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Toronto Maple Leafs' Mitch Marner goes flying after making contact with another player, in an NHL rookie tournament game against the Montreal Canadiens in London, Ontario, on Saturday, Sept. 17, 2016. (Dave Chidley/The Canadian Press via AP)

NHL-Überflieger: Trainiert Mitch Marner bald in Zürich? Bild: AP/The Canadian Press

Analyse

NHL-Star Mitch Marner als Trainingsgast beim ZSC – Realität oder nur Verhandlungstaktik?

Die Vertragsverhandlungen zwischen Mitch Marner und den Toronto Maple Leafs stocken. Nun hat sich der NHL-Star nach einer Trainingsmöglichkeit in Europa umgesehen und soll bei den ZSC Lions fündig geworden sein. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.



Die Meldung geisterte gestern plötzlich durch die Schweizer Hockey-Landschaft. Kommt NHL-Starstürmer Mitchell «Mitch» Marner, der letzte Saison 26 Tore und 68 Assists in 82 Spielen für die Toronto Maple Leafs erzielte, in die Schweiz? Der ZSC soll in der Pole-Position stehen. Natürlich geht es dabei nicht um ein Engagement als Spieler, sondern nur um eine Trainingsmöglichkeit. Dennoch war das Echo gross.

Der Stadtklub bestätigte am späten Abend, dass er von Marners europäischem Agenten eine entsprechende Anfrage erhalten habe. Doch kommt der junge Kanadier tatsächlich nach Zürich oder ist alles nur Verhandlungstaktik? Und ist gar ein Einsatz in einem Ernstkampf möglich? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wo stehen die Verhandlungen zwischen Marner und den Leafs?

Kyle Dubas, General Manager bei den Toronto Maple Leafs, und Mitch Marners Umfeld, das seine Agenten und Familie beinhaltet, haben in den letzten Wochen zwar verhandelt, eine Einigung ist aber nicht in Sicht.

Marner will offenbar den gleichen Vertrag, den auch Auston Matthews von den Leafs erhalten hat (5 Jahre, 11,634 Mio. Dollar jährlich). Toronto will seinen Starstürmer aber langfristig halten und ihm einen Vertrag über die längstmögliche Dauer von acht Jahren anbieten. Das wiederum ist für Marner keine Option, weil er so drei seiner besten Karriere-Jahre unter diesem Vertrag «verschwendet», in denen er als Unrestricted Free Agent den Markt testen und nochmals mehr Geld herausholen könnte.

Aktuell gibt es drei realistische Varianten: Einen Vertrag über drei Jahre, einen über sechs Jahre oder einen über sieben Jahre. Marners Lager fordert für drei Jahre zehn Millionen jährlich. Die Leafs sollen bereit sein, zwischen neun und elf Millionen zu bezahlen – aber nur bei einer langfristigen Variante.

Wann ist die Deadline für einen NHL-Vertrag?

Will Marner in der kommenden Spielzeit in der NHL spielen, muss er bis spätestens am 1. Dezember einen neuen Vertrag unterschrieben haben. Verpasst er diese Deadline, ist er in der Saison 2019/20 nicht mehr spielberechtigt.

Warum genau der ZSC und was haben die Lions vom Engagement?

Die Lions haben eine gewisse Verbindung zu den Leafs: Starcenter Auston Matthews spielte in seinem Draft-Jahr bei den Zürchern und hat Marner bestimmt nur Gutes zu berichten gehabt. Beim «Zett» würde Marner zudem auf Rikard Grönborg und damit auf einen der profiliertesten Trainer Europas treffen. Der Schwede wurde diesen Frühling gar bei freien Coaching-Jobs in der NHL gehandelt. Der 22-jährige Stürmer würde also beste Trainings- und Lebensbedingungen vorfinden.

Und die Lions? Sie profitieren von einer gesteigerten Aufmerksamkeit. Die Bestätigung, dass sie tatsächlich für eine Trainingsmöglichkeit Marners angefragt wurden, verbreitete sich in Windeseile auf Twitter, Facebook und in den nordamerikanischen Medien. Die Zürcher haben nichts zu verlieren und können sich im besten Fall als hervorragende Trainingsdestination für «gestrandete» NHL-Spieler etablieren.

