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Switzerland's midfielder Denis Zakaria, left no17, celebrates after scoring the 1 - 0 with Switzerland's defender Nico Elvedi, center, and in front of Gibraltar's midfielder Louie Annesley, right, during the UEFA Euro 2020 qualifying Group D soccer match between the Switzerland and Gibraltar, at the Tourbillon Stadium in Sion, Switzerland, Sunday, September 8, 2019. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Denis Zakaria jubelt nach seinen Führungstreffer. Bild: KEYSTONE

Analyse

Warum die Nati nach dem 4:0 gegen Gibraltar noch mehr Seelenmassage braucht

Die Schweiz besiegt in der EM-Qualifikation Gibraltar ohne zu überzeugen 4:0 – Konkurrent Dänemark patzt. Die grosse Frage aber bleibt: Wie gelingt es, die Nebenschauplätze zu verbannen?

Etienne Wuillemin / ch media



Der Applaus des Publikums am Ende ist warm. So, dass die eine oder andere Seele der Schweizer Nationalspieler sich erfreuen durfte. Das kann gewiss nur helfen. Denn noch immer ist der Fehltritt in Irland vom Donnerstag, dieses enttäuschende 1:1, nicht ganz verdaut.

Gegen Gibraltar steht es am Ende 4:0. Die Pflicht ist erfüllt. Mehr nicht. Aber die drei Punkte bleiben in der Schweiz. Das ist es, was primär zählt. Und weil Dänemark in Georgien zeitgleich nur 0:0 spielt, ist es für Vladimir Petkovic und sein Team plötzlich gar ein erfreulicher Abend geworden. Zumal dieses Spiel von gestern in einigen Tagen ohnehin niemanden mehr interessiert.

epa07828301 Switzerland's Mario Gavranovic (L) scores the 4-0 lead against Gibraltar's goalkeeper Kyle Goldwin (R) during the UEFA EURO 2020 qualifying group D soccer match between Switzerland and Gibraltar at the Tourbillon Stadium in Sion, Switzerland, 08 September 2019.  EPA/PETER SCHNEIDER

Der Schlusspunkt dieses einseitigen Spiels: Gavranovic trifft zum 4:0. Bild: EPA

Der kleine Zwischenspurt vor der Pause Die Frage vor dem Duell mit den Fussball-Amateuren aus Gibraltar war auch: Wie viel Frust steckt noch in den Schweizer Köpfen? Und wie sehr können die Spieler ihren Ärger darüber verbergen, dass es seit Tagen nur um die Abwesenden geht? Um Xherdan Shaqiri, der sich leer fühlt und dem Team auch gestern via soziale Medien Glück wünscht. Und um Stephan Lichtsteiner, der sich fit fühlt und via herkömmliche Medien wissen lässt, dass er gerne den EM-Viertelfinal spielen möchte.

Wer das Spiel zum Massstab nimmt, kommt zum Schluss: Es ist einiges hängen geblieben. Vier Positionen hat Petkovic verändert, unter anderem muss Kevin Mbabu nach seinem Fehler in Irland, der zum Ausgleich führte, auf der Bank Platz nehmen.

Der Beginn ist gleichwohl behäbig. Die Schweiz spielt ohne Tempo und Präzision. Und wenn sich dann doch einmal eine aussichtsreiche Situation ergibt, auch ohne Effizienz. Edimilson Fernandes sei an erster Stelle erwähnt. Dreimal verpasst der ehemalige Sion-Junior, der vor heimischem Publikum eine Chance erhält, das Tor fahrlässig. Er trübte damit seinen beschwingten Eindruck, den er sonst hinterliess. Einmal traf Benito noch die Latte, aber sonst? Das Warten auf das erste Tor verkam bald einmal zur Qual.

epa07828113 Switzerland's Denis Zakaria (C-L) scores the 1-0 lead against Gibraltar's goalkeeper Kyle Goldwin (2-R) during the UEFA EURO 2020 qualifying group D soccer match between Switzerland and Gibraltar at the Tourbillon Stadium in Sion, Switzerland, 08 September 2019.  EPA/LAURENT GILLIERON

Denis Zakaria per Kopfball zum 1:0. Bild: EPA

Eines ist den Schweizern immerhin anzurechnen: Sie verlieren nie die Geduld und die Konzentration. Auch wenn der überforderte Gegner aus Gibraltar dazu verleiten könnte. Die Belohnung in Form von drei Treffern folgt zwischen der 37. und 45. Minute. Zakaria und Mehmedi treffen per Kopf. Rodriguez per sattem Schuss.

