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A spectators pours water over himself to cool down as play was suspended when organizers implemented the Extreme Heat policy during second round matches at the Australian Open tennis championship  in Melbourne, Australia, Thursday, Jan. 16, 2014. (AP Photo/Joshua Baker)

Er weiss, wie man die Hitze besiegt. Aber dieser Hut ist auf dem Court kaum erlaubt. Bild: AP

Djokovic und Nadal üben wegen der Hitze Kritik – aber ein anderer freut sich darüber

Am Australian Open in Melbourne sorgt eine 48-stündige Hitzewelle für Diskussionsstoff. Novak Djokovic und Rafael Nadal äussern sich kritisch, dass der Spielbetrieb wie geplant fortgesetzt wurde. Grigor Dimitrov dagegen freut sich.



Nachdem sich am Donnerstag Novak Djokovic und Gaël Monfils bei 39 Grad im Schatten und fast 70 Grad auf dem Platz in der Rod Laver Arena knapp drei Stunden in der prallen Sonne duelliert hatten, zeigte das Thermometer am frühen Freitagnachmittag sogar 40 Grad an - im Schatten. «Die Grenze ist erreicht», sagte Djokovic nach seinem Sieg über den Franzosen, der über Atemnot und Schwindelanfälle klagte. «Es ist mehr Business als Sport», sagte der Serbe. Das Wichtigste sei aber die Gesundheit der Spieler.

Monfils und Djokovic leiden bei 39 Grad

Am Freitag traf es Alizé Cornet und Elise Mertens sowie Kyle Edmund und Nikolos Basilaschwili, die am frühen Nachmittag ihre Partien bestritten. Cornet nahm beim Stand von 1:2 im zweiten Satz ein medizinisches Timeout, weil sie Schwindel verspürte und nach eigener Aussage nicht in Ohnmacht fallen wollte. Puls und Blutdruck wurden bei der Französin gemessen, der Körper mit Eisbeutel gekühlt, ehe die Partie fortgesetzte wurde.

France's Alize Cornet is attended to by a trainer and tournament staff after suffering from the heat during her third round match against Belgium's Elise Mertens at the Australian Open tennis championships in Melbourne, Australia, Friday, Jan. 19, 2018. (AP Photo/Andy Brownbill)

Alize Cornet kollabierte auf dem Court. Bild: AP/AP

Kritisch äusserte sich auch Rafael Nadal. Die Sicherheit sei nicht immer gewährleistet. Es sei kein schöner Anblick, die Spieler auf dem Platz leiden zu sehen. «Manchmal ist es einfach zuviel», so der Spanier, der aufgrund der Ansetzung seiner Partie am Freitag gegen Damir Dzumhur in der Night-Session der grossen Hitze ausweichen konnte.

Federer: «Sollen wir alle Spiele stoppen?»

Turnierdirektor Craig Tiley verteidigte den Entscheid weiterzuspielen, ohne die mit einem Dach ausgestatteten Courts zu schliessen. «Wir sind mit diesen Regeln in das Turnier gestartet und ändern diese aus Fairnessgründen nicht bei Halbzeit.» So schlimm wie vor vier Jahren war es nicht, als mehrere Tage in Folge mehr als 40 Grad gemessen wurde und die Spieler in der prallen Sonne auf den Nebenplätzen reihenweise kollabierten. Damals trat die Hitzeregel in Kraft; das ist dann der Fall, wenn ein festgesetzter Wert zusammengesetzt aus Temperatur und Luftfeuchtigkeit überschritten wird.

Switzerland's Roger Federer changes his shirt during a break in his second round match against Germany's Jan-Lennard Struff at the Australian Open tennis championships in Melbourne, Australia, Thursday, Jan. 18, 2018. (AP Photo/Vincent Thian)

Roger Federer durfte zweimal Abends ran. Bild: AP/AP

Differenzierter äusserte sich Roger Federer zum Thema. «Was soll man machen? Alle Partien stoppen?» Dann würden die Glücklichen auf den grossen Plätzen unter Dach spielen und die anderen Partien verschoben. Oder die Partien würden morgens um drei beendet werden, wie an regnerischen Tagen in New York. «Wäre das besser? Ich bin nicht sicher», so Federer, der seine ersten beiden Partien nach Einbruch der Dunkelheit spielte. Letztlich müsse jeder bereit sein, unter den vorherrschenden Bedingungen zu spielen.

