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epa05370282 People pose in front of a clock counting down to the first match of the 2018 World Cup at Manezh Square outside the Moscow's Kremlin in Moscow, Russia, 16 June 2016. Three fans of Russia on 16 June were sentenced to one or two years of prison term for their role in disorders around the football match England vs Russia on the Euro 2016.  EPA/MAXIM SHIPENKOV

Ob dieser kleine Fan dereinst freudig auf die WM im eigenen Land zurückblicken kann? Bild: EPA

Darum stagniert Russlands Klubfussball – und zieht so die Nati runter

Die Erfolge des russischen Fussballs in der jüngeren Vergangenheit liegen allesamt mindestens zehn Jahre zurück. Das flächenmässig grösste Land der Welt kämpft mit der Genügsamkeit der besten Spieler.

08.06.18, 19:57

Stefan Baumgartner / SDA



Erinnerst du dich an den letzten wirklich bekannten Fussballer aus Russland, der zuletzt im Ausland für Furore gesorgt hat? Es dürfte sich um Andrej Arschawin handeln, der nach dem UEFA-Cup-Erfolg 2008 mit Zenit St.Petersburg und einer überragenden EM (Halbfinal-Einzug) in die Premier League wechselte. Dort trat Arschawin primär zwischen Anfang 2009 und Anfang 2012 für Arsenal in Erscheinung, etwa mit vier Toren bei einem 4:4 gegen Liverpool.

Russia's Andrei Arshavin, hidden, is celebrated by his teammates after scoring their 3rd goal during the quarterfinal match between the Netherlands and Russia in Basel, Switzerland, Saturday, June 21, 2008, at the Euro 2008 European Soccer Championships in Austria and Switzerland. Russia defeated Netherlands 3-1. (AP Photo/Sergey Ponomarev)

Euro 08 in Basel: Russland begeistert im Viertelfinal gegen Holland. Bild: AP

Dass man (vergleichsweise) lange suchen muss, um eine dominante Figur des russischen Fussballs zu finden, zeigt das Problem der Nationalmannschaft und der heimischen Liga auf. Es herrscht seit Jahren Stagnation auf konstantem Niveau. Abgesehen von Zenits Triumph im UEFA-Cup kam mit ZSKA Moskau (2005) nur ein russischer Klub zu internationalen Titelehren, die Viertelfinal-Qualifikationen von Spartak (1996) und ZSKA Moskau (2010) in der Champions League waren Ausreisser nach oben.

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Lieber ein König zuhause als ein Bettler in der Fremde

An der WM 2014 war Russland die einzige Mannschaft, die mit lauter Akteuren aus der heimischen Premjer Liga antrat – und die wie bei den zwei WM-Teilnahmen davor seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 in der Vorrunde ausschied.

Nur zwei Legionäre

Bis auf zwei Spieler verdienen alle Mitglieder des russischen 23-Mann-Kaders in der Heimat. Die Ausnahmen sind Ersatzgoalie Wladimir Gabulow (FC Brügge) und der in Spanien aufgewachsene Angreifer Denis Tscheryschew (Villarreal). Mit je fünf Akteuren stellen ZSKA Moskau und Zenit St.Petersburg fast die Hälfte des Kaders.

Gründe für fehlende Fortschritte gibt es durchaus. In Russlands Profifussball wurden und werden bei einem Steuersatz von 13 Prozent noch immer gute Löhne bezahlt, nationale Spitzenspieler ziehen die Verhältnisse im eigenen Land der Umgewöhnung an eine andere Kultur vor. Der Entscheid wird ihnen einigermassen leicht gemacht. Die meisten Spitzenteams des Landes sind von finanziell potenten Sponsoren wie Gazprom (Zenit), der staatlichen Eisenbahngesellschaft (Lokomotive Moskau) oder Mitgliedern der Forbes-Liste der reichsten Personen der Welt (Spartak Moskau, FC Krasnodar) grosszügig alimentiert.

Maribor's Gregor Bajde challenges for the ball with Spartak's Quincy Promes during the Champions League Group E soccer match between Spartak Moscow and Maribor in Moscow, Russia, Tuesday, Nov. 21, 2017. (AP Photo/Ivan Sekretarev)

Der Holländer Quincy Promes ist mit einem Marktwert von 24 Mio. Euro der wertvollste Spieler der Premjer Liga. Bild: AP

Politische Wirren im Zusammenhang mit der Ukraine, der sinkende Ölpreis, internationale Sanktionen und die Abwertung des Rubels führten zuletzt aber dazu, dass sich längst nicht alle Vereine auf Millionen-Zustüpfe verlassen können. ZSKA Moskau, das seit zwei Jahren in einem schmucken Stadion spielt, plagen gemäss russischen Medienberichten Schulden in der Höhe von rund 200 Millionen Euro. Das führt zu neuen Problemen. ZSKA gab in den letzten sechs Transferperioden genau 500'000 Euro für einen (!) neuen Spieler aus, nun droht der nächste personelle Aderlass. Riskante Haupteinnahme-Quelle bleiben die Millionen für die Champions-League-Teilnahme, die der Armeeklub als Zweiter diesmal direkt schaffte.