Wer nun aber gar ein Schützenfest erwartet, wird in der zweiten Halbzeit enttäuscht. Die Schweizer lassen wieder nach, der Chancen werden wieder weniger. Und darum ist es nur halbwegs überraschend, dass nur noch ein Tor dazu kommt. Gavranonic schiesst es kurz vor Schluss. Ansonsten sorgt noch am ehesten Debütant Ruben Vargas für etwas Tempo. Dieser deutet sein grosses Potenzial mehrfach an.

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Das 3:0 durch Rodriguez vor der Pause kann sich sehen lassen. Video: streamja

Sommer: «Ich bin überzeugt, es muss sich nicht viel ändern»

Was bleibt also nach dieser Nati-Woche? «Wir wissen um unsere Qualitäten – darum freue ich mich auf die nächsten Spiele», sagt Torhüter Sommer. Und gibt zu: «Natürlich stören die vielen Nebenschauplätze. Ich hoffe, sie verschwinden bald. Trotzdem: Ich bin überzeugt, es muss sich im Team nicht viel ändern.»

Dass eine Seelenmassage auch vor den Partien gegen Dänemark und Irland noch nötig sein wird, zeigt das Votum von Granit Xhaka. Er sagt, sichtlich genervt von den vielen Diskussionen über Shaqiri und dessen Befindlichkeiten wegen der Captain-Binde: «Vielleicht müssen wir wieder einmal eine heftige Niederlage kassieren, damit wieder über Fussball gesprochen wird.» (mim/bzbasel.ch)

Die Noten zum Nati-Sieg gegen Gibraltar

Chefsache: Keine Fussball-Fans im Büro, bitte!

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • joevanbeeck 09.09.2019 13:30
    Highlight Highlight Was Embolo in der Nationalmannschaft zu suchen hat wissen nur die Götter.
  • Abu Nid As Saasi 09.09.2019 11:33
    Highlight Highlight Vargas bekam zu wenig Einsatzzeit, um seine Künste zu beweisen. Ich hätte Ajeti nach 45 Minuten zu seinen Gunsten auf die Bank geschickt
  • AdvocatusDiaboli 09.09.2019 09:44
    Highlight Highlight 4:0 ist ein sehr gutes Resultat. Ich verstehe die Kritik hier nicht und schätze diese Leistung der Schweizer Nati.
    • Forest 09.09.2019 11:08
      Highlight Highlight Liegt daran das Gibraltar alle 5 Spiele Verloren und bis jetzt 16 Treffer abbekommen hat. Ist etwa so spektakulär wie ein FC Bayern Sieg gegen Paderborn. Ich möchte nicht die Leistungen schlecht reden, aber bei diesem Spiel war von Anfang an klar wer den Platz als Sieger verlässt. Im Sport werden nunmal die Leistungen gegen die besten gemessen und nicht umgekehrt. Dänemark und Irland sind bisher auch ohne Niederlage in der Qualifikation und sind im Vergleich zu Portugal, Frankreich eher kleinere Kaliber. Es wird mehr Leistung brauchen um an der EM mithalten zu können.
  • hüttechäs 09.09.2019 09:38
    Highlight Highlight Ich muss allen vorherigen Kommentarschreibern Recht geben und möchte noch etwas anfügen: Neben den Medien ist es auch Sascha Ruefer, der immer wieder diese „Nebengeräusche“ herbeiredet!

    Schon beim Doppeladler meinte er sich als Meinungsmacher positionieren zu müssen.