Wird Marner tatsächlich in Zürich trainieren oder ist es nur Verhandlungstaktik?

Etwas von beidem. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Restricted Free Agent das Trainingscamp seiner Mannschaft verpasst und sich stattdessen in Europa fit hält. Die Maple Leafs haben letztes Jahr dasselbe bereits mit William Nylander durchgemacht. Der Schwede blieb bis zum Vertragsabschluss in seiner Heimat und trainierte zwischendurch auch in Österreich.

NHL-Insider Darren Dreger vom kanadischen Sender TSN hält es für realistisch, dass Mitch Marner im September in Zürich trainieren wird.

Gleichzeitig ist es aber auch Verhandlungstaktik – und zwar keine neue. Marners Agent ist Darren Ferris und er ist bekannt dafür, dass er versucht, mit der Europa-Karte Druck aufzusetzen. 2017 machte er das Gleiche mit drei seiner Klienten: Sam Bennett, Josh Anderson und Andreas Athanasiou. Letzterer trainierte dann auch mit Lugano.

Allesamt unterschrieben dann aber doch noch bei ihrem Arbeitgeber in der NHL – Athanasiou allerdings erst Ende Oktober, nach dem Saisonstart.

Wird Marner jemals für den ZSC spielen?

Nein. Zumindest in dieser Saison ist es nicht wahrscheinlich. Zwar könnte Marner als Free Agent jederzeit bei einem europäischen Team unterschreiben, doch das wird er nicht machen.

Erstens würde er in Europa nur einen Bruchteil dessen verdienen, was er von Toronto verlangt. Zweitens wäre es mit grossen Risiken verbunden. Sollte sich Marner bei einem Ernstkampf in Europa verletzen, würde seine Verhandlungsgrundlage bröckeln. Und der Klub – in diesem Fall der ZSC – müsste im Vorfeld eine teure Versicherung abschliessen.

Bild

Läuft Mitch Marner jemals im ZSC-Trikot auf? Bild: keystone, watson

Eine Verpflichtung Marners käme für einen europäischen Klub wohl erst in Frage, wenn der Kanadier nach dem 1. Dezember immer noch nicht bei den Leafs unterschrieben hätte.

Der «Tages-Anzeiger» denkt schon weiter und hofft, dass Marner 2020, wenn ein weiterer NHL-Lockout droht, sich vielleicht an die Zeit beim ZSC erinnert und sich dann den Zürchern anschliesst. Noch ist allerdings noch nicht einmal klar, ob es in einem Jahr tatsächlich wieder zu einem Lockout kommt.

Wann ist mit Marners Unterschrift in Toronto zu rechnen?

Letztes Jahr hat William Nylander (ebenfalls bei den Toronto Maple Leafs) erst an der Deadline am 1. Dezember seinen neuen Vertrag unterschrieben. Der Schwede hat dann zwar das gewünschte Geld und die Vertragsdauer erhalten, doch sportlich war es nach der langen Wettkampfpause für ihn eine Saison zum Vergessen (7 Tore, 20 Assists in 54 Spielen).