Mehr als ein Drittel der Liga-Spiele endete 0:0 oder 1:0

Derweil zeigt das Beispiel von Zenit St.Petersburg auf, dass sich Erfolg nicht kaufen lässt. In der einzigen Saison unter dem italienischen Trainer Roberto Mancini ging ziemlich alles schief. Der Lieblingsklub von Staatspräsident Wladimir Putin fuhr trotz Ausgaben von 80 Millionen Euro für Neuzuzüge das schlechteste Liga-Resultat seit 2008 (5.) ein, schied im Cup gegen den zweitklassigen Lokalrivalen Dynamo aus und flog beim Versuch, wenigstens die Europa League zu gewinnen, im Achtelfinal gegen Leipzig raus.

FILE - In this photo taken on Wednesday, Oct. 21, 2015, CSKA Moscow's fans, most of them without their shirts on, cheer for their team in freezing temperatures, during the Champions League Group B soccer match between CSKA Moscow and Manchester United at the Arena Khimki stadium in Moscow, Russia. Most top Russian clubs now have so-called

Minustemperaturen haben die Fans von ZSKA Moskau noch nie daran gehindert, oben ohne zu supporten. Bild: AP

Nun soll der 42-jährige Sergej Semak den Klub, bei dem er 2013 seine Karriere als Spieler beendet hatte, zu neuen Ufern führen. Der finanzielle Teppich für den bisherigen Trainer vom Überraschungsteam Ufa mit dem ehemaligen GC-Captain Vero Salatic (erstmaliger Europa-League-Qualifikant als 6.) ist gelegt. Zenit kann dank dem neuen Stadion viel mehr Geld generieren als vorher. Der Zuschauerschnitt in der ersten Saison seit dem Umbau stieg von etwas mehr als 18'500 auf fast 44'000 an.

Damit sorgte Zenit für einen statistischen Lichtblick in der Premjer Liga. Die massiv erhöhte Kapazität des St.Petersburger Stadions hob den Zuschauerschnitt der 16 Klubs auf die beste Marke seit vielen Jahren (13'956). Am Ende war das aber der positivste Fakt einer Saison, die aus Sicht von Beobachtern – abgesehen von Lokomotives erstem Meistertitel seit 14 Jahren und Zenits überraschender Baisse – wenig spannend verlief, wie eine andere Statistik aufzeigte: 89 von 240 Spielen endeten 1:0 oder 0:0.

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    Alle Leser-Kommentare
  • TocK 08.06.2018 21:31
    Highlight 13000 zuschauer im durchschnitt? Das ist verdammt wenig. Fast wie die nhl in den usa. Interessiert fast keiner.

    P.s und ich interessiere mich für die nhl!
    P.p. S man macht die wm in russland nicht für die eigenen bürger...
    4 27 Melden
    • MinnesotaWild 08.06.2018 22:16
      Highlight Naja es kommt drauf an wo man ist. Klar in den Südstaaten interessiert NHL niemanden aber im Nordosten gibt es Orte wo die NHL genau so populär wie die anderen Ligen ist (z.B Boston, Chicago, Detroit, Pittsburgh oder Philadelphia) in gewissen Orten ist sie sogar die Nummer 1(Minneapolis/St. Paul und Bufallo). Aber übers ganze gesehen ist sie bei weitem nicht so populär wie die anderen Ligen.
      9 1 Melden
  • NikolaiZH 08.06.2018 20:43
    Highlight An sich alles gut und korrekt, aber das Wichtigste vergessen! Die Ausländerlimite - nicht mehr als 6 ausländische Spieler aufm Feld - daher werden russische Spieler trotz dem miserablen Niveau nur dank dem Pass überbezahlt. Sie haben daher weder verbesserungsanreize noch wunsch ins ausland zu gehen
    31 2 Melden

Nati-Debütant Mvogo «musste leiden, aber es war für mich ein Supermatch»

Die Schweiz ist zum Siegen zurückgekehrt. Nach zuletzt zwei Niederlagen gewann die Nati in Reykjavik nach einer hektischen Schlussphase das dritte Spiel der Nations League gegen Island 2:1.

In den Schlussminuten mussten die Schweizer doch noch zittern. Alfred Finnbogason hatte in der 81. Minute mit einem herrlichen Weitschuss den starken Debütanten Yvon Mvogo bezwungen, womit die Isländer plötzlich wieder an sich glaubten.

Und nachdem die Schweizer defensiv lange überzeugt hatten, brachen sie plötzlich in Hektik aus. Fabian Schär klärte im letzten Moment auf der Linie (87.), Mvogo parierte den Schuss von Gylfi Sigurdsson glänzend (89.) und der Ex-Basler Birkir Bjarnason …

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