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Schach-Star Carlsen kündigt News im Fall Niemann an – FIDE rüffelt ihn

July 31, 2022, Chennai, Tamil Nadu, India: Grand Master Magnus Carlsen from Norway is seen during the round 3 of the 44th FIDE Chess Olympiad in Chennai. Chennai India - ZUMAl172 20220731_zip_l172_008 ...
Der überragende Schachspieler der Gegenwart: Magnus Carlsen.Bild: www.imago-images.de

Schach-Star Carlsen kündigt News im Niemann-Fall an und kassiert Rüffel vom Verband

Die Schach-Welt ist seit Wochen in Aufruhr. Magnus Carlsen wirft einem Kontrahenten zwischen den Zeilen Betrug vor. Der Weltmeister wird dafür vom Weltverband FIDE kritisiert – und stellt eine Erklärung in Aussicht.
26.09.2022, 07:5627.09.2022, 06:25
Ralf Meile
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Magnus Carlsen hat seinen Status als bester Schachspieler der Gegenwart untermauert. Als erster Spieler überhaupt hat der Norweger eine Wertung von 2900 Punkten bei einem Turnier der Meltwater Champions Chess Tour erreicht.

Der 31-jährige Carlsen gewann am Sonntag ein Schachturnier, das weit über die Szene hinaus für Aufsehen sorgte. Denn beim Julius Bär Generation Cup hatte er die Vorrundenpartie gegen den aufstrebenden Hans Niemann gleich nach dem ersten Zug aufgegeben. In der Folge machten Betrugsvorwürfe gegen den Amerikaner die Runde.

Der Final nun gegen den 19-jährigen Arjun Erigaisi aus Indien war eine klare Angelegenheit. Weltmeister Carlsen schlug seinen Gegner, den «Indian Iceman», mit 2,5 zu 0,5 Punkten sowie mit 2:0.

Tag 2 vom Final Carlsen – Erigaisi.Video: YouTube/chess24

Statement angekündigt

Direkt nach dem Sieg wollte Carlsen nichts zum Fall Niemann sagen, der die Schach-Welt seit Wochen in Atem hält. Er kündigte allerdings an, dass «in Kürze» mit einem Statement von ihm zu rechnen ist. Ausserdem sagte er: «Ich möchte generell, dass Betrug im Schach ernsthaft geahndet wird.»

Carlsen machte bislang den Eindruck, als wolle er nicht an die Geschichte des Aufstiegs eines Wunderknaben glauben. Stattdessen deutete er wiederholt an, dass hinter dem beinahe kometenhaften Aufstieg des 19-jährigen Amerikaners Hans Niemann wohl ein Schwindel stecke.

Anfang September hatte Niemann dem Norweger die erste Niederlage nach 53 Spielen beigefügt. Wenig später machten erste Gerüchte über einen Betrug die Runde. Niemann wies die Vorwürfe gegen ihn zurück. Er gab indes zu, dass er als Jugendlicher zwei Mal bei Online-Partien betrogen habe.

Besorgnis beim Weltverband

Mittlerweile hat sich auch der Weltverband FIDE zur Causa Niemann geäussert. Präsident Arkadi Dworkowitsch schrieb in einer Mitteilung: «Als Weltschachverband ist es unsere Pflicht, die Integrität des Spiels und sein Image zu schützen, und angesichts der Tatsache, dass der Vorfall immer weiter eskaliert, halten wir es für notwendig, einen Schritt nach vorne zu machen.»

Carlsen kassierte einen Rüffel von der FIDE. Die betont, der Weltmeister trage eine moralische Verantwortung, die mit seinem Status verbunden sei, da er als weltweiter Botschafter des Sports angesehen werde. «Seine Handlungen wirken sich auf den Ruf seiner Kollegen und die sportlichen Ergebnisse aus und können letztendlich unserem Spiel schaden. Wir sind der festen Überzeugung, dass es bessere Möglichkeiten gegeben hätte, mit dieser Situation umzugehen.»

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Zuletzt verteidigte Carlsen 2021 in Dubai seinen Weltmeistertitel gegen Jan Nepomnjaschtschi.Bild: keystone

Zugleich teilt die FIDE eine tiefe Besorgnis über den Schaden, den der Betrug dem Schachspiel zufügt. «Ob online oder am Brett – Betrug bleibt Betrug.» Der Weltverband habe in die Bildung einer Spezialistengruppe investiert, welche ausgeklügelte Präventivmassnahmen entwickelt hätten, die bei den Spitzenveranstaltungen bereits zur Anwendung gelangten.

FIDE-Präsident Dworkowitsch wünscht sich, dass der aktuelle Fall positive Auswirkungen hat. Er schlägt vor, ein spezielles Gremium ins Leben zu rufen, «um dieses Risiko des Betrugs zu bekämpfen und zu verhindern, dass es zu einer echten Plage wird.»

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29 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Madison Pierce
26.09.2022 08:39registriert September 2015
Je länger sich das Drama hinzieht, desto unsympathischer wird Carlsen. Wenn er Betrugsvorwürfe erheben will, soll er es tun. Ansonsten soll er schweigen. Die dauernden Anspielungen und Ankündigungen sind eines Weltmeisters unwürdig.
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IchfragefüreinenFreund
26.09.2022 09:11registriert Juli 2020
Je länger es dauert bis Carlsen seine Behaubtungen mit überprüfbaren Beweisen untermauert, desto mehr sieht er aus wie ein Präsident, der über Wahlbetrug schimpft und Beweise ankündigt, ohne je zu liefern.
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