tore, 5 Assists.

Das sagen die Statistiken

So produktiv wie in der laufenden Saison, ist Yannick Weber seit vier Jahren nicht mehr gewesen. Stand jetzt hat der derzeit angeschlagene Verteidiger 0,19 Punkte pro Spiel. Ähnliches gelang im zuletzt 2013/14 in Vancouver. Damals war er mit 0,20 Punkten pro Spiel sogar noch leicht besser. Gleichzeitig erledigt der 30-Jährige auch seine defensiven Pflichten zuverlässig. Weber leistet sich kaum mal einen Scheibenverlust, teilt Checks aus und blockt Schüsse.

Das sagt der Experte

Paul Skrbina verfolgt die Nashville Predators für «The Tennessean». Wir haben uns mit der folgenden Frage an ihn gewandt.

«Zuerst möchte ich sagen, dass Yannick einer der gescheitesten Menschen in der Garderobe der Predators ist. Auf dem Eis war er bislang allerdings unterdurchschnittlich, wenn auch nicht miserabel. Er ist wie er ist, ein siebter oder achter Verteidiger.»

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 10 Punkte, davon 3 Tore.

Wir haben Weber etwas unterschätzt. Aktuell ist er auf Kurs für 16 Punkte, davon sechs Tore.

Sven Bärtschi

16 Spiele, 6 Tore, 5 Assists

Das sagen die Statistiken

Eine Gehirnerschütterung, bereits die vierte seiner Karriere, hat Sven Bärtschi rund zwei Monate ausser Gefecht gesetzt, nachdem ihm der Saisonstart eher durchzogen geglückt war. In seinem ersten Spiel nach der Verletzung hat der Langenthaler mit einem Assist gleich wieder gepunktet. In den fünf Spielen darauf, legte er noch drei Tore und einen Assist nach.  

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Bärtschi trifft herrlich gegen Arizona. Video: YouTube/GoCanucksGo

Doch es ist klar: Bärtschi braucht nach einer derart langen Pause noch etwas Zeit um zur Konstanz zu finden.

Das sagt der Experte

Wyatt Arndt verfolgt die Vancouver Canucks für «The Athletic». Wir haben uns mit den folgenden Fragen an ihn gewandt.

«Sven braucht vermutlich noch ein paar Spiele, um sich wieder an den Rhythmus zu gewöhnen. Aber es sieht gut aus. Seine ‹Probleme› sind im Moment wohl eher ausdauerbedingt, weil er sich den Groove in der NHL nicht mehr gewohnt ist. Ich glaube nicht, dass die Hirnerschütterung noch Probleme macht. Er hat sich auch viel Zeit genommen, um komplett gesund zurückzukehren. Da er in seiner Karriere bereits mehrere Hirnerschütterungen erlitten hat, war das eine sehr kluge Entscheidung.

Sven ist ein Top-6-Flügel für die Canucks. Er ist nicht die Art von Spieler, der eine Linie im Alleingang antreiben kann (da ist Brock Boeser besser), aber er ist sicher der flexibelste Flügel von Vancouver. Mann kann ihn eigentlich überall einsetzen. In der Toplinie, im Powerplay, oder in den letzten Minuten eines Spiels. Er wird immer seine Tore schiessen. Sven ist ein sehr talentierter Spieler und ein wichtiges Puzzlestück für die Canucks.»

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 40 Punkte, davon 20 Tore.

Trotz der Verletzungspause könnte Bärtschi mit der momentanen Pace 36 Punkte, davon 20 Tore erreichen.

Sven Andrighetto

26 Spiele, 3 Tore, 3 Assists

Das sagen die Statistiken

Im Oktober fiel Sven Andrighetto zwei Wochen mit einer Oberkörperverletzung aus. Doch auch sonst ist der Zürcher unter Colorados Coach Jared Bednar alles andere als gesetzt. Immer wieder muss der Flügel auf der Tribüne Platz nehmen, statt übers Eis zu flitzen. Und wenn er mal eingesetzt wird, dann oft nur in der vierten Linie.