Dimitrov liebt es

Einer, der sich über die Hitze freute, war Grigor Dimitrov. «Ich liebe es, in der Hitze zu sein.» Dies erinnere ihn an seine Kindheit in Bulgarien, als die Sommer sehr heiss und trocken waren. Er habe sich fast wie zuhause gefühlt, sagte die Weltnummer 3 nach der Partie gegen Andrej Rublew. Dimitrov konnte allerdings gut reden. Als er den Matchball gegen den Russen verwertete, war das Thermometer bereits wieder unter 30 Grad gefallen. (fox/sda)

Bulgaria's Grigor Dimitrov celebrates after defeating Russia's Andrey Rublev in their third round match at the Australian Open tennis championships in Melbourne, Australia, Friday, Jan. 19, 2018. (AP Photo/Dita Alangkara)

Die Hitze erinnert Dimitrov an seine Kindheit. Bild: AP/AP

Unser Corsin hätte aktuell beim Australian Open gute Halbfinal-Chancen. Er mag Hitze.

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Video: watson/Corsin Manser, Emily Engkent

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MacB 19.01.2018 21:21
    Highlight Highlight Der Weg zu denMillionen ist halt steinig...aber freiwillig. Entweder man packts oder nicht... 😉 danke, Roger
    • AJACIED 20.01.2018 13:17
      Highlight Highlight Aha nur Federer hat’s geschaft was,, 🙈 und was dankst du Roger,
  • Regeschirm 19.01.2018 19:34
    Highlight Highlight Bei 40 Grad Tennis zu spielen ist wirklich unmenschlich. Auch wenn alle Profisportler sind ist das extrem bedenklich. Ich habe schon bei knapp 30 Grad keinen klaren Kopf mehr beim Tennis spielen.
    • Roman h 19.01.2018 20:22
      Highlight Highlight 40 grad sind aber nicht 40 grad
      Man misst immer im Schatten so auch hier.
      Auf dem Platz selber ist es sogar über 40 Grad.
      Habe selber nie Tennis gespielt und weiss daher nicht wie heiss der Boden wirt aber mit der Sonne kommen die locker auf 50 Grad und ja ab 40 ist es schon unmenschlich.
      Die spielen jedes Jahr um diese Zeit, also wieso hat es kein Dach?
      Ist es wirklich nicht möglich das man nicht im Hochsommer dort spielen muss?
    • lilie 19.01.2018 21:17
      Highlight Highlight @Roman: Lesen hilft: Da steht, dass auf dem Platz über 70 Grad gemessen wurden.

      Und es hat ein Dach. Es wurde bloss nicht geschlossen. Das ist ja das Thema dieses Artikels. ;)
    • Charivari 20.01.2018 01:10
      Highlight Highlight Ich persönlich liebe es bei heissen Temperaturen zu spielen. Geht mir da ähnlich wie bei Dimitrov. Ich kann alerdings die Spieler/innen verstehen, die sich nicht wohl fühlen. Schliesslich verträgt das nicht jede/r.
  • Couleur 19.01.2018 18:39
    Highlight Highlight Hat Federer schon irgendwann mal etwas kritisiert? Wenn ich alle Privilegien hätte und nie zu Zeiten der grössten Hitze spielen müsste, würde ich mir auch keine Kritik anmassen, weil sonst die Privilegien in Gefahr sind... Federer ist das perfekte Beispiel für den streamlined sportsman des 21. Jahrhunderts. Sehr erfolgreich, aber noch extremer langweilig. Aber das ist der Gang der Dinge: Wenn Sportler ein tiefgreifendes PR Training erhalten, sagen sie viel, ohne etwas zu sagen.
    • Dä Brändon 19.01.2018 22:11
      Highlight Highlight Das heisst ja nicht das es richtig ist. Bei diesen Temperaturen Leistungssport zu betreiben ist ein Risiko für die Gesundheit. Sollte man deswegen schweigen damit die Sponsoren zufrieden sind und die Zuschauer daheim mit der Chips Packung nicht auf ihre Unterhaltung verzichten müssen?
    • Kris 19.01.2018 22:18
      Highlight Highlight Hier bin ich nicht einverstanden. Federer hat auch während seiner langen Zeit im Spielerrat immer wieder Dinge kritisiert, zu Beginn auch Hawk-Eye. Federer ist aber gewandt genug, zu wissen, dass es heuchlerisch wäre, die Hitze zu verteufeln, wenn er jeweils in den Night-Sessions spielt...
    • MacB 19.01.2018 22:59
      Highlight Highlight Die Hitze in Australien ist ja nichts Neues ... die gibts seit Anbeginn des Turniers jährlich wieder.
    Weitere Antworten anzeigen

«Love is in the air» – Tenniswelt feiert die «Bromance» zwischen Federer und Nadal

Das Team Europe gewinnt auch die dritte Austragung des Laver Cups. Das von Björn Borg gecoachte Team setzte sich in der Genfer Palexpo-Halle gegen das Team World dank Siegen in den letzten beiden Einzeln mit 13:11 durch.

Einmal mehr war das Augenmerk auf die beiden GOAT des Tennis gerichtet: Roger Federer und Rafael Nadal haben an diesem Wochenende das nächste Kapitel in ihrer «Bromance» geschrieben, aber seht selbst.

(zap)

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