    Gestern wieder ein gutes Beispiel: „Ich möchte gar nicht über die Captain-Binde reden, aber ...“ und redet dann 10 Minuten davon und versucht gegen die Mannschaft oder einzelne Spieler Meinung zu machen.

    Schuster bleib bei deinen Leisten!
    • PlayaGua 09.09.2019 12:25
      Highlight Highlight Der ist ein Stammtischplauderli. Mehr nicht.
    • Army Neilstrong 09.09.2019 13:21
      Highlight Highlight Sehe ich genau so. Da erzählt er noch gross "Die Unruhe ist nicht durch die Medien entstanden, die kommt von der Mannschaft" - was für ein Seich.
  • PlayaGua 09.09.2019 08:41
    Highlight Highlight Viel getan wäre schon, wenn die Medien mal über Taktik etc. schreiben würden statt sich auf Boulevardthemen abseits des Platzes zu konzentrieren.
    • Tooto 09.09.2019 10:04
      Highlight Highlight Wenn sogar der SRF-Kommentator sagt dass die Schweizer-Spieler selbst verantwortlich sind für diese Themen und diese nicht durch die Medien gemacht werden, wird sich wohl nichts ändern.

      Da hinken wir Schweizer mit der Kompetenz leider noch deutlich hinterher, was Analysen und Erkennen von Taktiken etc. anbelangt.
      Zum Beispiel hat unser Live-Kommentator gestern festgestellt, dass fast niemand mehr schwarze Schuhe trägt. Das sagt ja eigentlich alles aus.

    • jeffo56 09.09.2019 12:35
      Highlight Highlight Vladimir Petkovic der taktiker. unglaublich wie er unsere Nati gegen die fussball gross macht Gibraltar zu einem weiteren grossen sieg gecoacht hat. Petkovic Petkovic Petkovic …..
  • fandustic 09.09.2019 08:01
    Highlight Highlight Nun gut, die Nebengeräusche werden in erster Linie ja von den Medien "bearbeitet" und bis zum geht nicht mehr ausgeschlachtet. Anstatt eine Woche lang täglich über die abwesenden Spieler (Shaqiri, Lichtsteiner) zu berichten, würde man sich auch auf medialer Seite besser auf die anwesenden Spieler konzentrieren.
  • Asmodeus 09.09.2019 07:54
    Highlight Highlight 4:0 gewonnen.

    Alles Gut.


    Ich frage mich wieso man da so runjammern kann.
  • sood erso 09.09.2019 07:48
    Highlight Highlight Da liegt die Schweizer Nati nach zur Qualihälfte nach Verlustpunkten und Tordifferenz und Direktbegegnung an erster Stelle. Trotzdem wird ständig kritisiert, gemotzt und herumgenörgelt. Ich verstehs einfach nicht mehr. Zeigt doch einfach mal ein wenig Stolz liebe Schweizer!
    • Forest 09.09.2019 09:39
      Highlight Highlight Ehrlich gesagt muss da schon etwas mehr gehen um an der EM weiter zu kommen. Nicht nur wir Schweizer sondern auch Dänemark und Irland sind bisher in der Qualifikation ohne Niederlage. Der Sieg gegen Gibraltar gibt zwar Punkte, aber Gibraltar hat bis jetzt auch alle Spiele verloren.
  • Okguet 09.09.2019 07:45
    Highlight Highlight "Wie gelingt es, die Nebenschauplätze zu verbannen?"

    Vielleicht wenn die Medien es endlich zulassen würden? 🤔
    • PlayaGua 09.09.2019 09:21
      Highlight Highlight Habe mich gestern wieder mal über den Nati-Kommentator auf SRF aufgeregt. Er sprach die ganze Zeit davon, dass sich die Nati endlich mal auf den Fussball konzetrieren solle und nicht auf Nebenschauplätze. Die Medien würden nämlich nur darüber berichten und es seien die Spieler, die dafür verantwortlich seien 🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️ Und das, während er statt über das Spiel über längst abgehandelte Themen schwafelte.

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