Montreal Canadiens left wing Tomas Tatar, front, drives past Colorado Avalanche right wing Sven Andrighetto in the second period of an NHL hockey game Wednesday, Dec. 19, 2018, in Denver. (AP Photo/David Zalubowski)

Sven Andrighetto darf sich nur selten beweisen. Bild: AP/AP

Dabei hat Andrighetto in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass er offensiv zu einigem fähig wäre. Gerade weil die Avalanche ein Team sind, das Tore, die nicht von ihrer Toplinie stammen, dringend nötig hätte. Doch so lange der Schweizer falsch eingesetzt wird, dürfte sich auch seine Skoringbilanz nur unmerklich aufbessern. 

Leider konnten wir keinen Experten der Colorado Avalanche erreichen, der uns über Sven Andrighetto hätte Auskunft geben können.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 25 Punkte, davon 10 Tore.

Spielt er den Rest der Saison jedes einzelne Spiel ist Sven Andrighetto auf Kurs für 15 Punkte, davon 7 Tore.

Luca Sbisa

8 Spiele, 0 Tore, 1 Assist

Das sagen die Statistiken

Lange hat es im Sommer gedauert, bis Luca Sbisa doch noch einen neuen Vertrag für die NHL erhielt. Deutlich schneller ging es, bis der Zuger wieder mit der Tribüne, statt dem Eis vorlieb nehmen musste. Acht Spiele hat der 28-jährige diese Saison nur absolviert. In diesen sind seine Zahlen durchzogen, durch den kleinen Datensatz aber auch nur bedingt aussagekräftig.

Sein Corsi-Prozentsatz liegt gerade etwa bei 50. Allerdings ist er auch der Verteidiger, der auf 60 Minuten gerechnet die meisten Tore kassiert. 

Das sagt der Experte

Arthur Staple verfolgt die New York Islanders für «The Athletic». Wir haben uns mit den folgendem Fragen an ihn gewandt.

«Im Training hat Sbisa sehr gut ausgesehen. Aber sein Vertrag über 1,5 Millionen war ein wenig zu hoch für einen Spieler ohne wirkliche Optionen. Vermutlich hat man erwartet, dass er mehr spielen würde. Er war akzeptabel. In seinem Alter verändert man den Spielstil nicht mehr. Sbisa mag es zu schiessen und mitten ins Gewühl zu gehen. Aber seine Arbeit in der eigenen Zone ist unberechenbar. Coach Barry Trotz verlangt von seinen Verteidigern, in der eigenen Zone sattelfest zu sein, deshalb glaube ich nicht, dass Sbisa noch regelmässig zum spielen kommt. Zuletzt wurde ihm der Rookie Devon Toews vorgezogen.

Es ist möglich, dass er nächstes Jahr an einem anderen Ort nochmals eine Chance erhält. Es würde mich aber auch nicht überraschen, wenn er nach Europa zurückkehrt.»

Arthur Staple, «The Athletic»

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 15 Punkte, davon 3 Tore.

Wenn Sbisa den Rest der Saison durchspielt (was er nicht wird) würde er mit den momentanen Werten auf 6 Assists kommen. Diese Prognose ist ein Fehlschlag.

Mirco Müller

26 Spiele, 0 Tore, 5 Assists

Das sagen die Statistiken

Starker Start und dann plötzlich auf dem Abstellgleis. Mirco Müller hat die Saison im ersten Verteidigungspaar der New Jersey Devils an der Seite von Sami Vatanen begonnen. Die Devils gewannen ihre ersten vier Saisonspiele und Müller wurde über den Klee gelobt. Er sei gereift, ein sicherer Wert an Vatanens Seite.