Das war eine Art Warnschuss für alle kommenden Free Agents, dass man nicht zu lange mit der Unterschrift zögern soll. Trainings zu verpassen ist das eine, bei Ernstkämpfen zu fehlen aber eine ganz andere Geschichte. Deshalb darf man erwarten, dass Marner noch vor dem Saisonstart Anfang Oktober sein neues Arbeitspapier bei den Leafs unterschreiben wird.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Kuba 21.08.2019 17:20
    Highlight Highlight Was spricht aktuell für eine Lockout Saison?
  • JJTheBigDog 21.08.2019 12:32
    Highlight Highlight Ich sehe schon die Schweizer Zeitungen, falls Marner dann mal den Stanley Cup gewinnt: "M.M. (ehemals ZSC) holt Stanley Cup..."
    • MARC AUREL 22.08.2019 06:14
      Highlight Highlight Ehemals ZSC...😂
  • deed 21.08.2019 11:26
    Highlight Highlight @Adrian Bürgler - die ZSC Lions haben mit den Toronto Maple Leafs seit 2011 ein Kooperationsabkommen auf Managementebene, siehe auch https://www.zsclions.ch/saison/archiv/saison-1112/news/detail/kooperation-mit-nhl-organisation/
  • DINIMAMIISCHNDUDE 21.08.2019 10:19
    Highlight Highlight Ein paar Sachen die nicht ganz korrekt sind im Artikel. Klar geht es Marner auch ums Geld, weswegen er nur 5 Jahre will, der UFA-Markt ist verrückt, siehe Panarin. Aber der viel grössere Grund ist der Vertrag von Auston Mathews! Wenn er nach 5 Jahren geht (z.B. Hometown: Phoenix Arizona) sind die Leafs auf einmal kein Herausforderer auf den Cup. Er allerdings bleibt 3 weitere Jahre "gefangen" ohne aussicht einen Stanleycup zu gewinnen in seinen besten Jahren. Marner will einfach dieselbe Möglichkeit wie Mathews kriegen denke ich, Geld spielt eine Rolle, aber nicht die Hauptrolle.
    • Adrian Buergler 21.08.2019 10:23
      Highlight Highlight @DINIMAMIISCHNDUDE: Dass die Leafs keinen Cup mehr gewinnen können, falls Matthews in 5 Jahren geht, kann man nicht sagen. Es ist schlicht nicht voraussehbar, wie sich die Kader entwickeln. Zudem: Die Leafs werden einem 5-Jahresvertrag NIE zustimmen. Denn dann müssten sie 2025 mit Matthews, Nylander und Marner gleichzeitig verhandeln. Das ist ein No-Go für Dubas.
    • DINIMAMIISCHNDUDE 21.08.2019 11:06
      Highlight Highlight Alles was du schreibst stimmt. Dennoch denke ich, dass Marner mit dieser Taktik den 5 Jahreverstrag erzwingen will. Vorhersagen ob oder ob nicht die Leafs in 5 Jahre noch um den Cup spielen ist klar micht vorherzusagen, aber wenn die in den nächsten 5 Jahre mit diesem Kader nicht gewinnen, werden einige abspringen. Und Marner will diese Option auch haben.
    • Max Dick 21.08.2019 11:10
      Highlight Highlight Naja die Leafs gewinnen sehr wahrscheinlich auch mit Matthews keinen Stanley-Cup. Denn um den zu gewinnen, muss man ja auch in die Playoffs kommen, anders geht's nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bort? 21.08.2019 10:05
    Highlight Highlight Der Arme...wuerde er doch tatsaechlich 3 Jahre fuer "NUR" 11mio "verschwenden" !!

    Soll er doch dahin gehen wo der Pfeffer waechst. Die Maple Leafs haben halt mit Nylander einen tollen Praezedenzfall geschaffen.

    Ich wuerde sonst auch fuer 8 Jahre zu 10% des Salaers unterschreiben, kann zwar kaum Schlittschuhlaufen, belaste aber dafuer den Salary Cap auch nicht gross :-D :-D

    • Max Dick 21.08.2019 10:44
      Highlight Highlight @Bort: Ich weiss nicht ob und was für einen Job Sie haben: Aber Sie würden es wohl auch nicht einfach so akzeptieren, wenn ein Arbeitskollege, der gleich qualifiziert ist und die gleiche Funktion hat, viel mehr verdient als Sie.
    • Bort? 21.08.2019 12:08
      Highlight Highlight Ich bin eben noch ein guter alter Romantiker...der Worte wie Clubtreue und ein gewisses Mass an Grundanstand schaetzt.

      Wenn ich in diesen Spaehren verdienen wuerde, waere es mir persoenlich ziemlich ziemlich egal was der oder die links und rechts von mir in gleicher Position verdient.

      Nur mal so zum Vergleich, der Durchschnittsamerikaner verdient ca. 60,000 USD im Jahr.
      Somit jammert Marner hier darueber, dass er waehrend drei Jahren "nur" ca. 180 mal statt vielleicht 190 mal mehr verdient als Otto Normalo...

      Ob man das gut finden muss...? Ich finds nicht.
    • goschi 21.08.2019 12:40
      Highlight Highlight @Bort, die NHL ist keine emotionale Vereins-Meisterschaft, sondern knallhartes Business auf beiden Seiten und konsequent auf Unterhaltung und Profit ausgelegt.
      Da ist man in der NHL auch ehrlich.
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