Pittsburgh Penguins' Sidney Crosby (87) and Mirco Mueller (25) fight during the second period of an NHL hockey game in Pittsburgh, Monday, Nov. 5, 2018. (AP Photo/Gene J. Puskar)

Als er noch spielte, legte sich Müller auch mal mit Superstar Sidney Crosby an. Bild: AP/AP

Und plötzlich wurde alles anders. Die Devils gerieten in eine Negativspirale, verloren Spiel um Spiel. Früh im Dezember zogen die Verantwortlichen dann die Konsequenzen: Mirco Müller war das Opfer und musste auf die Tribüne. Seither hat er nur noch drei Spiele gespielt.

Doch früher oder später sollte Müller eigentlich nochmals eine Chance kriegen. Mit dem Winterthurer auf dem Eis kassieren die Devils weniger Tore als ohne ihn (0,28 Gegentore weniger pro 60 Minuten). Dafür schiessen sie in diesen Minuten aber auch deutlich weniger Treffer (8,06 Tore weniger pro 60 Minuten Eiszeit von Müller).

Das sagt der Experte

Corey Masisak verfolgt die New Jersey Devils für «The Athletic». Wir haben uns mit den folgenden Fragen an ihn gewandt.

«Headcoach John Hynes hat erwähnt, dass Mirco mit der Scheibe in der defensiven Zone noch bessere Entscheidungen fällen muss. Zudem wollen die Devils von ihm ein physischeres Spiel sehen. Etwas, das ihm nicht von Natur aus liegt, er spielt lieber seine Reichweite und sein gutes Positionsspiel aus, um Zweikämpfe zu gewinnen. Mirco spielte diese Saison hervorragend Boxplay. Bei fünf gegen fünf war er aber nur ok. Aufgrund der vielen Niederlagen stellte Hynes um und gab auch mal Steven Santini und Egor Yakolev eine Chance. Und Mirco ist nun der Leidtragende, der draussen sitzen muss.

Mirco wird im Sommer ein Restricted Free Agent sein. Die zweite Saisonhälfte wird zeigen, ob Mirco in den langfristigen Plänen der Devils mitspielt oder nicht. Ich erwarte, dass sie sich im Sommer in der Verteidigung verstärken, denn das ist dringend nötig. Es ist möglich, dass Mirco dann getradet wird. Falls er bleibt, erwarte ich einen ähnlichen Vertrag, wie er jetzt hat: ein oder zwei Jahre mit rund einer Million Dollar jährlich.»

Corey Masisak, «The Athletic»

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 10 Punkte, 1 Tor.

Mit der aktuellen Pace käme Müller Ende Saison auf 12 Assist und kein Tor. Dafür müsste er aber die verbleibenden Spiele allesamt absolvieren.

Dean Kukan

8 Spiele, 0 Tore, 0 Assists

Das sagen die Statistiken

Als Dean Kukan vergangene Saison bei den Coumbus Blue Jackets einen Einjahresvertrag erhielt, dachte man, dass er bald regelmässig spielen würde. Doch die Hoffnungen wurden schnell zerstört. Im Oktober spielte er noch fünf Spiele, im November eines und im Januar bislang zwei. Im Dezember kam er gar nie zum Einsatz.

Die acht Spiele sind als Datensatz natürlich zu klein für eine aussagekräftige Beurteilung. Doch im Ansatz sehen Kukans Zahlen gut aus. Er hat den besten Corsi-Wert der Columbus-Verteidiger, kassiert nur wenige Tore, wenn er auf dem Eis steht und leistete sich in acht Spielen nur einen Scheibenverlust. 

Dass Kukan es kann, hat er an Weltmeisterschaften bereits bewiesen. Für ihn bleibt zu hoffen, dass er bei Columbus in der zweiten Saisonhälfte die Chance erhält, sein Können auch zu zeigen.

Leider konnten wir keinen Experten der Columbus Blue Jackets erreichen, der uns über Dean Kukan hätte Auskunft geben können.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 15 Punkte, davon 3 Tore.

Aktuell steht Kukan noch ohne Punkte da. Unsere Prognose zu erreichen dürfte schwierig werden.

Jonas Siegenthaler

17 Spiele, 0 Tore, 4 Assists

Das sagen die Statistiken

Er ist die positive Überraschung der Schweizer NHL-Söldner in dieser Saison. Jonas Siegenthaler hat die Chance, die er bei den Washington Capitals erhalten hatte gepackt und hat sich ins Lineup gespielt. Im November durfte er erstmals NHL-Luft schnuppern, doch seit Anfang Dezember spielt er regelmässig und gut.

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Alex Ovechkin «videobombt» Jonas Siegenthaler. Video: YouTube/Andrei Lazouski

Natürlich wird der 21-jährige Verteidiger noch geschützt. Er darf einen guten Teil seiner Einsätze in der Offensiven Zone beginnen und spielt selten gegen die besten Spieler des Gegners. In 17 Einsätzen stand er bei fünf gegen fünf bislang nur bei drei Gegentoren auf dem Eis. Am 14. Dezember durfte er mit einem Assist auf Alex Ovechkin seinen ersten NHL-Punkt bejubeln. Seither sind drei weitere dazugekommen. Nur auf den ersten Treffer wartet er noch.

Leider konnten wir keinen Experten der Washington Capitals erreichen, der uns über Jonas Siegenthaler hätte Auskunft geben können.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: Erste NHL-Einsätze im Laufe der Saison.

Die Prognose hat Siegenthaler sogar übertroffen. Man darf gespannt sein, ob er seinen Platz im Lineup für den Rest der Saison halten kann.

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • NHL19 13.01.2019 08:53
    Highlight Highlight Ein wirklich geiler Artikel. Ich hoffe, Timo trifft bald wieder und erzielt einen neuen Schweizer-Rekord.
  • Der müde Joe 12.01.2019 00:06
    Highlight Highlight Das ist Sportjournalismus vom feinsten!
    Sachlich, informativ, gut ...ohne bla bla!😉

    Weiter so Adrian 😎
  • M.Corleone 11.01.2019 22:45
    Highlight Highlight Malgin hat letzte Nacht gegen die Oilers bereits sein fünftes Saisontor erziehlt. Nur noch drei bis zur watson-Prognose.
    • Adrian Buergler 11.01.2019 23:06
      Highlight Highlight @M.Corleone: Stimmt! Ist jetzt angepasst.
  • Wunderwuzzi 11.01.2019 21:57
    Highlight Highlight Sehr geiler Artikel.Sehr,sehr geil.
  • bullygoal45 11.01.2019 21:20
    Highlight Highlight Macht mich irgendwo durch ein wenig stolz das zu lesen. Mag mich erinnern als man mit Streit, Gerber, Aebischer das Einzige in Übersee hatte.

    Schaut euch jetzt mal diese Herren an!

    Grossen Respekt & danke für den Artikel 👌🏻
    • Mia_san_mia 12.01.2019 01:42
      Highlight Highlight Das ist einfach geil 😎
  • Goon 11.01.2019 20:27
    Highlight Highlight Gratulation. Schöner Artikel der sicher arbeit machte.

Meier prügelt Gegner in die Kabine – Hischier und Fiala treffen

San-Jose-Stürmer Timo Meier macht für einmal nicht mit Skorerpunkten auf sich aufmerksam, sondern mit einer Fünf-Minuten-Strafe wegen eines Faustkampfs. Meier gewinnt seinen ersten in der NHL registrierten Fight gegen Minnesotas Greg Pateryn. Dieser muss mit einer blutenden Wunde am Kopf in der Kabine behandelt werden.

Einen weiteren Skorerpunkt fügt Meier an diesem Abend nicht zu den bislang 33 auf seinem Konto hinzu. Dennoch gewinnen die Sharks mit 4:0 und damit das fünfte Spiel in Folge.

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